Beiträge von StewTM

    [Huch, hier war ja schon länger nichts mehr los. Ob Tom überhaupt noch hier reinschaut? Dann setze ich die Frage zur Sicherheit auch nochmal unter das YT-Video des letzten Feedbackpodcasts ^^ ]



    Hallo ihr beiden,


    neulich wurde Carrion veröffentlicht, die von Devolver gepublishte "Reverse Horror-Experience", in der man ein fleischiges, tentakelndes Monster spielt und versucht, aus einer Forschungseinrichtung auszubrechen. Mir hat das Spiel insgesamt zwar ziemlich gut gefallen, der Beginn des Spiels ist IMO allerdings nicht so gut gelungen. Ich fühlte mich zu Beginn schlicht komplett überfordert: Zum einen musste ich lernen, mit der doch recht ungewohnten Steuerung des Monsters umzugehen, zum anderen löste die Struktur des Labors mit all seinen sich überkreuzenden Wegen und zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugänglichen Räumen höchste Verwirrung bei mir aus (und erweckt hier, wie von Robin in Hooked FM #280 bemerkt, fälschlicherweise Metroidvania-Eindrücke).


    (Insgesamt hatte ich am Ende deshalb so viel Spaß mit dem Spiel, weil die Spielerführung ab dem dritten bzw. vierten Abschnitt besser gelingt und ich zu diesem Zeitpunkt auch mit der Steuerung warm geworden bin. Ab diesem Zeitpunkt hat Carrion meine Powerfantasie, ein mächtiges Monster zu spielen, sehr gut bedient - angereichert durch gelungene Rätselelemente, die das Spiel auch über seine komplette Dauer für mich getragen haben.)


    In der Retrospektive stört mich der misslungene Anfang des Spiels jedoch gar nicht mehr so sehr, und ich habe lange überlegt, warum. Nun ist mir eine Antwort eingefallen, aus der sich meine zwei Frage an euch ergeben werden: IMO passt dieser wirre Beginn tatsächlich ziemlich gut zu der dem Spiel innewohnenden Monsterfantasie.

    In der allerersten Szene bricht das Monster aus einem Biocontainer aus, in dem es bislang in Isolation gelebt hat. Es hat also keine Kenntnisse über seine Fähigkeiten oder den Ort, an dem es sich nun befindet. Es ist der Situation höchst angemessen, dass zu Beginn des Spiels jegliche Übersicht oder Taktik untergeht im chaotischen und nicht ganz zielgerichteten Geschwabbel der Biomasse mit all den verbundenen Geräuschen wie dem Geschmatze der über den Boden schleifenden Fleischklumpen oder dem Geschwurbel der Tentakel (stets vermischt mit den Schreien der Opfer :evil:). Es macht zu diesem Zeitpunkt halt leider nur noch nicht so viel Spaß, dies zu spielen.


    Meine sich daraus ergebende Fragen:


    1) Kennt ihr noch weitere Beispiele, in denen eigentlich misslungene Spielelemente bzw. Phasen in einem Spiel der durch das Spiel vermittelten Fantasie sogar zuträglich sind, obwohl sie euch spielerisch keinen Spaß bereitet bzw. sogar aktiv frustriert haben?


    2) Daran anschließend: Würdet ihr bei einem dieser Beispiele interpretieren, dass dies eine bewusste Entscheidung der Entwickler war? Im Falle von Carrion würde ich dies verneinen, IMO ein Fall von "Glück im Unglück". Wenn ich aber z.B. an NieR (2010) denke: Ich würde schon sagen, dass der Blick auf Yoko Taros Gesamtwerk zumindest die Interpretation zulässt, dass gewisse Aspekte des Gamedesigns, auch die nicht gelungenen, unter anderem auch deswegen im Spiel sind, weil sie einen Kommentar auf das Genre der JPRGs darstellen sollen. Was denkt ihr darüber?

    Sorry für die späte Antwort! Bezüglich des Angelns in Spiritfarer: Ich hatte zunächst auch ein paar Versuche gebraucht, danach ging es mir relativ problemlos von der Hand. Ist allerdings nicht optimal erklärt. Zum Zahlenschloss in FAR: Wenn man die Okomotive zum allerersten Mal betritt, steht es bei 0000. Setzt man sie in Bewegung, beginnt das Zahlenschloss jeden "Meter" zu zählen, den sich die Okomotive nach vorne schnauft. Mir ist das sofort aufgefallen, mein erster Gedanke dazu war: "Was passiert wohl bei 9999?" Vielleicht würde das Schloss zu diesem Zeitpunkt aufgehen und ein Geheimnis offenbaren. Etwas, was dem Spiel einen neues Aspekt hinzufügt, vielleicht ein Brief vom Vater o.Ä. In dieser Vermutung wurde ich bestärkt dadurch, dass man nach dem ersten Durchgang lediglich knapp 3000 Einheiten weit gefahren ist, und diese Zahl übernommen wird, wenn man danach ein neues Spiel startet. So erreicht man die fraglichen 9999 im Verlauf des vierten Durchgangs. Leider hat sich dann herausgestellt: Es gibt kein Geheimnis, zumindest keines in der Spielwelt, bei 9001 schaltet man jedoch ein verstecktes Achievement frei. Da war ich ein bisschen enttäuscht! (Und tatsächlich auch ein ganz kleines bisschen dadurch, dass ich inzwischen Inside kenne, siehe dazu untem. Denn jetzt ist die Inspiration durch den zweiten Titel von Playdead dann doch ein Stück weit offensichtlicher als es bei dem mir vorher nur möglichen Vergleich mit Limbo der Fall war - sowohl was die Farbpalette angeht, als auch das Gefühl der Weite und Verlorenheit. Das schmälert die Leistung der FAR-Entwickler für mich aber keineswegs, es ist immer noch ein sehr eigenständiges Spiel).



    In den letzten Wochen habe ich dann, inspiriert durch FAR, Limbo und Inside gespielt.

    Wie erwähnt, war es bei Limbo mein zweiter Durchgang und er hat mir sehr gut gefallen – durchaus besser als der erste vor einigen Jahren. Damals hatte ich nämlich ebenfalls meine Probleme mit den Rätseln, die an einigen Stellen wirklich knifflig sind. Dadurch habe ich auch gute vier bis fünf Stunden gebraucht. Jetzt bin ich dagegen in der Hälfte der Zeit durchgekommen. Vor Beginn wusste ich so gut wie nichts mehr vom Spiel, aber als ich dann vor den verschiedenen Rätseln stand, konnte ich mich dennoch an erstaunlich viel erinnern. Zwar nicht mehr die spezifischen Lösungen für die jeweiligen Puzzles, aber doch meist an die Ansätze. Auf diese Art und Weise war der Schwierigkeitsgrad dann ziemlich genau in meinem "Sweet Spot", auch wenn ich trotzdem hin und wieder nicht um das Knobeln herumkam, gerade bei den Schwerkrafträtseln zum Ende hin.



    Während die audiovisuelle Präsentation schon bei Limbo sehr stimmig ist, setzt Inside in dieser Hinsicht mit einem ähnlichen, aber doch einzigartigen Stil (und mit erkennbar mehr Budget) nochmal eine Schippe oben drauf. Auch die Rätsel und die "Geschichte" haben mir hier noch ein Stück weit besser gefallen, wodurch es an jeder Stelle wie eine konsequente und gelungene Weiterentwicklung des Limbo-Konzepts wirkt.

    Inside ist eines der bestpräsentierten Spiele, die ich bislang gespielt habe. Die Grafik ist immer noch in einem mehr oder weniger minimalistischen Stil gehalten, anders als bei Limbo aber wirklich in 3D aufgebaut. Einerseits sehen die Objekte, die Vegetation und vor allem das Wasser im Detail fantastisch aus, andererseits vermittelt das Spiel durch die Ausgestaltung des Hintergrunds eine Größe und Weite, die in einem totalen Kontrast zu dem kleinen Jungen steht, den wir steuern. Der übrigens fan-tas-tisch animiert ist. Das banale Klettern auf Kisten war eines meiner Highlights im Spiel, da die Animation so toll aussieht – und ich es so clever finde, wie diese auf ganz kleiner Ebene erlaubte Dreidimensionalität der Steuerung dem 2D-Spielprinzip für mich sehr viel hinzufügt. Den Jungen zu steuern, an Land, aber vor allem auch unter Wasser, hat sich sehr befriedigend angefühlt, auch, da er unter anderem durch sein ständiges verängstigtes Umsehen oder das Lugen um Kanten so nahbar wirkt - nicht abstrakt wie der Protagonist von Limbo. Die Tauchlevel sind mir übrigens insgesamt am besten in Erinnerung geblieben.

