• Eure Sexualität und Geschlechtsidentität 42

    1. Hetero (29) 69%
    2. Alles andere als 100% Hetero (12) 29%
    3. Cisgender (23) 55%
    4. Alles andere als 100% Cisgender (7) 17%

    Aloha!


    Vor einiger Zeit hatten @TheGreatMuffin und ich die Idee zu diesem Thread hier und obwohl da schon viel über LGBTQ+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer and everything else) bezogene Themen diskutiert wurde, dachte ich mir, es wäre vielleicht ganz cool einen eigenen, allgemeineren Thread zu erstellen. Hier können politische, popkulturelle und, wenn ihr wollt, auch private Dinge besprochen werden.
    Auch würde ich die Umfrage von damals gerne neu auflegen. Der Große Muffin und ich sind uns mitlerweile einig, dass Sexualität und Geschlechtsidentität keine DInge sind, die man in Kategorien einteilen kann/sollte, deshalb würde ich, anstatt Menschen in mehr Boxen zu stecken, das ganze allgemeiner formulieren und nur danach fragen wer Hetero oder Cisgender ist und wer nicht. Ich mache das aus reiner Neugier heraus, niemand muss sich outen, die Umfrage ist anonym.
    In diesem Sinne: Fröhliches Diskutieren und habt euch lieb! ^^ hkdLove

  • Die Frage nach der Geschlechtsidentität ist für mich gerade schwieriger zu beantworten, als ich es erwartet hätte.
    Fühle ich mich auf sozialer Ebene zu 100% dem männlichen Geschlecht zugeordnet? Ich müsste sagen: Nein. Auf der anderen Seite müsste ich fragen: Woran kann ich das erkennen?


    Es gab und gibt so viele Dinge in meinem Leben, die konträr der weit verbreiteten Erwartungshaltung "Typisch Junge/Mann" gehen, so dass ich mich aus heutiger Sicht keinesfalls zu 100% als Cisgender bezeichnen könnte. Ich würde eher sagen, ich identifiziere mich mit dem (für mich) Besten aus "mehreren Welten", ganz gleich wie die derzeitige Rollennorm und -erwartung so ist. Dennoch hat sich eben eine gewisse "Gewohnheit" einspielt, da ich die Trennung zwischen sozialem und biologischem Geschlecht an mir selbst nie so deutlich ausgearbeitet habe. Demnach fühlt es sich für mich wiederum nicht unangemessen an, wenn man über mich als "er" redet.

  • Ich kann mit Selbstbewusstsein behaupten, dass ich mich als eine Person ansehe, die heterosexuell ist und sowohl biologisch als auch sozial männlich ist. Da dieser Beitrag an sich somit ziemlich langweilig ist, äußere ich mal Kritik an... das Männerbild unserer Kultur.


    Denn egal welche sexuelle Orientierung man hat, oder welchem Gender man sich angehörig fühlt, ist das momentane Männerbild unserer und anderer Kulturen - meiner Meinung nach - rückständig. Persönlich finde ich, dass man sich in westlichen Kulturen nicht wirklich sicher in seiner Männlichkeit fühlen kann, da man z.B. schon im Kindergarten mit dem Spruch "Wer ist eine Memme?" konfrontiert werden kann. Und in der Grundschule geht es weiter. Man kann schließlich schon gemobbt werden, wenn man als Junge lange Haare hat. Mädchen sind natürlich ekelhaft, aber trotzdem irgendwie doch so interessant, dass man ganz cool ist, wenn man dann seinen ersten Kuss oder seine erste Beziehung schon in der Grundschule hat. Ein Junge, der sich mit Mädchen unterhält wird aus seiner Gruppe ausgestossen und wird als Mädchen oder als schwul bezeichnet, wenn dieser es wagen sollte zu weinen. Dies hat z.B. bei mir - meine ich - dazu geführt, dass ich verstärkt introvertiert wurde und unterbewusst meine Emotionsäußerungen runtergeschraubt habe, wodurch ich bestimmt auch dann einigen positiven Erinnerungen beraubt worden bin, was mich ein bisschen ärgert.


