"Game of Thrones" - Staffel 7

  • Es gibt sicher genug Fans, die die Serie verteidigen und ich glaube das sind auch die, die unbefangener schauen. Heute kann man Serien, wenn man sich nicht nur oberflächlich für sie interessiert, nicht mehr unbefangen schauen. Ich bewege mich eher in einem Umfeld, wo Filme, Serien und Spiele mehr sind als nur Zeitvertreib. Natürlich wird da alles etwas tiefer beleuchtet, aber mittlerweile nimmt man alles bis aufs letzte Zahnrad auseinander. Ich merke deutlich, wie ich komplett anders konsumiere als früher.


    Während der letzten Folge, während (!), kam mir bei der Szene in der Gendry zurückgeschickt wird sofort der Gedanke "Momentchen mal, das wurde mir bis jetzt als epische und beschwerliche Reise verkauft und der joggt da jetzt mal eben alleine zurück. Und der Rabe braucht doch sicher einige Tage und bis Danny da ist doch auch. Und die haben das da ohne Vorräte so lange ausgehalten? In der Kälte?". Das wäre mir früher gar nicht aufgefallen. Aber Menschen haben die Angewohnheit, dass ihnen Dinge, auf die sie aufmerksam gemacht werden, umso mehr auffallen. Das stört den Konsum.


    Auch Fantheorys machen Serien meiner Meinung nach ein Stück weit kaputt. Das hat man letzte Staffel sehr schön gesehen. Einer der größten Plottwists der Serie, Jon ist ein Targaryan, wusste man mehr oder weniger gesichert schon vorher. Da traf sie zu und hat eine Überraschung gedämpft.
    Auch wenn sie nicht zutreffen, schaden sie. In der letzten Staffel sah es in Bravos so aus, als hätte es Arya erwischt. Es gab wildeste Fantheorys bis hin dazu, dass Arys eigentlich Jaqen war, der sich für Arya geopfert hat. Das wurde dann relativ unspektakulär aufgelöst: Arya war nur schwer verletzt und wird von einem Anwohner gesund gepflegt.
    Es gab dann viele enttäuschte Fans, die das langweilig fanden. Das muss man sich überlegen, man ist enttäuscht aufgrund einer Erwartungshaltung, die man sich selber herbei fantasiert hat.


    Wie niedrig die Suspension of Disbelief bei Game of Thrones, einer Fantasy-Seriem, mittlerweile ist, ist absurd. Wir reden von einer Welt mit Drachen und einer Zombie-Armee, aber wenn große Entfernungen mit Schnitten überbrückt werden, flippen alle aus.


    Ich wünsche mir die Zeiten zurück, in denen ich etwas naiver Serien, Filme und Videospiele konsumiert habe.

  • Während der letzten Folge, während (!), kam mir bei der Szene in der Gendry zurückgeschickt wird sofort der Gedanke "Momentchen mal, das wurde mir bis jetzt als epische und beschwerliche Reise verkauft und der joggt da jetzt mal eben alleine zurück. Und der Rabe braucht doch sicher einige Tage und bis Danny da ist doch auch. Und die haben das da ohne Vorräte so lange ausgehalten? In der Kälte?". Das wäre mir früher gar nicht aufgefallen. Aber Menschen haben die Angewohnheit, dass ihnen Dinge, auf die sie aufmerksam gemacht werden, umso mehr auffallen. Das stört den Konsum.

    Hier habe ich halt das Gefühl, dass das allen auffällt, weil es so plump und schlecht geschrieben ist resp. gezeigt wird.


    Auch Fantheorys machen Serien meiner Meinung nach ein Stück weit kaputt. Das hat man letzte Staffel sehr schön gesehen. Einer der größten Plottwists der Serie, Jon ist ein Targaryan, wusste man mehr oder weniger gesichert schon vorher. Da traf sie zu und hat eine Überraschung gedämpft.[...]

    Die R+L=J Theorie war viel älter. Da bestand einfach eine grosse Diskrepanz zwischen Bücherfans und Serienschauern. Bei dem House of Black and White-Arc stimme ich dir aber zu. Dank Reddit hatte ich mir da eine sehr hohe Erwartungshaltung aufgebaut und wurde dann enttäuscht. Dasselbe beim Cleganebowl.


