Daniel Vavra, Game Two und Akkuratesse in Videospielen

  • Da Twitter die denkbar schlechteste Plattform ist um irgendeine Form von Diskussion zu führen, dachte ich mir, ich erstelle ein Thema im Forum, weil es durchaus spannend und einer Diskussion würdig ist.


    Wer nach dem Titel nicht sofort weiss, worum es geht: Robin (sowie Dom und David) verlinkte auf Twitter einen Artikel, der das Spiel 'Kingdom Come: Deliverance' aufgrund seiner falsch vermittelten geschichtlichen Akkuratesse kritisiert und Daniel Vavra, den Chefentwickler als das darstellt, was er ist; ein rechter Vollpfosten. Dabei kritisiert der Kolumnist 'lepetitcapo' die Rolle der berichtenden Medien (namentlich funk und somit Game Two), welche Vavra interviewt haben, ihm also ein öffentliches Sprachrohr zur Verfügung gestellt haben, dabei nicht kritisch mit seinem rassistischen Hintergrund umgegangen sind und das Spiel selbst als historisch hochakkurat bezeichnen, was nach der Ausführung des Kolumnisten in Frage zu stellen ist. Hier der Link zum Artikel: https://lepetitcapo.wordpress.…kingdom-come-deliverance/


    Robin geht bei seinem Tweet wenig zimperlich mit den Kollegen von Game Two und Gamestar um:

    Ich selber hab mich dann mit einem Tweet geäussert, indem ich das Wort 'unterstützen' zu stark fand. Funk und Game Two haben sich mit dem Thema schlichtweg nicht genug auseinandergsetzt, es ignoriert (hier wählt er das bessere Wort). Colin Ich bin Robins Vater Gäbel schien das wohl ähnlich zu sehen:

    Fabu, ZDF-Mitarbeiter, meldet sich. Funk schnitt den Beitrag nicht nachträglich aus der Sendung, weil sie laut eigener Aussage "neutral über das Spiel berichten wollten". Für Robin ist dieses Verhalten alles andere als neutrale Berichterstattung:

    Es sei hierbei kurz angemerkt, dass Vavras 'Nazishirt' niemandem vor Ausstrahlung aufgefallen ist. Kein Schwein, vor allem nicht der Interviewer kannte die schwedische Naziband 'Burzum' (who the fuck). Erst vereinzelte Kommentare aus der Community führten damals zu einer Diskussion rundum Vavra.


    An dieser Stelle mache ich kurz einen Cut: Vavra ist ein Arschloch, Game Two hätte aufschlussreicher reagieren können, aber Robin hätte in seinem Tweet gleich Game Two und Gamestar direkt ansprechen können (@Game Two, @Gamestar). Warum? Robin mag es bestimmt nicht so gemeint haben, aber der Tweet wirkt 'von oben herab' und öffnet keine Diskussion sondern kritisert in die Twitterlandschaft heraus. Er lässt den Tweet seine Follower sehen, statt sie gleich an die Magazine zu richten und um so ein Gespräch zu suchen. Aber das nur am Rande, denn schlussendlich zeigte sich Chefredakteur Colin Gäbel einsichtig:


    Die Situation scheint soweit geklärt und Robin und vor allem der Kolumnist 'lepetitcapo' haben ihr Ziel erreicht, Game Two hört zu. Das wäre der erste Teil der Diskussion, gerne eure Meinung dazu.


    Kommen für den zweiten Teil der Diskussion kurz zurück zum Artikel. Lepetitcapo schreibt neben der Kritik an die Medien, dass er den vermeintlichen historischen Realismus lächerlich finde: Schwertkämpfe sehen nicht so aus wie sie im Spiel aussehen. Gebiete wurden geschrumpft und die Geschichte ist kaum überliefert. Des weiteren kritisiert er aber den Rassismus des Spiels, was mich etwas verwirrte. Vavra ist ein ziemlich offensichtlicher Nazi, der gerne die Geschichte des mittelalterlichen Europas romantisiert. Aber selbst nach dem lesen des Artikels verstehe ich nicht (und bitte erklärts mir) wo das Spiel 'rechtes Gedankengut' verbreitet. Lepetitcapo erwähnt das Fehlen schwarzer, oder generell dunkelhäutiger Charaktere im Spiel.
    Sei es, dass das Spiel falsch beworben wird, denn es ist schlussendlich doch keine Mittelalter-Simulation, für welche es viele halten. Aber man kann Vavra auch Rassismus vorwerfen ohne, dass man dabei die Abwesenheit von Schwarzen im Böhmen im Jahr 1408 kritisiert. Böhmen war schon damals ein Schmelztiegel von diversen Kulturen, Tschechen, Slowaken, Polen und Deutsche bildeten das Königreich. Auf der anderen Seite haben wir die Kumanen/Kiptschak, ein zentralasiatisches Reitervolk, welche auf Anlass des Ungarenkönigs in Mitteluropa eindringen konnten. Schwarze gab es in Europa, besonders in der Antike. Durch das römische Reich gelangten Schwarze bis an die Grenzen des Reiches, nach dem Fall Roms hatten Europäer vor allem auf der iberischen Halbinsel Kontakt mit Dunkelhäutigen, als die Mauren aus Nordafrika bis nach Frankreich vordrangen. Selbst nach der Reconquista blieb so mancher Afrikaner in Europa und gelangten bis nach Belgien. Hierbei sei dieser tolle Artikel erwähnt, der dieser Frage nachgeht: http://afroeurope.blogspot.ch/…ack-people-in-europe.html
    Dennoch war ihre Anzahl im Mittelalter (wie gesagt, nach dem Fall Roms) sehr gering. Es ist dennoch nicht abwegig, dass es auch im damaligen Tschechien Schwarze gab. Die Frage ist ob überhaupt und wie viele tatsächlich. Slaven kannten den Kontakt mit Schwarzen erst mit dem Einbrechen der Osmanen. Ich habe dennoch sicherheitshalber Dom gefragt, wie viele Schwarze es in Böhmen 1408 wirklich gab. Ich habe die Antwort zwar noch nicht bekommen, aber so etwas zu ermitteln dürfte schier unmöglich sein.
    Viel mehr verwirrt hat mich der im Artikel erwähnte Nutzer 'Arthur Gies', der Witcher 3 dafür kritisiert, dass es im Spiel nur Menschen weisser Hautfarbe gibt. Ich verstehe grundsätzlich die Kritik, aber wie berechtigt ist sie? Witcher spielt in einer Fantasy-Welt, stark angelehnt ans nördliche Mitteleuropa des späten Mittelalters, mit vielen Elementen aus der nordischen und slawischen Mythologie. Braucht Witcher schwarze Repräsentanten, obwohl es nicht den realistischen Anspruch hat, wie ein KCD z.B.? Sollten Fantasy-Spiele, mit einem mitteleuropäischen Inspirationsquell versteht sich, künftig häufiger auf eine Diversität der Hautfarbe achten, um ein authentischeres Bild einer mittelalterlichen Welt zu vermitteln, oder wäre dies dann schlichtweg Prävention, damit keine rassistischen Tendenzen reininterpretiert werden können?Und wieder gerne eure Meinung dazu, falls überhaupt wer diesen Wall of Text gelesen hat. Schönen Sonntag Abend euch allen.


