Der Smalltalk Thread

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  • Vielleicht gibt es hier ja ein paar die sich für Technik und Zukunftskram interessieren, ich hab's gesehen und fand es aufjedenfall super interessant.


    Viele chinesische Städte haben ja ein massives Verkehrsproblem da die meisten Städte eine massiv großes Einzugsgebiet haben und meist die gesamte Wirtschaftskraft auf einen verhältnismäßig kleinen Raum konzentriet ist. Die Folge: Viele Leute wollen zur selben Zeit zum selben Ort. Bis jetzt hilft da kaum ein öffentliches Verkehrsmittel, egal wie gut diese ausgebaut sind.
    In China hat man jetzt mit einem Technologie Unternehmen an einer Lösung gearbeitet und heraus gekommen ist der Transit Elevated Bus (kurz: TEB). Der TEB sieht dabei auch wie die Zukunft selbst aus.
    Das Teil ist 4,8m hoch, 7,8m breit und 22m lang. Es fährt ähnlich wie eine Straßenbahn auf schienen. Das wirklich besondere neben den Ausmaßen ist allerdings, das man unter den TEB durchfahren kann da 2,1m Höhe unter dem TEB praktisch leer ist, sprich dort können Autos drunter fahren. Wichtiges Detail: In China sind Kraftfahrzeuge in der Regel aus den Innenstädten gebannt, so gibt es auch kaum Fahrzeuge die größer als 2,1m sind. Gestützt wird der TEB nur auf den Seiten, die auf den Schienen stehen. Dabei passen in einem TEB 1.200 Menschen und aktuell erreicht er Höchstgeschwindigkeiten von 64 km/h. In China hat das Teil schon seine erste Testfahrt absolviert.


    Hier ein Video von einem TEB Modell (natürlich noch nicht ganz fertig und wesentlich kleiner):


    Und hier ein Image-/Werbevideo:


    Keine Ahnung ob das irgendeine Sau hier interessiert, aber ich fand es mega interessant :D

  • Interessant: ja. Aber wie funktioniert das Ganze in der Praxis im Hinblick auf bereits gebaute Ampeln oder Verkehrsschilder? Da müsste man ja entweder eine Route erstellen, die das umgeht oder vorhandene Ampeln und Schilder durch höhere Versionen ersetzen. Oder sind die in China eh so angebracht, dass es kein Problem darstellen dürfte? Das Konzept-Video gibt zwar erste Eindrücke, aber ob das auch in der Realität so aussieht.

  • Interessant: ja. Aber wie funktioniert das Ganze in der Praxis im Hinblick auf bereits gebaute Ampeln oder Verkehrsschilder? Da müsste man ja entweder eine Route erstellen, die das umgeht oder vorhandene Ampeln und Schilder durch höhere Versionen ersetzen. Oder sind die in China eh so angebracht, dass es kein Problem darstellen dürfte? Das Konzept-Video gibt zwar erste Eindrücke, aber ob das auch in der Realität so aussieht.

    Es wird halt Jahrzehnte dauern, bis alles Stück für Stück passend umgebaut und angepasst ist, aber dann wird das schon funktionieren

  • Bereits vorhandenes kann man ja abreißen, ist vor allem in China null Problem. :D Geplant ist es Ampeln durch Leuchten am Boden und an den Seiten größtenteils zu ersetzen. Für die Situation das es keine Ampeln gibt oder die Sicht auf die Boden- bzw. Seitenleuchten durch den TEB blockiert wird gibt es unter dem TEB eine Leuchte die dann entsprechend Grün, Gelb oder Rot leuchtet. Ich gehe davon aus, dass die Boden und Seitenleuchten sehr gut sichtbar sind und keinen großen Unterschied zu herkömlichen Ampeln darstellen, ansonsten würde man wohl auch damit nicht planen.
    Die TEB sollen hauptsächlich auf großen Straßen (3+ Spuren in jeder Richtung, selten auch 2+ Spuren) da gibt es, zumindest in China, ohne hin kaum Verkehrsschilder da der Verkehr auf diesen Straßen eher grundsätzlich stockend vorrangeht.

  • da der Verkehr auf diesen Straßen eher grundsätzlich stockend vorrangeht.

