Spiele die sich kritisch mit Tierhaltung auseinander setzen

  • Hallo ihr Lieben,


    da die Vegan-Diskussion hier (auch wegen Tom und Dani) schon einige male geführt wurde und ich deswegen glaube hier eine differenzierte Diskussion anstoßen zu können, frage ich einmal hier an.


    Heute entbrannte sich eine Facebook-Diskussion in einer Gruppe, die eigentlich für den Austausch veganer Supermarktprodukte da ist, wie man mit Videospielen, die Gewalt gegen Tiere bzw. Tierhaltung beinhalten umgeht.


    An diesem Punkt musste ich zugeben, dass es zwar smarte Antikriegsspiele gibt (z.B. This War of Mine etc.), Spiele die sich rührend mit Krankheit und Tod auseinandersetzen (z.B. This Dragon, Cancer) und auch zu vielen anderen gesellschaftlichen Themen wurden Spiele konzipiert, zu dem Thema der Tierhaltung und dem Wesen von verschiedenen Tieren fallen mir spontan allerdings keine ein.


    Nun ist es ja so, dass in sehr vielen Spielen, die Jagd ein wichtiger Gameplay-Bestandteil ist.


    Deswegen möchte ich euch fragen: Kennt ihr Spiele, in denen mit Tieren nicht nur als Sache umgegangen wird?


    Möglichkeiten dafür sehe ich bei Spielen, die..

    • Tierhaltung kritisieren.
    • den Spieler oder den Charakter eine soziale Beziehung zu einem Tier aufbauen lassen.
    • den Spieler in die Rolle eines Tieres stecken.

    Vielleicht findet ihr noch mehr Kategorien von Spielen, die den heutigen Umgang mit Tieren in der Gesellschaft nicht als selbstverständlich ansehen, sondern sich damit auseinandersetzen.


    PS:


    Liebe Grüße,
    Harrytyp
    hkdLove


    Eine eigene kleine Liste:

  • Das ist wirklich ein spannendes Thema.


    Als erstes ist mir auch Shelter eingefallen.
    Ebenfalls passend für den Kontext wäre noch Shadow of the Colossus. Agro, dein Pferd, besitzt dort tatsächlich einen Charakter und lässt sich nicht "direkt" von dir steuern. Über den Verlauf des Spiels baut sich eine starke Bindung auf, welche ja den Nachfolger ("The Last Guardian") inspiriert haben soll. Auch der Umgang mit den Gegnern, also den Kolossen, ist ungewöhnlich, da man zwar vom Spiel dazu gebracht wird, sie zu bezwingen, dies aber fast immer sofort bereut, wenn man es getan hat. Schwer zu umschreiben, muss man gespielt haben.


    Und dann wird's schon dünne mit Spielen .. mir fällt noch The Endless Forest von Tale of Tales ein. Ich glaube, dass das Spiel grad noch über Crowdfunding "ge-re-launcht" wird (weiß den Stand grad nicht). Dabei handelt es sich um ein Multiplayer-Spiel, in dem man einen Hirsch verkörpert und nur über Symbole mit anderen kommunizieren kann. Sehr spezielle Kiste ..


    Gibt scheinbar wirklich wenige Spiele, die für das Thema Mensch-Tier sensibilisieren. Deine Kriterien/Kategorien finde ich gut und bilden einen guten ersten Ansatz für sowas ähnliches wie Bechdel-Test/ Vito-Russo-Test/etc. ...
    In den meisten Games, in denen Tiere vorkommen, werden die ja entweder vermenschlicht, domestiziert oder gejagt/getötet. Hm .. aber wenn ein Spiel damit kritisch umgehen würde, wäre das ja auch schon nennenswert. In dem Zuge sei noch Undertale zu nennen.


    Also nochmal: Wirklich ein sehr interessantes Thema. Stimmt einen echt nachdenklich und wäre nebenbei ein interessantes Thema für Medienwissenschaftler (schade, dass ich mit meinen Hausarbeiten schon durch bin ^^).