    Frau Edith sagt: Verdammt ich hab das Thema ins falsche Unterforum gepostet, sry :/

  • In Fall von Witcher und Realismus, the Witcher behandelt das Thema Rassismus sehr deutlich, da hätte es durchaus Sinn gemacht, wenn Menschen verschiedener Hautfarben eine zweite Art des Rassismus behandelt hätten. Was Vavra angeht, es geht nicht darum wie viele Minderheiten und generell menschen anderer Hautfarbe vertreten sind, es geht darum, dass Vavra komplett leugnet, dass es solche Menschen im Mittelalter gab.


    Wie ich es schon im Rocketbeans Forum schrieb, die Diskussion dreht sich um Kleinigkeiten, wie viele Menschen dieser und jener Hautfarbe vertreten waren, was komplett am Thema vorbei geht. Es geht darum, dass behauptet wurde, es hätte nie welche in der Zeit geben, die Zahl ist irrelevant und selbst wenn es nur eine Person war. Der Kontext der gesamten Diskussion ist, dass uns nach und nach Überlieferungen, Bewahrer dieser Überlieferungen und Zeitzeugen fehlen, die Gefahr der Geschichtsfälschung wird immer größer. In Ländern, in denen der Rassismus stark vertreten ist, kann dies ganz gefährlich werden. Wir haben schon in den USA das Beispiel, wie in den Südstaaten jener Süden besser rüber kommt, als er war. Es waren ja auch irgendwo Helden und genau da findet eine Verklärung, mit der daraus resultierenden Fälschung der Geschichte statt. Wir haben in unseren Land die AfD, die der Meinung sei, die Wehrmacht war nicht so böse und sie haben ja nur das Land verteidigt. Im Fall des 2. Weltkrieges haben wir noch Zeitzeugen, die ihre Sichtweise schildern können, in ca. 10 Jahren werden wir diese wohl nicht mehr haben. Wir haben dann keinen mehr, der gewisse Ereignisse und Dinge dementieren kann. Die Regierung bildet und formt die Geschichte, wenn diese die Geschichte verändert, haben die nächsten Generationen keine Möglichkeit das zu hinterfragen. In Fall von Böhmen haben wir nur begrenztes Wissen, was uns gezwungenermaßen in eine bestimmte Meinungsecke drängt, da wir es nicht besser wissen.


    Polen und sowohl die Deutschsprachigen Länder, als auch die Osteuropäischen Länder, die haben alles mit Rassismus zu kämpfen, gerade heute ist der Rassismus stärker den je. Auch die Regierungsform in Polen passte sich dieser Bewegung an, genauso wie in vielen anderen Ländern auch. Da liegt der Verdacht bzw. liegt es nahe zu hinterfragen, ob ein Spiel aus diesen Ländern, was keine Minderheiten bzw. Menschen anderer Hautfarbe zeigt, eine bestimmte politische Agenda aufzeigt.


    Da in the Witcher Rassismus behandelt wird und soweit ich es in Erinnerung habe, wird es fair behandelt. Daher glaube ich weniger an eine rechte Auslegung, auch wenn dunkelhäutige Menschen fehlen. Trotzdem halte ich die Frage für berechtigt, nur weil man fragt, kann man auch nicht gleich von einen Skandal, oder Überreaktion ausgehen.


    Robins Aussage, sie würden das unterstützen, halte ich für richtig. Ob nun wissentlich, oder nicht und in dem Fall war es wissentlich, haben Funk, Game Two, Game Star und Co. dieses Problem ignoriert und einen Rassisten eine Fläche geboten. Damit bekam er Aufmerksamkeit und die Band, auf dessen Shirt potentielle neue Hörer. Egal wie schön und gut die Kunst sein mag, wenn der Künstler ein Rassist ist, muss man dies auch erwähnen. Denn Kunst und Künstler profitieren einander und die Kunst repräsentiert nun einmal die Persönlichkeit des Künstlers.


    Was mich halt immer wieder stört ist, dass es immer zu so einen riesen Aufschrei und Drama kommen muss, damit Probleme und potentielle Probleme mal vernünftig angesprochen werden.

  • Vavra mag rechtsextremen und rassistischen Ideologien anhängen. Das darf man auch kritisieren, was mich nur dabei stört ist, dass alle Kritik dabei sofort auch gegen das Spiel gerichtet wird und diesem rechtsextremes Gedankengut unterstellt wird.
    Dass dem Spiel seine Authentizität abgesprochen wird, weil es keine Schwarzen beinhaltet, halte ich für abstrus.
    Im Mitteleuropa des Mittelalters gab es nahezu keine Schwarzen. Durchaus in Kontakt mit Höfen über Gesandte, Künstler oder Händler, aber in der Bevölkerung ging der Anteil nahe null. Der durchschnittliche Mitteleuropäer hat in jener Zeit sein ganzes Leben lang keinen einzigen Schwarzen gesehen.
    Erst in Folge der Kolonialisierung kamen vermehrt Schwarze nach Mitteleuropa. Aber selbst in Folge dieses Prozesses lebten z.B. in Deutschland während der Zeit der Weimarer Republik maximal 3000 sogenannte "Afrodeutsche", was bei einer Bevölkerung von 62 Millionen nicht einmal 0,01% ausmachte.
    Der Artikel vermittelt da einen völlig falschen Eindruck. Kritik bezüglich des Schwertkampfes und der reduzierten Laufwege, ja geschenkt, aber dem Spiel Rassismus unterstellen? Ernsthaft? Hier werden zwei Dinge miteinander vermischt: Die Ansichten eines Entwicklers und das Spiel selbst, dem sofort diese Ansichten als Inhalt unterstellt werden. Bislang konnten mir dafür aber noch keinerlei Belege geliefert werden.


    Aber selbst nach dem lesen des Artikels verstehe ich nicht (und bitte erklärts mir) wo das Spiel 'rechtes Gedankengut' verbreitet. Lepetitcapo erwähnt das Fehlen schwarzer, oder generell dunkelhäutiger Charaktere im Spiel.


