Beiträge von Oinone

    nachdem die zweite Staffel ja eher... langsam war, sieht das danach aus als würde es ordentlich voran gehen

    Ganz ehrlich: Das Pacing hat mich regelrecht in den Wahnsinn getrieben.
    Folgen lang irgendwelche Rückblenden für semi interessante Nebencharaktere. Folgen lange Rückblenden für die Hauptcharaktere, die wir wohl schon zur genüge kennen, und die auch nichts neues hinzufügen. Folgen lang wird um den heißen Brei herumgeredet; die Charaktere verstehen immer noch nicht, was man als Zuschauer schon seit der ersten Staffel längst weiß (bzw nicht von der Enthüllung überrascht ist, weil es zu erwarten war). Jedes Mal, wenn sie kurz davor sind, endlich mal was wirklich relevantes zu erfahren, wird das - natürlich - aus irgendwelchen Gründen im letzten Moment wieder verhindert.
    Und wenn dann wirklich mal was interessantes passiert, dann regelrecht aus dem Nichts. Ja, wir wussten ja schon lange, dass... und jetzt mal kurz ein völlig dummer Kampf, in dem wir uns völlig dumm benehmen, damit jetzt mal die nächsten Folgen wieder nichts vorangeht.
    Überhaupt leidet die Glaubwürdigkeit der Welt immer mehr. Es passiert so viele Jahre lang nichts, dass die am Anfang sogar spekulierten, ob es Titanen überhaupt gibt. Und dann passiert alles auf einmal, und es wird sogar umso mehr Curioses eingeführt. Was am Ende der Staffel noch für ein kleiner Twist enthült wird, hat bei mir auch eher einen faden Beigeschmack hinterlassen. Das ist doch schon wieder ein bisschen zu viel des guten.
    Wenn die nicht mal so langsam anfangen, wenigstens etwas Antworten zu geben, die sich befriedigend anfühlen...
    Erinnert mich stellenweise sehr an Claymore. Da war ich zum Ende des Mangas hin auch total weg vom Fenster.


    Uff, das musste mal raus. .________.

    Ich fand diese Season nicht sooo spannend. Ao no Excorcist hatte eine solide zweite Staffel.
    Yamishibai ist in der 4ten Staffel weiter deutlich auf dem Abwärtstrend. Alle spannenden Geschichten sind offenbar längst erzählt. Hier war in keiner Folge mehr als ein Schulterzucken drin. Die neue Aufmachung, sowohl optisch als auch von der Erzählweise her, nur einen Erzähler drüber sprechen zu lassen statt die Figuren, kam bei mir auch nicht besonders gut an. Ich hoffe, dass in der aktuellen Season Yamizukan diese Lücke ausfüllen kann.
    Dann gab es noch Onihei - im alten Japan ist der Chef der Polizei weit hin bei Straftätern für seine Härte und seinen Erfolg gefürchtet. Gleichzeitig hat er aber ein Herz aus Gold und war in jungen Jahren ein richtiger Draufgänger. Und auch unter den Dieben gibt es all die eigentlich herzensguten Menschen. die nach Robin-Hood-artigen Regeln leben. So gibt es eine kleine Geschichte nach der anderen, wo immer der Chef oder jemand aus seinem Umfeld jemanden kennt, mit dem er in einer bestimmten Beziehung steht und der eigentlich mehr Opfer als Täter ist. Kann man machen, wird aber schnell wiederholend in seiner immer gleichen Struktur und immer gleichen "Bösen, die eigentlich irgendwie gut sind" Formel.
    Mein kleines Highlight war ACCA 13.
    Das Königreich Dowa ist in 13 unabhängige und sehr unterschiedliche Staaten unterteilt. Die Organisation ACCA überwacht diese und bewahrt das Gleichgewicht und den Frieden im Land. Jean ist ein Agent dort, dessen Arbeit darin besteht, die einzelnen Distrikte zu besuchen und ihre Lage zu checken. Dabei wird er langsam aber stetig in einen Coup D'etat verwickelt, der das wohl gehütete Gleichgewicht zu zerstören droht.
    Was direkt ins Auge fällt ist der etwas eigenwillige Zeichenstil. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber in sich stimmig. Und vor allem zu Jeans unterschütterlich ruhiger Art passen diese Augen, die einen konstanten desinteressierten Schlafzimmerblick zaubern.
    Ich kann nicht genau den Finger darauf legen, was mir an Acca auf lange Sicht gefallen hat. Schlicht formuliert geht es um eine politische Verschwörung, die nur langsam im Hintergrund Fahrt aufnimmt, während es im Vordergrund um die Besuche der sehr unterschiedlichen Staaten mit ihren Bewohnern und Eigenheiten geht. Aber genau diese Vielfalt in den Ländern und auch allen Charakteren und ihre Verbindung zueinander, die langsame Zuspitzung der ganzen Situation mit Jean, der doch eigentlich völlig unbeteiligt scheint und eine undurchschaubare Gelassenheit an den Tag legt, dabei aber auch eine scharfte Beobachtungsgabe besitzt, sorgt dafür, dass man einfach immer mehr wissen und sehen will, wo alles endet.
    Zum Schluss blieb bei mir noch die ein oder andere kleine Frage / Detail ungelöst, insgesamt aber ein runder und sehenswerter Anime, wenn man sich auf den Stil und die Ruhe einlassen kann. Es ist ein bisschen wie Joker Game oder 91 Days, um einen Vergleich zu ziehen, nur ohne die Action.