    "stockend" ist ein sehr freundliches Wort dafür. Also als ich in Peking (also so ca. 6km vom Zentrum entfernt) einen Schüleraustausch gemacht hab sind wir mit dem Fahrrad zur Schule gefahren und die Ampeln waren eher kosmetisch. Man stand dann halt auf der Kreuzung und hat geguckt, dass man irgendwie im Slalom durch die Autos, Roller und anderen Fahrräder abbiegen kann. Verkehrsregeln waren eigentlich eher so die nicht-festgeschriebenen Konventionen im Sinne von "wenn ein Fahrrad zwischen drei auf der Kreuzung stehenden Autos durchwill fahren alle ein wenig zur Seite" etc.

  • Frage mich, wie praktikabel das in anderen Ländern ist. In Deutschland ist das ja mit unserem Städtebau ziemlich unmöglich. Wie viele Straßen haben wir, auf denen diese Dinger fahren könnten? Allerdings haben wir vermutlich auch gar nicht den Bedarf, weil unsere Verkehrsprobleme nicht so heftig sind.


    Dann natürlich noch das Problem, wenn doch mal ein Fahrzeug größer als 2,10m ist. Das müsste dann solange hinter dem Ding her trotten bzw. im Umkehrfall das Ding ausbremsen.


    Nicht zu letzt hätte ich glaube ich ein mulmiges Gefühl unter so nem Ding herzufahren. Aber das ist wohl eher eine Gewöhnungsfrage.


    Also interessantes Konzept, was aber wohl nur auf bestimmten Straßen unter bestimmten Umständen funktioniert. Für eine flächendeckende Nutzung wohl eher ungeeignet.

  • Übrigens, die Tagesschau hat auch über den Bus in China berichtet und die Kritiker zu Wort kommen lassen. Wenn es den Beitrag in der Mediathek gibt verlink ich den hier auch noch mal. :)


    [...]

    Ich wollte jetzt nicht zu radikaleren Wörtern greifen. :D Aber in Indien ist es noch schlimmer :P



    [...]

    Jo natürlich, in erster Linie wurde ja ein chinesisches Unternehmen beauftrag um ein chinesisches Problem zu lösen. ^^ Rein von der Theorie gäbe es aber sichlicher noch andere Städte, vor allem im asiatischen aber auch im (süd)amerikanischen und afrikanischen raum, die dieses Konzept anwenden könnten. Das hängt ja vor allem davon ab, wie alt die Städte sind. Neuere Städte haben einen ganz anderen Aufbau als die heutigen. So wurden im Mittelalter Städte von Kirchen Ausgehend und um Märkte herum gebaut, so kam es oft zu eckigen und winkeligen Städten und damit zu der Stadtgeographie wie wir sie haben, daher hier auch komplett unbrauchbar. In neueren Städten kam es meist zu einem sehr einfachen Stadtbau mit vielen 90° Winkeln, daher in neueren Städten viel brauchbarerer.
    Bzgl. der Verkehrsprobleme in Deutschland würde ich da auch keine voreiligen Schlüsse ziehen. So wachsen zwar nur die Einwohnerzahl in den eigentlichen Städten gering, aber die Metropolregionen der deutschen Großstädte, vor allem München und Hamburg, explodieren. Unter Stadtgeographen spricht man bei der Metropolregion eigentlich auch von der wahren Einwohnerzahl, da die Städte selbst welche an Grenzen gebunden sind kaum noch Potenzial zum Wachstum haben. Dabei sind die Metropolenregionen im Sinne der Einwohnerzahl bei Großstädten gerne mal 3 - 4 mal so groß wie die Großstädte selbst. So hat Hamburg eine 5 Millionen Einwohnerstarke Metropolregion, München 5,7 Millionen, Tyko 37,5 Millionen (bei 1,7, 1,4 und 9,3 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet). Betrachten wir eben diese Metropolregionen welche alle ein praktischer Teil der Stadt sind und auch in die tatsächliche Stadt fahren, so werden wir auch in Deutschland langfristig vor massiven Verkehrsproblemen innerhalb der Städte stehen und man müsste rechtzeitig präventiv vorsorgen. Da bleiben fast nur alternative Verkehrsmittel oder die alternative Nutzung von derzeitigen Verkehrsmittel. Die Verkehrsmittel wie wir sie jetzt haben sind kaum Massentauglich und auf gewisse Kapazitäten begrenzt und Gegebenheiten gebunden, somit auch nicht sonderlich nachhaltig.

  • Chats sind nicht so mein Ding. Ich schreibe im Regelfall immer in Blöcken, dann schaue ich im Internet rum. Bei Foren kann icha uch nach zwei Stunden auf einen Post antworten. Im Chat geht das so leider nicht