    Ich bin da ganz auf deiner Seite. Ich habe bisher keinen Beleg dafür gefunden, dass das Spiel rechtes Gedankengut verbreite oder sonstwie als Inhalt transportieren würde.


    Die Antwort des Entwicklerstudios auf eine Nachfrage war übrigens diese:



    Ich halte die Antwort für absolut nachvollziehbar und kann da keinerlei rechtsextremes Gedankengut erkennen.

    Sollten Fantasy-Spiele, mit einem mitteleuropäischen Inspirationsquell versteht sich, künftig häufiger auf eine Diversität der Hautfarbe achten, um ein authentischeres Bild einer mittelalterlichen Welt zu vermitteln, oder wäre dies dann schlichtweg Prävention, damit keine rassistischen Tendenzen reininterpretiert werden können

    Halte ich für ziemlich absurd. Es sagt doch schon die Genrebezeichnung: Fantasy. Das heißt, wenn der Erschaffer WILL kann er in sein Setting verschiedene Hautfarben packen und wenn er nicht will, dann muss er das nicht machen. Das Genre lässt ihm da alle Freiheiten. Wenn ein Autor seine Fantasywelt angelehnt an das mitteleuropäische Mittelalter aufbaut, dann ist es nur verständlich, dass dort dunkelhäutige Menschen eine untergeordnete bis gar keine Rolle spielen. Da irgendwie Rassismus zu unterstellen, halte ich für, wie gesagt, absolut absurd.

  • Frau Edith sagt: Verdammt ich hab das Thema ins falsche Unterforum gepostet, sry

    fixed.


    Obwohl ich mich gerne bei den meisten kontroversen Themen raushalte, will ich doch mal das ein oder andere Wort dazu verlieren:


    Irgendwie ein Trend der in letzter Zeit öfter mal auftaucht. Wenn jemand mit einer "falschen" Ideologie etwas tut, wird es sofort schlecht geredet und boykottiert. Das ist grundsätzlich, zumindest meiner Meinung nach, eine berechtigte Art seine Meinung bzw seine eigene Ansicht zum Ausdruck zu bringen bzw. diese zu vertreten. In wie fern man nun wirklich aktiv Rassismus unterstützt, nur weil man ein Spiel kauft wo eine Person ein Nazi ist.... naja ich denke das kann jeder für sich selbst beantworten.
    Ich mach mir zumindest auch wenn ich im Rewe einkaufe keine Gedanken ob der nette Kassierer vllt. ein Nazi ist. Oder der Chef des Ladens. Oder die Mitarbeiter von Nestle. Usw... Aber wie gesagt, kann man machen, finde ich okay.
    Was meiner Meinung nach fragwürdig ist, ist diese Vorgehensweise offen (beispielsweise auf Twitter oder einem Blogpost) als die einzig wahre Vorgehensweise darzustellen, bzw alles andere als "falsch" abzustempeln. Insbesondere dann, wenn das Produkt, wie die Beiträge über mir zeigen, nicht eindeutig solches Gedankengut vermittelt.
    Für mich ist das Spiel nicht das Werk von einem einzigen Nazi, sondern von einem Team. Und wenn das Spiel am Ende gut ist, ist es gut. Wenns am Ende dir quasi "Ausländer sind scheiße" ins Gesicht brüllt, ist es nicht gut.
    Die Idee, dass alle Nazis nur rassistische Kackscheiße verbreiten ist auch nicht so weit weg von dem Gedanken, dass Ausländer alle kriminell sind.
    Ich hab nen Kumpel der relativ rechte Ansichten vetritt. Arbeitet aber mit einem Türken und spielt Abends PUBG oder Overwatch mit 2 Türken. Da mag nun für einige eine Welt zusammenbrechen, aber das geht.


    Realistisch ≠ Realität
    Einige Erklärungen des Wortes realistisch:
    wirklichkeitsnah (Quelle: Duden)
    an der Wirklichkeit/Realität orientiert (Quelle: Wiktionary)
    so, dass es möglichst gut eine bestimmte Wirklichkeit abbildet (Quelle: Google Wörterbuch)
    Gerade bei der letzten Erklärungen sollten einige drüber nachdenken ob es ganz eventuell einen Unterschied zwischen Geschichtsbuch und Videospiel gibt...
    Da ich auf der Website nicht gelesen habe, dass es eine 1:1 Wiedergabe der Realität ist, sehe ich hier nichtmal das Problem, wenn man die Worterklärungen darüber berücksichtigt. Naja, außer man möchte an halt ganz unbedingt meckern ¯\_(ツ)_/¯


    TL;DR
    Chill mal Internet!

  • In erster Linie finde ich die Aufklärung die hinter dem Ganzen steckt immer spannend und interessant und bedanke mich erstmal bei jedem, der sich dort so ausführlich einbringt.


    Sofern das Medium Spiel als Kunstform anerkannt werden will, muss es sich die Beleuchtung als Werk und auch die Beleuchtung des jeweiligen "Künstlers" gefallen lassen. Wie @Hakairo schon schrieb, entscheide ich dann selbst in wie weit ich aufgrund bestimmter Einflüsse oder auch Entwickler-Haltungen ein Spiel unterstütze oder eben nicht.


    Aber auch ich stoße bei diesem Thema ein wenig auf Verständnisprobleme, was vor allem an diversen Tweets und dem Artikel selbst liegt.


    Historisch kann ich hier keine Beurteilung treffen, das mögen andere übernehmen. In Hinblick auf die Kontroverse der genannten Band, scheint aber nicht alles sauber dargelegt zu sein. Varg Vikernes, der Künstler der besagten (norwegischen) Band ist ohne Zweifel ein rassistisches Arschloch. Hier im Artikel die Liedtexte von Burzum und die Ideologie von Varg zu vermischen, ist meines Wissens nach aber schlicht falsch. Es ist zwar schon etliche Jahre her, dass ich mich mit Burzum und Varg näher beschäftigt habe, aber auch nach kurzer Recherche konnte ich keine Info darüber finden, dass Varg sein Gedankengut über seine Lieder transportiert. Hier kann man mich aber natürlich gerne korrigieren, falls dem nun doch so ist. Diese vielleicht kleine Unstimmigkeit in dem Artikel stört mich durchaus - vor allem wenn man umgekehrt die Recherchearbeit anderer ankreidet.


    Tatsächlich finde ich auch, dass manche Tweets über das Ziel hinausgeschossen sind. Ja, die Recherchearbeit hätte bei GameStar und Co. detaillierter ausfallen können. Auch sollten bei bestimmten Äußerungen und/oder Informationen die Alarmglocken etwas lauter läuten. Hier aber mit einen Generalverdacht um die Ecke zu kommen, halte ich für wenig zielführend.


