News und Gerüchteküche

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  • Nicht nur Belgien, auch in Hawwaii kommt Bewegung. Ein demokratisches Mitglied des Hawaii House of Representatives Chris Lee hat sich entschieden, gegen Lootboxen vorzugehen:


    im folgenden Video von YongYea ist das Statement Video zu sehen:



    Langsam aber sicher wird es interessant.
    Natürlich dürfte es Jahre dauern, bis wirklich Gesetze herauskommen. Die Frage ist dabei aber, ob die Publisher so lange warten wollen um dann mit heruntergelassenen Hosen erwischt zu werden, oder ob sie bereits Gegenmaßnahmen einleiten und das Loot Box Modell schon vorher abändern oder sogar ganz fallen lassen um zukünftige Probleme einfach zu vermeiden.
    Immerhin haben sie noch genug andere Microtransaction Modelle mit denen sie Geld machen können und Loot Boxen werden in den folgenden Monaten nur noch mehr negative Presse bekommen.


    Edit wegen Grammatik

  • Ich hätte zu gerne die Gesichter der CEO's von Activision/Blizzard, Ubisoft, Warner und 2K gesehen, als sie die News erfahren haben. Alleine weil einzelne Politiker es schon als Glücksspiel betrachten und es außerhalb der Videospielindustrie besprochen wird, können Publisher nicht mehr Lootboxen verwenden. Da wird der Ball schön flach gehalten und neue Methoden angestrebt.

  • Es würde schon reichen, wenn sie das wirklich wie Glücksspiel regulieren würden, dazu müssten sie nicht mal die Lootboxen abschaffen.


    Wie das funtionieren könnte erklärt Tarmack in seinem Video ganz gut. Dort erklärt er auch warum er Lootboxen jeder Art als Glücksspiel sieht (und ich stimme ihm da zu) und diese deshalb nicht unbedingt aus Spielen entfernt werden, aber zumindest einer gewissen Regulierung unterliegen müssen, einfach um zu gewährleisten, dass die Bank nicht mehr schummelt als erlaubt und es eine gewisse Transparenz und vor allem einen Schutz für Jugendliche und Minderjährige gibt.


    Dass z.B. Activision/Blizzard große mühen unternommen, ja sogar ihre komplettes Business Model für Overwatch in China geändert haben, um das dort geltende Gesetz zu umgehen die prozentualen Wahrscheinlichkeiten bei Lootboxen preisgeben zu müssen, stößt bei mir schon ein wenig sauer auf.
    Ich bin nämlich ein sehr mißtrauischer Videospieler und wenn jemand solche Mühen unternimmt, hat er etwas zu verbergen.


    How Gambling Regulation Would Affect Video Game Loot Boxes | Feature Creep

  • Aber mit welcher Begründung sind denn dann Lootboxen Glücksspiel, aber Yu-Gi-Oh!-Packs oder Panini-Sammelbilder nicht?
    Wenn bisher das Argument gegen Lootboxen als Glücksspiel war, dass es sich da handhabt wie bei eben diesen Kartenspielen, dann müssten diese dann doch jetzt im Umkehrschluss auch als Glücksspiel deklariert werden, oder?


    Mit dem Unterschied, dass hier "Tauschhandel" und Wiederverkäufe möglich sind und man auf dem Gekauften nicht zwangsweise sitzen bleibt.

  • Tauschhandel und Verkäufe gibt es quasi auch bei den FIFA Packs, aber wäre das das Problem, dann wäre es ein leichtes für die Publisher der Glücksspielfalle durch einen Shop alla Diablo III zu entgehen.


    Nichts desto trotz sehe ich hier das Argument nicht. Glücksspiel zeichnet sich ja GERADE dadurch aus, dass man das gewonnene Spielgeld (im Casino) wieder in echtes Geld umtauschen kann. Wenn das aber gerade nicht möglich ist, soll es Glücksspiel sein und wenn es möglich ist, dann wieder nicht?


    Gerade nämlich, WENN man die Gewinne aus Lootboxen für echtes Geld verkaufen könnte, wäre es sehr nahe an Glücksspiel dran; da das aber eben nicht der Fall ist, zählt es in Deutschland nicht als Glücksspiel:
    http://www.buffed.de/Overwatch…xen-Gluecksspiel-1241105/

  • Das Ding bei Panini Sammelbildern oder Yu-Gi-Oh Packs ist, dass wenn man doppelte Karten oder Sticker hat, diese mit seinen Freunden (oder generell anderen Leuten bei Events) tauschen kann. Bedeutet, dass selbst wenn in den Packs die man gekauft hat nicht die Karte drin war die mal wollte, so konnte man genau die Karte dann später garantiert eintauschen. Dabei reden wir aber von Karte gegen Karte, nicht von Geld gegen Karte (aber selbst dann, weiß man, was man dann kauft). Du brauchst also nur eine gewisse Menge an Packs öffnen, um dann einen Grundstock an Karten zu haben, mit denen du geziehlt tauschen kannst.
    Allerdings bin ich da seit Jahren nicht mehr auf den Laufenden und sollten dort inwzischen ähnliche Praktiken herrschen wie derzeit bei den Loot Boxen, würde ich mich vermutlich dafür aussprechen, diese ebenfalls zu regulieren. Aber wie gesagt, da bin ich nicht genug im Thema um eine qualifizierte Aussage zu treffen.