    Die Rätsel empfand ich als fast durchgehend gut designt, es gibt ein paar echte Kopfnüsse, bei denen mir die Lösung bis auf an einer einzigen Stelle aber stets Spaß bereitet hat. Sie sind stets abwechslungsreich und später werden sie durch die Kombination von verschiedenen Ansätzen ziemlich groß und komplex - ohne dass ich dabei, wie es bei Limbo an einigen wenigen Stellen geschah, zu sehr den Überblick verliere oder frustriert werde.

    Ich habe nicht den Eindruck, auch nur die Hälfte von dem verstandenen zu haben, was im Laufe des Spiels passiert (und ich bin mir auch nicht sicher, ob man es komplett verstehen kann), aber das Setting hat mich vom Start weg sehr beeindruckt. Zum Teil, vor allem zu Beginn, weckt Inside starke Assoziationen an ein Terrorregime, ich habe auch von definitiv nicht von der Hand zu weisenden Vergleichen mit dem Dritten Reich gehört. Im weiteren Verlauf, spätestens als man zum ersten Mal in die Bathysphäre steigt und abtaucht, habe ich mich mit der Deutung aber zunehmend schwer getan - bevor es dann am Ende komplett grotesk wird und ich mich ehrlich gesagt in erster Linie über dieses ... Ding und seine Physik amüsiert habe. :D


    Insgesamt eine wirklich tolle Spielerfahrung!


    Über GOG habe ich mir die Demo von Spiritfarer geschnappt, und bin ziemlich angetan von dem Spiel.

    Auf deine Empfehlung hin habe ich am Wochenende ebenfalls reingespielt, das Spiel ist wirklich herzallerliebst. Der Grafikstil sticht natürlich heraus, darüber hatte ich Spiritfarer auch in Erinnerung behalten und konnte mit dem Namen sofort etwas anfangen, als du darüber berichtetest. Aber auch die Soundkulisse hat mir sehr gut gefallen, von den wirklich knuffigen Geräuschen der Passagiere bis hin zur Musik. Die ernste Thematik steht in einem interessanten Kontrast zu dieser beschwingten Präsentation und ich kann mir vorstellen, dass das komplette Spiel wohl ein ziemlich emotionaler Ritt werden wird.

    Dass ich das Schiff selbst aufbauen kann, hat mich etwas überrascht. Da bin ich sehr gespannt, welche Rolle diese Mechanik im Spielverlauf einnehmen wird und ob das am Ende der Erfahrung zuträglich ist. Ich fand es zwar sehr unterhaltsam, das Haus für die Schlangendame an den höchstmöglichsten Punkt zu bauen, welches dann quasi als Krähennest über dem Deck trohnte (hehe). Es könnte am Ende aber auch relativ trivial werden, ähnlich wie das Gärtnern und Kochen.
    Insgesamt bin ich aber angefixt und sehe dem Release sehr freudig entgegen. Es gibt keinen konkreten Grund für Befürchtungen und die Präsentation ist so heilsam, dass ich Spiritfarer auf jeden Fall im Auge behalten werde.




    Ebenfalls gespielt habe ich zuletzt Far: Lone Sails. Neben der ästhetischen Erfahrung dieser einsamen Reise durch eine zerstöre Welt, die Robin damals so gepackt hat, hat mir auch das Gameplay Freude gemacht. Das Betreiben der Okomotive mit den verschiedenen Knöpfen und Hebeln geht in einem für mich motivierenden Ressourcenmanagement auf, wo ich immer auf der Suche nach Optimierungen bin. Diesbezüglich hätte das Spiel gerne noch etwas länger sein dürfen, da ich in dieser Mechanik noch einiges an Potential sehe. Daher habe ich nach den Credits auch sofort einen zweiten Durchgang gestartet (inzwischen habe ich das Spiel tatsächlich vier mal durchgespielt, da ich sofort auf das "Zahlenschloss" aufmerksam wurde und wusste, wo die Reise damit hingeht. Leider war es den Aufwand für mich nicht nicht wert, da tatsächlich nur ein Achievement aufpoppt und nichts weiteres passiert - da hatte ich mir etwas cooleres erhofft). Die Okomotive ist aber nicht nur aufgrund des Ressourcenmanagements toll, ich liebe auch das steampunkige an ihr, das Rattern und Klappern, während man durch diese stille und verlasse Welt schnauft. Der Moment zum Ende, wo sich kurz die Skala der Fortbewegung verändert, war daher auch mein absoluter Lieblingsmoment des Spiels

    Die kleineren Rätselpassagen, welche die Fahrt immer wieder unterbrechen, empfand ich stets als erfrischend. Sie sind nie unlösbar und halten einen für allzu lange Zeit von der Okomotive ab, manchmal muss man aber schon einen Moment nachdenken. Damit haben die Puzzles für mich so ziemlich den optimalen Bereich für diese Art der Spielerfahrung getroffen. Bei Limbo, einer ganz klaren Inspiration, hatten die Rätsel meinen Spielfluss ab und an tatsächlich gestört. Limbo ist auch ein gutes Stichwort, denn ich habe durch Far: Lone Sails sehr viel Lust auf das Spiel bekommen und will es nach inzwischen fünf Jahren nun demnächst erneut spielen. Inside habe ich mir auch bereits zugelegt, denn das ist damals komplett an mir vorbei gegangen. Auf die beiden Titel freue ich mich jetzt sehr!




    Außerdem habe ich noch mit Teil IV, Black Flag mein erstes Assassin's Creed ever gespielt und fand es ganz furchtbar. "Everything wrong with Triple A: The Game". Habe zwar trotzdem 40 Stunden drin versenkt, gegen psychologische Tricks wie die Abarbeitung der Icons auf der Minimap konnte ich mich nur schwer erweren. Aber Spaß gemacht hat das nie, null. Alles nur Kulisse. Mit der Steuerung bin ich auch nicht klargekommen. Edward bewegt sich so indirekt, dass ich nie richtig die Kontrolle über ihn hatte. Zusammen mit aufgezwungenem Stealth, fast nicht vorhandenen Schleichmechaniken, einem Missionsdesign aus der Hölle und dem miesesten Kampfsystem ever, war das eine unfassbar frustrierende Erfahrung. Da konnte auch die Befriedigung meiner Piratenfantasie nichts mehr retten.




    Mein Bedürfnis nach guten Videospielen war danach so groß, dass ich zum zweiten Mal Dark Souls angeworfen (und aus Versehen in kürzester Zeit durchgespielt habe). Was für ein Kontrastprogramm zu AC, was für eine Offenbarung, dass Videospiele auch abseits von zugemüllten Minimaps und Overlays intrinsisch Spaß machen können. Inzwischen bin ich im NG+ angelangt, und beiße mir die Zähne an Ornstein & Smough aus - obwohl ich die zuvor schon im dritten Versuch und ohne Hilfsmittel gelegt hatte und ich im NG+ an allen anderen Bossen quasi vorbeigerannt bin (die Progression, sowohl im Spiel selbst auch auch meine persönliche Lernkurve sind sooo befriedigend! Ich stelle mich hundertmal besser an, als bei meinem ersten Run vor ein paar Jahren. In der Zwischenzeit habe ich quasi nichts von der Steuerung verlernt, aber mein Wissen über das Spiel ist gewachsen. Ein fantastisches Kampfsystem). Super seltsam. =)

    Dark Souls ist wirklich ein ganz einzigartiges Videospiel.

    Fair enough - das ist dann das Problem, wenn man vier Jahre später in Detaildiskussionen einsteigen möchte. :D

    Wie gesagt, bei Finn Wolfhard (er ist der Darsteller von Mike) ist mir das so aufgefallen, allerdings in Staffel 1 noch nicht unbedingt negativ. Da hat man allen vier Jungs noch das Alter angemerkt, und irgendwie war das dann im Gesamtkontext sogar eher charmant. Aber mit fortschreitendem Alter und Fähigkeiten ist der Unterschied geblieben bzw. größer und daher für mich etwas störend geworden.

    Das sehe ich genauso, die Serie ist um die Charaktere gebaut und der Plot erfüllt einzig die Funktion, den Protagonisten aufregende Herausforderungen zu bieten, an denen die jeweiligen Eigenschaften der Figuren am besten zur Geltung kommen können. Daher ist die Handlung an vielen Stellen nicht sonderlich kohärent, sondern springt meist nur von Charaktermoment zu Charaktermoment. Den Plot in den Hintergrund zu rücken, ist meiner Einschätzung nach eine bewusste künstlerische Entscheidung. Und die ist zwar sehr betrüblich, denn wenn Stranger Things diese Charaktere auch noch mit einer guten Handlung unter einen Hut bringen würde - und das Potential hat das Setting -, wäre das ein absoluter Traum. Aber sobald ich mir dessen bewusst geworden bin, konnte ich mich auch sehr gut auf den gewählten Ansatz einlassen.


