Ich glaube es gibt keine allgemein gültige Antwort, wie und wann man sein Kind an Medien heranführen soll/darf/muss.
Ich glaube aber man kann das relativ gut merken. Spiel ein 2 jähriger lieber mit Bauklötzen ist das schön. Möchte er aber ständig etwas am Tablet machen, sobald er es sieht ist das auch völlig okay und auch hier gibt es Möglichkeiten. Mittlerweile gibt es haufenweise Spielchen und Apps die speziell für diese Altersklasse entwickelt wurden. Wie @Hakairo bereits meinte ist es extrem wichtig dem Kind den Zugang zu gewähren, den es haben will. damit meine ich, man sollte Medien weder komplett wegschließen noch das Kind dazu drängen doch jetzt mal etwas am PC/Tablet/etc. zu machen.
Ich kann da nur von mir selbst sprechen. Hatte bereits früh irgendeine Form von Faszination für PCs, Internet und Videospiele. Mit 6 hab ich meinen ersten Gameboy bekommen und meiner Mutter war es damals bereits extrem wichtig das zu regulieren. Die berühmte Stunde pro Tag. Hat dann ewig gedauert bis sie resigniert hat und ich im Endeffekt freie Hand hatte. Heute studiere ich Wirtschaftsinformatik.
Richtig war das damals mit Sicherheit nicht, was meine Eltern getan haben. Und hier kommen wir zudem über das @Kauzi und @DoctorImp sprechen. Das Beibringen von Medienkompetenz. Das Problem ist, um jemandem Medienkompetenz beizubringen, benötigt man sie erstmal selbst. Das Internet gibt es seit 25 Jahren in privaten Haushalten. Das erste iPhone, dass den Smartphone-Markt den es heute gibt einführte, kam 2007 und so weiter. Was ich damit meine ist: Wie sollen mir meine Eltern etwas beibringen von dem sie selbst keine Ahnung haben. Die modernen Medien und Technologien sind irgendwann aufgetaucht, als sie bereits erwachsen waren. Bis sie sie selbst genutzt haben verging noch deutlich mehr Zeit. Meine Mutter hat beispielsweise seit 2 Jahren überhaupt eine eigene Mail-Adresse. Ich seit 10 oder so. Natürlich können sie mir das nicht so beibringen, wie es richtig wäre.
Wir sind nun mal die erste Generation, die wirklich damit aufwächst und die von Anfang an damit konfrontiert waren. Sicherlich ist das in der Folgegeneration noch viel präsenter gewesen. Genau deswegen sollten wir meiner Meinung nach versuchen, unseren Kindern den Zugang zu neuen Medien möglichst früh zu gewähren. Das heißt ihnen die Möglichkeit zu geben, sie kennen zu lernen, falls sie es möchten. Die Reduktion auf X stunden pro tag ist dabei definitiv der schlechteste Weg. In zwei Stunden kann ich mir locker nen braindead Stream im Internet suchen und die No Russian Mission aus CoDMW2 spielen. zwei mal. Da hilft es auch nicht, wenn ich danach aufhören muss und nicht noch Zeit für Tanz der Teufel hab. Es ist sehr viel wichtiger, zumindest die Kennenlernphase mit dem Kind zusammen zu erleben, ihm zu erklären was gut und was schlecht ist und ihm einen Überblick zu verschaffen. da ist es auch egal, ob das jetzt ne halbe Stunde dauert oder drei pro tag. Und wir alle wissen, dass wir irgendwann keinen Lust mehr hatten, von unseren Eltern beaufsichtigt zu werden. Umso früher man das also angeht, umso besser wird das gemeinsam mit dem Kind funktionieren.
Zum Thema Schule oder Eltern: Ich finde initial sollten das die Eltern übernehmen. Eben weil das Interesse bei einem Kind stärker und früher kommt als beim Anderen. Irgendwann sollte es aber definitiv einen Punkt geben, an dem die Schule übernimmt. Speziell im Bezug auf soziale Kompetenz im Internet. Spontan würde ich das in der zweiten Hälfte der Grundschule ansiedeln. Ende dritte Klasse. Später haben die meisten schon viele Erfahrungen gesammelt und sind mit Sicherheit nicht mehr so aufnahmebereit..
EDIT: @Mods packts mal in Society, bitte. 