Winter Season 2017

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  • Winter Season 2016/2017



    Es ist nicht mehr lang, bis die (Anime) Winter Season 2016/2017 beginnt und es wieder jede menge tolle neue Anime gibt.


    Eine ausführliche Übersicht welche Anime in den nächsten Monaten laufen, bekommt ihr unter anderen auf:


    Livechart
    Anchichart
    MyAnimeList
    Neregate


    Welche neuen Anime sprechen euch den an und welche lassen euch kalt?

  • Ich hab bereits einige Serien angefangen zu schauen und ja... Ich kann ja einfach mal schreiben, was ich von denen bisher so halte:


    Bei Seiren (Stand Episode 2) gab es einige Szenen, wo mir unangenehm war und ich mir wirklich überlegt hab, ob ich nun tatsächlich weiterschauen möchte. Die Serie fühlt sich so an, als wären die ganzen Charaktere und Schauplätze ausschließlich dafür da, damit die beiden Hauptcharaktere oder -interakteure später ins Bett steigen. Wie ein etwas besserer Porno mit aufpolierten Dialogen und vielleicht einem Satz mehr im Portfolio der Charakterbeschreibung. Ich kann jetzt bereits sagen, es wird kein Ore Monogatari, was eine ergreifende und vielseitig emotionale Geschichte erzählt hat. Es wird wohl das, was die Leute sehen wollen. Eine Liebesgeschichte mit reichhaltig Fanservice, die viele Abkürzungen einschlägt und schnell zum Punkt kommt. Und dann muss ich auch schon einmal mehr schlucken, wenn der schüchterne und unsichere Protagonist, als das er halt etabliert worden ist, am Ende der Folge seine Flamme mit derben Anmachsprüchen umgarnt, so als wäre das völlig normal. Vielleicht ist diese Richtung auch etwas der strukturellen Machart der Serie geschuldet, drei verschieden weibliche Hauptcharaktere episodisch hintereinander gegliedert dem Protagonisten zu präsentieren. Das ändert aber nichts daran, dass das für mich nicht funktioniert und jegliche Form von Tiefe nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wird. Für das, was die Serie sein will, ist sie ganz und bla bla bla


    Fuuka (Stand Episode 2) fährt eine ähnliche Schiene. Ich war mir schon von Anfang an unsicher, was ich von den Charakteren halten soll. Die Serie hatte sich mit den klischeebeladendsten zwei Minuten vorgestellt, die ich je in einem Anime gesehen hab. Das hat sich dann glücklicherweise später zwar etwas gelegt, aber so richtig werde ich mit den Charakteren auch nicht warm und das hat sich mit der zweiten Folge nur noch mehr bestätigt. Einerseits finde ich manche Ansätze bzw. Charakterzüge von ihnen toll, andererseits machen sich's die Produzenten dann doch zu einfach und stülpen sie wieder in gängige Schubladen. Wir haben eine homosexuelle Person in dieser Serie und ratet mal, was mit der gemacht wird. Mir ist Fuuka auch viel zu schnell erzählt. Nicht unbedingt des übergreifenden Plots sondern der Charakterinteraktion und -entwicklung wegen. Und das mündet in Situationen, die dermaßen heruntergedummt und forciert wirken, dass ich mir da stellenweise nur an den Kopf fassen kann. Stichwort Baywatch. Das alles zum Leidwesen der Logik


    Ich werde die beiden Serien weiterhin verfolgen, eventuell wird es besser (eventuell auch nicht). Außerdem sind sie einfach zu schauen und zum Abklingen lassen eines actionreichen Blue Exorcist oder dramaturgischen Shouwa Genroku Rakugo Shinjuu vielleicht gar nicht mal so schlecht. Kurzer Schlusssatz, mit der Romantik in dieser Season sieht es schlecht aus. Ganz ist sie noch nicht abgeschrieben, wir haben immerhin noch Kuzu no Honkai, der mir so weit sehr gefällt. But only time will tell