    Da diese Erkentnis bei mir schon im Verlauf von Staffel 1 einsetzte, ist es bei mir auch nicht so gewesen, dass die Serie im Verlauf immer weniger für mich funktioniert hätte. Der "Grad der Abnutzung" ist für mich sehr minimal. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die durch die Struktur der verschiedenen Staffeln mögliche Charakterentwicklung, die zumindest für mich bislang immer genug frischen Wind in die Beziehungen bringen konnte. Einige Charaktere treten zwar manchmal mehr, manchmal weniger auf der Stelle, aber mit Eleven passiert eine ganze Menge spannender Kram - und das ist für mich wie erwähnt das entscheidende Kriterium. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich a) die Folge 7 von Stranger Things 2 gar nicht so negativ wahrgenommen habe und b) auch am zugegebenermaßen ziemlich actionarmen und zunächst reichlich seltsam erscheinenden Beginn von Staffel 3 trotzdem viel Freude hatte. Der Coming of Age-Story in Stranger Things kann ich sehr viel abgewinnen, weil sie durch Elevens Außerirdischkeit so charmant umgesetzt ist ("I dump your ass").

    Und obschon mir Staffel 1 insgesamt wohl am besten gefallen hat, schwang hier noch ein wenig die Enttäuschung über das nicht genutzte Potential mit. Dadurch fällt ein bei manchen Charakterbeziehungen durchaus auftretender Gewöhnungseffekt (z.B. zwischen Joyce und Hopper) für mich im Vergleich nicht so ins Gewicht.


    Ich kann aber total nachvollziehen, woher dieser Eindruck im Staffelverlauf kommt, mein persönliches Erlebnis mit Stranger Things war nur im Detail unterschiedlich. Vier Jahre nach dem Hype ist der Blickwinkel einfach ein anderer. :D Ich erkenne mich z.B. in vielen Eindrücken hier im Thread wieder, die ich inzwischen nachgelesen habe - hätte ich die Staffeln jeweils aktuell gesehen, wäre mein Empfinden wohl genauso gewesen.



    Nebenbei bemerkt, finde ich es super spannend, wie gut die ästhetische Nostalgie auch für "unsere" Generation funktioniert, obwohl wir von den 80ern wohl ziemlich wenig am eigenen Leib mitbekommen haben. Wie ich das wohl wahrnehmen würde, wenn ich zu diesem Zeitpunkt im Alter von Dustin, Eleven und co. gewesen wäre? Ob mich die Nostalgie komplett überwältigen würde, oder ob mein Empfinden im Gegenteil dadurch getrübt wäre, dass mir bewusster wäre, wie verklärt die Darstellung dieser Epoche in Wirklichkeit ist?



    PS: Ich habe mir auch Robins Eindrücke aus dem Podcast angehört, und er spricht bei Staffel 1 davon, dass für ihn die schauspielerische Leistung eines der Kinder ggü. den anderen sehr abfällt. Er erwähnt aber nicht, welchen Darsteller er damit meint. Da möchte ich mein persönliches Empfinden mal mit euch abgleichen: Für mich ist das eindeutig Mike. Wie war da eure Wahrnehmung?

    In den letzten Wochen habe ich Stranger Things geschaut und gestern die dritte Staffel beendet. Es ist seltsam, obwohl meine imaginäre Liste an Kritikpunkten ziemlich lang ist, war ich trotzdem voll dabei und mag die Serie echt gerne. Ich glaube, das liegt zu etwa 5 Prozent an der Ästhetik der Show und zu 95 Prozent an Eleven.


    Die Anlage dieses Charakters ist prinzipiell schon sehr vielversprechend. Der Kontrast aus der Verletzlichkeit dieses jungen Mädchens mit der aus ihren besonderen Fähigkeiten erwachsenden Macht sorgt für ein ständiges Spannungsverhältnis. Ihre Naivität und totale Weltfremdheit und daraus erwachsende Neugier haben Eleven für mich so ursympathisch gemacht, dafür habe ich gar keine Worte. Aus ihren offensichtlichen Problemen, sich sprachlich auszudrücken und mitzuteilen, entwachsen einige der am besten geschriebenen Szenen. Sowohl im dramatischer Hinsicht als auch im Zwischenmenschlichen. Die Szene in Folge 2 von Stranger Things 3, in welcher Max und El auf Shoppingtour gehen, ist soo herzallerliebst. Auch wenn ihre besonderen Eigenschaften mitunter vielleicht ein Stück weit überstrapaziert werden, kann ich mich an wenige Charaktere erinnern, mit denen ich so intensiv mitgefiebert habe wie mit ihr. Und denen ich so sehr von Herzen wünsche, dass alles gut für sie ausgeht.

    Wirklich herausragend ist Eleven für mich dann durch Millie Bobby Browns Darstellung geworden. Es ist faszinierend, wieviel Emotionen eine Zwölfjährige in ein einziges "No!" - oder auch nur einen Blick - legen kann. Und in Stranger Things 2 und 3 wird sie nur noch besser.


    Stranger Things zeigt wieder einmal, dass die Charaktere meiner Meinung nach das wichtigste Puzzleteil im Gelingen einer Dramaserie sind. Kann man sich mit den Figuren so sehr identifizieren wie ich mit El, sieht man bereitwillig hinweg über haarsträubende Plotholes, absurd unrealistische Zufälle und Antagonisten, die die längste Zeit wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen. Oder darüber, dass sich die Serie zum Teil damit verhebt, in ihrem Verlauf immer größere Konflikte und Dramen aufmachen zu müssen. Stranger Things hat selbst einige Charaktere, die mir nicht so sehr zusagen - und macht in 3 Dinge mit Hopper, die ich nicht so ganz verzeihen kann. Aber Eleven könnte die Serie für mich eigentlich komplett alleine tragen.


    Und obwohl ich Stranger Things trotz meiner Kritik sehr gerne mag, bin ich gleichzeitig auch ein bisschen enttäuscht. Die ersten Folgen der allerersten Staffel fand ich nämlich nicht nur gut, sondern fantastisch. Aber leider steht das dort sehr präsente "Mystery"-Thema mit psychologischem Horror später längst nicht mehr so sehr im Fokus - spätestens 3 stellt den Körperhorror dann wirklich allumfassend in den Mittelpunkt, aber eigentlich geschieht das schon im Verlauf von 1. Das ist schade, denn während mich die mäßig gruseligen CGI-Darstellungen nie wirklich vom Hocker reißen konnten (Fleisch-Flayer, gähn), hatten die angesprochenen ersten Folgen einige spitzenmäßige Gänsehaut-Momente (Stichwort: R.U.N.).
    Diesbezüglich war ich ebenfalls etwas enttäuscht, dass einige der Fragen, die diesen Mystery-Horror für mich ausgemacht haben (z.B. die Rolle von Elektrizität oder warum der Demogorgon die Wände so seltsam zum Schmelzen bringt), nie so richtig thematisiert werden, weil der Fokus auf etwas anderem liegt. Zu Beginn hatte die Serie für mich also wirklich das Potential zu "großartig", das Versprechen konnte sie aber leider nicht halten. Diesen Eindruck hatte ich aber wie erwähnt schon im Verlauf der ersten Staffel, für mich war kein schleichender Qualitätsverlust erkennbar; auch in Staffel 1 gibt es schon ein paar loose ends und schlecht geschriebene Szenen. Alle drei Staffeln, Stranger Things 2 als relativ treue Fortsetzung und 3 mit der zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen, aber am Ende doch passenden Atmosphäre, haben jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen.


    Ich bin jedenfalls super gespannt darauf, wie die Reise der Charaktere weitergehen mag. Und bei Stranger Things 4 werde ich dann ausnahmsweise nicht mehr drei Schritte hinter dem Trend herhinken, das wird klasse. :D

    Ich spiele aktuell wieder NieR auf der PS3. Dieses Verlangen wurde in mir erneut geweckt, als ich mir zuletzt den fantastischen Soundtrack erneut anhörte.

    Es bereitet mir deutlich mehr Freude als bei meinem letzten Kontakt mit dem Spiel (wo ich bis zu Ending B spielte IIRC). Damals haben mir die Kämpfe kaum Spaß gemacht und das Backtracking hat (in Verbindung mit einigen anderen Designschwächen) auch nicht positiv zu meinem Eindruck beigetragen - der war am Ende eher mittelmäßig.

