Lootboxen und Mikrotransaktionen

  • Halli Hallo,
    da Lootboxen bzw. Mikrotransaktionen derzeit ein sehr großes Diskussionsthema sind, habe ich mir gedacht dass wir das ja auch mal einen extra Thread verschieben könnten. Denn so haben wir gleich alles zu dem Thema hier gesammelt und "spammen" dann auch nicht immer "News und Gerüchteküche" & "WUT!" zu.


    Zusätzlich möchte ich auch noch meine Meinung zu Lootboxen & co. da lassen. Denn persönlich finde ich es in manchen Spielen gar nicht so schlimm. Z.B.: Overwatch hat es sehr gut geregelt, Lootboxen ausschließlich mit kosmetischen items zu bestücken und dafür eben kein Progressionssystem zu haben, bzw. den Spielern nur Lootboxen als Belohnung zu geben. Ich persönlich präferiere das auch über ein extrem Schleppendes System wie bei Battlefield und Battlefront 2, wo oft die besten Waffen/Perks erst nach sehr viel Spielzeit nutzbar sind und deshalb auch bei Launch das Balancing auch total für'n Arsch ist. Von mir aus kann man dann auch mal 20€ für ein paar Böxchen liegen lassen, schließlich hat ja Overwatch eh schon immer 40€ gekostet und hat exzellenten post-launch Support.

  • Ok, hier haste was:


    So wie es aussieht hat die Kontroverse um SW BF 2 die Spieler von CoD WW2 vorerst vor einem vermutlichen P2W Umstieg nach Einführung der Microtransactions gerschützt, da bestimmte Loot Box Tiers noch nicht aktiviert wurden.
    Allerdings wurden EXP Booster freigeschaltet, wie auch immer sich das auf´s Spiel auswirkt, jedoch sind es damit nicht mehr NUR kosmetische Items, die in den Loot Boxen sind.


    Why there's PAY TO WIN fears for CoD WW2’s loot boxes!

  • Ich bin da nicht so kritisch, ehrlich gesagt. Ich habe aber auch mehr als 1 Jahr intensiv in ein Free to Play MMO gesteckt, daher bin ich dadurch vielleicht abgehärtet.


    Gegen kosmetische Micro Transactions habe ich 0. Da ist mir egal was das für ein Spiel ist und wie viel es gekostet hat. Ich bin beispielsweise sogar sehr froh, dass ich Psyonix für Rocket League mehr Geld in den Rachen stecken konnte als ich es mit dem initialen Kauf getan habe. Wenn andere das bei anderen Spielen machen wollen... nur zu.


    Was das P2W angeht... schwierig... Ich denke es kommt sehr auf die Auswirkung drauf an. Man kann sich ja beispielsweise in GW2 oder WoW legal direkt oder indirekt einfach die ingame Währung mit Euros kaufen. Wirft den Spielen jemand P2W vor? Wäre mir nicht bekannt. Der Grund liegt darin, dass dir das Geld in den Spielen nicht in sofern den Vorteil bringt, dass du einfach alles kaufen kannst an Gear. Dennoch bringt es dir einen gewissen Vorteil, der aber insgesamt nicht so einen großen Impact hat. Außerdem merken das andere Spieler ggf. nicht bzw es hat keine Auswirkung auf andere Spieler, da das PvP Gear unabhängig ist o.ä.


    Anders sah es da damals bei Aion aus. Hier sprach man immer von P2W, da man durchaus mit extrem viel Geld sich einige Vorteile kaufen konnte und so gab es Leute mit perfektem Gear, die primär dafür Geld gezahlt haben. Und ja, da das Spiel PvP orientiert war, hatte das eine gewisse Auswirkung. Allerdings empfand ich (und einige andere aus meiner damaligen Legion (aka Gilde)) das nicht als so schlimm. Der Grund war, dass ich (bzw wir) den Unterschied im Gear problemlos gegen die meisten durch Skill ausgleichen konnte. Hier ist allerdings der unterschied, dass das Spiel im Kampf wesentlich tiefgreifender sind als Battlefront 2.
    In Battlefront 2 kann ich keine klugen Tricks anwenden (meistens) um jemanden, der mehr Damage austeilt und einsteckt, zu erledigen. Schon gar nicht wenn im Gegnerteam mehrere sind.


    TL;DR: Finde Lootboxen (oder andere Micro Transactions) in allen Spielen okay, sofern deren Impact entweder andere Spieler nicht betreffen oder nur rein optisch sind. Natürlich ist ein Spiel, welches um Micro Transaction aufgebaut ist kacke.

  • Tja, mal wieder viel Wind um nichts. Schade, habe diesmal wirklich gehofft.