    Aber nochmal zurück zu meinem Punkt. So ein Bild schädigt auch die männliche Perspektive auf Mädchen/Frauen, da diese als Trophäe und Eigentum gesehen werden, was sich auch anhand der vielen Vergewaltigungen in den USA belegen lässt. Durch so ein Männerbild fühlen sich auch Personen, die nicht Cisgender oder heterosexuell sind, eingeschränkt, was auch zu viel Kummer führt.Ich könnte noch mehr Aspekte nennen, aber stattdessen verweise ich mal auf zwei gute Quellen zum Thema Gender und Männlichkeit:


    • The Mask You Live In : Eine ziemlich gute Dokumentation zum Thema Männlichkeit in den USA. Lässt sich meiner Meinung nach auch teilweise auf unsere Kultur in Deutschland übertragen. Ist auch auf Netflix.
    • Ein Heft rund um Gender : Ein sehr gutes Heft vom National Geographic, was auch noch weitere Themengebiete anschneidet.


    So, das sollte es gewesen sein :) .
    Und noch ein Ratschlag/Spruch: Celebrate yourself!

  • Nach einer Identität zu suchen ist genauso Blödsinnig, wie einer aufgezwungen zu bekommen. Jeder such sich eine Identität aus, um sein Platz in dieser Welt zu finden. Jedoch auf kurz oder lang ist diese Identität ein Gefängnis, weil man stets seine Grenzen vorgezeigt bekommt, weil jeder eine andere Mauer wählt, um sich dahinter zu verschanzen. Entscheidet man sich für eine Sache, ist man unglücklich über die verpassten Chancen, wählt man keine Seite, dann fühlt man sich leer. Wenn man alle Seiten wählt, fühlt man sich überwältigt und man hört auf sich selbst zu verstehen.


    Es handelt sich jedoch nicht um eine ausweglose Situation, man ist was man ist und gut ist. Wenn man sich all der Möglichkeiten bewusst macht, dann mag das faszinierend sein, aber auch komplett bescheuert. Man sollte dankbar für jede neue Erfahrung sein, gleichzeitig sollte man sich auch nicht um jede Erfahrung scheren.


    Es ist wie Schrödingers Katze, ein Paradox.


    Für mich persönlich ist eine Identität scheiß egal, ob ich Homosexuell rüber komme, ob ich männlich rüber komme, mir bums. Was schert es mich, wie andere leben, das einzige was mir nicht egal ist, wenn jemand mit seiner Identität andere unterdrückt. Die Identität der Nazis z.B. ist mir alles andere als egal, weil es dumme Arschlöcher sind.


    Um Shinji Ikari's Unterbewusstsein aus dem Anime Neon Genesis Evangelion zu zitieren- " Jeder Mensch hat zwei Identitäten, eine die er für sich selbst wählt, eine die andere für ihn wählen, beide sind richtig und keine ist wichtig.

  • Da dieser Beitrag an sich somit ziemlich langweilig ist, äußere ich mal Kritik an... das Männerbild unserer Kultur.

    Ich äußere mal Kritik an... das Grammatik dieses Satzes ;P

    Denn das momentane Männerbild unserer und anderer Kulturen ist - meiner Meinung nach - rückständig. Persönlich finde ich, dass man sich in westlichen Kulturen nicht wirklich sicher in seiner Männlichkeit fühlen kann, da man z.B. schon im Kindergarten mit dem Spruch "Wer ist eine Memme?" konfrontiert werden kann. Und in der Grundschule geht es weiter. Man kann schließlich schon gemobbt werden, wenn man als Junge lange Haare hat.

    +1 dafür. Ich weiß, dass ich in der Grundschule sehr ähnlich war. Zwar habe ich diese Anschauungen schon recht früh (spätestens 4te Klasse) überwinden können, aber das war dann auch mehr Glück und in die richtige Richtung wirkende Eltern als sonst was. Selbstverständlich kann jeder seine eigene Meinung entwickeln, aber diese gesellschaftlichen Konventionen sind da ein großes Hindernis, was erstmal bezwungen werden muss.

    oder als schwul bezeichnet, wenn dieser es wagen sollte zu weinen.