    Trotzdem funktioniert das auch in die andere Richtung: Für mich wurde z.B. Westworld zu einem weitaus besseren Erlebnis, soweit ich das einschätzen kann, durch das Theorycrafting auf Reddit nach jeder einzelnen Folge. Zwar hat die Community auch da sehr viel vorausgesehen, aber das Craften und dann das Bestätigtsehen der eigenen Theorien ist dann halt eine andere Art des Entertainments und des Sich-bestätigt-Fühlens.

  • Die R+L=J Theorie war viel älter. Da bestand einfach eine grosse Diskrepanz zwischen Bücherfans und Serienschauern. Bei dem House of Black and White-Arc stimme ich dir aber zu. Dank Reddit hatte ich mir da eine sehr hohe Erwartungshaltung aufgebaut und wurde dann enttäuscht. Dasselbe beim Cleganebowl.

    Wobei man sagen muss das Aryas kompletter Arc seit Staffel 4 auch ohne irgendwelche Fan-Theorien unglaublich enttäuschend war (von den Logikfehlern und dem Fehlen eines richtigen Endes mal abgesehen).
    Und der Cleganebowl war doch eigentlich immer nur ein Spaß oder? ^^ Glaube nicht, dass den jemals jemand wirklich erwartet hat.
    Wobei die Tatsache dass Sandor und Robert Strong nächste Folge wohl in Kings Landing aufeinander treffen mich etwas ängstlich macht. Das wäre ein trauriger neuer Höhepunkt des Fanservice...

  • Wieso haben Leute prinzipiell etwas gegen Fanservice? Nur weil alle Fans den Cleganebowl sehen wollen heißt das doch nicht, dass es was schlechtes wäre.

    Gegen Fanservice an sich hab ich eigentlich auch überhaupt nichts einzuwenden, unter der Voraussetzung, dass das ganze relativ organisch passiert und den Rest nicht aktiv stört, was hier aber der Fall wäre. Man hat durch die Kürzung der letzten beiden Staffeln auf 13 Folgen sowieso schon sehr viele Bestandteile der ersten Staffeln fallen gelassen und konzentriert sich offensichtlich nur noch darauf, die groben Plotpoints abzuhandeln ohne diesen jedoch die benötigte Zeit zu geben (Niederlagen von Dorne und dem Reach, Überfall auf Casterly Rock, Einsatz der Drachen in Westeros etc.). Wie passt es da jetzt also hinein, zwei Charaktere, die für die größere Geschichte quasi keinerlei Rolle mehr spielen, in ein pseudo episches Battle zu schicken (das btw mehr Meme als tatsächliche Theorie ist) obwohl immer noch so viele Fragen, die eigentlich zwingend diese Staffel noch beantwortet werden müssen, offen sind? Dazu kommt außerdem, dass der eine der beiden mittlerweile ein weirder Zombie ist, wodurch dem ganzen Konflikt auch irgendwie die Bedeutung genommen wird.

  • So, ich hab jetzt noch nicht gelesen, was ihr anderen geschrieben habt...ich muss zur letzten Folge erstmal was loswerden.


    Vorab zur Warnung: Wenn jemand Game of Thrones abgöttisch liebt...nun, der oder diejenige sollte das folgende vielleicht nicht lesen.


    Hat mein Ansatz von "Kopf aus, Spot an" in der letzten Folge noch ganz gut funktioniert ist in der aktuellen Folge alles in sich zusammengebrochen.
    Die Sachen, die mich gestört haben (ohne feste Reihenfolge)


    1. Seit wann sind die Wihgts so intelligent? Bleiben stehen, wenn das Eis einbricht, erkennen an dem vom Hound geworfenen Stein, dass der See wieder zugefroren ist.
    Wenn man sich dagegen an Hartheim (oder wie das hieß) erinnert, wo die in vollem Sprint eine Klippe runtergefallen sind...das wirkte doch sehr merkwürdig.


    2. Ein Drache ist tot. Eins von Danys Kindern ist tot. Ich hatte irgendwie mehr...Gefühle von ihr erwartet, statt den immer gleichen Gesichtsausdruck.