    Was sich auf die Verkäufe in Läden bezieht. Die meisten Casuals, die sich für so Themen nicht interessieren, bzw das gar nicht mitbekommen, kaufen halt auch im Laden. Unter anderem ist es ja erstmal nur Deutschland.


    So hat das ganze also eine eher geringe Aussagekraft, aber ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

  • Was sich auf die Verkäufe in Läden bezieht. Die meisten Casuals, die sich für so Themen nicht interessieren, bzw das gar nicht mitbekommen, kaufen halt auch im Laden. Unter anderem ist es ja erstmal nur Deutschland.
    So hat das ganze also eine eher geringe Aussagekraft, aber ich habe ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

    Ich auch nicht. Natürlich sind die meisten davon Casuals die sich gar nicht erst informiert haben, aber viele Andere haben sich auch einfach nur davon einlullen lassen, dass EA die MT´s erst einmal komplett rausgenommen hat und werden dann wieder Gift und Galle spucken, wenn EA die dann kurz nach Fimlstart wieder einbaut, vermutlich ein wenig abgeschwächt, aber trotzdem wird die Latte wieder ein wenig höher liegen für das nächste Mal.


    Der Einzige Weg wäre nach wie vor, Spiele mit so aggressiven MT Loot Boxen einfach nicht zu kaufen, aber es gibt immer noch genügend Käufer die nach dem Prinzip handeln: ich kaufe das Spiel, aber nicht die MT´s was dann wiederum durch die ganzen Wale in der Käuferschaft mehr als ausgeglichen wird und deshalb bleibt es für die Publisher ein Null-Risiko Spiel diese Art der MT´s immer und immer wieder einzubauen.


    Der Selbe Mist mit Activision/Bungy und Destiny 2. Kommen mit ihrem PR Müll um die Ecke, nachdem sie mit ihrem manipulativen Exp System mit heruntergelassenen Hosen erwischt wurden und die Leute reden davon wie Bungy ihnen zuhört und sich kümmert, derweil haben die mißtrauischen dann wieder aufgedeckt, dass die Exp Anzeige nach wie vor nicht wirklich korrekt arbeitet und Bungie nebenbei die nötigen Exp für ein Engram mal eben von 80k auf 160k angehoben hat.



    Wie ich schon einmal sagte, EA und Activision haben ihr Karten bereits auf den Tisch gelegt und uns sehen lassen, wo sie mal hinwollen in Zukunft und nur weil sie jetzt erst einmal zurückrudern mussten, heißt dass nicht, dass wir in ein paar Jahren nicht wieder an dem Selben Punkt ankommen.

  • ENB hat auch ein kleines Video zum Loot Boxes (oder Gacha wie sie in Japan heissen) gemacht:


    Loot Boxes and Gacha


    Und auch er spricht noch einmal an, was ich nur unterstützen kann:
    selbst wenn Loot Boxen nicht der rechtlichen Definition von Glücksspiel entsprechen, so sind sie dennoch eine manipulative Taktik um dafür empfängliche Menschen auszunutzen und sollten kontrolliert und transparent gestaltet werden.


    Oh ja, und wo wir gerade bei Loot Boxen sind ...
    EA hat noch ein Statement abgegeben, warum sie keine kosmetischen Items in Loot Boxen in SW BF 2 verkaufen:


    Sie wollen nicht etwas einbauen, dass dem Kanon von Star Wars widerspricht, wie einen weißen oder pinken Darth Vader ... na wie gut, dass sie aus ihrem Fehler in SW BF 1 gelernt haben! (Wer Sarkasmus im letzten Satz gefunden hat darf ihn gerne weiterreichen :P ).


    Naja, aber immerhin dürften einige aus den oberen Etagen über den Einbruch des Aktienwertes keifen, was sie 3,1 Milliarden Dollar gekostet hat :D

  • Dann hätten sie schon im ersten Teil Druck bekommen von Disney bekommen, schließlich konnte man da auch schon kleine kosmetische Dinge freischalten, wie Rebellen mit oder ohne Helm, oder eine Twi'lek Rebellin (ausser jemand möchte mir sagen, dass Twi'lek kein Kanon sind =O ).
    Ausserdem verlangt keiner einen weißen oder pinken Darth Vader (das waren ihre Beispiele) aber schau dir doch einfach mal Bilder von den Star Wars Spielen, Serien und Comics bzw. Büchern an, die noch als Kanon angesehen werden, nur um einmal zu sehen, wie viele verschiedene Kostüme es für die ganzen Charaktere gegeben hätte. Ich meine alleine Darth Vader könnte man zig verschiedene Köstüme für einbauen, als Anakin ohne Anzug, vor und nach den Clone Wars, oder als Alten Darth Vader wie man ihn (vor der Verschandelung durch Lukas Arts) am Ende des sechsten Teiles gesehen hat bei der Siegesfeier. Und das ganz ohne pink und weiß!


