Beiträge von meisterlampe_1989

    Das ganze Segment ist eine Reaktion auf den Spiegel-Artikel. Er nimmt ja nicht aus Spaß gerade bento. Heuchler ist vielleicht ein zu starkes Wort, aber das ÖR ist nicht der Hort des Anspruchs und deswegen hätte ich auch in diesem Segment mehr Selbstreflexion erwartet.

    Meinst du nicht, dass du einfach den Anspruch des Neo Magazins völlig überhöhst? Böhmermann war noch nie die die Quelle für ausgewogene "Berichterstattung" oder was immer du da erwartest. Er streut einfach gern medienwirksam Salz in offene Wunden, aber das er dabei das Salz gleichmäßig und vorallem immer schön auch auf seinen Arbeitgeber streuen muss, war mir neu.
    Die Frage ist doch ob seine Kritik an bento im Kern berechtigt ist und wenn sie das sein sollte, ob das dann auch irgendwas bedeutet. Genauso wie der Spiegel und sonst wer auf funk oder was auch immer zurück schießen darf, wenn man das für nötig und gerechtfertigt hällt.

    Die Kritik an bento ist vollkommen berechtigt, das habe ich im ersten Postingzu der Sache geschrieben. Das Segment finde ich an sich sogar ziemlich gut.


    Mich stört halt nur, dass er sich in diesen Hahnenkampf einklinkt zwischen den ÖR und den privaten Verlegern. Den finde ich aus oben genannten Gründen äusserst unnötig und sogar gefährlich.


    Ich dachte er würde darünerstehen.


    Ich mag Jan Böhmermann übrigens. Nur um das mal klarzustellen.

    In welcher Hinsicht verteidigt er den ZDF?

    Das ganze Segment ist eine Reaktion auf den Spiegel-Artikel. Er nimmt ja nicht aus Spaß gerade bento. Heuchler ist vielleicht ein zu starkes Wort, aber das ÖR ist nicht der Hort des Anspruchs und deswegen hätte ich auch in diesem Segment mehr Selbstreflexion erwartet.

    Nebenbei wage ich doch stark zu bezweifeln, dass das ZDF dem Neo Magazin Royale vorschreibt, wen sie in ihrer Sendung verreißen sollen und Böhmermann dem dann systemgetreu gehorchen würde. Dementsprechend finde ich die Klassifizierung des bento-Beitrags vom NMR als "Reaktion der öffentlich-rechtlichen auf Kritik" irreführend.

    Das habe ich nicht behauptet! Es gab sicherlich keine Vorgaben, aber er arbeitet beim ZDF und natürlich ist das eine Reaktion auf die Kritik an seinen Arbeitgeber. Du verteidigst ganz automatisch deinen Arbeitgeber, weil er dir deine Brötchen bezahlt.

    Turbolu:


    Ja. Das ist alles richtig. Allerdings kann man darüber streiten, was ein angemessener Anteil ist. Ich finde, dass ARD und ZDF das schon im Hauptprogramm nicht erfüllen. Es gibt das Morgenmagazin, dann kommt tagsüber noch das Mittagsmagazin, was allerdings auch schon einen hohen Boulevard-Anteil hat und die kleinen heute-Nachrichten und Tagesschaus. Sonst laufen Kochshows oder Dailysoaps und abends kommt zur Primetime Rosamunde Pilcher.
    Anspruchsvolle Politmagazine oder Kunst&Kultur kommt meistens erst spät abends oder mitten in der Nacht, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
    Deswegen picke ich mir schon seit langem nur noch die Perlen aus der Mediathek. Ich finde der Bildungsauftrag ist nicht erfüllt, wenn man danach mit der Lupe suchen müssen.


    Und natürlich hat Funk auch gute Angebote. Bei bento gibt es sicher auch gute Artikel, aber allgemein ist das kein guter Journalismus oder meinetwegen Infotainment.


    Sobald etwas vom ÖR kommt, sollte es einen gewissen Anspruch haben. Das ist zwar nicht gesetzlich so geregelt, aber das ÖR soll doch ein Gegengewicht zu den rein auf Unterhaltung getrimmten Privatrundfunk sein.