    Den Manga habe ich auch gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht! =D Wobei ich das dann doch recht ernüchternd fand.
    Vom selben Mangaka würde ich auch Liar Game empfehlen. Erinnert an Kaiji, aber mit einem Cahrakter wie Tokuchi als Hauptperson. Gibt es nur als Manga und mittelprächtiger Realverfilmung.


    Habe mal mit Akagi angefangen. Kaiji war ja schon super und da ich dank Yakuza 0 nun Mahjong verstehe, kann ich mir endlich mal Akagi zu Gemüte führen :D

    Ich versteh Mahjong bis heute nicht, hat aber trotzdem richtig gut funktioniert! =D Auf Crunchyroll gibt es die Realverfilmung, die kann man sich auch gut angucken. (Allerdings nur mit den englischen Untertiteln. Die deutschen Sätze ergeben teilweise keinen richtigen Sinn und sind voller Schreibfehler.)
    One Outs wäre an der Stelle auch ein Tip (falls noch nicht bekannt). Geht in eine sehr ähnliche Gamble-Richtung und benutzt sogar die selbe Synchronstimme.

    Die Fortsetzungen:


    Ajin - 2te Staffel
    Die staksige CGI Optik ist weiterhin gewöhnungsbedürftig, und auch inhaltlich geht dem Anime nach hinten heraus jetzt die Luft aus. Was an sich auf einer interessanten Idee fußt, verheddert sich immer mehr in ein nicht enden wollendes Katz und Maus Spiel mit dem typischen Psycho, der immer einen Schritt voraus, und durch nichts zu stoppen ist. Vor allem die Vergleiche und Metaphern, dass für Sato alles nur wie ein Videospiel ist, werden bis zum ermündenden Exzess gemacht.
    Das offene Ende mit Hinweis auf eine 3te Staffel fühlt sich da fast anstrengend an.


    Chi's Sweet Home - 3te Staffel
    Leider ist auch dieser Anime dem neuen Trend CGI zum Opfer gefallen und kommt im kalten Plastiklook daher. Zwar zieht Chi noch die selben Grimassen und hat ihre bekannt niedliche Stimme, dennoch fehlt sofort der Charme und die Schönheit, die ein gezeichneter Anime hat. Und auch inhaltlich ist die Luft raus.
    Konnte man sich als Katzenbesitzer noch in vielen "katzentypischen Dingen" wiederfinden, kann man hier oftmals nur diei Hände über den Kopf zusammenschlagen, wie unrealistisch alle Beteiligten sich verhalten. Trauriger Höhepunkt ist die Diskofete der Katzen bei Nacht im Park.


    Natsume Youjinchou - 5te Staffel
    Nach all den Jahren ungeduldigen wartens muss ich feststellen, dass mich Natsume nicht mehr so begeistern kann, wie erhofft. Schon bei der 4ten Staffel hatte ich das Gefühl, dass etwas auf der Stelle getreten wird, was sich jetzt nochmal verstärkt hat. Während es in den ersten 3 Staffeln noch eine deutliche Entwicklung von Natsume gab, bleibt nicht mehr viel neues zu erzählen. Dabei blitzen immer wieder gute Ideen auf; wie die rivalisierenden Exorzisten; mehr über die Vergangenheit von Reiko oder Natsumes Zieheltern und seine erste Zeit bei ihnen. Mehr als kleine Ausblicke bekommt man aber nicht, und alles andere wirkt ein stück weit alt bekannt.
    Und Nyanko kommt viel zu kurz!
    Es ist immer noch eine schöne Staffel, aber auch nicht der erhoffte Anime des Jahres.