    Da ich jetzt aber noch ungefähr in Erinnerung habe, wo ich wann hinmuss, kann ich zumindest das Backtracking-Problem minimieren. Außerdem komme ich diesmal auch besser mit dem Kampfsystem klar. Nach den ersten weitgehend unbeschwerten Stunden, hat mich aber zuletzt der Temple of the Drifting Sands wieder etwas auf den Boden zurück geholt - das Gamedesign ist ingesamt leider höchstens mittelmäßig und hier besonders schlimm.

    Ich habe trotzdem vor, mir diesmal alle Enden selbst zu erspielen. Wenn sich jemand noch erinnert und mir kurz und spoilerfrei erklären könnte, wie man Ending C und D freischaltet, wäre ich euch sehr verbunden - eine Google-Recherche diesbezüglich endete leider nur mit ungewollten Spoilern für NieR: Automata. :(


    Für den kurzen Zeitvertreib kehre ich immer wieder zurück zu Mini Metro und ganz aktuell auch zu Into the Breach, zwei kleine aber feine Strategiespiele. Into the Breach hat wirklich einen tollen Style und ich bin motiviert, es mindestens einmal mit allen Squads durch einen Run zu schaffen (mit der Zenith Guard und den Steel Judoka z.B. bin ich bislang nie klargekommen, aber es ist toll, wie unterschiedlich die Squads sich spielen).


    Oinone:

    Ich finde deine vor einiger Zeit geposteten Eindrücke zu den beiden Amnesia-Spielen insofern sehr interessant, dass dir beide Spiele relativ ähnlich gut zu gefallen scheinen. Bei mir war der Eindruck da sehr unterschiedlich: The Dark Descent habe ich sehr gemocht, A Machine For Pigs fand ich leider richtig mies (und vor allem sturzlangweilig. Es passiert einfach nichts, das gesamte Spiel über). Man merkt IMO sehr, dass es letzteres nicht von Frictional Games selbst stammt.

    Die "Sanity"-Mechanik bei Dark Descent hat mir beispielsweise ziemlich gut gefallen, weil sie das Spielerlebnis so greifbar und menschlich gemacht hat. Wenn man sich zu lange im Dunkeln aufhält (und die geistige Gesundheit dadurch sinkt), bildet sich der Charakter ja Dinge ein, z.B. gruselige Geräusche und später sogar tatsächlich "reale" Gegner. So wie man selbst im dunklen Keller. Die einzige Möglichkeit, dem zu entkommen: Sich ins helle Licht begeben (AKA alle Lampen in der Wohnung anmachen, wenn man bei einem Horrospiel einen Meltdown hat :D ). Dieses Widerspiegeln der eigenen Emotionen im Spiel finde ich sehr hübsch, außerdem finde ich es immer interessant, wenn die Entwickler auf solcherlei Art mit den Spielern spielen.


    PS: Ich bin vorsichtig gespannt auf Rebirth und muss endlich mal die Penumbra-Spiele nachholen!

    Ich bin gestern ganz unbedarft über Verblendung gestolpert (Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo) und konnte danach erstmal nicht einschlafen. :D

    Eigentlich wollte ich den Fernseher ausschalten, bin aber aber beim Herumzappen hängen geblieben, da ich mich für Schweden interessiere. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete; entsprechend geschockt war ich, als er sich erst allmählich und dann ganz plötzlich zu einem so expliziten Thriller entwickelte. Vor allem der Schnitt und die Art, wie sich der Film inszeniert, haben mir gut gefallen. Die sexuelle Gewalt und die damit verbundene Gesellschaftskritik hat mich verstört und nachdenklich gemacht.


    Vor einigen Wochen sah ich überdies Parasite im Kino und kann mich den allgemeinen Lobeshymnen nur anschließen; ich fand den Film in jeder Hinsicht fantastisch. Gleichzeitig lustig, ernst, leichtherzig, tiefsinnig und brutal (v.a. auch in der Darstellung sozialer Ungerechtigkeit und Spannungen). Ich habe selten einen so vielschichtigen Film gesehen, der sich aus verschiedenen Perspektiven endlos interpretieren lässt. Vor allem in dem Aspekt, wie geschickt Parasite beinahe unterträgliche Spannung aufbauen, zerstören, auflösen und eskalieren lassen kann, hat er mich an Tarantinos beste Werke erinnert. Damit verwebt er eine ganz grundlegende, versteckte und gleichzeitig offensichtliche Gesellschaftskritik. Man könnte sogar sagen, dass diese im Herzen des Films liegen. Ich muss unbedingt mehr Filme von Bong Joon-hoo sehen!

    Bei mir läuft schon das ganze Wochenende das neue Album von Green Day auf Repeat.


    Ich liebe es total. Ich verstehe zwar auch, warum es so polarisiert, aber der neue Sound trifft einfach voll meinen Geschmack. Jeder Song ist kurz und knackig und gibt voll auf die Zwölf; nicht eine einzige Sekunde ist überflüssig. Und die ganze "Fuck You" - Mentalität (das GD-typischste am ganzen Album) mag ich natürlich auch. :D

    Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass die Jungs mich noch einmal so überraschen können! Bin schon seit American Idiot ein riesiger Fan und mag so ziemlich alles, was sie machen - aber das Album ist für mich mindestens unter den Top 4.


    Ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Track am meisten feier, einer ist besser als der andere. Vielleicht den hier?


    Oder doch "Stab You In The Heart"?

    Ich habe vor einiger Zeit Gravity Falls gesehen. Die Serie vermischt dabei Elemente aus Mystery und Comedy und hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen, vor allem die zweite Staffel. Die Serie ist, erkennbar am Alter der Protagonisten (Dipper und Mable sind zwölfjährige Zwillinge), eine Jugendserie, in einigen Momenten dafür allerdings ziemlich ernst.


    Dipper und Mable verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Großonkel (Grunkle Stan) in einem verschlafenen Nest mitten im Nirgendwo: In Gravity Falls. Was zunächst langweilig klingt, wird jedoch sehr bald sehr aufregend, denn in Gravity Falls passieren allerlei anormale Dinge. Es gibt Gnome, Zombies, Portale in andere Dimensionen und verrückte Erfindungen. Die beiden finden ein "Journal", ein Tagebuch eines unbekannten Autors, der darin all diese Anomalien festgehalten hat.


    In diesem Örtchen erleben die Zwillinge allerlei abgedrehte Abenteuer. Vor allem wird Dipper davon angetrieben, die Identität des Autors zu erfahren. Diese Geschichte (sowie die eines mysteriösen zweidimensionalen Wesens) rahmt die Handlung der Serie und wird vor allem in der zweiten Staffel zu einem übergreifenden Plot aufgebaut, in den ich ziemlich investiert war. Während die erste Staffel noch von abgedrehter, aber doch leichtherziger Comedy vor dem Hintergrund der mysteriösen Ereignisse dominiert wird (im Stile von Rick and Morty, nur nicht ganz so verstörend - eben für Jugendliche), nimmt die Suche nach dem Autor in Staffel zwei so richtig Fahrt auf. Hier wird es an einigen Stellen wie erwähnt ziemlich dark. Das hat mir sehr gut gefallen. Hätte ich diese Serie als abenteuerlustiger Jugendlicher gesehen, wäre es wohl eine meiner Lieblingsserien geworden. Der kreative Kopf hinter Gravity Falls, Alex Hirsch, wollte damit auch tatsächlich seine Begeisterung über die Abenteuerurlaube seiner Kindheit und Jugend vermitteln.


    Abseits vom spannenden Mysteryplot war ich dagegen nicht von allen der meist in sich abgeschlossenen Folgen der ersten Staffel begeistert. Diese sind doch relativ erkennbar auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet und daher zu häufig zu vorhersehbar. Die humoristisch überzeichneten Haupt- und vor allem Nebencharaktere haben mich aber in ihrer Schrulligkeit stets unterhalten.


    Und: Die Serie hat einfach den allerbesten Themesong, der mir auch heute noch nicht aus dem Kopf gehen will:

    Stand 17.05.2020.


