Daniel Vavra, Game Two und Akkuratesse in Videospielen

  • Dazu ist so eine Diskussion gut, man kann sich selber fragen, warum man kein Problem damit hat, ohne sich an den Pranger gestellt zu fühlen.

    Ja exakt, aber deshalb finde ich ja Robisn ersten Tweet zu harsch. Ja, ich weiss, schlussendlich führte dies dazu, dass Colin und co. Vavras Thema nochmal intern aufgreifen, insofern vielleicht gar nicht schlecht, dass Robin so überkritisch reagiert hat, heutzutage erreicht man mit schreien und fauchen manchmal mehr als mit nem freundlichen Stupser. Und wahrscheinlich läuteten Bei Robin alle Alarmglocken, als er gelesen hat, dass funk nach dem Check von Vavra es nicht für nötig empfunden hat, den Kingdom Come-Beitrag zurückzuziehen oder mit dem Hintegrund Vavras zu ergänzen. Ich kann Robins Empörung total nachvollziehen.
    Aber seine Art und Weise Kritik an Kollegen zu üben, ohne sie erstmal direkt anzuschreiben (via @) ist - tut mir leid, ich mag Robin, aber - unschön und unpassend.

  • GameTwo halte ich auch nicht für passend, mir ging es da nur im Nachtrag es bei Game Plus und Scoop zu behandeln. Ich finde nur, sollten GameTwo und Game Plus enger miteinander zusammenarbeiten und ein kontroverses Thema entsprechend aufarbeiten. GameTwo ist Entertainment, da kann es auch humoristisch bzw. als Satire erfolgen.

  • Da Twitter die denkbar schlechteste Plattform ist um irgendeine Form von Diskussion zu führen, dachte ich mir, ich erstelle ein Thema im Forum, weil es durchaus spannend und einer Diskussion würdig ist.

    Ja nur komme ich mir mittlerweile ein bisschen wie in täglich grüßt das Murmeltier vor, denn wir hatten diese Diskussionen zum Großteil schon. Zuletzt als es um A Hat in Time ging, da haben wir schon diskutiert, wie man damit unzugehen hat und quasi als Fazit, dass jeder selbst entscheiden muss, wie er damit umgeht, also ob er das Spiel trotzdem spielt oder etwa nicht.


    Zu der "schlechten" Berichterstattung:

    Da sitzt jemand mit einem Burzum-Shirt. Das kann jeder finden wie er will. Welche Argumentation ich allerdings nicht teile, ist die Band einfach als "Nazi-Band" zu bezeichnen. Hinter besagter Band steckt mit Varg Vikernes ein wirklich verachtenswerter rassistischer Mensch. Das macht die Band aber nicht zur Nazi-Band, weil der Band-Inhalt 0,0% mit der widerlichen Ideologie zu tun hat, die Vikernes auf anderen Wegen zu verbreiten versucht. Wenn Vikernes jetzt nen Jump and Run mit rosa Hasen enwickeln würde, käme wohl auch keiner auf die Idee das als Nazi-Spiel zu bezeichnen. Es sei denn man meint das eher als Band von/mit einem Nazi.

    Das fasst es wohl gut zusammen, denn was will man Gamestar und RBTV denn jetzt vorwerfen? Das Shirt ist kein "Nazi-Shirt" und somit kann man ihnen höchstens vorwerfen nicht direkt ihren Zuschauern zu sagen, welche politische Ideologien der Entwickler vertritt. Aber wollt ihr das ernsthaft fordern, dass jetzt vor jedem Entwicklertreffen man dessen poltische Ansichten offenlegt, bevor man loslegt? Selbst wenn das während des Interviews kein Thema ist und auch im Spiel kein Anzeichen auf eine solche Ideologie vorhanden ist. (Und bei der Geschichte mit den schwarzen NPCs kann man sich zwar darüber streiten, dass artet dann aber schnell in Erbsenzählerei aus und wird letzten Endes mit dem Argument totgeschlagen, dass es ja immer noch ein Spiel ist)


    Sollte man dies vielleicht trotzdem mal als Berichterstattung anfügen. Ich denke ja, aber ganz im Gegenteil sehe ich da keine Unterstützung, Duldung oder Werbung für eine(r) Ideologie. Deshalb verstehe ich da dann auch die Empörung nicht und würde mal behaupten, dass Robin da mal wieder über das Ziel hinausgeschossen ist. DIe selbe Aussage in einem etwas freundlicheren Ton hätte wahrscheinlich genauso viel erreicht und hätte nicht gleich wieder für so eine negative Atmosphäre gesorgt.