    Die Neuen:


    Yuri on Ice
    Der erfolglose, jap. Eiskunstläufer Yuri steht kurz davor, seine Karriere hinzuschmeißen, als durch einige Wirrungen plötzlich sein Idol, der rus. Eisläufer Viktor vor seiner Tür steht und sich zu seinem Trainer ernennt. Ihr Ziel: Gold beim Grand Prix Finale.
    Der Anime hat in jüngster Zeit viel Wellen geschlagen, und ist tatsächlich auch unter Eisläufern bekannt. Schon gleich das Intro lässt viel hoffen, go gut, so flüssig, so realistisch sind die Bewegungen der Läufer animiert. Immer wieder werden in den Folgen ganze Küren gezeigt, wenn dort die Qualität vergleichsweise mal schwankt. Statt unsinniger Fantasieaktionen wird sich an echten Sprüngen und Elementen und existierenden Wettkämpfen orientiert, was einen angenehmen Realismus suggeriert, der sonst nur zu gern in Sportanimes weit, weit weg ist.
    Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. So sieht man schnell, wo zum Ausgleich bei der Animation gespart werden musste - das klatschende Publikum sieht aus, wie aus grauer Vorzeit.
    Wenn ein Läufer eine Pirouette dreht, bewegt sich der Hintergrund weiter, als ober der Läufer sich zur Seite bewegt - ein absolutes No Go bei Pirouetten, die starr auf der Stelle gedreht werden müssen. Ein Detail, was bei der Liebe zur Choreographie, überrascht.
    Auch wenn keine fiktiven Elemente vorkommen, drückt man an vielen Stellen dennoch ein Auge zu. Viktors Kür mit allen Sprüngen in 4fach ist doch deutlich von der aktuellen Eislaufszene entfernt. Dass Plisetski alle Sprünge, sogar den 4fachen, mit erhobenen Armen springt - hanebüchen. Und auch der Aufbau der Küren, eine 4fach-3fach Kombination ganz ans Ende zu packen, würde keinem Eisläufer einfallen. Mehr Punkte hin oder her.
    Mein größter Kritikpunkt ist aber das, was den Anime für viele erst richtig interessant macht: die ständigen, plakativen homoerotischen Anspielungen.
    Ich hätte kein Problem damit, wenn wirklich eine der Figuren schwul wäre. Aber dieser aufgezwungene Blödsinn, der wie Fanservice nur für Zuschauer sorgen soll und reine Effekthascherei ist, kotzt mich grundsätzlich an. Hier wird kein Spielraum gelassen, wie bei Free, wo man, wenn man will, etwas reininterpretieren kann, aber nicht muss. Da wird nichts forciert. Yuri on Ice macht das Gegenteil und reibt dir die Gedanken an Viktor-Yuri Fanfiction quasi unter die Nase.
    Zumal männliche Eiskunstläufer schon seit jeher damit zu kämpfen haben. als unmännlich und schwul auf Grund des Sports abgestempelt zu werden.
    Darüber hinaus hat die Serie die typischen Schwächen eines Sportanimes: Zu überdrehte/überzeichnete Charaktere; zu überzogene Monolge in den Köpfen. Da kommt man ums Fremdschämen an vielen Stellen nicht drum rum.
    Eine eigentlich schöne Serie, die viel richtig macht, was andere vergeigen - zugleich aber auch so frustrierend viel falsch! Ich würde sie wirklich viel lieber mögen, als ich es unterm Strich tue. :/

    Die Animationen bei Yuri sind wirklich gut. Manchmal etw schwankend, aber wirklich gut. Ich war auch überrascht davon, wieviele Küren in welchem Umfang wirklich gezeigt werden.
    Der ganze Shonen Ai Touch ist aber wirklich nur unpassend draufgestreut als Fanservice für Mädchen, die drauf stehen. Das ist so unnötig, so unlustig und erzwungen. Wenn wenigstens wirklich da jemand schwul wäre und sie einem eine Geschichte dazu erzählen wollen würden, aber es ist ja wirklich nur Effekthascherei. Und das bei einem Sport, wo ohnehin schon jeder männliche Läufer als schwul verschrien wird, was diesem Vorurteil nervig in die Hände spielt.
    Ach, waren das noch Zeiten, als Yagudin aktiv war. .__.