    Zu Kuzu no Honkai (Stand Episode 1) habe ich - wie bereits oben angedeutet - hohe Erwartungen. Die erste Episode hat sich damit beschäftigt, die Hintergründe der beiden Hauptcharaktere zu beleuchten. Dabei geht der Anime schön kompromisslos vor und wir erwischen die Charaktere in ihren ehrlichen Momenten, was für den Zuschauer eine positiv peinliche Stimmung auslöst. Denn Menschen sind eigen, sie sind unnormal und jede Person, die ich kenne, hat mindestens einen Fetisch, den er um Himmels Willen nicht nach außen tragen will. Ich erhoffe mir aus der Serie eine greifbare und fesselnde Charakterentwicklung und -interaktion, die sich nicht an animetypischen, vorhersehbaren Mustern bedient. Sowas hat zum Beispiel ein Snafu oder Nagi no Asukara geschafft. Dabei sollte sie vor allem seine Welt erweitern und viele Charaktere abseits der Protagonisten etablieren, um in seinem roten Faden dann emotional umso mehr zu funktionieren, denn momentan hat sich der Schauplatz lediglich auf die Prämisse beschränkt karikiert. Technisch konnte er zumindest schon einmal glänzen


    Zu Acca (Stand Episode 1) kann ich nur bedingt etwas sagen, da inhaltlich nicht wirklich viel geschehen ist. Man bekam ein ungefähres Gefühl für die Welt, es hat sich sehr langsam und methodisch erzählt. Von dem Hauptcharakter hat man ebenfalls nicht viel erfahren, außer dass er zurückhaltend agiert und in jeder erdenklichen Szene zu rauchen versucht. Die Welt wirkt sehr bodenständig und hat - so in meinen Augen - durchaus Potential, eine interessante Geschichte zu erzählen, die aber erst mal ersprießen muss. Das Opening ist typisch Madhouse-like funky und gefällt mir sehr


    One Room (Stand Episode 1) wird, und das kann ich jetzt schon sagen, von der Geschichte und den Charakteren her absoluter Dünnschiss. Tiefe sucht man da wohl vergeblich. Das Einzige, was mich an der Serie reizt und weshalb ich es weiterhin verfolgen werde, ist sein Kameraspiel. Die Serie erzählt sich aus der Ich-Perspektive des Protagonisten, was an sich sehr interessant ist und ich mir schon sehr lange gewünscht hatte. Leider fällt dieser stilistisch innovative Ansatz sofort den gängigen Sex sells-Tropes zum Opfer und wird nach meinem Geschmack auch nicht konsequent genug umgesetzt, was größtenteils daran liegt, dass der Protagonist nicht spricht und oftmals von der Ich-Perspektive losgelassen wird. Noch fixt es mich und es waren ja auch nur ein paar Minuten statt den gängigen 20


    Ao no Exorcist Staffel 2 (Stand Episode 2) hab ich ebenfalls geschaut. Können wir kurz die Katze auf Rins Kopf appreciaten? Ich fand die in der ersten Staffel schon super knuffig (und erschreckend zugleich). Wie sie sich mit breit flachem Bauch über seine Haare streckt und vor sich hindöst. Wie sie teils immer total am momentanen Thema vorbei ihre Einblicke von der Welt ausplaudert und wie in dieser Episode zum Beispiel die Melonenstücke stibitzen will, während der Rest des Raumes unter Körpereinsatz eine hitzige Debatte führt. Herrlich, ich liebe sie


    Was haltet ihr bisher eigentlich vom Abt? Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Einblicke man über ihn in der ersten Staffel bekommen hat, aber für mich wirkt er nicht wie eine schlechte oder faule Person, auf die man sich nicht verlassen könnte. Rin hat in ihm ja auch seinen Ziehvater gesehen. Ich finde, Ryuuji geht mit ihm etwas zu harsch um. Ich kann's in gewisser Weise verstehen, er kann es ja nicht unbedingt besser wissen (immerhin geht der Vater einem direkten Dialog aus dem Weg), aber gerade deswegen sollte er vielleicht einen Schritt zurückfahren


    Diese Beziehung erinnert mich nämlich sehr an eine ähnliche aus einer anderen Serie. Clannad (thematisch werde ich folgend nicht spoilern). Betrunkener Vater, ungemütliche Vater-Sohn-Beziehung und keiner versucht irgendwie, eine Lösung zu finden, geschweige die Situation zu lockern. Nun, Clannad hat mir in der Hinsicht viel gelehrt und das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich diese Serie so liebe und was ich generell jedem Medium, seien es Filme, Serien oder Bücher, hoch ansehe. Wenn sie kulturelle Praxis mit einem gesellschaftlichen Kontext aneignungsvoll vermitteln. Derartiges kann man eigentlich aus jeder Geschichte ziehen, mal kommunizieren sie es deutlicher, mal nicht so deutlich. Das kommt auch sehr auf seine eigene Person drauf an. Durch Clannad habe ich unter anderem gelernt, viel bedachter mit gewissen Themen und Personen umzugehen, egal in welcher Beziehung ich zu ihnen stehen mag. Vorurteile zu Nachurteilen werden zu lassen und den Gegenüber erst einmal zu empathisieren und nachzuvollziehen, statt ihn mit scheinbar oberflächlichen Eindrücken einzudrücken. Alles hat einen Grund, keiner tut etwas grundlos