    Oh ja, wie gut ich das kenne. Ich kann meine Emotionen halt selten zurückhalten und heul wegen jeder Kleinigkeit. Was ich mir da von der 6. bis zur 9. anhören war echt schwierig.

  • Ich misch mich da ebenfalls mal ein, obwohl man als heterosexuelle cis-Frau, da meist eher weniger zu sagen hat. ^^"


    Erstmal muss ich Nexochrom mit dem Männerbild zustimmen:
    Mein Freundeskreis bestand 95% nur aus dem männlichen Geschlecht, daher habe ich davon sehr viel mitbekommen...
    Sobald meine Freunde auch nur die kleinsten Emotionen zeigten, waren sie, laut dummen Menschen, einfach schwul.
    In der Grundschule war das ganze noch bescheuerter, weil sie als schwul bezeichnet wurden, sobald sie sich für MICH einsetzten oder einfach nur sagten: "Ja, ich bin mit einem Mädchen befreundet". (?) Naja. Kinder hatten halt einfach keine Ahnung, was schwul sein tatsächlich bedeutet...
    Im Gymnasium(!) konnten ich und mein Kindergartenfreund 2 Jahre lang nicht mehr miteinander reden, weil seine Klassenkameraden sich SOFORT über ihn lustig machen würden. Genannte Menschen hatten tatsächlich bis zum Alter von 16 Jahren die Attitüde: "Mädchen sind eklig, wenn du mit denen was zu tun hast, bist du schwul."
    ...Stellt sich heraus, dass das Gehirn mancher Menschen einfach nicht mitaltert.


    Nun möchte ich allerdings etwas zum allgemeinen Frauenbild äußern, so wie ich es erlebt habe:
    In meinem Dorf war ich das einzige Mädchen der Generation und hatte daher nur männliche Freunde aus dem örtlichen Kindergarten. Die Grundschule war ebenfalls noch im selben Dorf.
    Gegen Anfang des Gymnasiums wurde ich allerdings von beiden Geschlechtern regelmäßig fertig gemacht, weil ich mich nicht "wie ein richtiges Mädchen verhalte". Ich hatte einfach kein Interesse daran, mich mit 13 zu schminken oder nur Kleider zu tragen... (kein Scheiß, die Mädchen dort hatten sogar im Winter nichts als Kleider an. .-.)
    Irgendwann wurde ich von den Jungs nur noch "Ekel" genannt und die Mädchen lästerten, Freunde hatte ich dort keine, da ich auf ein "besseres Gymnasium" durfte, was natürlich kompletter bullshit ist, aber meine Eltern glaubten sowas. (Quasi eine elitäre Kackschule, in der nur Tussies und Arschlöcher reicher Eltern sind.)
    Das ging dann ca. 3 Jahre lang, bis ich endlich in die Schule wechseln konnte, an der meine Freunde waren...
    Dort lief das unglücklicherweise auch nicht wirklich besser, weil sie aus "Selbstschutz" (siehe oben) in der Schule lieber nichts mit mir zu tun haben wollten, da sie ja sonst zu Zielscheiben werden.


    Erst in einer anderen Ecke Deutschlands kam ich an eine Schule mit Menschen, die mich mochten, obwohl ich nicht als das "klassische Mädchen" aufgewachsen bin.
    Vielleicht war das alles nur, weil die Kinder mit dem typischen Geschlechterrollen erzogen worden, oder aber auch, weil ich in der falschen Ecke Bayerns geboren wurde. Eventuell ist die "falsche Ecke" auch einfach Bayern selbst. ¯\_(ツ)_/¯


    Tl;Dr: Geschlechterrollen sind scheiße und treten jedem in den Arsch, der keine lust hat sich "anzupassen", nur um in der Gesellschaft auch als Junge/Mädchen/Mann/Frau akzeptiert zu werden.