    3. Woher kommt diese Beziehung zwischen Dany und Jon? Hab ich eine Folge verpasst? Ist in der Drachenglashöhle noch was passiert?^^


    4. Woher haben die Toten die schweren Ketten um den Drachen rauszuziehen? Warum muss der Drache überhaupt rausgezogen werden? Sonst muss Lord Coldemord die Toten doch auch nicht anfassen zum wiederbeleben.


    5. Gendry ist wohl ein guter Läufer...oder waren die nur einen Tag unterwegs? Es fühlte sich eher an, als seien sie schon mehrere Tage durch die Eiswüste gewandert.


    5.1. Überschallraben und Drachen...
    Dass Zeit und Raum in Westeros keine Bedeutung mehr haben, wissen wir ja schon, aber diese Folge schießt wirklich den Vogel ab!
    Wie lang sollen Jon und Co. ausgeharrt haben? Eine Nacht? Länger dauert es wohl kaum bis der See wieder zugefrohren bzw. Die Lebenden erfroren sind.
    Und in dieser Zeit ist Gendry zur Mauer gelaufen, ein Rabe nach Drachenstein geflogen (was echt weit weg ist) und die Drachen zum See gefloen!?


    6. Benjen darf noch einmal Plotarmor spielen und stirbt einen langweiligen, sich vollkommen egal anfühlenden Tod.


    Mittlerweile bin ich wirklich so weit, dass ich überlege die Serie nicht mehr weiterzugucken, wenn es nicht Game of Thrones wäre, hätte ich mit Sicherheit schon lang aufgehört.



    Aber halt! Es gibt noch mehr!


    7. Zu wem geht Sansa, um ihr Herz auszuschütten? Zu Littlefinger!? Hat die Frau denn Amnesie!?


    8. Warum sollte Sansa überhaupt auf die Einladung Cerseis reagieren? Und schickt dann Brienne mehr oder weniger in den Tod?


    9. Woher kommt diese extreme Feindseligkeit von Arya? Wenn sie doch so gut im Lügen erkennen ist, sollte sie doch merken, dass Sansa sie nicht anlügt?


  • War ich eigentlich der einzige der irgendwie damit gerechnet hat, dass als Jon aus dem Wasser rauskommt es einer der Drachen ist der umkehrt und ihn rettet? Das hätte den "Jon ist ein Targaryen" plot weitergebracht und wäre finde ich eine etwas naheliegendere Lösung gewesen um Jon da irgendwie lebend rauszubekommen. Die Lösung Benjen Jon retten zu lassen fand ich nämlich, wie die meisten, sehr an den Haaren herbei gezogen. Oder wie wäre es gewesen Jon einfach sterben zu lassen, das hätte man der Serie vor gerade einmal einer Staffel noch locker zugetraut. Vor einer Staffel hätte ich es der Serie sogar noch zugetraut die ganze Gruppe umzubringen, aber nein man muss dem Zuseher unbedingt zeigen, dass Dani schon am Weg ist um ja jede Spannung rauszunehmen und dann die zahnloseste Lösung die irgendwie möglich war zu präsentieren.

  • So, ich hab jetzt noch nicht gelesen, was ihr anderen geschrieben habt...ich muss zur letzten Folge erstmal was loswerden.


    Vorab zur Warnung: Wenn jemand Game of Thrones abgöttisch liebt...nun, der oder diejenige sollte das folgende vielleicht nicht lesen.

    Ich komme sicherlich langsam rüber wie ein Fanboy, aber lasst euch nochmal gesagt sein: Auch ich habe so meine Probleme mit den neuen Folgen.


    Allerdings möchte ich trotzdem auf deine Punkte eingehen.


    Zu 1: Vielleicht haben die ja seit Hardhome dazugelernt? Ich verstehe solche Kritikpunkte ehrlich gesagt nicht wirklich. Es ist Fantasy. Wenn etwas nicht vollständig gegen die innere Logik der Welt verstößt, greift bei mir die Suspension of Disbelief.


    Zu 2: Sie will sich stark zeigen und Danny hat sich auch weiterentwickelt. Sie weiß, dass es im Krieg Verluste gibt. Vielleicht kommen die Selbstvorwürfe, die Trauer etc. erst später, z.B. in der nächsten Folge.


    Zu 3: Fanservice. Stört mich auch.


    Zu 4: Siehe "Zu 1". Ist das wirklich was, was einen aufregen muss?