    Nun hat sich glücklicherweise RBTV eine Aufarbeitung des Ganzen auf die Fahne geschrieben, der durchaus aggressive Grundton in den Tweets an bestimmte Redakteure war hier aber nicht wirklich nötig.


    Fazit: Ich finde solche Informationen für mich als Konsument enorm wichtig. Jedoch stört mich der aggressive Grundton, der hier oft durch die Tweets weht. Ich denke (und hoffe), dass die Redakteure sowohl von GameStar, als auch von RBTV sowie Hooked die selbe Grundhaltung inne haben. Ist dem so, kann man bestimmte Themen sicher auch besser forcieren, als über Twitter einen Rundumschlag zu starten ¯\_(ツ)_/¯

  • Robins Aussage, sie würden das unterstützen, halte ich für richtig. Ob nun wissentlich, oder nicht und in dem Fall war es wissentlich, haben Funk, Game Two, Game Star und Co. dieses Problem ignoriert und einen Rassisten eine Fläche geboten. Damit bekam er Aufmerksamkeit und die Band, auf dessen Shirt potentielle neue Hörer. Egal wie schön und gut die Kunst sein mag, wenn der Künstler ein Rassist ist, muss man dies auch erwähnen. Denn Kunst und Künstler profitieren einander und die Kunst repräsentiert nun einmal die Persönlichkeit des Künstlers.

    Ich glaube, dass ist ideologische Wortnutzung. 'Unterstützen' heisst für mich immer noch 'bewusst dahinter stehen' und 'befürworten'. Was RBTV und funk gemacht haben, war den Mann vor Kamera (eigentlich völlig normal) über sein Spiel reden lassen, wie jeden anderen Entwickler auch. Dass zu dem Zeitpunkt niemand die Band kannte oder die Gesinnung Vavras kann man ihnen nicht vorwerfen (zumindest zum Zeitpunkt der Ausstrahlung nicht). Dass RBTV und funk im Nachhinein differenzierter mit ihm umgehen konnten oder sogar mussten, halte ich wiederum für richtig. Unterstützen ist dennoch das falsche Wort. RBTV stehen hinter ihrem Beitrag, nicht hinter Vavra und seiner Ideologie, die er im Interview nicht preisgegeben hat, sondern durch ein T-shirt, welches nur denen aufgefallen ist, die die Band kennen.


    Wie ich es schon im Rocketbeans Forum schrieb, die Diskussion dreht sich um Kleinigkeiten, wie viele Menschen dieser und jener Hautfarbe vertreten waren, was komplett am Thema vorbei geht. Es geht darum, dass behauptet wurde, es hätte nie welche in der Zeit geben, die Zahl ist irrelevant und selbst wenn es nur eine Person war. Der Kontext der gesamten Diskussion ist, dass uns nach und nach Überlieferungen, Bewahrer dieser Überlieferungen und Zeitzeugen fehlen, die Gefahr der Geschichtsfälschung wird immer größer.

    Natürlich liegt hier Vavra falsch und hier merkt man seinen Rassismus am stärksten. Die Frage ist, hätte man das im Spiel selbst bemerkt? Hätte ich durch die Abwesenheit Schwarzer (oder sonst wie) im Spiel irgendwie einen rechten Unterton verspürt. Die Kritik (wenn man ihm schon nicht ins Gesicht schlagen kann) gegen Vavra ist mehr als berechtigt, aber abgesehen von der anscheinend doch nicht 100%igen Authentizität und Romantisierung des Mittelalters, sehe ich nicht, wo ich das Spiel im Bezug auf den Entwickler kritisieren soll, zumal es ohnehin noch nicht draussen ist. Es geht hier also darum, dass Vavra keine Schwarze im Spiel haben will, ihre Anwesenheit im Mittelalter, vor allem in Böhmen, komplett abstreitet und ergo leugnet. Der Fehler der Rocket Beans und Gamestar war also, ihr Publikum auf seinen Rassismus, seine faschistische Ideologie und Weltanschauung nicht aufmerksam zu machen, die am Ende vielleicht gar nicht im Spiel aufgefallen wäre (was wir nicht wissen, weil das Spiel, wie gesagt, noch nicht draussen ist).
    Ich find' das ein bisschen komisch.
    Versteht mich nicht falsch, das Totschweigen Vavras Hirngespinste seitens deutscher Videospielmedien ist zu heutiger Zeit haarsträubend, keine Frage, darüber muss geredet werden. Ich komme dennoch nicht 100%ig auf Robins Reaktion klar, der bis vor Erscheinen des Artikels zwar des öfteren Vavra den Vollhorst erwähnte und Stellung gegen ihn bezog, aber (korrigiert mich wenn ich falsch liege), das Ignorieren seiner Person seitens populärer deutscher Magazine nie öffentlich so missbilligte. Der Artikel war einfach der Funken und die Vorlage. Super, dass die Diskussion angeregt wurde, und das Colin vor allem auch dank Robin und den allgemeinen Druck nun einlenkte, dennoch finde ich, dass sich Robins Satz wie eine bissige Theaterkritik liest, nicht wie ein kritischer Kommentar gegenüber seinen Kollegen. Schlussendlich liest sich auf Twitter trotzdem alles toxischer, als es ist.

    Fazit: Ich finde solche Informationen für mich als Konsument enorm wichtig. Jedoch stört mich der aggressive Grundton, der hier oft durch die Tweets weht. Ich denke (und hoffe), dass die Redakteure sowohl von GameStar, als auch von RBTV sowie Hooked die selbe Grundhaltung inne haben. Ist dem so, kann man bestimmte Themen sicher auch besser forcieren, als über Twitter einen Rundumschlag zu starten ¯\_(ツ)_/¯

    This. Robin und die Bohnen sind ideologisch sowieso auf der selben Wellenlänge. Der Unterschied ist, dass RBTV selten Politik in Gaming-Formaten mit einfliessen lassen, während diese Themen bei Robin Hand in Hand gehen. Robin sieht den Journalisten mit grossem Publikum auch als Aufklärer, während sich RBTV schlichtweg als Berichterstatter sieht

  • Frage dazu: würdest du sagen, dass es falsch ist, wenn eine Gamestar oder ein GameTwo dir diese Info nicht geben? Bzw würdest du sagen, dass sowas gesagt werden muss?

    Ich würde mich freuen, wenn solche Informationen zukünftig auch von GameStar & Co. in die Berichterstattung einfließen. Solche Disclaimer sind für mich persönlich tatsächlich ein Muss. Je nach Wissensstand des Redakteurs halte ich es auch für falsch, solche Informationen wegzulassen.