    Bei Lootboxen hingegen kannst du das nicht genauso machen wie bei physischen Kartenpacks. Ja, bei Overwatch (der harmloseren Variante) kann man mit der Zeit und wenn man genug doppelte Items bekommen hat mit der Zeit das bekommen, was man will, aber trotzdem musst du weiterhin Lootboxen kaufen (oder erspielen), um dahin zu kommen und kannst nicht einfach sagen, ich tausche z.B. den Skin von Mercy der mir eh nicht gefällt gegen den Skin von Reaper den ich unbedingt haben will.
    Das sind dann aber noch die "harmlosen" Lootboxen, danach kommen dann zum Beispiel Lootboxen wie in Shadow of War, welche dir dann die beste Mechanik des Spieles - nämlich das Nemesis System - kaputtmachen können, weil sie dir genau das geben, wofür du das Spiel eigentlich spielst, nämlich Orks, und dann wird oft das Spiel zu einem gewissen Teil genau darauf ausgelegt (sehe 4. Kapitel von Shadow of War).
    Und ganz am Ende des Spektrums haben wir dann die Battlefront 2 Loot Boxen, die so ein integraler Bestandteil des Fortschrittssystems sind, dass das Spiel ohne gar nicht funktioniert und wird dann auch noch mit so dermaßen bekloppten Grinds versehen, dass einem wenn man noch ein Leben ausserhalb des Spiels haben will schon fast nichts anderes übrig bleibt, als die Loot Boxen zu kaufen. Bei alledem haben wir dann natülich noch nicht über die psychologische Komponente gesprochen, die bei allen Formen von Loot Boxen zum Einsatz kommt und durch ihre manipulative Natur deshalb gerade für Jugendliche und Minderjährige gefährlichen einfluss haben kann (ich darf dabei dran erinnern, dass sowohl Overwatch als auch Battlefront 2 z.B. ab USK 16 bzw BF 2 in einigen Ländern derzeit mit PEGI 12 freigegeben sind).


    Der wichtigste Punkt gerade bei den Loot Boxen ist aber, dass allein aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei nur um ein digitales Programm handelt, die Regeln jederzeit geändert werden können und in diesem Fall wirklich, ohne dass man es merkt.


    Man kann als Spieler einfach nicht kontrollieren, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein bestimmtes Item in der Lootbox drin ist. An einem Tag kann die Chance vielleicht 5% sein, aber am nächsten ist sie plötzlich bei 0,5%, weil irgendein Programm ausgelesen hat, mit welchem Charakter man am meisten spielt und welche Items oder Karten dann dieser Charakter bräuchte. Dazu können bestimmte Programme das allgemeine Kaufverhalten einer Person auslesen (ist bereits Gang und Gebe im mobile Markt "to make players ... into payers") und danach entscheiden, ob man die Person noch zappeln lassen kann, um ihr mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Wenn ein Casino schon jedesmal gewinnen könnte wenn es dürfte, was glaubst, was ein Publisher wie EA oder Activision dann macht, solange ihnen keiner auf die Finger schaut.
    Die Ganze Situation hat sich bis heute dermaßen verschlimmert, dass einfach ein Kontrollorgan zwischengeschaltet werden muss, damit eine gewisse Fairness gewährleistet ist, auch für die "harmlosen" Loot Boxen.


    Ich bin dabei noch nicht einmal unbedingt dafür, sie alle abzuschaffen (ich werde mir persönlich trotzdem keine Spiele mit Loot Boxen kaufen, aber jeder wie er mag) aber ich bin auf jeden Fall dafür, dass sie kontrolliert und reguliert werden, einfach damit niemand über den Tisch gezogen werden kann, ohne sich dessen bewusst zu sein und vor allem Eltern sich vernünftig darüber informieren können.