    Zu 5 und 5.1: Wie gesagt, fand ich auch etwas eigenartig.


    Zu 6: Vollkommen unnötiger Deus Ex Machina.


    Zu 7: Er hat sie halt schon wieder so weit manipuliert. Wen hat sie denn da noch? Arya wendet sich von ihr ab. Bran spricht nur in Rätseln. Brienne interessiert sich nicht für politische Winkelspiele.


    Zu 8: Warum geht wohl Brienne nach King´s Landing? Wer ist denn da gerade? Na... Jamie natürlich. Auch das ist wieder reiner Fanservice. Das macht keinen Sinn jetzt überhaupt jemanden nach Cersei zu schicken, weil die unberechenbar ist. Man will Jamie und Brienne wieder zusammenführen.


    Zu 9: Vielleicht lügt Sansa ja doch?


    Also du siehst: Auch ich habe da Kritikpunkte, aber bei allem gehe ich nicht mit. Das ist teilweise so kleinlich.


    Die Serie ist halt kompletter Mainstream geworden. Das muss man leider so sehen. Aber schlecht ist sie dadurch noch lange nicht.

  • Ja, ich bin kleinlich und unfair, ABER ich bin kleinlich und unfair zu Game of Thrones, weil es so viel beliebiger und schlechter geworden ist.
    Und das fieseste ist, dass mir mit Staffel 5-7 auch die Lust vergangen ist, die alten Staffeln nochmal zu gucken...und die hab ich geliebt! Die waren eine Offenbarung! Phänomenales Fernsehen! Und jetzt hocken wir hier im Forum und reden uns den Kram schön....wir sind doch hier nicht im World of Risen!


    Ich denke, ich warte einfach, bis die Bücher fertig sind.... hkdLol

  • Moment mal....das wars? Das soll euer großes Staffelfinale gewesen sein? Zahlreiche neue dumme Entscheidungen von Cersei, ein Jon der es jetzt neuerdings ganz ganz böse findet andere Menschen anzulügen, ein Jaime der scheinbar ganz alleine reisen will und gar nicht erst versucht die ihm gegenüber treuen Soldaten mitzunehmen, zwei dumme Teenager die das Mastermind dieser Welt durch einen wirklich dummen und langweiligen Plan austricksen und inzestuöser Geschlechtsverkehr (noch dazu nicht mal Full Penetration!111) auf einem Boot? Das war das beste was ihr zu bieten hattet?
    Diese Serie tritt all die großartigen Charakter der Bücher (in dieser Folge besonders Sandor, Jaime, Varys, Theon und Littlefinger) so mit Füßen, dass ich mich in diesem Moment gerade ehrlich nicht sicher bin, ob ich mir die achte Staffel überhaupt angucken werde. Vorher habe ich noch gesagt, lieber ein okayes Ende der Geschichte durch die Serie (da wir es in Buchform wohl nie bekommen werden) als gar kein Ende, aber mittlerweile hat sich das komplett umgedreht. Fick diese Serie.


    P.S. Und noch etwas, das wohl nur mich persönlich stört : Wieso kommt man auf die Idee, es wäre eine gute Idee Rhaegar wirklich vollständig zu zeigen? Die Perspektive mit der Hand bzw dem Arm hätte doch völlig gereicht? Nun hat man diesem Charakter, der auf gewisse Weise eigentlich der Hauptcharakter dieser ganzen Geschichte ist, aus meiner Sicht einen großen Teil des ihm umgebenen Mysteriums genommen, ohne da aber irgendwas mit zu erreichen.

