Profisport

  • Das hab ich auch noch nicht erlebt. Schmeißt Spanien einfach am Tag vor der WM seinen Trainer raus. Tja. Das wars wohl mit dem Titel, kann mir nicht vorstellen dass das jetzt noch so gut klappt.

    Vielleicht bin ich da auch ein wenig blauäugig, aber die zählten für mich dieses Jahr nicht wirklich zu den Favoriten /o\

    Da würde ich widersprechen, Spanien ist was den Kader betrifft auf einer Ebene mit Brasilien, Deutschland und Frankreich und von den beiden letzt genannten hatte Frankreich seit der EM Probleme die individuelle Stärke zu einem starken Team zusammen zu bringen während Deutschland nach der WM Quali in der Vorbereitung oftmals nicht mehr ganz so überzeugend war (was zugegebenermaßen nicht all zu viel aussagt, aber Selbstvertrauen bringt eine Niederlage gegen Österreich zumindest nicht). Auch laut Quoten liegt Spanien auf Platz 3 der Favoritenliste.

    Man vergisst sehr leicht, dass die Mannschaften mit denen man 2014 und 2016 teils untergegangen ist immer noch in etwa gleich talentiert waren wie jene mit denen man zwischen 2008 und 2012 3 Titel in folge geholt hat. Einziges Problem war, dass del Bosque nach wie vor mit dem selben veralteten System gespielt hat auf das die wirklich starken Gegner bereits eine Antwort gefunden hatten.

    So oder so, ich würde einen Titel von Spanien auch jetzt noch nicht ausschließen. Der Trainer Wechsel ist sicherlich alles andere als perfekt, wäre ein neuer Trainer von einem Tag auf den anderen aber so verheerend gäbe es nicht das Wort Trainereffekt. Natürlich lässt sich sowas nicht 1:1 auf eine Nationalmanschaft umlegen aber ich denke, dass wenn der neue Trainer gute Arbeit leistet trotzdem noch viel erreicht werden kann. Einzig gigantisches Problem das ich sehe ist, dass dieser Wechsel das Gefüge der Mannschaft komplett zerstören könnte, denn ich bezweifle, dass Real und Barcelona Spieler die selbe Meinung zu diesem Trainerwechsel haben. Aber erneut, das muss nicht passieren.

  • Ich verstehe diesen Rauswurf aber einfach nicht...

    Habe mir schon etliche Kritikpunkte (positive wie negative) vor Augen geführt, aber wenn selbst die Mannschaft (voran Ramos) gebeten hat, den Trainer NICHT rauszuwerfen, dann sieht das für mich wie ein "Ehrrauswurf" aus, bei dem der verletzte spanische Vorstand Lopetegui nicht einen Tag mehr ertragen kann.

    Wenn jener Lopetegui auch noch Weltmeister werden würde, dann wäre es ja umso bitterer.

    Ich mein, es ist doch ganz klar: die Mannschaft stand hinter dem Trainer (wie auch sonst?!) und hätte über das Turnier mitgezogen.

    Jetzt so einen krassen Cut zu machen wirkt einfach falsch.

    Naja, wenn Spanien gewinnt interessiert das sowieso keinen mehr, trotzdem sehr komisch.

  • Dass die Aktion sch**** war will ich hier auch gar nicht bestreiten...

    Aber hier wurden eigene Interessen über das Interesse der Nation gestellt (mMn) und das finde ich falsch.

    Er hatte eine AK, diese wurde gezogen und es ist immer noch Real, der wohl größte Klub der Welt. Ich weiß das hört sich immer blöd an, aber vielleicht bestand das Risiko, dass sich Real sonst wen anders sucht. Unglücklich von Lopetegui, ja, aber ICH kann es zumindest verstehen, im Gegensatz zum Rausschmiss.


    Und für mich ist klar: Genau wie bei Kovac oder sonst einem Trainer, bei dem das Ziel schon feststeht, er hätte sich zu 1000% auf die WM fokussiert. Das steht für mich außer Frage.

  • Ich muss gestehen, ich bin richtig angepisst. Da stimmte von vorne bis hinten gar nichts.


    Man hat gespielt wie die schlechteste Version eines Titelverteidigers, die man sich nur vorstellen kann: Pomadig, arrogant, ohne Kampf, ohne Ideen, ohne Esprit.