    Jedoch kann und sollte dies auch nur geschehen, wenn der Redakteur selbst sich der genauen Hintergründe und eventuellen Einflüsse bewusst ist. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und ich würde einen Redakteur niemals unterstellen, wissentlich etwas zu unterstützen, nur weil ihm die Tragweite nicht im Klaren ist.


    This. Robin und die Bohnen sind ideologisch sowieso auf der selben Wellenlänge. Der Unterschied ist, dass RBTV selten Politik in Gaming-Formaten mit einfliessen lassen, während diese Themen bei Robin Hand in Hand gehen. Robin sieht den Journalisten mit grossem Publikum auch als Aufklärer, während sich RBTV schlichtweg als Berichterstatter sieht

    Eben.


    Auch in der Spielepresse gibt es verschiedene Anlaufstellen und Akteure, die jeweils einen anderen Fokus haben. Auch wenn ich es grundsätzlich begrüßen würde, in jedem Artikel von solchen Hintergründen zu lesen, sind GameStar und auch RBTV nicht meine Anlaufstellen für solche Hintergrundinformationen. Informationen solcher Art hole ich mir bewusst über Hooked oder Dom von ArchaeoGames.



    Die beiden Aussagen von mir mögen sich jetzt ein wenig beißen, aber besser kann ich meinen Gedankengang zum Thema Berichterstattung augenblicklich nicht formulieren^^

  • Ich will über das Thema nich zu viel schreiben, weil mich mit einigen Punkten einfach zu wenig beschäftigt habe. Daher will ich nur mal kurz folgendes anmerken.


    Da sitzt jemand mit einem Burzum-Shirt. Das kann jeder finden wie er will. Welche Argumentation ich allerdings nicht teile, ist die Band einfach als "Nazi-Band" zu bezeichnen. Hinter besagter Band steckt mit Varg Vikernes ein wirklich verachtenswerter rassistischer Mensch. Das macht die Band aber nicht zur Nazi-Band, weil der Band-Inhalt 0,0% mit der widerlichen Ideologie zu tun hat, die Vikernes auf anderen Wegen zu verbreiten versucht. Wenn Vikernes jetzt nen Jump and Run mit rosa Hasen enwickeln würde, käme wohl auch keiner auf die Idee das als Nazi-Spiel zu bezeichnen. Es sei denn man meint das eher als Band von/mit einem Nazi.


    Ein Burzum-Shirt zu tragen macht einen nicht zum Rassisten
    Die Band zu hören macht einen auch nicht zum Rassisten
    Vikernes Ansichten zu teilen aber schon, und so wie ich das mitbekommen hab, hat sich der Entwickler wohl auch dementsprechend geäußert und das ist auf jeden Fall kritisierenswert.



    Ich verstehe auch die Leute, die das Spiel jetzt boykottieren oder es nicht mehr ruhigen Gewissens kaufen können. Man sollte aber auch bedenken, dass man mit dem Nicht-Kauf nicht nur einen Nazi/Rassisten/Whatever bestraft, sondern auch alle anderen im Entwicklerstudio, die damit gar nix zu tun haben. Aber wie gesagt, das entscheidet jeder für sich selbst.


    Was mir die Tage im Zusammenhang aber etwas saußer aufstieß, war wie aggressiv und überemotional die Diskussionen werden. Was gesagt wird mag (von beiden Seiten) Hand und Fuß haben, aber wie es gesagt wird finde ich oft einfach nicht in Ordnung, aber das ist nunmal das Internet.

    On unmade worlds

    To reject all cause

    All circumstance

    And yield to naught

    Einmal editiert, zuletzt von mysc ()

  • Game Two war noch nie ein politisches Format. Game Two hat sich bisher als Format verstanden, was die Kunst, das Endprodukt selbst wertete und darüber berichtete. Das halte ich auch für absolut legitim und das ist eine Prämisse, die nachvollziehbar ist.
    Es gibt keine Pflicht den Künstler hinter seiner Kunst zu beleuchten. Natürlich kann man das machen, aber genauso darf man auch sagen: Mir ist der Künstler hinter dem Produkt EGAL, mich interessiert lediglich das Produkt selbst und dieses werte ich.
    Wenn Robin und Hooked das anders handhaben (Wobei ich Hooked selbst auch nie als das ideologiekritischste und politischste Magazin wahrgenommen habe), dann ist das ihr gutes Recht, aber anderen vorschreiben zu wollen, dass sie genauso an die Bewertung und Beleuchtung von Spielen herangehen müssen, das halte ich für elitär und kulturchauvinistisch.
    Man kann den Wunsch äußern, dass Gamestar, Game Two oder andere Magazine doch auch die politischen Hintergründe von Spielen beleuchten sollten, aber bisher haben sich diese Magazine bewusst davon distanziert und eine andere Herangehensweise an die Betrachtung von Spielen gepflegt. Wenn einem dies nicht gefällt und nicht den eigenen Ansprüchen gerecht wird, dann sind diese Magazine wohl nichts für einen.
    Genauso vielfältig wie die Kunst ist auch die Art der Kunstkritik und man hat ja die Auswahl.


    Vavra trug während des Interviews ein Shirt mit der Aufschrift einer Band, die erstmal selbst, so wie ich es in einigen Twitter-Beiträgen gehört habe, total unpolitisch ist. Vielfach habe ich hier, aber auch von Robin gehört, dass es sich um eine "Nazi"-Band halten soll. So wie ich das verstanden habe, hat die Band selbst keinerlei nationalsozialistische oder auch nur rechtsextreme Inhalte in den Liedtexten. Lediglich der Innhaber dieses Burzum-Projekts hat eine rechtsextreme Vergangenheit. Jetzt könne man Game Two über zwei Ecken vorwerfen, dass sie den Entwickler eines Spieles, der ein Band bewirbt, dessen Künstler, rechtsextreme Anschauungen vertritt, interviewen ohne dies näher zu beleuchten. Ich halte das aber für absurd und es war noch nie die Herangehensweise von Game Two.
    Vielleicht gefällt Vavra ja auch einfach die Musik? Solange diese selbst erstmal unpolitisch ist und keine rechtsextreme Ideologie transportiert, halte ich das für unbedenklich.


    Und solange das Spiel um das es hier geht, selbst keine rechtsextreme oder anderweitig rassistische Ideologie propagiert, halte ich es für komplett unbedenklich und auch legitim, wenn Game Two das nicht zum Thema der Berichterstattung zu diesem Spiel macht, nur weil Vavra sich in rechten Kreisen bewegt.
    Bei den RocketBeans war auch mal ein Entwickler zu Gast, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Kein Mensch ist illegal" trug. Weiß leider nicht mehr genau in welchem Format und wann das war, aber ich meine, dass es im Kontext von Anno war. Theoretisch müssten dann auch hier politisch-kritische Kontextualisierungen vorgenommen werden. Das war Game Two aber halt noch nie und das müssen sie auch nicht sein.