  • Also ich hab diese Staffel mehrmals kritisiert aber die Folge fand ich großartig. Ich bin ehrlich @Wookieboy, wenn ich mir deinen Kommentar durchlese habe ich das Gefühl, du hast die Folge mit der Einstellung gesehen, du willst sie schlecht finden, denn die Kritikpunkte die du hast sind sowas von an den Haaren herbei gezogen. Jede andere Entscheidung von Cercei wäre komplett out of charakter gewesen. Jon war immer ein ehrlicher Mensch. Wie hätte Jamie denn bitte Soldaten mitnehmen sollen ohne daran gehindert zu werden? (du wärest vermutlich der erste gewesen der geschrien hätte, weil sowas unlogisches in got früher nie passiert ist) Gut, Littlefinger hätte sich vielleicht geschickter anstellen können, aber Sansa und Arya sind nunmal nicht dumm und waren das auch nie. Dazu kommt auch noch ein allwissender Bran. Littlefinger hat einen Fehler gemacht, nämlich nach Winterfell zu kommen, denn ab dem Moment in dem Arya und Bran aufgetaucht sind konnte dieser Konflikt de facto nicht anders enden.
    Die Serie war diese Staffel viel zu oft eine standard Fantasy Serie die nur durch tolle Action und herbeigeschriebene Plottwists funktioniert hat. Das wurde mMn teilweise zurecht kritisiert, aber dieses Staffelfinale war meiner Meinung nach das exakte Gegenteil. Es gab großartige Dialoge, grandiose Charaktermomente, und wie ich finde sogar ganz gute Twists (ich hab es zB nicht kommen sehen, dass Cercei gelogen hat und bei ihrem alten Plan bleibt, obwohl es wie ich schon geschrieben habe absolut zu ihrem Charakter passt)


    Mich hat dieses Staffelfinale auch nicht weggeblasen wie das letzte, aber das geht halt auch nicht immer. Man kann nicht die Geschichte umschreiben nur um einen schönen wow Effekt zu erhalten. Die Geschichte die erzählt wurde war aber wie ich finde sehr gut und wurde ebenso gut umgesetzt.

  • Also ich hab diese Staffel mehrmals kritisiert aber die Folge fand ich großartig. Ich bin ehrlich @Wookieboy, wenn ich mir deinen Kommentar durchlese habe ich das Gefühl, du hast die Folge mit der Einstellung gesehen, du willst sie schlecht finden, denn die Kritikpunkte die du hast sind sowas von an den Haaren herbei gezogen. Jede andere Entscheidung von Cercei wäre komplett out of charakter gewesen. Jon war immer ein ehrlicher Mensch. Wie hätte Jamie denn bitte Soldaten mitnehmen sollen ohne daran gehindert zu werden? (du wärest vermutlich der erste gewesen der geschrien hätte, weil sowas unlogisches in got früher nie passiert ist) Gut, Littlefinger hätte sich vielleicht geschickter anstellen können, aber Sansa und Arya sind nunmal nicht dumm und waren das auch nie. Dazu kommt auch noch ein allwissender Bran. Littlefinger hat einen Fehler gemacht, nämlich nach Winterfell zu kommen, denn ab dem Moment in dem Arya und Bran aufgetaucht sind konnte dieser Konflikt de facto nicht anders enden.
    Die Serie war diese Staffel viel zu oft eine standard Fantasy Serie die nur durch tolle Action und herbeigeschriebene Plottwists funktioniert hat. Das wurde mMn teilweise zurecht kritisiert, aber dieses Staffelfinale war meiner Meinung nach das exakte Gegenteil. Es gab großartige Dialoge, grandiose Charaktermomente, und wie ich finde sogar ganz gute Twists (ich hab es zB nicht kommen sehen, dass Cercei gelogen hat und bei ihrem alten Plan bleibt, obwohl es wie ich schon geschrieben habe absolut zu ihrem Charakter passt)


    Mich hat dieses Staffelfinale auch nicht weggeblasen wie das letzte, aber das geht halt auch nicht immer. Man kann nicht die Geschichte umschreiben nur um einen schönen wow Effekt zu erhalten. Die Geschichte die erzählt wurde war aber wie ich finde sehr gut und wurde ebenso gut umgesetzt.