    # Titel Plattform Gekauft Beendet Wertung Punkte
    1 Nier 2010 (alle Enden, fast 100%) PS3 (Boxed) 10.03.2017 24.03.2020 (40h) 70 +1
    2 Immortal Redneck PC (Steam) 14.04.2020 -1
    3 The Hex PC (Steam) 14.04.2020 -1
    4 Total War: SHOGUN 2 (kostenlos) PC (Steam) 28.04.2020 -1
    5 XCOM: Chimera Squad PC (Steam) 30.04.2020 -1
    6 Assassin's Creed IV Black Flag PC (Steam) 15.10.2015 17.05.2020 (40h) 45 +1
    Spiele 2020 gekauft: 4
    Spiele 2020 durchgespielt: 2
    Summe = -2


    NieR ist einer dieser strittigen Fälle, dafür habe ich mir vor ein paar Jahren schonmal einen Punkt gegeben. Allerdings habe ich damals nur einen Teil der Enden gesehen und unter 20 Stunden dafür gebraucht. Ich wollte mir schon länger mal alle Enden erspielen, und in diesem Frühjahr hat es sich angeboten, es war so ein bisschen mein Isolationsspiel. Wenn es erlaubt ist, DLCs anzurechnen, dann würde ich mir das einfach mal frech gestatten. ^^ Zumal ich mir viele Spiele bisher nicht gutgeschrieben habe, z.B. sehr kurze oder auch die meisten Strategiespiele. So - genug der Rechtfertigung.


    Hier meine bisherigen Ergebnisse:

    Backlog Blitz 2017: +/- 0 (12 gekauft, 12 durchgespielt)

    Backlog Blitz 2018: -10 (15 gekauft, 5 durchgespielt)

    Backlog Blitz 2019: +1 (3 gekauft, 4 durchgespielt) Mühsam ernährt sich das Einhörnchen :D

    Kinoupdate!



    Once Upon A Time … In Hollywood


    Letzte Woche habe ich es endlich (und gerade noch rechtzeitig!) geschafft, mir den neuen Streifen von Tarantino im Kino anzusehen. Ich bin ein riesiger Fan von ihm, es gibt kaum Filme die mitreißender sind als seine. Ich liebe seine Stilmittel, die Western-Inszenierung, die vor Spannung fast platzenden Momente der Dialoge und der Stille, gleich gefolgt von der Explosion an lächerlich übertriebenen Gewaltdarstellungen.


    Ob mir Once Upon A Time … In Hollywood gefällt, wusste ich direkt nach dem Kinobesuch allerdings noch nicht. Denn obwohl der Film in jeder anderen Hinsicht ein sehr klassischer Tarantino ist, war ich mir zunächst unsicher, ob er dieses Mal nicht den Schritt Schritt zu weit gegangen ist. Denn mitgerissen hat mich der Film nicht. Dabei hatte er all die Elemente, die mir auch sonst so gut gefallen. Die großartigen Kameraeinstellungen. Die Charaktermomente. Die Meta-Ebene, dass es ein Kinofilm über Schauspieler und das Drehen von Filmen ist und der daraus entspringende Humor (insgeheim glaube ich, dass Tarantino hier einfach einen Film explizit FÜR alle aus Hollywood gemacht hat, den er uns anderen quasi als normalen Streifen untergejubelt hat. Als Schauspieler muss es so cool sein, diesen Film zu schauen). DiCaprio. Den Western-Style. Die eigentlich total ungewöhnlichen oder zumindest seltsam eingesetzten Elemente (wie z.B. der Erzähler), die aber trotzdem alle passend ineinandergreifen. Den Soundtrack. Dass es Tarantino erneut gelingt, den Geist einer Epoche (oder zumindest des popkulturellen Bildes davon) so perfekt überzeichnet einzufangen, dass man sich nur noch in diese Zeit zurückwünscht.

    Das alles hat der Film auf die Spitze getrieben – zu Kosten der Handlung. Der Film hat mich sehr gut unterhalten, aber mitgerissen hat er mich nicht. Ich habe mich also gefragt, ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, an dem es zu viel von all dem war. Zu viele Anspielungen auf all seine geliebten Spaghetti-Western. Zu viele Metaebenen. Zu viel Fußfetischismus, zu viele Zitate, zu viel von all dem.

    Aber dann kam das Finale und holy shit, das war das gleichzeitig absurdeste und großartigste was ich seit langem gesehen habe. Es hat mich fast zerrissen im Kinosessel. Und als dann der Höhepunkt des Höhepunkts mit Rick Dalton kam, war es komplett um mich geschehen. Das ist sofort zu einem meiner Lieblingsfilmmomente geworden.


    Der gesamte Film bis zu diesem Zeitpunkt war schlicht und ergreifend ein einziger, großer, sehr unterhaltsamer Moment der Stille, der dieses Finale furioso (und der Begriff wurde für diesen Film erfunden!) am Ende erst ermöglicht hat. Letztendlich ist es insofern eben nicht ein Schritt zu viel, sondern die Perfektion von Tarantinos Stil. Das ultimative Proof of Concept quasi. Es wird zwar wohl nicht der Tarantino, der mir von allen am besten gefällt, aber nach einiger Zeit der Verarbeitung bin ich inzwischen also eher geneigt, mich der Fraktion „Meisterwerk“ anzuschließen. Tarantinos „normale“ Filme sind schon sehr anders, aber Once Upon a Time ist noch mal ein Stückchen weiter weg von den Konventionen und funktioniert trotzdem immer noch so gut. Das ist wirklich beeindruckend.




    Kill Bill


    In einem glücklichen Zufall konnte ich wenige Tage vor meinem Kinobesuch endlich die Blu-Rays von Kill Bill im meinem Saturn auftreiben und habe mir die Volumes an den beiden Abenden zuvor noch einmal zu Gemüte geführt. Zwei weitere grandiose Tarantinos. Der zweite gefällt mir etwas besser als der erste, was vor allem an Bill liegt. Einer der besten Antagonisten aller Zeiten (tut mir leid, ich kann bei QT nur mit Superlativen um mich schmeißen). Hier bevorzuge ich übrigens sogar mal die deutsche Vertonung, da ich Bills Synchronsprecher fantastisch finde.



    Jackie Brown


    Einen Film von Tarantino, den ich bis dato noch nicht kannte, ist übrigens Jackie Brown, den ich vor einigen Wochen zum ersten Mal gesehen habe. Auch dieser hat mir gut gefallen, ist aus meiner Sicht allerdings „nur“ ein guter Film. Er ähnelt Pulp Fiction IMO etwas zu sehr, und letzterer hat die Latte einfach zu hoch gelegt – diese Genialität erreicht Jackie Brown nie.



    Ad Astra


    Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen weiteren Film im Kino gesehen, dabei handelt es sich um Ad Astra mit Brad Pitt. Als begeisterter Raumfahrtlaie hat er mir leider gar nicht gut gefallen. Vielleicht bin ich da mit einer anderen Erwartungshaltung rangegangen, als z.B. David und Robin es taten, denen der Film nach ihren Aussagen im Podcast ja zugesagt hatte.

    Ich habe viele verschiedene Probleme mit Ad Astra:

    -         Der Film ignoriert durchgängig allgemein bekannte Regeln der Physik (Bewegungsenergie scheint z.B. schlicht nicht zu existieren, Dinge kreisen nicht um Planeten, sondern schweben auf der Stelle);

    -         Auch die philosophischen Fragen der Raumfahrt werden kaum angemessen thematisiert und bleibt immer oberflächlich, trivial und eine Motivationskrücke (etwa die Suche nach außerirdischem Leben);

    -         Die persönliche Reise des Hauptcharakters ist an einigen Stellen schön inszeniert (der Tauchgang durch die schwarze Leere), funktionierte für mich aber insgesamt nur begrenzt, denn ich konnte seine Motivation nicht immer ganz nachvollziehen (und abgesehen davon ist das Ende dieser Reise furchtbar unpassend zu dem, was vorher geschehen ist);

    -         Einige Charaktere laufen ins Leere (die Chefin der Marsbasis, der Freund vom Vater), zu viele Szenen entziehen sich dem roten Faden und tragen absolut nichts zur Handlung oder zur Charakterentwicklung bei (die Piraten, das havarierte Forschungsschiff), wirken also überflüssig;

    -         Dem Film wurde eine unpassende Religiösität übergestülpt.

    Interstellar z.B. hat mir da in allen Belangen um mehrere Kategorien besser gefallen. Der einzige Lichtblick ist eigentlich die Leistung von Brad Pitt, denn die ist wirklich gut. Ich habe den Kinobesuch trotzdem nicht bereut. Einerseits weil ein paar wirklich tolle Panoramen dabei waren, andererseits weil mich der Film in seiner Absurdität dann doch irgendwie unterhalten hat. Bei der Szene mit dem Schild musste ich beinahe laut loslachen. Gelangweilt habe ich mich also nicht, enttäuscht hat er mich trotzdem.



    Soweit meine letzten Erfahrungen. Jetzt habe ich passend zur Jahreszeit erstmal wieder Lust auf ein paar schöne Horrorfilme! :evil:

    Mit "am Wochenende" meinte ich natürlich "im Oktober".