    Hier würde ich es im Normalfall belassen, aber leider ist dies ja nicht das erste Mal. Über den berüchtigten Moment mit Nazis schlagen im Ratsherren Podcast wurde auch schon diskutiert, bei A Hat in Time gab es auch von Robin auf Twitter mMn eine Überreaktion (was ich nicht weiter aufgriff, da seine Meinung im passenden Podcast dann weitaus reflektierter war) und jetzt eben das hier. Es ist also schon mehrfach passiert, dass Robin ich würde mal sagen etwas zu emotional an eine Sache herranging und dann Dinge gesagt hat, die der Sache nicht wirklich dienlich waren. Und das stört mich dann schon etwas, da ich meist voll seiner Meinung bin, nur es Robin gleichzeitig mit solchen (meiner Meinung nach) emotionalen Kurzschlüssen einen schwer macht ihn da auch zu unterstützen. Ich erkenne (oder glaube zumindest) halt immer die gute Absicht dahinter zu erkennen, aber die Formulierung schlittert dann halt immer ins Negative und da hoffe ich doch auf etwas Besserung.

  • Ich habe hier vor kurzer Zeit im Fall von A Hat in Time eine Trennung von Künstler und Kunst vertreten. Und selbst mir fällt es jetzt bei Kingdom sehr schwer da nicht auch ein Geschmäckle zu erkennen, wenn ein Gamergater ( die Schublade "rechtsextrem" oder "Nazi" ziehe ich nicht so leichtfertig) keinerlei Diversität einbaut, obwohl dies historisch angemessen wäre.


    Ich finde es trotzdem ziemlich wohlfeil von Robin, wenn er mit Hooked als kleines Indie-Magazin den Wachhund der deutschen Videospielpresse mimt.
    Unterhaltungs-Massemedien waren, sind und werden immer apolitisch sein. Was meint ihr denn, was die Community der Gamestar mit ebendieser macht, wenn sie das ansprechen. Die könnten für einen Monat die Kommentare dichtmachen.


    Das kann man blöd finden, aber Robins "Ich erwarte..." ist realtätsfern.

  • Sollte man dies vielleicht trotzdem mal als Berichterstattung anfügen. Ich denke ja, aber ganz im Gegenteil sehe ich da keine Unterstützung, Duldung oder Werbung für eine(r) Ideologie. Deshalb verstehe ich da dann auch die Empörung nicht und würde mal behaupten, dass Robin da mal wieder über das Ziel hinausgeschossen ist. DIe selbe Aussage in einem etwas freundlicheren Ton hätte wahrscheinlich genauso viel erreicht und hätte nicht gleich wieder für so eine negative Atmosphäre gesorgt.

    Wenn dann am aller ehesten 'dulden', da funk/Game Two nochmal die Person Vavra genauer unter die Lupe genommen haben, aber schlussendlich nichts änderten. Da Vavra nichts verwerfliches im Beitrag sagt, haben sie ihn dringelassen. Insofern wäre vielleicht dulden auch das falsche Wort

    Ich habe hier vor kurzer Zeit im Fall von A Hat in Time eine Trennung von Künstler und Kunst vertreten. Und selbst mir fällt es jetzt bei Kingdom sehr schwer da nicht auch ein Geschmäckle zu erkennen, wenn ein Gamergater ( die Schublade "rechtsextrem" oder "Nazi" ziehe ich nicht so leichtfertig) keinerlei Diversität einbaut, obwohl dies historisch angemessen wäre.

    Wenn sie denn angemessen ist. Warhorse hat im Gegensatz zu Vavra selbst die geschmeidigere Begründung gefunden, dass in den 9km² die Chance, dass du einen Schwarzen gesehen hättest, gleich null sind. Robin stört sich an der Begründung Vavras, der sagt es 'gab schlichtweg keine Schwarzen zu der Zeit'. Hätte das Vavra nie gesagt, wäre Lepetitcapots Kolumne vielleicht nie entstanden.

  • obwohl dies historisch angemessen wäre.

    Selbst das würde ich in Frage stellen. Man kann das fehlen anderer Ethnien ganz simpel damit begründen, dass sie halt so selten waren, dass ein durchschnittlicher Mitteleuropäer, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, nie auf einen solchen getroffen wäre.
    Die Kritik richtet sich daher an Vavras Äußerung, warum andere Ethnien fehlen und nicht darum, dass sie fehlen.

  • Also nach meiner kleinen Recherche wäre es zumindest realistisch, wenn Händler ein arabisches Aussehen hätten.


    Und ja, das Geschmäckle entsteht einzig und allein durch die Person "Vavra".


    Dass das Team bei der Entwicklung einfach nicht daran gedacht hat, finde ich übrigens naheliegender. Aber ein Gamergater an der Spitze des Unternehmens schafft halt diese unangenehmen Assoziationen.

  • Und selbst arabische Händler kamen nicht jeden Tag vorbei und wenn, da die Produkte allesamt durch Weg, etc. sehr teuer waren, dann haben sie vor Allem nur am Königshof vorbeigeschaut.
    Der einfache Bauer auf dem Land, der damals 90-95% der Bevölkerung ausgemacht hat, hat davon nichts mitbekommen.