    Na klar bin ich an die Folge alles andere als positiv rangegangen, aber ich bin niemand der bei seiner Bewertung unfair ist. So waren Inszenierung und Acting diesmal zum Glück wieder gut (was leider die letzten Staffeln auch keine Selbstverständlichkeit war).
    Zu meinen einzelnen Punkten:
    1. Cersei wirkt für mich einfach nicht mehr wie ein konstanter Charakter. Mal bezeichnet sie ihre Kinder als Verräter den es nicht wert sei nachgetrauert zu werden, und dann richtet sie ihr ganzes Verhalten plötzlich wieder nach einem ungeborenen Kind. Auch ihre Logik in der Diskussion war irgendwie unlogisch. Erst sagt sie ihre Unterstützung als Teil ihres später revealten Plans zu, nur um diesen dann kurze Zeit später aufgrund ein paar dummer Formalitäten wieder zurückzuziehen, obwohl sich gerade eine riesige Armee und zwei Drachen vor ihrer Stadt befinden. What?!?
    2. Eine meiner größten Kritiken an der Serie ist es, das man die Bevölkerung komplett außer acht lässt. Dazu gehören eben auch die Soldaten. Wie unlogisch wäre es denn also, wenn der Kommandant der Lannister-Truppen es schafft, einige Soldaten dazu zu bringen, sich ihm anzuschließen? Vor allem da sich Jaime seinen Soldaten gegenüber immer ehrenhaft und tapfer verhalten hat, und sie auch beim Angriff durch die Dothraki nicht verlassen hat. Jaime hat sie in die Schlacht geführt, während Cersei einfach "nur" eine Frau (in Westeros nicht unwichtig) ist, die in den Augen vieler den Verstand verloren hat.
    3. Littlefinger hat im Alleingang den War of the five Kings gestartet. So jemand lässt sich nicht einfach austricksen, ganz egal wie schlau Arya und Sansa auch seien mögen. Man hat einfach gemerkt, das man keine Ahnung mehr hatte, was man mit diesem Charakter (so auch Varys der jetzt einfach nur dumm im Hintergrund steht), nach Ende seiner Buch Story anfangen sollte. Oder willst du mir ernsthaft sagen, das irgendeine seiner Aktionen in Staffel 5-7 irgendwie besonders clever war?


    Die Folge war definitiv die beste in Staffel 7, allein weil man sich endlich mal etwas Zeit für Charakterentwicklung und Inszenierung genommen hat. Je länger eine Szene gedauert hat, so besser wurde sie auch (Cersei vs Jaime) aber insgesamt reicht das einfach nicht.
    Noch dazu frage ich mich, wo das ganze Budget hingeflossen sein soll. Keine einzige Schlacht kam auch nur ansatzweise an die der vorherigen Staffeln heran und vieles sah halt ok aus, war aber irgendwie ziemlich langweilig (Zerstörung der Mauer). Meh.

  • Die Zerstörung der Mauer fand ich ziemlich beeindruckend, ich geb dir aber recht, dass ich mir, nachdem so wahnsinnig viel darüber geredet wurde wie teuer die Serie doch inzwischen ist, fast mehr erwartet hätte, denn optisch beeindruckender als zumindest die letzte Staffel fand ich diese nicht. Zu deinen Erklärungen:
    1.) Ich geb dir recht, dass es seltsam ist, dass Cercei erst weggeht, dann aber nach der Überredung von Tyrion zurückkommt und zustimmt mit den anderen zu kämpfen. Besonders weil Euron bereits davor abgehaut ist um in den Osten zu segeln. Das würde bedeuten, dass sie den Plan, Dani und Jon zu hintergehen bereits hatte als Euron Königsmund verlassen hat, damit ihr Plan aber funktionieren würde hätte sie vorhersehen müssen, dass Tyrion ihr nachkommt und versucht sie zu überreden und das hätte schon fast was von Hellseherei. Es wäre tausendmal schlauer gewesen einfach gleich zuzusagen, im Kampf gegen die weißen Wanderer zu helfen. Das ist eine Logiklücke die mir tatsächlich erst jetzt auffällt


    2.) Das Problem für Jamie ist, dass er zwar von Cercei nicht getötet wurde aber von ihr sicher nicht die Erlaubnis bekommen hat in den Norden zu gehen. Jamie ist gerade de facto ein Flüchtling, der es sich nicht erlauben kann zu probieren Lannister Soldaten auf seine Seite zu ziehen. Für ihn zählt gerade eigentlich nur, so schnell wie möglich aus Kings Landing wegzukommen und dabei so wenig Aufmerksamkeit wie irgendwie möglich zu erregen.