    :D


    Jedenfalls habe ich im Wiki nun die Listen für 2018 erstellt:


    https://wiki.hookedmagazin.de/wiki/Spiele_des_Jahres_2018

    und

    https://wiki.hookedmagazin.de/…re_Spiele_des_Jahres_2018 (die weiteren Platzierungen sowie Punkte fehlen noch. Hat hier jemand zufällig die Votes privat ausgewertet oder sollte ich da einfach Tom anschreiben? ^^ )


    Offen ist darüber hinaus noch folgendes:

    1. Mir ist nicht ganz klar, wie ich den Artikel über die Spiele von Tom und Robin so kategorisiere, dass "Hooked" davor angezeigt wird (so wie bei den Listen, die bereits vorhanden waren, z.B. https://wiki.hookedmagazin.de/…ed/Spiele_des_Jahres_2017)

    2. Ich kann die Hauptseite (https://wiki.hookedmagazin.de/wiki/HookedWiki) nicht bearbeiten und die beiden Artikel nicht in die Übersicht über alle Listen einfügen.



    PS zur Info: Um die Artikel schreiben zu können, habe ich einen Account im Wiki angelegt. An meine zuerst hinterlegte Mailadresse wurde keine Authentifizierungsmail geschickt. Als ich nun testweise eine andere Mailadresse angab, erhielt ich in dieser Sekunde zwar immer noch keine Authentifizierungsmail - dafür aber eine Spamnachricht an diese Adresse . Das finde ich ein wenig beunruhigend - und da ich auf dieser Adresse sonst keinen Spam habe, halte ich einen Zufall für unwahrscheinlich. Ich habe meine angegebene Adresse dann erstmal fix aus dem Wiki gelöscht.

    Ich habe gestern Abend Interstellar gesehen, und bin immer noch baff von diesem faszinierenden und erdrückenden Film. Ich bin begeisterter Astronomie-Laie und dahingehend drückt er wirklich alle meine Trigger. Manche Aspekte in dem Film sind natürlich totale Science Fiction, andere wiederum sind zumindest grundsätzlich realistische Überlegungen, die man bereits heute tätigt. Ich weiß noch nicht so ganz, wie ich das Ende finde (alles verstanden habe ich noch nicht), aber das ist für mich eigentlich auch unerheblich, weil der Film bis dahin schon begeistert hat.


    - Die Inszenierung, vor allem in Verbindung mit der dramatischen Musik in bestimmten Momenten, hat mich in einigen Szenen fingernägelkauend aufrecht vorm Fernseher sitzen lassen. Das war super intensiv. Allgemein finde ich den Film einfach total gut gedreht (die Schwerelosigkeit sei als Beispiel genannt).

    - Durch die Darstellung der Fremdartigkeit des fernen Universums wurde schön verdeutlicht, wie klein und unbedeutend wir Menschen nunmal sind - trotz all des Fortschritts, den wir gemacht haben (und im Film ist die Menschheit technologisch ja sogar schon deutlich weiter als wir es heute sind).

    - Weiterhin finde ich, dass der Film die menschlichen Aspekte und Konflikte sehr schön in den Mittelpunkt stellt - gerade für mich, der sich gerne mit all den abgefahrenen Theorien beschäftigt, die es heute bereits gibt (Stichworte Generationenraumschiff, Dyson Sphäre usw). Dabei verliert man gerne mal aus den Augen, in welchen unvorstellbaren Maßstäben diese Theorien existieren, und vergisst die einzelnen, persönlichen Schicksale, die dort zwar keine Rolle spielen, aber natürlich trotzdem geschehen.


    Interstellar fängt (zumindest zum Teil) so wunderbar den Konflikt ein, den ich auch selbst in mir trage: Einerseits ist es absolut faszinierend, Gedankenexperimente anzustellen über die Besiedelung des Sonnensystems (oder auch 'nur' des Mondes). Andererseits sind das - im wahrsten Sinne des Wortes - auch irgendwo Luftschlösser. Man darf trotz allem nicht die Realität aus den Augen verlieren. Wir haben, zumindest noch, nur diesen einen Planeten. Bis wir soweit sind, dass wir andere Planeten (abseits von Forschungsmissionen) auch wirklich besiedeln können, vergehen vermutlich noch Jahrhunderte. Umso wichtiger ist es, dass wir auf diese kleine blaue Kugel aufpassen.


    Ich muss mir den Film definitiv noch ein zweites mal anschauen, um mir ein endgültiges Urteil fällen zu können, aber Interstellar hat auf jeden Fall das Potential, einer meiner Lieblingsfilme zu werden!

    Ich habe gerade ganz frisch den Film "Blame!" auf Netflix geschaut.

    Kurz zur Einordnung: Ich bin nur wenig mit Anime und Manga vertraut und kannte den Namen nur durch Tom.


    Getragen hat den Film für mich vor allem die Action. Die Kampfszenen sehen wirklich toll aus und vermitteln eine packende Dynamik und Dramatik, ohne dabei aber übertrieben zu wirken. Die Kameraeinstellungen sind klasse, wenn z.B. die 'Vertilger' (was für ein Name) genau auf den Zuschauer zukrabbeln. Einen großen Anteil daran hat auch das Sounddesign, hier etwa das trappeln dieser (generell ziemlich cool designten) Wesen. Und die Schusswaffen! Krawumms! Toll.


    Bei Kily mochte ich die Western-Inszenierung als Revolverheld total. Die allgemein wunderschöne Musik ist bei ihm auch besonders zur Geltung gekommen. Hat mich manchmal an den NieR-Soundtrack erinnert. Und seine Aussage, er würde von 6.000 Ebenen weiter unten kommen, war für mich ein schöner Aha-Moment, in dem ich verstanden habe, wie die Welt funktioniert.


    Beim Plot bin ich erstaunlich gut mitgekommen, mit Ausnahme einer Szene in der Mitte des Films - da hab ich die Handlungslücke nicht verstanden. Von den großen Zusammenhängen habe ich natürlich nicht alles verstanden (und z.B. bei der Regierungsbehörde bin ich mir nicht sicher, ob es sich da nicht um eine unpassende Übersetzung handelt), aber der Film hat da einen guten Spagat geschafft. Ich bin auf jeden Fall angefixt, mehr über diese Welt zu erfahren.



    Negativ ins Auge gefallen ist mir die Trägheit der Animationen. Die sehen zwar grundsätzlich ziemlich schick aus, aber irgendwie wirkt alles außerhalb der Actionszenen auf mich, als würde es mit reduzierter Geschwindigkeit ablaufen. Inhaltlich weniger gefallen hat mir die stellenweise sehr plump umgesetzte Exposition - vor allem nach der tollen Einstiegssequenz, die eigentlich ein schönes Mysterium aufgebaut hat.



    Insgesamt bin ich jedoch ziemlich angetan. Vor allem inszenatorisch hat mich Blame! überzeugt, unter anderem durch tolle Lichtstimmungen.

    Vielleicht probiere ich ja in Zukunft mal den Manga, wer weiß!


    PS: Witziger Fail meinerseits: Ich war in den ersten Momenten sehr verwirrt, weil ich Blame! als das Miyazaki inspiriende Werk mit Berserk verwechselt habe - das hat doch so gar nichts mit Dark Souls zu tun! :D

    Zu Beginn gibt es mWn acht Bauplätze. Allerdings gibt es insgesamt vier Erweiterungen der Ranch, die jeweils vier bis fünf Plätze hinzufügen. Man hat also mehr als ausreichend Raum für verschiedene Arten plus ihre jeweilige Nahrung. Dass diese Bauplätze vorgegeben sind, gefällt mir aber übrigens nicht - die Ranch wirkt dadurch gewissermaßen unpersönlich. Genauso wie man zu den Slimes auch keine wirkliche Beziehung aufbaut. Außer ihrer definierenden Charaktereigenschaft haben sie nämlich keine weiteren und auch innerhalb einer Art gibt es keine Unterschiede. Das war bei Stardew Valley jeweils anders und sieht auch bei Viva Pinata deutlich persönlicher aus.

    Viva Pinata hat mir bis dato tatsächlich gar nichts gesagt, deswegen habe ich jetzt mal fix bei YouTube in ein paar Szenen reingeschaut. Das Spiel sieht sehr abgefahren aus. ^^


    Dementsprechend schwer fällt es mir aber natürlich, die beiden Spiele zu vergleichen.