    Ich kaufe ein Spiel, weil es mir um das Spiel geht. der Entwickler dahinter und seine politische Einstellung ist mir erstmal egal. Wenn diese Einstellung zum Teil des Spiels wird, dann betrifft es mich natürlich, weil ich dafür Geld zahle und es spielen werden. Aber solange das nicht der Fall ist, ist mir persönlich das bei der Bewertung des Produktes egal.

  • Robins Aussage, sie würden das unterstützen, halte ich für richtig. Ob nun wissentlich, oder nicht und in dem Fall war es wissentlich, haben Funk, Game Two, Game Star und Co. dieses Problem ignoriert und einen Rassisten eine Fläche geboten. Damit bekam er Aufmerksamkeit und die Band, auf dessen Shirt potentielle neue Hörer. Egal wie schön und gut die Kunst sein mag, wenn der Künstler ein Rassist ist, muss man dies auch erwähnen. Denn Kunst und Künstler profitieren einander und die Kunst repräsentiert nun einmal die Persönlichkeit des Künstlers.

    Ich glaube, dass ist ideologische Wortnutzung. 'Unterstützen' heisst für mich immer noch 'bewusst dahinter stehen' und 'befürworten'. Was RBTV und funk gemacht haben, war den Mann vor Kamera (eigentlich völlig normal) über sein Spiel reden lassen, wie jeden anderen Entwickler auch. Dass zu dem Zeitpunkt niemand die Band kannte oder die Gesinnung Vavras kann man ihnen nicht vorwerfen (zumindest zum Zeitpunkt der Ausstrahlung nicht). Dass RBTV und funk im Nachhinein differenzierter mit ihm umgehen konnten oder sogar mussten, halte ich wiederum für richtig. Unterstützen ist dennoch das falsche Wort. RBTV stehen hinter ihrem Beitrag, nicht hinter Vavra und seiner Ideologie, die er im Interview nicht preisgegeben hat, sondern durch ein T-shirt, welches nur denen aufgefallen ist, die die Band kennen.

    Wie ich es schon im Rocketbeans Forum schrieb, die Diskussion dreht sich um Kleinigkeiten, wie viele Menschen dieser und jener Hautfarbe vertreten waren, was komplett am Thema vorbei geht. Es geht darum, dass behauptet wurde, es hätte nie welche in der Zeit geben, die Zahl ist irrelevant und selbst wenn es nur eine Person war. Der Kontext der gesamten Diskussion ist, dass uns nach und nach Überlieferungen, Bewahrer dieser Überlieferungen und Zeitzeugen fehlen, die Gefahr der Geschichtsfälschung wird immer größer.

    Natürlich liegt hier Vavra falsch und hier merkt man seinen Rassismus am stärksten. Die Frage ist, hätte man das im Spiel selbst bemerkt? Hätte ich durch die Abwesenheit Schwarzer (oder sonst wie) im Spiel irgendwie einen rechten Unterton verspürt. Die Kritik (wenn man ihm schon nicht ins Gesicht schlagen kann) gegen Vavra ist mehr als berechtigt, aber abgesehen von der anscheinend doch nicht 100%igen Authentizität und Romantisierung des Mittelalters, sehe ich nicht, wo ich das Spiel im Bezug auf den Entwickler kritisieren soll, zumal es ohnehin noch nicht draussen ist. Es geht hier also darum, dass Vavra keine Schwarze im Spiel haben will, ihre Anwesenheit im Mittelalter, vor allem in Böhmen, komplett abstreitet und ergo leugnet. Der Fehler der Rocket Beans und Gamestar war also, ihr Publikum auf seinen Rassismus, seine faschistische Ideologie und Weltanschauung nicht aufmerksam zu machen, die am Ende vielleicht gar nicht im Spiel aufgefallen wäre (was wir nicht wissen, weil das Spiel, wie gesagt, noch nicht draussen ist).Ich find' das ein bisschen komisch.
    Versteht mich nicht falsch, das Totschweigen Vavras Hirngespinste seitens deutscher Videospielmedien ist zu heutiger Zeit haarsträubend, keine Frage, darüber muss geredet werden. Ich komme dennoch nicht 100%ig auf Robins Reaktion klar, der bis vor Erscheinen des Artikels zwar des öfteren Vavra den Vollhorst erwähnte und Stellung gegen ihn bezog, aber (korrigiert mich wenn ich falsch liege), das Ignorieren seiner Person seitens populärer deutscher Magazine nie öffentlich so missbilligte. Der Artikel war einfach der Funken und die Vorlage. Super, dass die Diskussion angeregt wurde, und das Colin vor allem auch dank Robin und den allgemeinen Druck nun einlenkte, dennoch finde ich, dass sich Robins Satz wie eine bissige Theaterkritik liest, nicht wie ein kritischer Kommentar gegenüber seinen Kollegen. Schlussendlich liest sich auf Twitter trotzdem alles toxischer, als es ist.

    Die Unterstützung fand statt in dem Moment, als sie von dessen Ideologie erfuhren und weder das Interview weg gelassen, noch zumindest in einen Beitrag darüber geredet haben. Spätestens als sie das erfuhren, hätten sie es sagen müssen. Da sie das nicht getan haben, haben sie ihn dadurch zu mehr Aufmerksamkeit verholfen, das ist für mich ebenfalls unter "unterstützen" zu verstehen.



    Vavra hat durch seine Aussagen selbst dafür gesorgt, dass man es mit seinen Spiel in Verbindung bringt und das fehlen von farbigen Menschen als Rassismus interpretieren kann. Es spielt in der Hinsicht keine Rolle, ob im Spiel Rassismus vorkommt, oder nicht. Durch Vavras Aussagen, hat er damit selber gesorgt, dass man sich bei seinen Spiel nicht mehr sicher sein kann, er hat es erst durch seine falsche Sichtweise der Geschichte diskreditiert. Auch wenn das Spiel wirklich keinen Rassismus enthält, Zweifel sind durch Vavras Person nun einmal gegeben, man wird es daher nicht mehr als etwas von der Person unabhängiges sehen können.