    PS: Das Thema kann durchaus auch absurde Züge annehmen: The ethics of human-chicken relationships in video games. Amüsant zu lesen ist es allemal. :D Und ja, ich gestehe: auch ich habe bereits ein Huhn in Fable gekickt. :P

  • Ich vermute zu dem Thema gibt es vergleichsweise wenig Spiele weil die Umsetzung einfach unglaublich schwer ist. Um einen Menschen in einem Videospiel halbwegs lebendig und "intelligent" wirken zu lassen lässt man sein Gesicht etwas zucken und gibt ihm ne ordentliche Sprachausgabe, den Rest füllt unsere Erwartungshaltung.
    Bei Tieren wird das viel viel schwieriger weil man mit ihnen nicht kommunizieren kann über ne Sprachausgabe. Während den meisten von uns wohl die Menschen in Half-Life und Half-Life 2 schon einigermaßen glaubhaft vorkamen wären Tiere mit solch starrer Körperhaltung undenkbar. Es würde einfach nicht lebendig wirken.


    Das man das Verhalten eines Tieres inzwischen gut darstellen kann zeigt The Last Guardian. Damit sind Tiere jetzt zwar darstellbar aber um eine große Vielfalt an Tieren zu bieten fehlt denke ich einfach noch die Erfahrung.
    Ein weiterer Faktor wird denk ich auch sein das wir alle Menschen sind, wir wissen einfach wie Menschen in etwa denken und wie sie reagieren. Dagegen ist die Denkwelt eines Tieres uns völlig fremd. Wir sehen zwar wie Tiere sich bewegen und wie sie auf manche Situationen reagieren, aber keiner von uns kann die genaue Motivation dahinter feststellen, wir können sie höchstens vermuten.


    Kurz: Kommt sicher irgendwann noch wenn mehr Entwickler mehr Erfahrung mit der Darstellung von Tieren gemacht haben.

  • Zu PS2-Zeiten habe ich sehr viel Zeit mit "Dog's Life" verbracht. Darin spielt man einen Hund, der seinen Schwarm sucht und befreien möchte, weil sie von Hundefängern eingefangen wurde. Auf dieser Suche geben einem viele Menschen Nebenmissionen, durch die man Knochen bekommt, die wiederum die Stats erhöhen. Außerdem schalten einige Missionen andere Hunde frei, die man dann kurzzeitig übernehmen kann. Alles in allem fand ich es ein sehr schönes und entspanntes Spiel, das mir auch heute noch Spaß machen kann, es ist aber halt eindeutig eher auf Kinder ausgerichtet.


    Edit:
    Ach, und T23 hat ja mal Mr. Moskeeto gespielt.

  • In den meisten Harvest Moon Spielen oder auch in Stardew Valley wird ja zumindest immer ein wünschenswerter Umgang mit Tierhaltung vermittlet und den Tieren auch ein gewisser Wert beigemessen, da man ihnen ja Namen geben muss und sich um sie kümmern muss. Wie stark dieser Einfluss ist kann man bestimmt ewig diskutieren, da es ja gar keine Möglichkeit gibt die Tiere zum Beispiel in ähnlichen Verhältnissen wie in der normalen Massentierhaltung zu halten.


    Ansonsten muss man dem Medium Spiel wahrscheinlich für diese Themen noch etwas Zeit geben, denn in diesem Thema gibt es verdammt viele Graustufen und diese alle ordentlich dazustellen ohne irgendeine, aufgrund von persönlichen Präferenzen, als bessere darzustellen ist schwierig. Auch sieht man am ersten Post, das sich Spiele erst sehr langsam gesellschaftlichen Themen annähern und natürlich erstmal Themen nehmen die weniger komplex sind bzw. unverfänglicher sind.( Niemand wird bei This War of Mine auf die Idee kommen mit dem Spiel komplett konträr zu gehen und jeder wird der Message des Spiels zumindest im Großen zustimmen)


    Zu guter Letzt ist die Spieleindustrie leider verdammt politikscheu. Nicht das sie nicht politisch wäre oder gewisse Ideologien vertritt, aber wenn man Industrieinterne mal darauf anspricht sagen sie immer sie wären unpolitisch, auch wenn sie das ganz klar nicht sind. Gut dazu passt zum Beispiel der Letzte Podcast von "auf ein Bier" (Link:https://soundcloud.com/andre-peschke/runde-93-diversity). Um also solche Themen zu behandeln muss die Industrie erstmal den Mut haben Farbe offen zu bekennen und sich in Positionen zu begeben, wo es kein objektives Richtig gibt und das traut sie sich meiner Meinung nach zur Zeit noch nicht.