    Zum Teufel, wären Loot Boxen generell auf dem Niveau von Overwatch geblieben, würde vermutlich kein Hahn nach krähen, aber man hat ja gesehen, was die Publisher machen, wenn man sie mit sowas alleine lässt und jetzt ist die Katze halt aus dem Sack und man muss sich darum kümmern, bevor sie auf die Straße läuft :P

  • Tauschhandel und Verkäufe gibt es quasi auch bei den FIFA Packs, aber wäre das das Problem, dann wäre es ein leichtes für die Publisher der Glücksspielfalle durch einen Shop alla Diablo III zu entgehen.


    Nichts desto trotz sehe ich hier das Argument nicht. Glücksspiel zeichnet sich ja GERADE dadurch aus, dass man das gewonnene Spielgeld (im Casino) wieder in echtes Geld umtauschen kann. Wenn das aber gerade nicht möglich ist, soll es Glücksspiel sein und wenn es möglich ist, dann wieder nicht?


    Gerade nämlich, WENN man die Gewinne aus Lootboxen für echtes Geld verkaufen könnte, wäre es sehr nahe an Glücksspiel dran; da das aber eben nicht der Fall ist, zählt es in Deutschland nicht als Glücksspiel:
    http://www.buffed.de/Overwatch…xen-Gluecksspiel-1241105/


    Immer mit der Ruhe^^ Ich bin nur auf dein Panini-Sammelkarten-Beispiel eingegangen und habe einen mir bekannten Unterschied zu den meisten Lootbox-Systemen genannt. Ohne jegliche Wertung, völlig neutral und auch nicht wirklich als Argument gedacht ¯\_(ツ)_/¯


    Beim Thema bin ich auch weitestgehend raus, mein Laster sind in dem Fall eher Season Passes oder Vorbesteller-Irrsinn.



    PS.: Auch du kannst ruhig etwas lockerer in deinen Beiträgen agieren - nicht alles muss mit CAPS LOCK untermauert werden :D

  • Gerade nämlich, WENN man die Gewinne aus Lootboxen für echtes Geld verkaufen könnte, wäre es sehr nahe an Glücksspiel dran; da das aber eben nicht der Fall ist, zählt es in Deutschland nicht als Glücksspiel

    Wie du so schön sagst gilt das derzeit für Deutschland. Die Länder, welche derzeit Untersuchungen durchführen handhaben das aber anders.
    Ausserdem kann jetzt noch niemand sagen, ob die Definition in Deutschland im Laufe der nächsten Jahre nicht eventuell geändert oder erweitert wird um der neuen Lage zu entsprechen (wäre nicht das erste Mal).


    Apropos EU, in Frankreich fangen die Räder auch langsam an sich zu drehen:


    Australia & France Join the Loot Boxes Gambling Investigation - YongYea

  • Also sind die Counter-Strike:Go Lootboxen kein Glücksspiel, weil man dort ja die Skins und Gegenstände aus Lootboxen über den Steam-Store verkaufen und sogar mit Freunden tauschen kann?


    Mir geht's halt darum, nach welcher Begründung Belgien Lootboxen als Glücksspiel einstuft und Yu-Gi-Oh!-Packs nicht bzw. welche Maßstäbe sie genau ansetzen und ob FIFA-Packs mit Shop oder CS:Go-Lootboxen mit Steam-Shop dann auch Glücksspiel sind oder eben nicht?

  • Derzeit ist nur klar, dass es Untersuchungen im Hinblick auf Lootboxen geben wird und sie sich derzeit halt die Beispiele Overwatch (rein kosmetische Loot Boxen) und Battlefront 2 (Loot Boxen mit Pay2Win) anschauen, vermutlich eben weil diese beiden derzeit dem oberen und unteren Spektrum entsprechen.


    Vermutlich werden sie anhand dieser beiden Extreme deklarieren, welche Form von Loot Boxen nun wirklich unter Glücksspiel fallen oder nicht (und ob trotzdem Loot Boxen als ganzes reguliert werden müssen oder nicht).


    Was das dann später für Auswirkungen auf andere Spiele mit ähnlichen Systemen hat wird sich dann zeigen.
    Nur weil sie derzeit nur 2 Spiele unter die Lupe nehmen, heisst das nicht, dass sie sich nicht noch um die Anderen kümmern werden, wenn sie einen Konsens erarbeitet haben.


    Und derzeit gibt es nur Untersuchungen, zwar gibt es natürlich einige Politiker, welche die eine oder andere Meinung vertreten, aber offiziell ist noch nichts entschieden worden.


    Also erstmal ruhig bleiben und abwarten, denn wie bei allen Anderen rechtlichen Angelegenheiten müssen ersteinmal Präzedenz Fälle geschaffen werden, nach denen man dann im Weiteren verfahren kann.