    Slime Rancher kann in dem Sinne etwas chaotisch werden, dass die Horde Slimes natürlich wild und 'plotschend' (mir fällt kein passender Ausdruck für das Geräusch ein) herumhüpft. :D Audiovisuell passiert einfach viel, z.B. wenn du die Plorts einsaugst bzw. in den Verkaufsapperat schießst. Da man die Slimes ja auch "entwickeln" kann, bietet sich da auch ein gewisser Spielraum für Experimente. Ich habe zum Beispiel die Tabbys (=Katzen) mit den explodierenden Boom-Smileys gekreuzt. Es miaut und knallt also ständig, während gleichzeitig auch noch die Nahrung der Slimes - in diesem Falle Hühnchen - panisch quiekt. Schlauerweise habe ich die Boomtabbys auch noch genau mittig in meiner Ranch platziert. sodass mich diese Geräuschkulisse fast überall hin verfolgt. Vielleicht sollte ich die Kollegen mal umsiedeln...


    Spielerisch ist es in dem Sinne chaotisch, dass du - zumindest anfangs - jederzeit fünf Dinge gleichzeitig tun willst und ständig auf der Ranch hin und her rennst. Genau das macht den Sog bei dieser Art von Spiel aus, der dich nicht aufhören lässt. Meine Kritik war aber ja genau der Punkt, dass es mit fortgeschrittener Spielzeit eher zu schnell zu unchaotisch wird. ^^ Allerdings gehe ich solche Spiele auch ziemlich methodisch an. Das Potential für Chaos ist definitiv da, aber in meinen inzwischen bestimmt mehr als 20 Stunden ist mir bislang noch kein dramatischer Ausbruch passiert, nur ein paar kleinere.


    Apropros 20 Spielstunden: Ich muss meine Aussagen von letzter Woche nochmal teilweise revidieren. Ich habe es ja auch da schon trotz aller Kritik empfohlen, und das Spiel gefällt mir inzwischen sogar wieder noch ein gutes Stück besser. Die Slime-Forschung bringt tatsächlich nochmal genügend Abwechslung rein, sodass ich den Durchhänger überwinden konnte. Ganz konkret hatte ich zum Beispiel die pinken Slimes schon wieder von meiner Ranch verbannt, weil ihre Plorts beim Verkauf relativ wenig Geld einbringen. Allerdings braucht man relativ viele dieser pinken Plorts zum Craften der Gegenstände. Allgemein braucht man auch fast alle anderen Sorten von Plorts, was neben dem Verkauf eine zweite Verwertungsmöglichkeit eingeführt hat. So kommt wieder ein bisschen Dynamik rein (abgesehen davon, dass eine ganz neue Art von Ressource eingeführt wird).


    Außerdem kann ich nun endlich die Treasure Pods öffnen (in der ganzen Welt versteckte Kugeln, in denen sich Ressourcen und neue Blueprints finden lassen). Das ist erst möglich, nachdem man eine gewisse Anzahl von Gegenständen gecrafted hat. Und das hat vorher einfach die komplette Exploration zerstört: Ich schaue mich aufmerksam in der Welt um, entdecke einen versteckten Pfad - und meine Belohnung ist ein Treasure Pod, der sich nicht öffnen lässt. Total frustrierend. Ich würde daher grundsätzlich dazu raten, so früh wie möglich das Forschungsareal freizuschalten und dann 50 Gegenstände zu craften. Dann erst kann man die dritte Stufe des Treasure Crackers kaufen, mit welcher man auch die letzte Stufe der Pods öffnen kann (die vorherigen nach 5 oder 15 Gegenständen IIRC).


    Im Endeffekt würde ich dann also doch eine gute Empfehlung für Slime Rancher aussprechen. Es steckt doch nicht ganz so wenig drin, wie ich nach zehn Stunden vermutete - wenn auch vermutlich nicht so viel, wie ich nach drei Stunden noch gehofft hatte. Ich habe aber immer noch nicht das letzte Gebiet gesehen, zehn weitere Stunden sind vermutlich also auf jeden Fall noch drin. Ich lass mich mal weiterhin überraschen!


    PS: Wenn ich mich recht entsinne bin ich übrigens ebenfalls durch das Video von Nils auf Slime Rancher aufmerksam geworden. :D

    Ich habe heute den ganzen Tag mit Slime Rancher verbracht, bestimmt an die zehn Stunden.

    Bei dem Spiel handelt es sich um eine Art Farming-Simulator, aus persönlicher Erfahrung habe ich es zunächst etwa mit Stardew Valley vergleichen - allerdings ist das nur auf der Oberfläche zulässig. Warum, dazu später mehr.



    Der Star des Spiels sind: Schleime. Aber keine ekligen, sondern kleine, rundliche, (meist) niedliche Blobs. Die quieken stets ganz vergnügt und lächeln und hopsen fröhlich herum, wenn man ihnen Futter gibt. Hach... :love:

    Das zentrale Spielelement ist es, diese Slimes zu umsorgen, denn die Futtergabe hat neben einem vergnügten, glücklichen Gesicht hat die Darreichung von Slime-Delikatessen noch einen anderen Wert - beziehungsweise das Endprodukt eben jenes Prozesses. Die Schleime produzieren beim Verdauen sogenannte "Plorts", die sich anschließend gewinnbringend verkaufen lassen. Mit dem erzielten Erlös wiederum kann man dann die eigene Farm ausbauen, um mehr Plorts zu produzieren. Step 3: Profit!

    Es gibt ganz viele verschiedene Gattungen von Slimes, alle mit unterschiedlichen Essgewohnheiten sowie Eigenschaften (manche fressen alles, manche nur Gemüse, andere mögen kein Tageslicht, wieder andere explodieren zufällig und manche sind sogar radioaktiv. Allerdings produzieren sie auch alle unterschiedliche Plorts. Grundsätzlich gilt: Je aufwändiger die Pflege der Slimes, desto wertvoller ihr Produkt. Allerdings steigt eben auch das Risiko, falls mal etwas schief geht. Wenn die kleinen Slimes nämlich großen Hunger haben, sind sie auf einmal gar nicht mehr niedlich. Sie versuchen dann, aus ihren Gehegen auszubrechen. Und während die pinken Slimes vom Beginn des Spiels selbst dann nichts schlimmeres anstellen können als die eigenen Plantagen leerzufuttern, ist die Gefahrenlage bei den angesprochenen radioaktiven Slimes natürlich etwas größer. Der Ausbau der Farm (oder eher Ranch) will also wohl geplant sein.

    Neben diesem Farming-Aspekt spielt die Erkundung der fremdartigen Umwelt eine zentrale Rolle. Hier lassen sich zum Beispiel wilde Slimes einfangen und sammeln, die dann später in ein Gehege auf der Ranch gesetzt werden und wie oben beschrieben bewirtschaftet werden können. Das Erkunden ist wichtig, da nur durch diese Methode neue Arten von Slimes entdeckt werden können. Außerdem findet man neue Ressourcen sowie auch das ein oder andere Geheimnis. Während diese Erkundung zunächst noch relativ eingeschränkt ist, man auf seiner Farm also auch nur rund vier (relativ anspruchslose) Arten von Slimes umsorgt, kann sich die Welt nach ein paar Spielstunden extrem öffnen und den Weg zu vielen weiteren Gattungen freigeben. Die meiste Zeit verbringt man also eigentlich mit der Erkundung, zumal die eigenen Farm im Laufe der Zeit auch bis zu einem gewissen Grad automatisiert laufen kann.



    Mein Fazit bislang: Während ich in der ersten Hälfte meiner heutigen Session noch ziemlich begeistert war, hat sich dieser Eindruck momentan ein wenig umgekehrt.

    Das Problem ist: An der Oberfläche ist das Spiel wirklich fantastisch. Es macht Spaß, diese knufiggen, hopsenden Biester zu umsorgen, die fremdartige Welt ist spannend und weckt den Abenteurergeist, der grafische Stil ist toll, die Progress-Spirale rasant. Zu rasant. Denn hinter dieser wirklich toll polierten Oberfläche steckt dann insgesamt wohl doch leider etwas zu wenig Inhalt, der zudem nicht optimal gepaced ist.


    Hat die Farm einen gewissen Ausbaugrad erreicht, ist die Pflege der Slimes dank Automatisierung verhältnismäßig trivial geworden. Der Gameplayloop funktioniert irgendwann nur noch als reiner (wenn auch sehr guter) Belohnungsmechanismus. Allerdings habe ich jetzt schon zu viel Geld für all die Upgrades zur Verfügung. Und aus Effizienzperspektive ist es mittlerweile sinnlos, die Slimes händisch zu füttern, was soviel Spaß gemacht hat. Die Aufgabe übernimmt nun eine Futtermaschine, man selber bekommt es gar nicht mehr mit. Auch die "Domestizierung" neuer Arten ist dank des Geldsegens verhältnismäßig unspannend, wenn sofort problemlos das bestgesichertste Gehege gebaut werden kann. Leider gibt es auch keine relevanten Individualisierungsmöglichkeiten, die Grundrisse sind vorgegeben.