    3.) Ich fand Littlefingers verhalten in den letzten beiden Staffeln größtenteils eigentlich ziemlich clever. Ich glaube auch, dass seine Manipulation an Sansa einige Zeit lang recht gut funktioniert hat. Man hat letzte Folge gesehen, dass Sansa misstrauisch gegenüber Arya war, diese hat Sansa allerdings den Dolch gegeben als Zeichen dafür, dass sie Sansa nicht töten will und dass sie ihr vertrauert. So wie ich das verstanden habe wurde Sansa erst dadurch auf das Handeln von Littlefinger richtig aufmerksam. Dieser wiederum wusste von der Konfrontation von Sansa und Arya nichts und probierte daher Sansa auf Arya zu hetzen, etwas das nach der letzten Folge und weil Sansa halt auch alles andere als dumm ist (sag was du willst aber es wurde in dieser Serie schon oft genug gezeigt, dass Sansa sehr schlau sein kann. Vor dem Battle of Bastards war sie die einzige die Ramsey durchschaut hat während Jon komplett in die Falle ging) zum Scheitern verurteilt war.

  • zu 1) Außerdem mussten sie vorhersehen, dass die einen Zombie anschleppen. Ansonsten wäre es ziemlich unglaubwürdig gewesen wenn Euron völlig grundlos aufsteht und verkündet sich jetzt auf einer Insel zu verstecken^^


    Littlefingers Tod ist eigentlich ein gutes Beispiel warum mich die Serie mit dieser Staffel verloren hat. Die frühen Folgen waren ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Wer ist gut und wer böse? Intrigen, Machtspiele, Politik... und dann BAM! plötzlich stirbt ein Hauptchrakter der für die Story essentiel wichtig war. Wie soll die Geschichte jetzt weitergehen? Was passiert überraschendes in der nächsten Folge? SPANNUNG!
    Das Littlefinger jetzt gestorben ist, ist für die Welt, die Charktere und generell vollkommen egal. Das Verhältnis der Stark Schwestern ist gestärkt, es gibt einen weniger der intregiert. That's it.


    GoT hat seinen Fokus extrem verschoben. Nicht unbedingt zum Schlechteren, die meisten meiner Kollegen lieben die neue Staffel. Aber es ist einfach nicht der Content für den ich damals die Serie angefangen habe.
    Im Moment kA ob ich mir eine Staffel 8 noch anschauen will, aber das hat ja noch etwas Zeit^^


    Zwei Fragen noch zum Schluss:
    Woher hat Cersei das Geld die Gold Company anzuheuern? War das nicht der Witz der ganzen Überfall-Folge dass das Gold verloren war?


    Warum speit ein Zombie-Drache blaues Feuer? Ich meine klar, optisch passt das zu den Walkern aber WHY? Mich hat das daran erinnert wenn man eine feindliche Einheit in einem Strategispiel captured und sie in dann in den entsprechenden Teamfarben eingefärbt ist ;)

  • Warum speit ein Zombie-Drache blaues Feuer? Ich meine klar, optisch passt das zu den Walkern aber WHY? Mich hat das daran erinnert wenn man eine feindliche Einheit in einem Strategispiel captured und sie in dann in den entsprechenden Teamfarben eingefärbt ist ;)

    Jetzt mal ehrlich... WHO THE FUCK CARES??? Das sah geil aus und fertig. Es ist ziemlich unfassbar, was die Serie mittlerweile alles einstecken muss...


    Diese letzte Folge der Staffel war großartig. Alle Kritikpunkte, die ich bis jetzt in diesem Thread geäußert habe, bleiben so stehen, aber was jetzt an der Folge so falsch gewesen sein soll, verstehe ich langsam wirklich nicht mehr.


    Es wurde weniger herum gesprungen und es ist seit langer Zeit mal wieder ein Hauptcharakter drauf gegangen. Der Rat im Dragon Pit war der bisher größte Pay-Off der Serie, wie lange hat man jetzt auf das zusammentreffen gewartet? Es gab Überraschungen, die ich nicht erwartet hätte; z.B. findet Cersei die Gelassenheit Tyrion nicht umzubringen, obwohl sie die Gelegenheit hat, nur um sich dann später gegen ihren Geliebten (...und Lieblingsbruder) zu wenden.


    Und die Action an der Mauer war lahm? Ich glaube man muss einige mal wieder wachrütteln, dass das eine SERIE ist und kein 200 Mio.-Blockbuster.

  • Und die Action an der Mauer war lahm? Ich glaube man muss einige mal wieder wachrütteln, dass das eine SERIE ist und kein 200 Mio.-Blockbuster.