    Von den frechen und ohne Respekt spielenden Mexikaner hat man sich in jeder Situation die Butter vom Brot nehmen lassen. Dagegen halten? Nein, man lag lieber bei jeder kleiner Berührung auf dem Rasen und rennt wegen Nichtigkeiten heulend zum Schiedsrichter. Man konnte spüren, wie die Mexikaner den Deutschen unter die Haut gegangen sind. Die haben alles richtig gemacht, und wir sind voll in die Falle getappt.


    Was mich so wütend macht, ist der fehlende Einsatz. Anstatt den Kampf anzunehmen, verliert man sich in ständigem Mimimi. Genau diese Art von Fußball kann ich überhaupt nicht ausstehen. Und weil sich der moderne Fußball immer mehr in diese Richtung entwickelt, habe ich in den letzten Jahren auch immer mehr das Interesse verloren.


    Bei Draxler oder Özil verwundert mich das nicht, das ist auch der Grund, warum ich die beiden noch nie leiden konnte. Özils "Backcheck" beim Gegentor ist zum Haare raufen. Mit einem richtigen Tackling hätte er die Situation als letzter Mann immer noch retten können. Stattdessen hält er als Alibi sein Bein raus und lässt den Mexikaner gewähren. Draxler war heute nicht das Problem, aber Reus hat in der ersten Sekunde seiner Einwechslung gezeigt, dass er besser von Anfang an hätte spielen sollen.


    Negativ überrascht haben mich da andere Spieler, allen voran Müller. Weitgehend unsichtbar, bis auf die zwei Situationen, in denen er sich an der Außenlinie wie ein Kleinschüler hat austanzen lassen. Und vor allem Khedira und Kroos Defensivverhalten empfand ich fast als Frechheit. Nicht wegen dem Ballverlust von Khedira, da fehlten ihm sicher auch die Anspielstationen, und danach haben Hummels und wie angesprochen Özil noch Fehler gemacht. Sondern weil sie mehrmals in der Rückwärtsbewegung einfach die Arbeit eingestellt haben. Da haben sich dann Chancen für die Mexikaner ergeben, weil Khedira und Kroos sie haben laufen lassen und einfach in der Mitte der eigenen Hälfte stehen geblieben sind.


    Ich hatte ingesamt den Eindruck, dass da heute kein Team auf dem Platz war. Nicht nur wegen dem fehlenden Einsatz. Auch weil man sich ständig angemotzt hat. Das ist zwar bei einer solchen Nicht-Leistung eigentlich genau das Richtige, das Problem war nur: Niemand hat seinen Mitspielern zugehört. Auch dass Plattenhardt kaum ins Spiel eingezogen wurde, fand ich dies bezüglich sehr seltsam.


    Auch taktisch habe ich etwas zu kritisieren, auch wenn ich da definitiv kein Experte bin. Aber wenn die Mexikaner mehrmals im Konter 3 auf 2 oder 2 auf 1 laufen können, wir aber im Gegensatz gefühlt nirgendwo auf dem Platz Überzahl haben, muss irgendwas schiefgelaufen sein.



    Ich bin wirklich frustriert. Nicht wegen meiner Erwartungshaltung, sondern wegen dieser lächerlichen Spielweise. Natürlich habe ich am Ende noch gehofft, dass irgendwie einer reingeht. Aber es wäre überhaupt nicht verdient gewesen und fast bin ich jetzt froh, dass es nicht so gekommen ist, denn das hätte die Situation viel zu sehr geschönt. Wenn man so weiterspielt, wird man auch gegen Schweden und Südkorea richtige Probleme bekommen.

  • StewTM Ich stimme dir bei vielem zu, etwa beim fehlenden Einsatz oder dabei, dass Kroos und Khedira nicht in die Zweikämpfe reinkamen.

    Aber einige Sachen seh ich dann doch anders, wie das halt immer so ist.

    Bei Draxler oder Özil verwundert mich das nicht, das ist auch der Grund, warum ich die beiden noch nie leiden konnte.

    Das finde ich schlicht unfair vor allem Draxler gegenüber, weil er in vielen Szenen der Einzige außer Kimmich war, der den Ball aktiv gefordert hat und dabei ständig in Bewegung war.

    Özils "Backcheck" beim Gegentor ist zum Haare raufen. Mit einem richtigen Tackling hätte er die Situation als letzter Mann immer noch retten können. Stattdessen hält er als Alibi sein Bein raus und lässt den Mexikaner gewähren.