    Somit bleibt nach einer Weile mehr und mehr Zeit für das andere zentrale Element: Die Erkundung. Wenn die nun wenigstens erfüllend wäre, dann wäre die Kritik obsolet. Doch - man ahnt es - tragischerweise ist auch hier hinter der wunderbaren Hülle zu wenig Kern. Die Welt bleibt fremdartig, Gebietskulissen wiederholen sich aber zu schnell. Außerdem ist der Aufbau (der mich zu Beginn in seiner Vertikalität eigentlich am meisten fasziniert hat - die Spielfigur verfügt über ein Jetpack) der einzelnen Gebiete dann doch zu durchschaubar. Als das Spiel zu Beginn noch in dem angesprochenen kompakten Bereich stattfand, war ich noch in freudiger Erwartung dessen, was in den noch kommenden Regionen auf mich warten möge. Leider stellte sich raus: Nichts mit ausreichend großem Eigencharakter. Beim ersten oder zweiten Durchlauf ist es immer noch interessant, durch neue Höhlen zu streifen oder über neue Gipfel zu fliegen, aber das nutzt sich - nachdem man die neuen Slime-Arten und Ressourcen eingesammelt hat - leider zu schnell ab.


    Es gibt darüber hinaus noch ein paar andere, kleinere Spielelemente (z.B. kleinere Sammel-Quests), die sind IMO aber vernachlässigbar. Sie können ganz nett sein, aber solange der zentrale Gameplay-Loop nicht so recht funktioniert, reißen sie das Spiel auch nicht mehr hinaus. Das Spiel bietet einem auch noch die Möglichkeit zu forschen, womit ich mich bislang aber nicht beschäfigt habe. Vielleicht kann dieses Element noch einen neuen Spin geben.


    Insgesamt möchte ich das Spiel trotz der vielen negativen Worte aber tatsächlich schon irgendwie empfehlen, dazu war der Beginn einfach zu spaßig und die zugrundeliegende Idee mit den Slimes einfach zu gut. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt - je nach Spieltempo bietet Slime Rancher bestimmt zwischen acht und 15 Stunden gute Unterhaltung - und der Preis mal unter die persönliche "Fuck it"-Grenze gefallen ist, kann man da getrost mal reinschauen. Nur sollte man eben kein Spiel mit der Tiefe eines Stardew Valleys erwarten, die erreicht es bei Weitem nicht.

    In letzter Zeit schaue ich ziemlich viele Filme, daher hier mal ein kleiner Abriss.


    Begonnen hat diese Phase mit dem Ziel, alle mir noch fehlenden Tarantino-Filme nachzuholen. Obwohl ich großer Fan bin, sind mir da bislang noch so einige Schwergewichte entgangen. Inglorious Basterds hatte ich bis dahin beispielsweise tatsächlich noch nicht gesehen. Auch dieser Streifen hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Dialoge allein sind schon so unglaublich intensiv, dass die heftigen und blutigen Gewaltexplosionen trotz (oder gerade wegen) ihrer Kürze dann umso wirkungsvoller sind. Die Figur des Hans Landa ist natürlich großartig charakterisiert und gespielt. Auch die Darstellung der in ihrer Lächerlichkeit irgendwo auch bedrohlichen Nazi-Anführer ist mir positiv aufgefallen. Wie der Film mit dem Spannungsverhältnis zwischen historischer Authentizität und Alternate History umgeht, empfand ich als ebenso überraschend wie faszinierend.

    From Dusk Till Dawn habe ich ebenfalls gesehen, allerdings eher einen gemischten Eindruck gehabt. Hier war Tarantino Schauspieler und Autor, aber nicht Regisseur. Die Gangsterstory in der ersten Hälfte hat mich nicht wirklich mitgenommen, der Sprung zum trashigen Splattermovie kam dann allerdings ebenfalls sehr überraschend und ab dort war der Film auch besser - teilweise sogar absurd witzig, auch weil die Spezialeffekte so schlecht gealtert sind. Harvey Keitels Charakter hat mir ansonsten noch sehr gut gefallen, insgesamt aber wie gesagt ein eher durchschnittliches Fazit.


    The Revenant hat mich dann weg von Tarantino hin zu DiCaprio geführt. Dieser Film gefiel mir umso besser, je länger ich darüber nachgedacht habe. Mein allererster Eindruck war zwar durchaus positiv, aber auch eher gemischt. Ich war relativ überrascht, weil ich mir den Film anders vorgestellt hatte - der Fokus lag dann doch mehr auf anderen Charakteren als ich dachte. Auch über die zeitliche Einordnung war ich vorher im Unklaren. Aber unter anderem die Realisierung, dass all diese atemberaubenden Perspektive in der realen Natur gedreht wurden und nichts davon im Studio vorm Greenscreen zurechtgebastelt wurde, hat meinen Respekt vor diesem monumentalen Film immer weiter ansteigen lassen. Da sind einige wirklich fantastische Kameraeinstellungen dabei. Die sind in Verbindung mit der tollen Musik sehr wirksam (ist es eigentlich immer das gleiche Stück gewesen? Auf jeden Fall sehr einprägsam). Auch die Kampfszenen sind unglaublich intensiv. Fast zu intensiv waren mir die Szenen, in denen Hugh Glass gelitten hat, zum Beispiel als ihm der Bär Fleischstücke herausreißt. Das hat mich wirklich mitgenommen. Die historischen Hintergründe haben mich dann so sehr interessiert, dass ich einen ganzen Sonntag damit verbracht habe, mich über die Geschichte der USA im 19. Jhd. zu belesen - rund um die Erkundung des Kontinents, Firmen wie die Hudson Bay Company und die im Film relevante Rocky Mountains Fur Company sowie den amerikanischen Bürgerkrieg. Obwohl ich mich als halbwegs geschichtsinteressiert bezeichnen würde, war mir vieles davon bis dato gänzlich unbekannt.


    Einen weiteren Film mit DiCaprio, Shutter Island, habe ich erst gestern Abend gesehen und bin mir noch ein bisschen unsicher ob meines Fazits. Einerseits adressiert der Film faszinierende Themen und hat für mich fast wie ein Horrorfilm funktioniert - solche Dinge finde ich wirklich gruselig, Splatter und Gore meistens entweder witzig oder einfach nur eklig, selten etwas dazwischen (es sei denn, Tarantino inszeniert solche Szenen - aber die sind dann ja meist auch gewollt übertrieben und funktionieren für mich dann ebenfalls auf einer humoristischen Ebene). Diesbezüglich hat mich Shutter Island ein bisschen an The Evil Within erinnert - vor allem die Szenen mit dem Grammophon, das klassische Musikstück könnte sogar 1:1 auch in TEW vorkommen, wenn ich mich nicht täusche. Und TEW hat mir auch genau wegen diesen Themen so gut gefallen. Mein größter Kritikpunkt (neben relativ viel Telling und wenig Showing in der Exposition) sind aber die massenhaften Continuity-Fehler. Grundsätzlich kann ich darüber meist hinwegsehen, wenn mich der Film im Gesamtpaket mitnimmt. Bei der Art von Film, die Shutter Island sein möchte, sind diese Fehler für mich jedoch eine große Sünde, weil es mir jetzt im Nachhinein sehr schwer fällt zu unterscheiden: zwischen Ungereimtheiten, die rein aus Nachlässigkeit im Film vorhanden sind, oder aber kleinen Hinweisen, die mir der Regisseur zur Interpretation des Films an die Hand geben möchte. Deswegen bin ich mir auch noch nicht sicher, ob ich den Film wirklich umfassend verstanden habe - ich habe meine eigenen Schlüsse gezogen, kann mir aber nicht vollends im klaren darüber sein, ob diese nicht eventuell auf Missinterpretationen von Filmfehlern aufbauen. Obwohl mir das, was der Film sein will, hervorragend gefällt, finde ich diese über das intendierte Maß hinausgehende unnötige Ungewissheit etwas frustrierend.


    Vor einiger Zeit habe ich darüber hinaus auch noch Bohemian Rhapsody gesehen. Da ist das Fazit aber relativ einfach: Jeder, der irgendetwas mit der Musik von Queen anfangen kann, muss diesen Film unbedingt gucken. Alle anderen würden zwar einen ziemlich gut geschriebenes persönliches Drama verpassen, aber die Musik nimmt definitiv eine große Rolle ein - wer Queen also gar nicht mag, wird auch an dem Film eher begrenzte Freude haben. Als Fan von Queen fand ihn persönlich wirklich fantastisch.