  • Mir persönlich ist es irgendwie egal welche Sexualität oder Geschlecht jemand hat. Und ich wüsste auch nicht wieso es das sein sollte. Das ist nichts woran ich jemanden bewerte oder ähnliches. Wenn ich da an alle Leute denke mit denen ich zu tun habe, würde sich nichts ändern wenn diese Person entgegen meines Glaubens sich "outen" würde. Dann ist halt mein bester Kumpel mit dem ich Overwatch zocken und viel RBTV Stuff konsumiere Schwul, oder transgender oder sonstwas.


    Aber ansonsten:

    Tl;Dr: Geschlechterrollen sind scheiße und treten jedem in den Arsch, der keine lust hat sich "anzupassen", nur um in der Gesellschaft auch als Junge/Mädchen/Mann/Frau akzeptiert zu werden.

    Wobei das auch stark von den Leuten abhängt, mit denen man zu tun hat.

  • Ohne genaue Vergleichsdaten zu kennen, muss ich sagen, dass mich der extrem hohe Anteil an nicht Heterosexuellen in dieser Community sehr überrascht. Laut der Umfrage hier ist nur in etwa jeder Zweite in diesem Forum hetero. Kann so etwas Zufall sein oder sind Robin, Tom und Mats wirklich so gut aussehend?
    Ich bin übrigens ein heterosexueller cis-Mann und habe in meinem bisherigen Leben auch nicht all zu viele Erfahrungen mit nicht heterosexuellen nicht cis Personen gemacht. Die wenigen Erfahrungen die ich habe sind allerdings auch oft eher unschön, da diese Leute mehrheitlich mit großen Problemen zu kämpfen haben. Der schlimmste Fall ist ein homosexueller ehemaliger Schulkollege, der mit gerade einmal 14 Jahren nur knapp einen Suizidversuch überlebt hat.


    Was ich an der bisherigen Diskussion in diesem Thread recht interessant finde sind die Ansichten der Leute über das Männerbild in unserer Gesellschaft. Ich persönlich wurde so gut wie nie als Schwul beschimpft (ich habe bewusst das Wort "beschimpft" verwendet, da "schwul" heutzutage oft mehr als Schimpfwort verwendet wird als als Bezeichnung für Homosexuelle) habe allerdings einen sehr guten Freund dem sehr oft, nicht unbedingt ernst gemeint, nachgesagt wurde, schwul zu sein. Grund dafür war, dass er, wie schon in diesem Thread beschrieben, immer sehr gut mit Mädchen befreundet war, ihnen gegenüber nicht einmal als zehnjähriger irgendeine Abneigung empfand und noch dazu überdurchschnittlich emotional war. Interessant ist die Geschichte, weil er mir letztes Jahr erzählt hat, dass er tatsächlich homosexuell ist. Das wirft für mich die Frage auf, ob es nicht vielleicht tatsächlich so ist, dass emotionalere Menschen, die als Kinder keine Abneigung vor dem anderen Geschlecht haben statistisch öfter homosexuell sind.


    Und @Samuraischnecke, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dein Freund als schwul bezeichnet wurde, weil er Mädchen als 16jähriger nicht als eklig empfand, sondern weil seine Klassenkameraden die Einstellung hatten, "wer mit 16 mit einem Mädchen befreundet sein will ohne etwas von ihr zu wollen muss schwul sein". Die Einstellung wird dadurch nur leider nicht besser.

  • Und @Samuraischnecke, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dein Freund als schwul bezeichnet wurde, weil er Mädchen als 16jähriger nicht als eklig empfand, sondern weil seine Klassenkameraden die Einstellung hatten, "wer mit 16 mit einem Mädchen befreundet sein will ohne etwas von ihr zu wollen muss schwul sein". Die Einstellung wird dadurch nur leider nicht besser.