    Özil das Vorzuwerfen finde ich ebenfalls ungerecht. Schließlich ist Özil ein Offensivspieler, der für seine filigranen Pässe bekannt ist, der hier quasi im Vollsprint hinter Lozano herrennt. Er versucht, da irgendwie dazwischenzukommen, ohne einen Elfmeter zu verursachen, und besser kann er das vermutlich einfach nicht. Muss er auch nicht. Weil normalerweise steht da Hummels, wenn er nicht vorher völlig sinnlos harakirimäßig am Ball vorbeigestürzt wäre.

    Auch taktisch habe ich etwas zu kritisieren, auch wenn ich da definitiv kein Experte bin. Aber wenn die Mexikaner mehrmals im Konter 3 auf 2 oder 2 auf 1 laufen können, wir aber im Gegensatz gefühlt nirgendwo auf dem Platz Überzahl haben, muss irgendwas schiefgelaufen sein.

    Ja, da ist in der Tat was schiefgelaufen. Aber meiner Meinung nach nicht, weil es keine Überzahl gab, sondern weil die Überzahl an der falschen Stelle war. Ich hab das mal beispeilhaft eingezeichnet hier:

    Wenn der Ball von da in den Raum der Überzahl kommt steht die Abwehr Mexikos noch immer vor Deutschland und kann ganz schnell nachschieben.

    Nach vorne bringt diese Überzahl deshalb nichts, da man Mexiko nicht in der Verschiebungsbewegung auf dem falschen Fuß erwischen kann.

    Hummels ist in diesem Moment zu weit vorne, würde er 5m weiter hinten stehen hätten er und Boateng im Konter die Überzahl gegen Chicharito.

    Und das Mittelfeld baut wie gesagt die Überzahl an der falschen Stelle auf. Würde sich Kroos weiter links anbieten hätte Platte mehr Anspielmöglichkeiten und Mexiko müsste die entstehende Überzahl auf Ballseite ausgleichen. Dadurch hätte Kimmich rechts bei einer Seitenverlagerung einen Moment länger Platz mit Müller zusammen, bis Mexiko nachgerückt ist.

  • Für mich war das tatsächlich gar nicht so dramatisch, wie es die meisten empfinden.

    Deutschland war in der ersten Hälfte noch nicht im Turnier angekommen und besonders das Mittelfeld hat die Verteidigung total im Stich gelassen (bzw. die 3 Verteidiger, die noch da waren. Kimmich war ja Außenstürmer).

    Mexiko kann Kontern, machte dies aber zu selten gut, sonst hätten sie noch mehr Tore geschossen.

    In der zweiten Hälfte haben wir dann ein wenig mehr Ruhe reinbekommen, haben unsere Angriffe allerdings nicht konsequent zu ende gespielt.


    Unterm Strich ein schlechtes Spiel, ja, aber doch keine Blamage oder was die Medien sonst noch draus machen.

    Die Mexikaner haben verdient gewonnen und das DFB Team muss jetzt einfach ihre Hausaufgaben machen und die Mannschaft auf das nächste Spiel einstellen.


    MMn in keinster weise dramatisch.:/

  • Bei Draxler oder Özil verwundert mich das nicht, das ist auch der Grund, warum ich die beiden noch nie leiden konnte.

    Das finde ich schlicht unfair vor allem Draxler gegenüber, weil er in vielen Szenen der Einzige außer Kimmich war, der den Ball aktiv gefordert hat und dabei ständig in Bewegung war.

    Da stimme ich dir zu. Hätte vielleicht klarer ausdrücken sollen, dass ich ihn auch nicht in meiner (spielerischen) Kritik herausheben wollte, mir ging es mehr um Reus. Der hätte ja auch für Özil spielen können. Aber beim Mimimi ist er häufig vorn dabei. Da hab ich zwei Sachen vermischt.


    Özils "Backcheck" beim Gegentor ist zum Haare raufen. Mit einem richtigen Tackling hätte er die Situation als letzter Mann immer noch retten können. Stattdessen hält er als Alibi sein Bein raus und lässt den Mexikaner gewähren.

    Özil das Vorzuwerfen finde ich ebenfalls ungerecht. Schließlich ist Özil ein Offensivspieler, der für seine filigranen Pässe bekannt ist, der hier quasi im Vollsprint hinter Lozano herrennt. Er versucht, da irgendwie dazwischenzukommen, ohne einen Elfmeter zu verursachen, und besser kann er das vermutlich einfach nicht. Muss er auch nicht. Weil normalerweise steht da Hummels, wenn er nicht vorher völlig sinnlos harakirimäßig am Ball vorbeigestürzt wäre.