    Und so - um jetzt wieder den Zusammenhang mit Ao no Exorcist zu finden - sehe ich auch den Abt und seine Beziehung zu Ryuuji. Warum er sich betrinkt, warum er sich nach innen kehrt, warum er Zorn auf sich bündelt, warum er eine für die Sekte wertvolle Statue verkauft hat... Ich sehe dahinter gute Taten und eine herzensgütige Persönlichkeit


    Ich lehne mich jetzt mit meiner rosaroten Brille weit doch zuversichtlich nach vorne, lege alle Kritikerattitüden ab und behaupte, dass Demi-chan wa Kataritai (Interviews With Monster Girls) (Stand Episode 2) einer meiner großen Lieblinge dieser Saison wird. Es sind zwar erst zwei Folgen erschienen, aber die reichen schon um zu sagen, dass ich den Anime total niedlich und charmant und interessant und superwitzig zugleich finde. Ich hatte seit Saiki Kusuo no Ψ-nan nicht mehr so gelacht wie in der kürzlich erschienenden zweiten Episode. Ich lege jedem diese Serie ans Herz


    Meine Güte, hat Hand Shakers (Stand Episode 1) einen gewöhnungsbedürftigen Artstyle. So ein CGI hab ich noch nie gesehen. Leute mussten ja bei Ajin schon teils schlucken aber das hier? Das ist so als würde man die Charaktere vor einen Greenscreen setzen und im Nachhinein eine Welt einfügen, die überhaupt nicht zu den Figuren passt. Dieses komische Gefühl bekräftigt sich dann noch durch Sequenzen, wo eigentlich eine Art von Soundkulisse da sein müsste, diese aber fehlt. Abseits davon ist die Serie aber auf dem ersten Blick schön detailreich und bietet auch abwechslungsreiche Kameraperspektiven. Inhaltlich muss man mal gucken, wohin uns das alles führen wird. Die Charaktere wirken auf mich ziemlich eindimensional und die Dialoge fade, was generell eher einen unsympathischen Eindruck erweckt, obwohl ich mit den Protagonisten doch eigentlich sympathisieren sollte. Sex Sells wird hier auch groß geschrieben, wenn ich bereits in der Vorschau der nächsten Folge sehe, dass sie mit der Prämisse - dem titelgebenden Hand Shake - erst einmal ins Badezimmer steigen wollen und das Drehbuch dieser Episode den Anschein macht, als würde es zur Hälfte aus stöhnenden Geräuschen und eingedrückten... Naja. Von außen hui, von innen pfui. Ich bleibe vorerst am Ball


    Joah, das war's erst einmal und noch eine kurze Info zu Ao no Exorcist. Die zweite Staffel ignoriert die Folgen 18 - 25 der ersten Staffel, da diese Anime original waren und nicht canon (und schrott). Das merkt man recht schnell und häufig in der ersten Episode, seid also nicht verwirrt. Staffel 2 setzt entsprechend den Manga fort (und - so hab ich mir sagen lassen - einen richtig guten Arc). Wer nicht mehr ganz den Stand von Episode 17 auf dem Schirm hat, bekommt dies mit kurzen Flashbacks aufgefrischt

  • Eigentlich wollte ich erstmal warten wie die neue neue Season aufgenommen wird, weil ich letztes Jahr oft enttäuscht war. Musste dann doch in ein paar Anime reinschauen.


    Bei Little Witch Academia und Konosuba war es klar, dass ich die Serien mögen werde. Aber vielleicht geht Konosuba diesmal etwas zu weit. Bei Little Witch Academia merkt man, dass der Detailgrad und die Häufigkeit der guten Animationen nicht so hoch sind, was bei 25 Folgen aber auch zu erwarten war.


    Was ich von Demi-chan wa Kataritai halten soll weiß ich noch nicht. Einerseits sind die Charaktere alle sehr sympatisch, andererseits jedoch ist mir die Beziehung zwischen den Demi und dem (viel älteren) Lehrer doch irgendwie unangenehm.