    Und das könnte man für alle Charaktere machen ohne irgendwie den Kanon zu beschädigen. Und ich weiß eh nicht, ob man in einem Spiel von Kanon beschädigung reden kann, in dem Yoda gegen Kylo Ren auf Nabuu kämpfen kann ...


    Ich glaube eher, EA wollte wieder für irgend einen BS in den News erscheinen, weil da gerade Activision mit ihrem ganzen Destiny 2 Mist gerade so präsent sind :P

  • So, und wieder was neues zu EA und Loot Boxes!


    Ein interessanter Artikel über Beta Eindrücke des im Februar nächsten Jahres erscheinenden EA Sports UFC 3:


    https://www.astutegaming.com/single-post/EASPORTSUFC3BETA


    Bin mal gespannt, wie die Geschichte ausgeht und ob es wirklich so krass wird wie SW BF 2 was P2W angeht, da es auch einen Artikel auf Game Informer gibt, der das Spiel etwas positiver darstellt (was aber bei SW BF 2 auch nicht anders war). Leider wird es da vermutlich nicht so eine große Medien Abdeckung geben, ist schließlich nur eine Sportspiel (an denen ich eh nicht interessiert bin) und kein Star Wars.

  • Da wird aber eher Druck seitens LucasArts bzw. Disney kommen und nicht von den Entwicklern selber.

    Und das könnte man für alle Charaktere machen ohne irgendwie den Kanon zu beschädigen. Und ich weiß eh nicht, ob man in einem Spiel von Kanon beschädigung reden kann, in dem Yoda gegen Kylo Ren auf Nabuu kämpfen kann ...

    Genau da liegt doch schon der Widerspruch. Es ist in dem Spiel möglich mit Helden auf gewissen Schlachtfeldern zu kämpfen, die zu dieser Zeit noch nicht existierten. Wenn also Disney wirklich so pingelig mit dem Kanon wäre, dann wäre all dies nicht möglich. Es ist wieder eine Bullshit-ausrede.

  • Data Miner haben doch auch bereits herausgefunden, dass bereits ein Charakter Individualisierungsmenü wie in SW BF 1 im Game versteckt ist. Vermutlich als Hintertür, falls es nochmal so einen Shit Storm Ende Dezember bis Anfang Januar gibt, wenn sie die MTX wieder anschalten. Dass sie dafür mit Disney/LucasArts die Details besprechen müssen war sicherlich auch wieder nur PR Gebrabbel.

  • In Vollpreisspielen haben weder Microtransaktionen, noch Lootboxen was zu suchen. Publisher gehen so weit wie sie können und haben jeder Zeit die Möglichkeit ihre Spiele anzupassen und vorbereitete Pressemitteilungen herauszugeben, sie können jeder Zeit ihre Spiele verändern. So war es bei Battlefront 2, so war es zuletzt mit Destiny 2 und so wird es auch bei anderen Spielen sein. All die Diskussion ist aber vollkommen unbedeutend, denn auch wenn ein absurd geringer Teil diese Lootboxen und Microtransaktionen nutzt, ist dieser finanziell stark genug, um solche Monetarisierungsmethoden Salonfähig zu machen. Wir können noch so sehr Kritik üben, dieser kleine Teil wird wahrscheinlich nicht so tief in dem Medium Videospiel verankert sein, um sich angesprochen, oder kritisiert zu fühlen. Das einzige Mittel ist es, wenn der Kern der Spieler diese Spiele nicht kauft, dann könnte der finanzielle Verlust tatsächlich die Einnahmen von Microtransaktionen und Lootboxen ausgleichen bzw. überwiegen. Nur wird das kaum einer machen, da das Schulhofprinzip zu groß zu sein scheint.