    Ich bin verwirrt, in wie fern ist Jan Böhmermann für das ÖR-Programm verantwortlich, dass hier von "Heuchlerei" gesprochen werden kann?

    Er ist Mitarbeiter des ZDF, vielleicht sogar der bundesweit bekannteste. In dieser Funktion hat er sich auch geäußert. Er ist nicht für das Programm verantwortlich, aber natürlich verteidigt er da seinen Arbeitgeber. Und meiner Meinung nach sitzt er im Glashaus, wegen "Funk".


    "Funk" hat als Teil des ÖR einen Bildungsauftrag. Der wird nur teilweise erfüllt, etwa mit "Wallulis", aber sonst ist das der gleiche Mist wie "bento".

    Also ich weiß nicht... mit seiner zwanzigminütigen Frontalvernichtung von "bento" hat Jan Böhmermann bei mir ziemlich viel Ansehen verspielt. Ich will bento nicht verteidigen, dieser Buzzword-Journalismus ist sehr schrecklich, aber für ein öffentlich-rechtliches Propagandastück schalte ich eigentlich keine sonst so subversive Satiresendung ein.


    Falls Ihr es nicht mitbekommen habt: Die privaten Verleger, z.B. Springer oder eben der Spiegel wollen, dass ARD und ZDF ihre Textanteile in den Online-Angeboten wie Homepages und Apps reduzieren, weil sie dieses als kostenlose Konkurrenz und schädlich für das Geschäft ansehen. Das wollen die Öffentlich-Rechtlichen aber nicht.
    Das Ergebnis ist, dass die sich seit Monaten gegenseitig behaken. Der Spiegel hat sogar ein Titelthema darüber gemacht und sich dazu hinreißen lassen ARD,ZDF und Deutschlandfunk als "Staatsfunk" zu bezeichnen. Ein Begriff, der sonst doch eher aus dem rechten Milieu kommt.


    Die Reaktion darauf war der bento-Verriss.


    Mich nervt diese ganze Kacke total an, von beiden Seiten. Genau das haben wir ja in Zeiten von "Lügenpresse"-Vorwürfen gebraucht, dass sich die Presse gegenseitig zerfleischt.
    Außerdem ist das, was Böhmermann gemacht hat, auch ziemlich heuchlerisch, wenn man sich mal das öffentlich-rechtliche Jugendangebot "Funk" anschaut. Da gibt es auch eher selten Qualitätsjournalismus.

    Anchorman: Was für ein abgefahrener, völlig überdrehter Film. Wer mal sehen will, wie Will Ferrell, Paul Rudd, Steve Carell,und in Gastauftritten u.A. Ben Stiller, Seth Rogen, Jack Black vollkommen ausrasten, der wird bei diesem Film voll auf seine Kosten kommen. Es ist quasi eine einzige Aneinanderreihung an absurden Szenen, die in Erinnerung bleiben. Das Flöten-Solo, die Prügelei der verschiedenen News-Teams, der Chef der fast in jeder Szene mit einem Telefonat eingeführt wird, bei dem der Sohn irgendetwas in der Schule angestellt hat, die Szene mit dem Hund auf der Brücke, "I don´t know what we are yelling at?!" (vielleicht eins der bekanntesten Memes) etc..
    Eine absolut herrliche Mediensatire


    Übrigens sehr aktuell, wenn man bedenkt, dass hier auch Sexismus thematisiert wird. Wenn man sich mal anschaut, wie Christina Applegate in dem Film behandelt wird... Ich dachte die ganze Zeit nur: "Topical!!!"


    Lost in Translation Nach Anchorman brauchte ich etwas zum runterkommen. Da bot sich doch Lost in Translation an. Eine Tragikomödie mit Bill Murray und (einer sehr jungen) Scarlett Johansson. Und ja, was soll man sagen. Es ist ein wunderschöner ruhiger Film. Zwei Menschen die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, entpuppen sich im Großstadtschungel als Seelenverwandte.
    Bill Murray spielt einen unglücklichen Schauspieler, der in Japan ein großer Star ist, aber mit der Kultur und den Menschen nicht so viel anfangen kann. Scarlett Johansson ist mit einem Fotografen verheiratet, der japanische Bands fotografiert. Sie fühlt sich genauso wie der Schauspieler einsam. Und ja, das ist so schön poetisch. Sie fühlen sich einsam, in einer der größten Städte der Welt.