  • Die Unterstützung fand statt in dem Moment, als sie von dessen Ideologie erfuhren und weder das Interview weg gelassen

    Und da widerspreche ich schon. Game Two geht es lediglich um das Spiel. Wenn ich mir das Spiel kaufe, dann geht es mir um das Spiel. Denn dafür zahle ich Geld. Diese Leistung belohne ich; nämlich lediglich das Werk, welches ich am Ende kaufe. Wenn dieses rechtsextreme Ideologien transportiert, dann unterstütze ich diese auch, wenn ich das finanziell durch den Kauf unterstütze bzw. wenn Game Two darüber ohne Kontext und kritische Herangehensweise berichtet. Solange das aber nicht der Fall ist, unterstütze ich auch nicht irgendeine Ideologie, die nicht Bestandteil des Spiels ist.
    Man kann die Haltung haben, dass man ein Spiel wegen der politischen Einstellung des Entwicklers dahinter nicht kauft. Man kann aber auch die Einstellung, wie ich, haben, dass einem das relativ egal ist und es einem nur um das Spiel selbst geht. Ich unterstütze damit dieses Spiel. Dieses fördere ich. Für die Leistung, die Erschaffung dieses Spiels, zahle ich Geld, aber für mehr nicht.


    Wenn ich mir ein französisches Auto kaufe, dann unterstütze ich die französische Wirtschaft, fördere in Frankreich Arbeitsplätze, fördere damit Steuergelder in Frankreich und unterstütze damit den französischen Staat, der verhältnismäßig wenig Flüchtlinge aufnimmt. Ich unterstütze also einen Staat, der relativ wenig Flüchtlinge aufnimmt, sich damit in Teilen inhuman verhält und dessen ideologische Vorstellung ich dahingehend nicht teile. Sorry, aber das ist absurd. Wenn man einen solchen Anspruch hat, dann kann man diesen gerne auch pflegen, aber anderen diesen Anspruch aufdiktieren zu wollen, halte ich für nicht tragbar.

  • Vavra trug während des Interviews ein Shirt mit der Aufschrift einer Band, die erstmal selbst, so wie ich es in einigen Twitter-Beiträgen gehört habe, total unpolitisch ist. Vielfach habe ich hier, aber auch von Robin gehört, dass es sich um eine "Nazi"-Band halten soll. So wie ich das verstanden habe, hat die Band selbst keinerlei nationalsozialistische oder auch nur rechtsextreme Inhalte in den Liedtexten. Lediglich der Innhaber dieses Burzum-Projekts hat eine rechtsextreme Vergangenheit.


    In der aktuellen Diskussion habe ich hier noch nicht gelesen, dass die User besagte Band mit der Ideologie des Künstlers in Verbindung setzen. Jeder Beitrag der sich bisher näher damit beschäftigt hat, hat ausnahmslos eine Trennung zwischen Liedtexten und Ideologie gezogen.


    Das wollte ich nur mal erwähnt haben :>

  • In der aktuellen Diskussionen habe ich hier noch nicht gelesen, dass die User besagte Band mit der Ideologie des Künstlers in Verbindung setzen. Jeder Beitrag der sich bisher damit beschäftigt hat, hat ausnahmslos eine Trennung zwischen Liedtexten und Ideologie vorgebracht.

    Das ist tatsächlich nicht unwichtig. Burzum (nachdem ich's selber nachgelesen habe) wird/wurde von Nazis aufgrund der Einstellung Vikernes gefeiert, die Liedtexte propagieren (nach diversen Quellen) jedoch keine rechtsradikale Ideologie. Vikernes gibt dennoch offen zu ein Rassist zu sein, vertritt weiterhin rechtsradikale Ideologien und hasst das Christentum so sehr, dass er gleich n paar Kirchen angezündet hat.


    Was mir die Tage im Zusammenhang aber etwas saußer aufstieß, war wie aggressiv und überemotional die Diskussionen werden. Was gesagt wird mag (von beiden Seiten) Hand und Fuß haben, aber wie es gesagt wird finde ich oft einfach nicht in Ordnung, aber das ist nunmal das Internet.

    Dieser Thread hier ist das beste Beispiel dafür, wie man's richtig macht. Wir kommen alle mit unterschiedlichen Meinungen und keifen uns trotzdem nicht an. Das liegt mitunter an Twitter, wo alles aggressiver wirkt, weil es pointiert ausformuliert wird.
    Jetzt mal abgesehen von reddit und 4chan, dort herrscht mitunter tatsächlich purer Hass.

    Vavra hat durch seine Aussagen selbst dafür gesorgt, dass man es mit seinen Spiel in Verbindung bringt und das fehlen von farbigen Menschen als Rassismus interpretieren kann. Es spielt in der Hinsicht keine Rolle, ob im Spiel Rassismus vorkommt, oder nicht. Durch Vavras Aussagen, hat er damit selber gesorgt, dass man sich bei seinen Spiel nicht mehr sicher sein kann, er hat es erst durch seine falsche Sichtweise der Geschichte diskreditiert. Auch wenn das Spiel wirklich keinen Rassismus enthält, Zweifel sind durch Vavras Person nun einmal gegeben, man wird es daher nicht mehr als etwas von der Person unabhängiges sehen können.

    Aber das wird doch irgendwann ad absurdum geführt: Ich spiele das Spiel, ohne Vavra zu kennen, merke keinen Rassismus. Ich spiele das Spiel mit dem Wissen, was Vavra für ein Rassist ist, und...merke, wie das einen Einfluss aufs Spiel hatte? Es geht, wie so oft, nur ums Prinzip, welches im Übrigen nicht jeder so teilt.


    Bei GameTwo habe ich auch nicht den Anspruch eines kritischen Berichtes, da es nur ums Entertainment geht. Jedoch haben sie mit Game Plus und Scoop zwei andere Formate, die sich näher und journalistischer mit Games auseinandersetzen und da hätte ich einen Bericht dazu gern gesehen.

    Kann man unterschreiben. Obwohl wenn dann eher Scoop, da kann Robin Ilyass gleich persönlich anschreiben, die Bois kennen sich ja.

  • Das ist tatsächlich nicht unwichtig. Burzum (nachdem ich's selber nachgelesen habe) wird/wurde von Nazis aufgrund der Einstellung Vikernes gefeiert, die Liedtexte propagieren (nach diversen Quellen) jedoch keine rechtsradikale Ideologie. Vikernes gibt dennoch offen zu ein Rassist zu sein, vertritt weiterhin rechtsradikale Ideologien und hasst das Christentum so sehr, dass er gleich n paar Kirchen angezündet hat.

    Auf jeden Fall nicht unwichtig, gerade im Zusammenhang mit dem Entwickler. Jedoch sollte man die Zusammenhänge von Liedern, Band-Ideologie und Ideologie des Künstlers eben auch sauber darlegen, wie du in diesem Fall. Der verlinkte Artikel von lepetitcapo.wordpress.com hat dies leider nicht.


    Bei GameTwo habe ich auch nicht den Anspruch eines kritischen Berichtes, da es nur ums Entertainment geht. Jedoch haben sie mit Game Plus und Scoop zwei andere Formate, die sich näher und journalistischer mit Games auseinandersetzen und da hätte ich einen Bericht dazu gern gesehen.