    Möglich, aber genau solche Spielertypen mag ich nicht, und in Spielen wie heute zeigt sich, warum.

    I n der Situation würde ich ihn von der Kritik nicht ausschließen, auch wenn er der letzte in der Kette und kein gelernter Abwehrspieler ist. Einen Elfmeter zu verursachen war doch das einzige, was er in der Situation hätte bewirken können mit seiner Aktion. Unmotiviert das Bein rausstellen - das hätte der Mexikaner auch annehmen können. Wie er danach schüchtern die Arme hebt und stehenbleibt, anstatt nochmal zu versuchen mit letzter Verzweiflung in den Schuss reinzugrätschen, das hatte schon fast was von Slapstick. Das ist das, was mich wütend macht.

  • Diese WM ist weird. Von den vier Favoriten teams hat nur Frankreich gewonnen und die haben mit am schwächsten gespielt. Deutschland war mMn immer noch besser als komplett uninspirierte Brasilianer die mit der Schweiz einen wie ich finde klar schwächeren Gegner als Mexiko hatten. Durch die derzeitige Tabellen Situation ist es jetzt außerdem nicht unwahrscheinlich, dass Deutschland gegen Brasilien nicht wie von vielen erwarten das Finale sondern das Achtelfinale wird. Würde mich als "neutralen (also nicht deutschen) Zuseher" sehr freuen.

    Favorit ist für mich jetzt allerdings Spanien, die zwar nur unentschieden gespielt haben deren kurzpassspiel aber erstmals seit 2012 wieder absolut on point war. Es bleibt noch abzuwarten wie Belgien, England und Kolumbien spielen aber ich bezweifle sehr, dass mich die mehr beeindrucken können.

  • Puuh, das Deutschlandspiel war schon ernüchternd. In der ersten Hälfte machte die deutsche Mannschaft vor allem durch eine schwache Abwehr und ein katastrophales Stellungsspiel auf sich aufmerksam. Ballverluste, offene Flügel und ungefährliche Konter haben den Titelverteidiger sehr behäbig und ambitionslos wirken lassen. Manuel Neuer sei Dank ging das eine Weile gut, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis die hitzigen Mexikaner Deutschland den Ball um die Ohren schießen. Die erste Spielhälfte hat man damit größtenteils verschlafen und allen Zuschauern die Schwächen offenbart.


    In der zweiten Hälfte bemühte sich die deutsche Mannschaft wesentlich mehr und bot den Mexikanern vor allem in den letzten 30 Minuten genug Paroli. Das Spiel hat sich massivst in die Hälfte der mexikanischen Mannschaft verlagert, da Deutschland immer wieder drücken konnte. Endlich! Da hat der ein oder andere Konter-Ausreißer den Mexikanern auch nichts mehr genützt - dafür wirkte die Sturmspitze zu dünn und zu eingeschüchtert, wenn auch nicht komplett ungefährlich.


    Deutschland hat es dennoch nicht gebacken bekommen, den bereits feiernden Mexikanern den Ausgleich zu servieren. Zu viele Schüsse waren leider nicht präzise genug und Guillermo Ochoa hat stets souverän gehalten. Da fragt man sich als Zuschauer natürlich, welche Strategie die deutschen Stürmer verfolgt haben. Müller hat wenig Präsenz gezeigt und auch der Rest lieferte eher Versatzstücke anstatt eines runden Angriffs.


    Alles in allem ein interessantes, wenn auch aus deutscher Sicht enttäuschendes und vielsagendes Spiel. Mexiko hat den Favoriten der Partie kalt erwischt und sich auch nicht davor gescheut, sehr hitzig und höchst provokant zu spielen. Deutschland hat die Niederlage als letzten Weckruf definitiv gebraucht und ab jetzt wird sich zeigen, ob unsere Nationalelf zu alter Stärke zurückkehren kann oder es dieses Jahr unverhofft früh nach Hause geht. Da es aber in der zweiten Spielhälfte seitens Deutschland zumindest einige nette Aktionen gab und man Potential erkennen konnte, blicke ich zukünftigen Partien positiv entgegen. In den nächsten Tagen muss jetzt aber ein Umdenken stattfinden und eine Ambition aufgebaut werden.