    Der Film fordert den Zuschauer bzw. seine Sehgewohnheiten schon heraus. Er lässt Szenen sehr lange stehen. Man kommt machmal fast in einen Zen-Zustand.


    Ich liebe übrigens das Ende. Das ist perfekt.

    Ich fand die 7. Folge gar nicht mal so unfassbar schlecht. Nur man merkt ihr halt krass an, dass sie Backstory und Charakterentwicklung für Eleven reinprügeln mussten.


    Der Held muss an seinem tiefstrn Punkt sein, bevor er seine Katharsis haben kann, so geht die Heldenreise; das wollten die Macher alles in eine Folge packen.


    Da das Ganze nicht noch in den Hauptplot mit den Hauptfiguren passte mussten neue her und der Ort gewechselt werden.


    Ja die Folge ist ein Fremdkörper. ( Auf IGN übrigens eine 9,1 als Bewertung :thumbsup: )

    James Corden hat den Cast von Thor: Ragnarök dazu gebracht den Film als Laienspiel aufzuführen.



    Wer gerne sieht, wie sich Weltstars (Chris Hemsworth, Cate Blanchett, Tom Hiddleston, Tessa Thompson, Mark Ruffalo und Jeff Goldblum.) zum Horst machen, der wird auf seine Kosten kommen.

    Nach Medienberichten, die Netflix bestätigt hat, wird Kevin Spacey in der 6. Staffel gar nicht mehr zu sehen sein. Meine Frage ist jetzt? Warum hat man nicht die Eier und cancelt die komplette Serie. Ohne Kevin Spacey und die Figur des Frank Underwood, funktioniert die Serie meiner Meinung nach einfach nicht mehr. Die Nebenfiguren, vor allem Claire, also Robin Wright, sind hervorragend, aber meiner Meinung nach, war es von Anfang an eine One-Man-Show mit einem perfekt gecasteten Hauptdarsteller.


    Wird Claire jetzt die zentrale Hauptfigur? Damit könnte ich mich tatsächlich anfreunden, weil Robin Wright kann in die Fußstapfen eines Kevin Spacey treten.


    Was haltet Ihr hier im Forum von der ganzen Sache?

    Ja. Switch und Super Mario Odyssey liegen auf meinem Schreibtisch. Aber ich liege mit einem grippalen Infekt im Bett, mit Kopfschmerzen bei denen ich nicht gerade sitzen kann. Geschweige denn spielen.


    Dabei bin ich nur alle Jubeljahre krank.


    Die Welt ist ungerecht...

    In Doom gab es durchaus eine Story. Man kann ja auch das Leveldesign , das Skillsystem, die Technik etc.. thematisieren. Dass die Kills und das Gemetzel DER Bestandteil des Spiels sind, gehört natürlich auch zur Wahrheit und da ist es auch legitim das zu zeigen.


    Aber im Marketing zum Spiel ging es NUR um "Schaut her wie brural wir sind" und der erste Trailer bestand aus einem Killstreak-Blutbad der brutalsten Sorte. Man hat ja nicht nur Kills gezeigt, sondern Kettensägen-Splatter.


    Mich hat übrigens auch weniger der Trailer gestört, als diese jubelnden Höhlenmenschen.
    Ich hab da immer im Hintergrund, wie das wohl auf Außenstehende wirkt...

    Ich habe Doom geliebt und halte es für den besten Shooter seit Half-Life 2. Kein Witz. Desweiteren bin ich der festen Überzeugung, dass die Gewalt ganz fest zur DNA von Doom gehört und es ohne den Gore und Splatter ein schlechteres Spiel wäre.


    Trotzdem kann ich der Meinung sein, dass es peinlich ist, wenn Erwachsene wie Tiere gröhlen, wenn auf der Leimwand Wesen mir der Kettensäge zerlegt weden.


    Und das gesamte Marketing eines Spiels auf die Gewalt zu münzen, auch wenn die Gewalt zum Spiel gehört, ist einfach billig und faul.