    Da wär ich mir nicht so sicher. Meine Erfahrungen sagen mir zumindest bei Kindern von 9 bis 14, dass sie sehr oft dieses Klischee vom sehr femininen Schwulen im Kopf haben und dass deshalb jeder Junge, der nicht dem maskulinen Stereotypen entspricht, deshalb ja schwul sein muss. Die Denke ist also auch oft "der macht was mit Mädchen, also ist er viel mädchenhafter als wir, obwohl er ein Junge ist, also ist er schwul"

  • Und @Samuraischnecke, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dein Freund als schwul bezeichnet wurde, weil er Mädchen als 16jähriger nicht als eklig empfand, sondern weil seine Klassenkameraden die Einstellung hatten, "wer mit 16 mit einem Mädchen befreundet sein will ohne etwas von ihr zu wollen muss schwul sein". Die Einstellung wird dadurch nur leider nicht besser.

    Da wär ich mir nicht so sicher. Meine Erfahrungen sagen mir zumindest bei Kindern von 9 bis 14, dass sie sehr oft dieses Klischee vom sehr femininen Schwulen im Kopf haben und dass deshalb jeder Junge, der nicht dem maskulinen Stereotypen entspricht, deshalb ja schwul sein muss. Die Denke ist also auch oft "der macht was mit Mädchen, also ist er viel mädchenhafter als wir, obwohl er ein Junge ist, also ist er schwul"

    Ich würde sagen, dass es da auf das Verhältnis ankommt. Ein Junge, der bei Jungs nicht mit abhängt oder unter ihnen keine Freunde hat und stattdessen nur mit Mädchen abhängt, könnte meiner Meinung nach leichter unter den Verdacht fallen, schwul zu sein. "Normal" würde es sein, wenn der Junge sowohl männliche als auch weibliche oder nur männliche Freunde hat. Allerdings wundert es mich, dass 16-jährige noch in solchen Schemen denken, was eigentlich eher auf Grundschüler und Kindergartenkinder zutrifft.

  • Ohne genaue Vergleichsdaten zu kennen, muss ich sagen, dass mich der extrem hohe Anteil an nicht Heterosexuellen in dieser Community sehr überrascht.

    Hä? Bei mir sind zwei drittel Hetero. Haben wir hier unterschiedliche Umfragen, oder vermischst du das mit Cis? Oder haben seitdem so viel Leute abgestimmt? o.O

  • was eigentlich eher auf Grundschüler und Kindergartenkinder zutrifft.

    Meiner Erfahrung nach sind Kindergartenkinder da noch offener und machen sich weniger Gedanken, ich kenne aber auch wenige Kindergartenkinder. In der 5.-7. Klasse seh ich sowas aber noch sehr viel.

    Ja, vielleicht ist Kindergarten ein bisschen zu früh eingeschätzt. Ich mache momentan ein Praktikum an einer Grundschule. Rassismus ist da auf jeden Fall schon eine Sache. Würde mich nicht wundern, wenn es da auch Beleidigungen aufgrund des Verhaltens geben würde. Ich würde auch sagen, dass es eher auf Bildung, Umfeld und Aufklärung ankommt, als die Altersgruppe. Mobber gibt es ja in unterschiedlichen Altern.

  • Ohne genaue Vergleichsdaten zu kennen, muss ich sagen, dass mich der extrem hohe Anteil an nicht Heterosexuellen in dieser Community sehr überrascht.

    Hä? Bei mir sind zwei drittel Hetero. Haben wir hier unterschiedliche Umfragen, oder vermischst du das mit Cis? Oder haben seitdem so viel Leute abgestimmt? o.O

    keine Ahnung was ich da geschrieben habe. Ändert aber nix an der Aussage, auch ein drittel nicht heterosexuelle kommt mir überdurchschnittlich viel vor

  • Und @Samuraischnecke, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass dein Freund als schwul bezeichnet wurde, weil er Mädchen als 16jähriger nicht als eklig empfand, sondern weil seine Klassenkameraden die Einstellung hatten, "wer mit 16 mit einem Mädchen befreundet sein will ohne etwas von ihr zu wollen muss schwul sein". Die Einstellung wird dadurch nur leider nicht besser.