    Folgt ja jetzt eventuell. Nur hätte man dies auch sicher bewirken können, ohne so vorwurfsvoll zu agieren :>

  • Natürlich geht es ums Prinzip, da wir Prinzipien haben und diese selbstverständlich vertreten, darüber reden wir ja auch die ganze Zeit. Niemand wirft den Leuten etwas vor, die das Spiel spielen wollen, man verbietet ja auch nicht und ein Verbot wird auch nicht gefordert. Man sollte aber die Leute darauf aufmerksam machen, wer hinter dem Spiel steht. Denn vielleicht wollen manche die Entwickler nicht unterstützen, weil die einen Gewissenskonflikt sehen.


    Wenn du das Spiel spielst ohne Vavra zu kennen, dann ist es eben so. Niemand erwartet, dass du vorher einen Background Check aller Entwickler machst. Wenn du es spielen willst trotz das Wissen über Vavra, dann ist es deine Entscheidung und solange du wirklich dahinter stehst, ist es deine Sache. Nur sollte man sich selber fragen, wie und wo man da Grenzen zieht, was Kunst, sowie Künstler angeht. Wie steht man zu Menschen mit rassistischen Hintergrund? Wie reagiert man auf solche Menschen? Wie nah lässt man diese an sich heran?


    Dazu ist so eine Diskussion gut, man kann sich selber fragen, warum man kein Problem damit hat, ohne sich an den Pranger gestellt zu fühlen. Ich könnte Kingdom Come nicht mehr spielen, auch wenn das Spiel selber keine rassistische Ideologien enthält, ich kann es nicht mit mir vereinbaren Vavra auch nur einen Cent zu gönnen. Da kann das Spiel noch so gut sein, da mir es in der Hinsicht wichtiger ist, klar solchen Leuten zu zeigen, wie schlimm deren Ideologien sind. Ich kann nicht bei jeder Kunst klar dieses Beispiel folgen, manche Dinge werden für mich so bedeutend sein, dass ich den Künstler, egal wie schlimm er ist ignoriere. Ich muss mir dann aber selber Rede und Antwort stehen und den Unterschied ermitteln. Dafür kritisiert zu werden halte ich für wichtig, denn das hilft mir vielleicht eine konkrete Antwort darauf zu finden.


    Steph : Ich finde die Vorwürfe halten sich in Grenzen und ich halte in der Hinsicht Vorwürfe für gerechtfertigt, da die GamesCom und das Interview Monate her sind und nichts als Nachtrag kam. Da muss man sich schon gewisse Vorwürfe gefallen lassen, natürlich in gewissen Rahmen und nicht mehr interpretieren, als es wahrscheinlich ist.

  • Man sollte aber die Leute darauf aufmerksam machen, wer hinter dem Spiel steht. Denn vielleicht wollen manche die Entwickler nicht unterstützen, weil die einen Gewissenskonflikt sehen.

    Aber das sollte man dann auch konsequent machen; also auch bei Entwicklern, die eventuell sehr linke Ansichten haben. Game Two hat sich bisher eben immer dazu entschieden nur die Spiele selbst zu beurteilen. Wenn man das konsequent macht, dann finde ich das okay. Wenn man konsequent auch den politischen Background der Entwickler beurteilt und hinterfragt, dann kann man das auch gerne machen. Letzteres interessiert mich persönlich zwar eher weniger, aber da hat ja jeder seine eigenen Präferenzen. Spielemagazine können diese auch haben.


    Genauso wie die Kunst selbst, kann die Kritik an dieser vielfältig sein. Nur oberflächlich? Künstler & Kunst zusammen? Ideologiekritisch?


    Der Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat auf YouTube z.B. eine sehr ideologiekritische Herangehensweise an das Medium Film. Klassische Filmkritik über Aufbau und Komposition des Filmes an sich wird da eher untergeordnet behandelt. Robin z.B. beurteilt bei Fast & Furious vor Allem den Unterhaltungswert und künstlerischen Aufbau, die Ideologie, die offensiv oder unterschwellig in den Filmen transportiert wird, hinterfragt er dabei eher weniger bis gar nicht. Wolfgang M. Schmitt tut das.
    Ein anderer Filmkritiker MtgForger beurteilt NUR den Film an sich für seine Wertung. Umstände, Künstler oder Ideologie sind ihm egal. Es geht ihm nur um den Film und dessen Aufbau und Unterhaltungswert. Ein nationalsozialistischer Propagandafilm könnte bei ihm z.B. eine gute Wertung bekommen, weil es ihm nur um die filmischen Stilmittel an sich geht, die er bewertet, die Ideologie dahinter aber nicht einfließen lässt.
    Drei verschiedene Herangehensweisen an das Medium und alle drei halte ich für vertretbar.

  • Wie gesagt, die Rocketbeans haben zwei journalistische Formate, in denen sie das hätten besprechen können, zumal sie bereits andere kontroverse Themen ansprachen. Etienne hatte sich schon mehrmals dafür ausgesprochen, mehr Journalismus neben dem Entertainment zu etablieren, da finde ich sollte kritischer Journalismus nicht fehlen. Scoop geht in die Richtung, nur bezieht sich das eher auf bereits weit verbreitete und viel besprochene Themen, genau wie bei der GameStar, wird weniger aufgedeckt, sondern mehr mitgeredet.


    Bei extrem linken Ansichten wäre es nicht anders, wenn jemand mit nen Che Guevara T- Shirt ein Interview führen würde, würde ich das auch hinterfragen. Ich würde da das jeweilige Magazin auch fragen, ob sie nicht das Problem darin sehen und überhaupt wissen was für eine Person Che war. Ich finde es sowieso makaber, wie legitim Che auf T- Shirts ist, obwohl er viele grausame Dinge getan hatte.


    Jede Person mit extremen Ansichten gehört kritisiert und deren Kunst hinterfragt.

  • In dem Kinomagazin Kino+ in dem Eddy neben Schröckert einer der Hosts ist, werden auch politische und kontroverse Themen hinter den Filmen angesprochen und diskutiert. Man muss aber auch sagen, dass es an dem Format liegt, was eben ein freier "Talk" ist, in dem derartige Diskussionen vielleicht besser geführt werden können.


    Daher weiß ich nicht, ob Game Two dafür der beste Ort wäre, aber ich stimme Dir zu, dass politische Themen hinter den Spielen, die diskutiert werden könnten, ihren Platz in New Game Plus finden könnten, da das dortige Format als offene "Talkrunde" ähnlich wie in Kino+ dafür besser geeignet sein kann. Game Two ist halt auch vor Allem ein Unterhaltungsformat.