    Berserk
    Die Serie führt nahtlos die Handlung der Filme fort. Auch in diesen fiel teilweise schon negativ schlechtes CGI auf, wenn auch noch in tolerantem Maße. Bei der Serie ist es jedoch unübersehbar. Alle Figuren, Bewegungen, Gesichter sehen irgendwie merkwürdig aus, staksig, einfach falsch. Dazu teils wirre Kamerafahrten und ein merkwürdiger Mix aus doch 2D gezeichneten Sachen. Ein wirklich grässlicher Look, der leider viel zu sehr Trend geworden ist in der letzten Zeit.
    Inhaltlich ist es schlicht und ergreifend Berserk, wie man es kennt. Der Manga ist viel zu lange her für mich, um damit einen vergleich zu ziehen. Was ich immer wieder als sehr störend und unpassend empfinde, gerade vor dem Hintergrund der sehr düsteren, brutalen Handlung, sind die kurzen Comedy/Chibi-Einlagen, die der Junge und Elfe Puck liefern. Keine Ahnung, ob das im Manga auch so ist, aber fand ich doch immer mehr deplaziert, denn als nett auflockernd.
    Im Frühling kommt direkt die nächste Staffel.


    Orange
    Teenager Naho bekommt einen Brief von sich selbst, 10 Jahre in der Zukunft. Zukunfts-Naho beschreibt darin alle Dinge, die sie heute bereut und möchte, dass ihre jüngere Version es anders macht. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Schicksal ihres neuen Klassenkameradens Kakeru, den sie und ihre Freunde in ihre Clique aufnehmen.
    Eine Drama-Romanze, die mit schwerem Thema daher kommt und gerne mal dick aufträgt, insgesamt aber angenehm ruhig bleibt. Naho und ihre Freunde sind eine sympathische Gruppe, denen man gerne zu sieht und auch ruhig mal ein Tränchen mitverdrücken kann. Da verzeiht man auch gerne mal das ein oder andere Klischee und die dünne Erklärung der Zeitreise.
    Eine Fortsetzung als Film ist schon angekündigt.


    Fukigen no Mononokean
    Ashiya kann plötzlich Yokai sehen, als er von einem besessen wird. Zum Glück trifft er in der Schule auf Abeno, dessen Job als Meister des Mononokean es ist, Yokai zu exorzieren. Das hinterlässt Ashiya mit Schulden, die er abarbeiten soll. Zunächst ängstlich und versunsichert wächst schnell dessen Liebe und Faszination für Yokai.
    Zusammen treffen die beiden verschiedene Yokai mit unterschiedlichen Schicksalen. Alles voller Spaß, Spannung und Gefühl, mit einer ordentlichen Portion Hass-Liebe zwischen den beiden Hauptpersonen. An manchen Stellen wirkt es erzwungen düster, an anderen wieder etwas anstrengend überdreht. Vor allem Ashiyas Gefühlsausbrüche sind manchmal doch etwas zu viel des Guten. Dennoch alles lieblich und herzwärmend, und Fuzzy ist definitiv mit der knuffigste Yokai, wo geben tut!
    Alles in allem eine schöne Serie, um sich die letzte Wartezeit bis zur neuen Natsume Youjinchou Staffel zu versüßen. Nyanko-sensei Hype! <(^.^)>


    91 Days
    Der Anime spielt zur Zeit der Prohibition in den USA. Angelos Familie wurde von der Mafia ermordert, 7 Jahre später schleicht er sich nun bei ihnen ein, um Rache zu üben.
    Vom ganzen Look and Feel her, fühlte ich mich an Joker Game erinnert. Angelo hat viel von einem Spion im Feindesland.
    Während es erst nach einem raschen Tempo mit den ersten Toten aussieht, bremst die Serie sich dann teilweise selber aus. Schwingt hin und her, gerät zeitweise fast ins stocken (ihr kurzzeitiger Roadtrip aus der Stadt raus mutet fast wie Zeitverschwendung an), um an anderer Stelle wieder zu sehr zu rushen (wie der Bruder in den Wahnsinn getrieben wird, bekommt man fast gar nicht richtig mit). Über allem steht immer wieder die Frage, wie weit Angelo für seine Rache gehen, was sein nächster Schritt sein wird, und wo schlussendlich alles hinführt.