    Von Kobayashi-san Chi no Maid Dragon habe ich mir irgendwie einen anderen Stil vorgestellt. Das kommt ja von KyoAni und erinnert eher an Nichijou als an die letzten Serien wie Hibike! Euphonium oder Musaigen no Phantom World. Finde ich jetzt nicht so schlecht aber die Gags zünden bei mir nicht wirklich.


    Shouwa Genroku Rakugo Shinjuu: Sukeroku Futatabi-hen hebe ich mir noch auf. Wird bestimmt wieder super.


    Die größte Überraschung ist für mich Youjo Senki. Ich dachte erst, dass das so ein Shuumatsu no Izetta Abklatsch wäre, ist aber tatsächlich deutlich dunkler und die Story könnte sehr interessant werden. Ich hoffe nur, dass die Nebencharaktere noch interessanter werden. Den Stil finde ich sehr gewöhnungsbedürftig und inkonsistent. Gerade nach der zweiten Folge bin ich aber gespannt, wie es weitergeht.

  • Ich fand diese Season nicht sooo spannend. Ao no Excorcist hatte eine solide zweite Staffel.
    Yamishibai ist in der 4ten Staffel weiter deutlich auf dem Abwärtstrend. Alle spannenden Geschichten sind offenbar längst erzählt. Hier war in keiner Folge mehr als ein Schulterzucken drin. Die neue Aufmachung, sowohl optisch als auch von der Erzählweise her, nur einen Erzähler drüber sprechen zu lassen statt die Figuren, kam bei mir auch nicht besonders gut an. Ich hoffe, dass in der aktuellen Season Yamizukan diese Lücke ausfüllen kann.
    Dann gab es noch Onihei - im alten Japan ist der Chef der Polizei weit hin bei Straftätern für seine Härte und seinen Erfolg gefürchtet. Gleichzeitig hat er aber ein Herz aus Gold und war in jungen Jahren ein richtiger Draufgänger. Und auch unter den Dieben gibt es all die eigentlich herzensguten Menschen. die nach Robin-Hood-artigen Regeln leben. So gibt es eine kleine Geschichte nach der anderen, wo immer der Chef oder jemand aus seinem Umfeld jemanden kennt, mit dem er in einer bestimmten Beziehung steht und der eigentlich mehr Opfer als Täter ist. Kann man machen, wird aber schnell wiederholend in seiner immer gleichen Struktur und immer gleichen "Bösen, die eigentlich irgendwie gut sind" Formel.
    Mein kleines Highlight war ACCA 13.
    Das Königreich Dowa ist in 13 unabhängige und sehr unterschiedliche Staaten unterteilt. Die Organisation ACCA überwacht diese und bewahrt das Gleichgewicht und den Frieden im Land. Jean ist ein Agent dort, dessen Arbeit darin besteht, die einzelnen Distrikte zu besuchen und ihre Lage zu checken. Dabei wird er langsam aber stetig in einen Coup D'etat verwickelt, der das wohl gehütete Gleichgewicht zu zerstören droht.
    Was direkt ins Auge fällt ist der etwas eigenwillige Zeichenstil. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber in sich stimmig. Und vor allem zu Jeans unterschütterlich ruhiger Art passen diese Augen, die einen konstanten desinteressierten Schlafzimmerblick zaubern.
    Ich kann nicht genau den Finger darauf legen, was mir an Acca auf lange Sicht gefallen hat. Schlicht formuliert geht es um eine politische Verschwörung, die nur langsam im Hintergrund Fahrt aufnimmt, während es im Vordergrund um die Besuche der sehr unterschiedlichen Staaten mit ihren Bewohnern und Eigenheiten geht. Aber genau diese Vielfalt in den Ländern und auch allen Charakteren und ihre Verbindung zueinander, die langsame Zuspitzung der ganzen Situation mit Jean, der doch eigentlich völlig unbeteiligt scheint und eine undurchschaubare Gelassenheit an den Tag legt, dabei aber auch eine scharfte Beobachtungsgabe besitzt, sorgt dafür, dass man einfach immer mehr wissen und sehen will, wo alles endet.
    Zum Schluss blieb bei mir noch die ein oder andere kleine Frage / Detail ungelöst, insgesamt aber ein runder und sehenswerter Anime, wenn man sich auf den Stil und die Ruhe einlassen kann. Es ist ein bisschen wie Joker Game oder 91 Days, um einen Vergleich zu ziehen, nur ohne die Action.

    Und so beginnen die Mühlen des Schicksals zu mahlen - für Menschen, Dämonen und die Männer, die beides sind.

  • Beitrag von Himpre ()

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