    Dass gleichermaßen auch jedes mal gejubelt wird, wenn Gewalt gezeigt wird, so wie damals bei Doom, dann frage ich mich was bei uns Spielern schief gelaufen ist.

    Das ist immer wieder peinlich. Ich frage mich, was Leute denken, die nichts mit Computerspielen zu tun haben, wenn es viele Gamer schon selbst blöd finden...

    Nach den Skandalen um Harvey Weinstein und der darauf folgenden #MeToo-Welle in den sozialen Netzwerken und nachdem jetzt einer meiner liebsten Schauspieler, Kevin Spacey, in einen Skandal um sexuelle Belästigung verwickelt ist, treibt mich eine Sache in der letzten Zeit wirklich um: Die Unschuldsvermutung.


    Bei dem Thema setzt man sich unglaublich schnell in die Nesseln, deswegen brauche ich einige Disclaimer.


    1. Missbrauchsopfer sollen immer im Mittelpunkt der Debatte stehen.
    2. Anschuldigungen sollte man sich immer anhören und niemals auf die leichte Schulter nehmen.
    3. Pauschal zu sagen, dass Frauen solche Anschuldigungen machen, um im Rampenlicht zu stehen oder abzukassieren, ist sexistische Kackscheiße.
    4..Opfer sind niemals selber schuld daran, wenn sie Opfer werden (z.B. durch sexy Kleidung). Victim Blaming ist inakzeptabel.
    5. Mir geht es nicht um aktuelle Fälle, ich verteidige weder Weinstein noch Spacey oder sonst wen.


    Allerdings finde ich es erschreckend, wie schnell aus einer Anschuldigung in der Gesellschaft eine Verurteilung wird. Dabei scheint der juristische Part für viele Menschen absolut keine Rolle zu spielen. Die Unschuldsvermutung scheint es nur noch im Gerichtsgebäude zu geben.


    Im Fall um Jörg Kachelmann beispielsweise, haben mich Aussagen von ARD-Offiziellen damals regelrecht erschüttert. Die sind in einer Live-Sendung gefallen und das Zitat kann ich nicht mehr genau zuordnen oder belegen, aber sinngemäß ist dort gefallen: Ob Kachelmann im juristischen Sinne schuldig sei, spielt keine Rolle, entscheidend sei, welche Gedanken die Menschen haben, wenn er in den Tagesthemen weiter das Wetter vortragen würde.
    Juristisch ist Jörg Kachelmann vollständig rehabilitiert, aber seine Karriere im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist irreparabel zerstört. Allein mit der Begründung, dass viele Menschen sich selbst ihr Urteil gebildet haben.
    Das lässt sich auf viele Fälle anwenden.


    Das bedeutet im Umkehrschluss: Eine Anschuldigung reicht, um eine Karriere zu beenden. Wer behauptet, dass das von manchen Menschen nicht auch taktisch gegen unliebsame Personen eingesetzt wurde und wird, lebt meiner Meinung nach in einer Traumwelt. Und genau deswegen muss die juristische Abhandlung solcher Fälle wieder in den Mittelpunkt der Debatte um solche Fälle rücken und aus der juristischen Unschuldsvermutung muss auch eine gesellschaftliche werden.


    Man versetze sich nur mal in die Lage der Person, der so ein Vorwurf gemacht wird und die unschuldig ist. Du schaffst es vielleicht juristisch sauber da raus zu kommen, aber deine Karriere und dein öffentliches Ansehen ist zerstört, auf Basis einer reinen Behauptung,
    Wenn öffentliche Personen aus ihren Positionen (z.B. als Schauspieler einer Serie) oder Ämtern (z.B. Politikern) aufgrund eines Vorwurfs, bei dem noch nicht einmal juristische Ermittlungen anberaumt sind, raus geworfen werden, verfolgt mich grundsätzlich ein unbehagliches Gefühl.


    Ich spreche hier weder gegen Opfer noch für die Täter, sondern setze mich für Gerechtigkeit ein. Ob jemand schuldig ist oder nicht, entscheidet sich im Gericht und nicht beim Stammtisch oder bei Twitter.