    Da wär ich mir nicht so sicher. Meine Erfahrungen sagen mir zumindest bei Kindern von 9 bis 14, dass sie sehr oft dieses Klischee vom sehr femininen Schwulen im Kopf haben und dass deshalb jeder Junge, der nicht dem maskulinen Stereotypen entspricht, deshalb ja schwul sein muss. Die Denke ist also auch oft "der macht was mit Mädchen, also ist er viel mädchenhafter als wir, obwohl er ein Junge ist, also ist er schwul"

    Ich stimme da @Nexochrom zu, außerdem wollte ich hauptsächlich ausdrücken, dass ich nicht glaube, dass eine sechzehnjähriger ein Mädchen noch eklig finden würde.

  • Ich stimme da @Nexochrom zu

    Kannst ja gerne sagen "Ich halte das von Nexo für wahrscheinlicher". Aber wenn du mich zitierst und dabei sagst, dass Nexo recht hast, implizierst du damit ja, dass ich nicht recht habe. Mag sein, dass es in Sams Fall wie von Nexo beschrieben ist, aber ich hab nur Erfahrungen wiedergegeben und Erfahrungen kannst du nicht falsifizieren.

    außerdem wollte ich hauptsächlich ausdrücken, dass ich nicht glaube, dass eine sechzehnjähriger ein Mädchen noch eklig finden würde.

    Wie gesagt, persönliche Erfahrungen, in diesem Fall von @Samuraischnecke, dann kannst du das nicht verneinen, ohne zu behaupten, dass sie lügen würde. Und dazu gäbe es ja keinen Grund.

  • Ich finde die Einteilung der Umfrage irgendwie komisch und für mich wenig zufriedenstellend. Zwar kann ich definitiv die Aussage treffen, dass ich nicht 100% Hetero bin, weil das klar definiert ist als "ich fühle mich vom anderen Geschlecht angezogen und nur von dem", ist das bei Cisgender schon wesentlich schwieriger, weil es eine Auslegungssache zu sein scheint.


    Wenn Cisgender der reine Gegenentwurf zu Transgender ist - also dem Gefühl das falsche biologische Geschlecht zu haben, dann bin ich Cisgender.


    Wenn Cisgender so ausgelegt wird, dass man Cisgender ist, wenn man einem bestimmten Rollenbild entspricht... Dann müsste man ja erst mal klären was genau dieses Rollenbild ist und ob man dieses überhaupt für sich anerkennt, bevor man darüber urteilen kann. Die klassische Männerrolle erfülle ich beispielsweise nur teilweise. Ich habe sehr gute weibliche Freundinnen, finde allgemein schneller zu Frauen einen Anschluss als zu Männern und bin ja sowieso (mindestens) schwul. Heißt das Stammtischrollenbild Mann erfülle ich schon mal so überhaupt nicht.


    Wenn ich da so drüber nachdenke, ist es vermutlich auch genau dieses Rollenbild Mann, dass es mir ziemlich schwer macht einen schnellen Zugang zu Männern zu bekommen... Die meisten in meinem persönlichen Umfeld sind eher prollig, wenn man das so formulieren darf. D.h. machen gerne mal auf cool und auf stark. Das ist mir zu doof, weil man da erst mal durchdringen muss um denjenigen dann wirklich kennenzulernen.


    Naja. Willkommen in meiner Gedankenwelt :?:


    Unterm Strich finde ich aber, dass mir die ganzen Kategorien zu sehr schwarz/weiß sind. Die Übergänge sind einfach fließend, so dass ich mir viel weniger einen einzelnen prägnanten Begriff pro Neigung wünschen würde, als viel mehr eine Skala.


    Damit meine ich, dass man ggf. eher mit Angaben wie "Eher zu Männern geneigt" oder "Nur zu Männern geneigt" vermutlich ein besseres Bild der Realität bekommt, als mit vordefinierten Begriffen, bei denen dann doch meistens ein "aber" folgt.