    Dass es überhaupt dazu kommt haben sich aber gierige Publisher wie EA gerade selbst zuzuschreiben, weil sie den Hals einfach nicht voll genug bekommen können (und dass sie das Geld aus den Loot Boxen nicht brauchen, haben sie indirekt selbst zugegeben als sie ihren Investoren versichert haben, dass der Wegfall von MT´s in BF 2 keinerlei Einfluss auf ihre Gewinnerwartungen haben würden ...).
    Ausserdem haben sie noch genug andere Möglichkeiten, um an unser Geld zu kommen (1 von 2 Möglichkeiten hat Activision sich ja schon erfolgreich patentieren lassen :P ).


    Edit:


    Und gerade in neu erscheinenden F2P Spielen sind Loot Boxen derzeit scheinbar eher verpönt, so hat Dauntless z.B. seine Loot Boxen wieder entfernt und das erfolgreiche F2P Spiel Warframe hat überhaupt keine Loot Boxen sondern bietet fast alles direkt zum kaufen an (was ich bevorzuge), den Rest muss man sich halt erspielen.
    Und gerade aus der Ecke der japanischen Spiele gibt es meines Wissen derzeit keine Spiele mit Loot Boxen, vor allem nicht in Vollpreistiteln, dass ist eher eine westliche Krankheit.

  • Um ehrlich zu sein wäre mir es in der Debatte erstmal nur wichtig Kinder vor solchen Parktiken zu schützen. Im Mobile-Markt wird dir ja auch immer gezeigt, ob ein Spiel In-App-Käufe anbietet. Dies denke ich sollte man auch auf normale Spiele ausweiten und eben klar irgendwo darauf hinweisen, denn es ist meiner Meinung nach schon ein erheblicher Unterschied ob du im Spiel drauf hingewiesen wirst, dass du noch mehr Geld ausgeben kannst oder eben nur im Shop ausserhalb des Spieles.
    Das perfide an Lootboxen ist halt, dass sie psychologische Tricks ausnutzen, um mehr zu verkaufen, deswegen halte ich sie auch für gefährlicher als einen normalen In-game-Shop mit Ware x für Geld y. Also vielleicht nocheinmal eine extra Kennzeichnung wenn Glücksspielmechaniken verwendet werden?


    Die USK aber auch überlegen eventuell Maßnahmen in Bezug auf das Age-Rating einzuführen, denn es kann eben Kinder sehr schnell an Glücksspiel herranführen und man hört ziemlich häufig von Glücksspielsüchtigen, dass es in solchen kontrollierten Umgebungen angefangen hat, wo man quasi "nichts verlieren" kann. Deswegen sollte man wohl erwägen, dass wenn eine solche Mechaniken ein höheres Age-Rating nach sich ziehen. Meinetwegen eine 16 oder vielleicht auch eine 12, dass sollten Pädagogen erwägen, ab welchem Alter man damit umgehen kann.


    Am Ende wird aber denke ich mehr nicht möglich sein, denn die Nähe zu Sammelkartenpacks wie Magic, Yugioh oder ähnlichen ist eben gegeben. Ebenso wird es in der Hinsicht denke ich egal sein, was man nun da kaufen kann, also ob es Gameplayeinfluss hat oder nicht, denn diese Mechaniken greifen auch schon bei "nur Cosmetics". Ich fand das Argument sowieso schon immer etwas fragwürdig.

  • Deswegen sollte man wohl erwägen, dass wenn eine solche Mechaniken ein höheres Age-Rating nach sich ziehen. Meinetwegen eine 16 oder vielleicht auch eine 12, dass sollten Pädagogen erwägen, ab welchem Alter man damit umgehen kann.


    Ich bin generell dafür, dass Spiele mit solchen Mechaniken erst ab 18 verfügbar gemacht werden dürfen, denn ab welchem Alter ein Kind oder Jugendlicher damit umgehen kann und vor allem den Wert von Geld einschätzen kann kommt immer darauf an, aus welchem Umfeld er kommt.
    Kinder zum Beispiel, die für ihr Taschengeld arbeiten müssen (Zeitung austragen oder einfach nur im Haushalt helfen) und auch nur ein festes Taschengeld pro Woche erhalten, lernen schneller den Wert von Geld abzuschätzen, als Kinder, die von ihren Eltern alles bekommen und bei denen die Familie nicht so auf´s Geld schauen muss. Erst ab einem Alter von 18 kann man sich glaube ich relativ sicher sein, dass die meisten zumindest grundsätzlich gelernt haben, mit Geld umzugehen.


    Und wie du schon sagst sind es gerade die Mechaniken ansich die hier zum Einsatz kommen, und nicht unbedingt der Gegenwert den man bekommt, die hier das gefährliche für Kinder und Jugendliche darstellen. Deswegen bevorzuge ich auch eher die MT´s Systeme wie in Warframe, wo ich genau das bekomme, wofür ich auch Bezahle.