"Game of Thrones" - Staffel 7

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  • so, ich habe vor einigen Tagen auch endlich mal
    GoT Staffel 7 geschaut. Ging ja recht schnell, dadurch dass es damals leider nur 7 Folgen
    waren. Warum eigtl? Ich finde, die Staffel hätte definitiv noch etwas mehr Zeit vertragen
    können. Naja....


    Also ich persönlich finde Staffel 7 war größtenteils ein Spot-Fest, also es sind seeehr viele
    krasse Szenen passiert, die definitiv episch und massiv waren.... aber 1) waren diese Momente
    entweder etwas weniger aufgebaut oder 2) wenn man über manche Szenen mal so länger nachdenkt,
    könnte man definitiv einige Logiklöcher oder zumindest Ungereimheiten entdecken.



    Naja, trotzdem ne gute Season. Kann es kaum erwarten, dass die letze Staffel rauskommt.
    Und die letze Staffel hat dann wieder nur 6 oder 7 Folgen ja? Hach, ob die ausreichen werden? Ich hätte gern mehr!

  • So denn, ich habe die siebte Staffel GoT nun auch endlich nachgeholt. Ich weiß, late to the party, aber was soll's. Hier mein kurzes Zwischenfazit:


    Staffel 6 fand ich ehrlich gesagt durchwachsen. Es gab immer wieder tolle Momente und dann einige, die eher meine Skepsis geweckt haben. Manche Handlungsstränge waren schleppend und unbefriedigend, doch das große Finale - also die letzten beiden Folgen - waren einfach klasse. Richtig großes Kino! Habe mich seit dem auf Staffel 7 gefreut und sie nun in kurzer Zeit nachgeholt. Und jetzt stehe ich da, noch viel skeptischer als bei Staffel 6.


    Der große Auftakt von Staffel 7 war super und hat mich direkt mitgenommen. Durch die sieben Folgen war nun alles zusammengestauchter und intensiver, sodass man anfangs in fast jeder Folge eine Schlacht und coole Momente drum herum bekommen hat. Wobei ich auch die Kritik daran nachvollziehen kann. Durch das Runterdampfen auf sieben Folgen fehlt es der Serie an Luft und entspannten Momenten. Alles wirkt dadurch konstruierter und angespannter. Na ja, zurück zum Positiven: Die starke Drachen-Präsenz, die Musikuntermalung, die Szenerien - Game of Thrones spielt mittlerweile in einer ganz eigenen Liga, was das Serienformat und den Aufwand dahinter angeht. Man könnte einzelne Folgen herauspicken und sie problemlos als Kinofilm zusammenschneiden.


    Doch spätestens ab Folge fünf begann alles wieder zu bröckeln. Entfernungen spielen endgültig keine Rolle, wodurch die Welt an Größe und Glaubhaftigkeit verliert. Die Handlung um Sansa und Arya ist stets vorhersehbar und dann ist da der erschreckend dämliche Plan, einen White Walker nach King's Landing zu bringen. Ehrlich, da war so viel Scheiße dabei - so viel suspension of disbelief kann man gar nicht aufbringen. Entgegen jeglicher Logik unterschätzt man in dieser Staffel die grausamsten Charaktere und setzt das Leben von wichtigen Personen auf's Spiel, um was zu erreichen...?


    Und dann ist da noch das lahmste Staffelfinale in der Geschichte von Game of Thrones. Warum? Weil es nicht mehr richtig Game of Thrones ist. Das Tolle an dieser Serie war, dass das Ende es stets geschafft hat, den Zuschauer einzunehmen, zu überraschen und zu schockieren. Ein Tyrion Lannister, der seine einstmalige Geliebte erdrosselt und direkt danach den Vater erschießt. Oder das tolle Ende von Staffel 6, das nicht nur inszenatorisch krass ist, sondern auch wieder einen kalten Cut macht. Das Ende von Staffel 7 hat sich hingegen unfassbar enttäuschend angefühlt. Jon und Daenerys liegen sich in den Armen - no shit, Sherlock!


    Sandor Clegane stellt sich dem Mountain und man denkt sich "Wow, jetzt gibt es sicherlich einen ordentlichen Kampf!". Pustekuchen. Dann kommt Jaime Lannister daher und der Mountain tritt ihm vor Cersei entgegen. Erneut denkt man "Okay, aber jetzt fliegen die Fetzen! Vielleicht erwischt es ja Jaime!". Wieder Pustekuchen. Überhaupt vergehen 45 Minuten im Finale von der siebten Staffel von GoT und nichts mag so richtig passieren. Es wird geredet, Konflikte bauen sich auf und dann dampft es wieder ab. Unbefriedigung pur. Und am Ende stirbt die Person, von der es eh klar war und alles endet auf eine völlig vorhersehbare Art und Weise. Und ja, das ist sehr untypisch für Game of Thrones. Keine Schock-Momente, kein Mysterium, keine eigenartigen Spielereien und kein kaltschnäuziges Niedermähen der Hauptprotagonisten. Schade.


    Von all den Logiklücken, von denen es inzwischen unzählige gibt, mal völlig zu schweigen.


    Ich weiß, dass hier einige Leute unterschiedliche Meinungen vertreten und sehr hitzig werden können, um Rechtfertigungen für die eine, oder andere Argumentationsrichtung zu liefern. Es ist nun mal eine Serie, bei der Game of Thrones drüber steht. Und obwohl mich die letzten Folgen enttäuscht haben, macht diese Serie immer noch eine Menge Spaß. Natürlich werde ich mir Staffel 8 ansehen und ich freue mich auf das Wiedersehen mit vielen Charakteren. Jedoch gibt es mittlerweile einfach viele Dinge, die mir diese Serie madig machen können und es wird immer schwerer, diese Dinge beim Schauen zu ignorieren. Während GoT einstmals dafür stand, dass man seinen Kopf einschalten und ins Grübeln geraten soll, so steht diese Serie jetzt eher für visuelle Opulenz, krasse Inszenierung und möglichst schnelles Abschalten jeglichen Hinterfragens.