    Ja aber who the fuck cares? Soll ich jetzt anfangen zu klatschen weil die ihr Budget besser nutzen als Hollywood-Filme? Das Game of Thrones großartiges CGI hat ist doch jetzt nichts neues und Szenen wie das Battle of the Blackwater hatten im Vergleich zu den heutigen Folgen nur ein winziges Budget und sahen trotzdem mindestens genauso gut aus und hatten einen viel größeren Impact.
    Die Szene an der Mauer war weder besonders gut inszeniert, hatte keinerlei emotionalen oder moralischen Hintergrund und war halt einfach sehr vorhersehbar. Das macht die Szene bestimmt nicht furchtbar oder so (immerhin ging es einfach nur um das bloße Zerstörung eines kleinen Teils der Mauer) aber mehr als stumpfe Plot-Progression war das jetzt auch nicht.

  • Moment mal....das wars? Das soll euer großes Staffelfinale gewesen sein? Zahlreiche neue dumme Entscheidungen von Cersei, ein Jon der es jetzt neuerdings ganz ganz böse findet andere Menschen anzulügen, ein Jaime der scheinbar ganz alleine reisen will und gar nicht erst versucht die ihm gegenüber treuen Soldaten mitzunehmen, zwei dumme Teenager die das Mastermind dieser Welt durch einen wirklich dummen und langweiligen Plan austricksen und inzestuöser Geschlechtsverkehr (noch dazu nicht mal Full Penetration!111) auf einem Boot? Das war das beste was ihr zu bieten hattet?
    Diese Serie tritt all die großartigen Charakter der Bücher (in dieser Folge besonders Sandor, Jaime, Varys, Theon und Littlefinger) so mit Füßen, dass ich mich in diesem Moment gerade ehrlich nicht sicher bin, ob ich mir die achte Staffel überhaupt angucken werde. Vorher habe ich noch gesagt, lieber ein okayes Ende der Geschichte durch die Serie (da wir es in Buchform wohl nie bekommen werden) als gar kein Ende, aber mittlerweile hat sich das komplett umgedreht. Fick diese Serie.


    P.S. Und noch etwas, das wohl nur mich persönlich stört : Wieso kommt man auf die Idee, es wäre eine gute Idee Rhaegar wirklich vollständig zu zeigen? Die Perspektive mit der Hand bzw dem Arm hätte doch völlig gereicht? Nun hat man diesem Charakter, der auf gewisse Weise eigentlich der Hauptcharakter dieser ganzen Geschichte ist, aus meiner Sicht einen großen Teil des ihm umgebenen Mysteriums genommen, ohne da aber irgendwas mit zu erreichen.

    Also wenn du mittlerweile so wenig Spaß an der Serie hast, warum hörst du dann nicht einfach auf zu gucken? Ich meine das jetzt nichtmal böse, sondern mich interessiert einfach, warum du dir das antust^^


    Ich für meinen Teil habe aus Neugier eine Zusammenfassung der letzten Folge gelesen und hab ehrlich gesagt überhaupt keine Lust das Staffelfinale zu gucken. Mich interessiert zwar noch wie die Geschichte ausgeht, aber an der Serie ist mir die Lust vergangen. Und anstatt mich darüber zu ärgern, wie schwach Game of Thrones mittlerweile geworden ist...nun gucke ich halt was anderes und verbringe das bisschen Freizeit was ich hab nicht mit Dingen, die mir keinen Spaß machen.

  • Also wenn du mittlerweile so wenig Spaß an der Serie hast, warum hörst du dann nicht einfach auf zu gucken? Ich meine das jetzt nichtmal böse, sondern mich interessiert einfach, warum du dir das antust^^

    Das ist eine sehr gute Frage auf die ich leider auch keine wirkliche Antwort habe :D es ist wohl irgendwie eine Mischung aus der Frustration darüber, dass die Welt wohl nie das echte Ende von GRRM sehen wird, sowie der Hoffnung, dass die Showrunner sich vielleicht doch nochmal aufraffen und plötzlich wieder gute Dialoge und Geschichten abliefern (vor allem da manche ihrer neuen Dialoge/Monolge anfangs noch echt hervorragend waren und perfekt in die Bücher passen würden).
    Noch dazu bin ich Schüler und habe sowieso zu viel Freizeit also ist mir die eine verschwendete Stunde die Woche noch relativ egal :D