    Ich selber zog als Konsequenz mir kein Assassins Creed Origins zu kaufen, egal wie obsolet die Lootboxen und anderen Microtransaktionen auch sein mögen. Ich möchte diese nicht in ein Vollpreisspiel haben, darum kaufe ich es mir nicht. Da ich aber wirklich Lust habe es zu spielen, tut es mir dementsprechend auch weh, nur muss meiner Meinung nach diese Übermonetarisierung aufhören. Darum werde ich mir das Spiel auch nicht in Sales kaufen und mir lieber zum Vollpreis ein Wolfenstein 2 holen, auch ein Monster Hunter Worlds wird zum Release gekauft. Denn ich Spiele kaufen und finanzieren, die nicht auf Service ausgelegt sind. Ich akzeptiere Service im Free2Play Bereich und unterstütze das gerne, wenn es entsprechend fair und ohne Pay2Win ist. Ich akzeptiere es nicht in Vollpreisspielen und das Argument Spiele seien teuer, das ist eine sehr flache Aussage. Klar werden Spiele teurer, sie nehmen aber auch mehr ein und man darf dabei nicht Faktoren wie die Lokalisierung der Firmen und Steuerbeteiligung vergessen. Solange ich nur grobe, nicht nach zu vollziehende Zahlen von Entwicklungskosten/Einnahmen habe und ohne klare Angabe der Faktoren, glaube ich das nicht. Das kling für mich nach einer Ausrede, weil es einfacher und besser ist zu sagen Spiele seien teurer, als zu sagen, dass die Investoren eine höhere Dividende wollen. Denn Publisher wie EA sind nun einmal Unternehmen und Aktiengesellschaften die von Leuten geleitet werden, die nichts mit Videospielen zu tun haben. Diese kennen das Prinzip von kalkulierten Risiko und gehen es gerne ein, auch wenn es letztendlich Schäden an der hauseigenen Marke verursachen könnte, sie wissen wie weit sie gehen können. Das ist ein Problem, was jedes Medium mit dem Wachstum zu kämpfen hat, Firmen beteiligen sich an der Börse und müssen Geldgeber eine gewisse Rendite sichern, im Austausch für Wertsteigerung.


    Ich möchte mal nicht nur einseitig die Schuld auf die Firmen schieben, wir Konsumenten bestimmen letztendlich den Markt und uns bestimmt der Komfort. Wir wollen es einfacher haben und das treibt uns an, wir bekommen den Komfort als Dienstleistung, für Geld. So läuft das nun einmal, wenn man bereit ist auf dem Komfort zu verzichten, kann man gewisse Umstände ändern. Doch das ist wesentlich komplexer, da der Wunsch nach Komfort durch das Prinzip der Aufopferung resultiert. Diese Aufopferung ist in erster Linie Zeit, die wir mit Arbeit verbringen. Durch steigende Bedürfnisse, steigt die Investition in Zeit, dadurch in den Wunsch nach Komfort, der wiederum bestimmt den Markt und dieser möchte unser Geld, was wir wiederum mit Arbeit und Zeit verdienen. Es ist ein Teufelskreis der damit Anfing, sich seine Freizeit intensiver durch Abzweigungen einteilen zu können.


    Lootboxen sind kein Spielerproblem, sie sind ein gesellschaftliches Problem.

  • Diese Wale müssen nichtmal besonders reich sein. Erst vor kurzem hat ein Reddit User namens Kensgold einen offenen Brief über Reddit an EA geschrieben. Der Gute ist jetzt 19 Jahre alt und hat schon mit 13 angefangen, Geld für MTX rauszublasen, was aber in den letzten 3 Jahren so hart eskaliert ist, dass er gute 13.500,25 $ in Spiele wie CS: GO, The Hobbit: Kingdoms of Middle-Earth und Smite reingesteckt hat.
    Das hat er nicht dadurch geschafft, weil er reiche Eltern hat, sondern weil er teilweise mehrere Jobs hatte, um seine Sucht finanzieren zu können. Zum Glück hat er doch noch die Kurve bekommen und sich psychatrische Hilfe geholt. Seitdem ist er "trocken", kann aber keine Spiele mehr spielen, welche auch nur ansatzweise solche Systeme beinhalten wegen der Rückfallgefahr.


    Ist es eine Sucht, die viele Leute haben? Derzeit vermutlich noch nicht, allerdings haftet dem ganzen derzeit auch noch kein Stigma an wie Alkohol oder Drogen und er selbst musste schon den Mut aufbringen, um sich Hilfe zu holen.


    Hier noch die Links zu seinem offenen Brief und dem Artikel von Kotaku, welche das ganze auf Echtheit geprüft haben:


    Kensgold open letter to Dice/EA


    Artikel auf Kotaku



    Fälle wie dieser sind es, weswegen ich für eine Regulation von Lootboxen, aber auch von MTX im allgemeinen bin, einfach, damit diese Systeme nicht in die Hände von Kindern und jugendlichen gelangen. Will man Spiele mit solchen versehen, dann bitte erst frei ab USK/PEGI 18 und es muss mehr Aufklärung und transparenz darüber geben, einfach weil es nuneinmal Menschen gibt, die sich nicht zurückhalten können.