    Vavra hat sich halt sehr dumm und entlarvend geäußert. Das Studio selbst hat es nachvollziehbar und logisch begründet.

  • Aber Ricutor, du hast doch gerade gesagt, dass das Team besser reagiert hat. Warum trennen wir nicht zwischen Team und Chef des Entwicklers?


    Unterstellen wir hier also wirklich, dass es eine Weisung von Vavra an das Team gab, nur Weisse im Spiel einzubauen. Und wenn ja, mit welcher Begründung gegenüber dem Team? Eine rassistische? Eine historische? Wie hat das Team darauf reagiert?


    Ich verwehre mich immer sehr dagegen einfache Antworten auf einen komplizierten Vorgang zu finden.


    Die Person Vavra ist ohne Frage indiskutabel, ein totaler Vollhorst. Der Rest ist aber nicht so einfach.

  • Unterstellen wir hier also wirklich, dass es eine Weisung von Vavra an das Team gab, nur Weisse im Spiel einzubauen. Und wenn ja, mit welcher Begründung gegenüber dem Team? Eine rassistische? Eine historische? Wie hat das Team darauf reagiert?

    Ich weiß nicht, wie Robin oder der Autor des Artikels sich das vorstellen. Ob das ganze Studio aus Rassisten bestehe oder ob es ganz klare Weisungen von Vavra gab? Alles was wir haben, sind die Aussagen von Vavra. That's it.

  • Vavra hat sich halt sehr dumm und entlarvend geäußert. Das Studio selbst hat es nachvollziehbar und logisch begründet.


    Da muss ich sagen, dass ich mich auch etwas daran störe, wie hier etwas geschrieben wird.



    So schreibt der Blog im ersten Absatz:

    Zitat


    Doch das Spiel hat ein massives Problem: seine „Macher“.


    Mich stört hier, dass hier von DIE Macher gesprochen wird. Es handelt sich aber eigentlich nur um eine Person des gesamten Studios.



    Liegt vielleicht an mir, dass ich hier recht erbsenzählerisch vorgehe. Eventuell ist das nicht so gemeint, wie es aufnehme.

  • Mich stört hier, dass hier von DIE Macher gesprochen wird. Es handelt sich aber eigentlich nur um eine Person des gesamten Studios.



    Liegt vielleicht an mir, dass ich hier recht erbsenzählerisch vorgehe. Eventuell ist das nicht so gemeint, wie es aufnehme.

    Da der ganze Thread sehr erbsenzählerisch ist, gar nicht dumm, dass man sich darauf konzentriert.


    Der Gedanke, dass ein Grossteil des Teams, oder zumindest der Teil, der fürs Writing und Worldbuilding verantwortlich ist, Vavras Gesinnung teilt, ist nicht auszuschliessen, aber auch nicht nachweisbar. Das ganze Spiel auf allein Vavras Vision runterzubrechen ist vielleicht übertrieben, vielleicht aber auch realistisch. Die Metal Gear-Reihe ist auch fast eine reine Kojima-Kopfgeburt.

  • Das Video und die Besprechung finde ich nur in Teilen gelungen. 4Players hat hier meiner Meinung nach nur zum Teil verstanden, wo hier die "Vorwürfe" liegen und werten die Debatte damit völlig ab. Schade.


    Da finde ich die Äußerungen und die Aufarbeitung im aktuellen Podcast von Hooked bei weitem besser gelungen.

  • Warte mal! Der Entwickler wird aber nicht zum Rassisten ernannt, weil er ein Burzum Fan ist, oder? (Übrigens keine Band, sondern ein einzelner Musiker namens Varg Vikernes)
    Denn dann wären wohl 98% aller Black Metal/ Metal Nerds ebenso Nazis.


    Nein, wird er von den Meisten nicht. Das Thema wurde hier auch schon mehrfach angeschnitten. Bei Daniel Vavra spielen mehrere Dinge zusammen, die ihn in diese Ecke drängen. Das Burzum-Shirt und der Hintergrund der Band spielen da zwar auch eine Rolle, aber der Vorwurf ist nicht allein daraus entstanden.

  • Warte mal! Der Entwickler wird aber nicht zum Rassisten ernannt, weil er ein Burzum Fan ist, oder? (Übrigens keine Band, sondern ein einzelner Musiker namens Varg Vikernes)
    Denn dann wären wohl 98% aller Black Metal/ Metal Nerds ebenso Nazis.

    Nein, wird er von den Meisten nicht. Das Thema wurde hier auch schon mehrfach angeschnitten. Bei Daniel Vavra spielen mehrere Dinge zusammen, die ihn in diese Ecke drängen. Das Burzum-Shirt und der Hintergrund der Band spielen da zwar auch eine Rolle, aber der Vorwurf ist nicht allein daraus entstanden.

    Ah ok :)