The Last Guardian

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  • Es ist endlich soweit - The Last Guardian steht in den Verkaufsregalen! Ein Spiel, das sich (wie Final Fantasy XV) ewig in Entwicklung befand und nun (auch wie FFXV) die Spieler polarisiert. Es hagelt Top-Wertungen, doch stehen dem mindestens genau so viele Kritiker gegenüber.


    Was sagt ihr? Nach Shadow of the Colossus ein neues Meisterwerk von Fumito Ueda oder doch nur heiße Luft?


    Spoiler bitte entsprechend kennzeichnen!

  • Ich habe es nun einige Stunden gespielt und mag es vom Setting her sehr gerne. Man weiss nicht wie man in diese Situation gekommen ist. Warum dieses riesige Tier dort angebunden war. Wer das alles gebaut hat und welchem Zweck es gedient hat... Ich bin noch nicht ganz durch, freue mich aber auf das Ende. :)


    Technisch finde ich das Spiel aber eine Katastrophe. Mit dieser indirekten Steuerung der Spielfigur kam ich Anfangs gar nicht klar, beziehungsweise reagiert die Spielfigur öfter mal nicht so wie ich es gerne hätte. Wenn ich das Kommando zum "loslassen" gebe, hätte ich gerne dass das auch so passiert und nicht dass man sich noch an 50 Stellen festhält. Wenn man mal auf Toriko drauf ist gibt es einfach keinen eleganten und vor allem schnellen Weg wieder runter zu kommen. Wenn ich schon keine direkte Kontrolle über das Tier habe, möchte ich wenigstens dass die Steuerung der Spielfigur präzise und zuverlässig funktioniert.
    Dazu kommt dann meist die miserable Kamera, die oft einfach macht was sie will. Ich hatte es so oft dass mir für mehrere Sekunden einfach einen schwarzen Bildschirm gezeigt wurde, weil die Kamera sonst was gemacht hat. Das darf einfach nicht sein.
    Die Performance ist auf der PS4... nicht so gut. Um es mal nett zu sagen. Das Spiel läuft mit gefühlten 15-20 FPS. Und das ist bei den oben genannten Problemen nicht gerade hilfreich...
    Ich bin normalerweise nicht so empfindlich wenn es um die FPS geht, aber in diesem Fall finde ich es in kombination mit den Steuerungs und Kameraproblemen einfach unerträglich.
    Auf der PS4 Pro sieht es dagegen ganz anders aus. Dort läuft das Spiel flüssig. Kein vergleich zur normalen PS4. Infolgedessen kam ich auf der Pro auch mit der Steuerung besser zurecht und das Spiel macht mir deutlich mehr Spass.


    Meine Meinung:


    PS4: Nein, auf keinen Fall. Ich finde es ist aus technischer Sicht eine Zumutung. Ohne Pro hätte ich es abgebrochen.
    PS4 Pro: Ja, kann man machen. Läuft viel besser als auf der PS4 und macht so auch deutlich mehr Spass.

  • Ich habe es nun durch und finde es von dem was es erzählt absolut Spielenswert. Auch Trico ist fantastisch animiert, so gut dass er teilweise schon echt lebendig wirkt. Wirklich schade dass es diese Probleme gibt.

  • Also ich habe es gespielt und muss sagen, dass es auf emotionaler Ebene noch kein Computerspiel geschafft hat, mich derart abzuholen. Ich komme gerade aus einer 10 1/2 Stunden Session (!), in der ich das Spiel beendet habe. Vielleicht habe ich mich in etwas reingesteigert, vielleicht muss man Haustierbesitzer sein um die Bindung zu so einem blöden Vieh zu verstehen, selbst wenn es virtuell ist.


    Für mich hat die Bindung zwischen dem Tier und dem Jungen, der für mich als Spieler der Stellvertreter für die Bindung zum Tier ist, alles überstrahlt. Die Animationen sind unfassbar, die Geräusche die es macht, die Wucht , wenn es springt. Auch die von manchen kritisierten Stellen, an denen es einfach zum Verrecken nicht macht, was es soll, verstärken eher noch die Bindung. Es verhält sich halt wie ein echtes Tier und das hört manchmal eben nicht. Da sind wir wieder beim Haustierbesitzer. Ich bin auch zu 100% sicher, dass das eine absichtliche Design-Entscheidung der Entwickler war. Wenn man sich drauf einlässt, hält man Trico nach 3 Minuten für echt.


    Um keinen "Charakter" habe ich bisher so sehr gezittert.


    Die Geschichte ist ebenfalls sehr gut, für mich ist sie nicht auf der total genialen Ebene. Den Twist hatte ich nicht kommen sehen, aber bei näherem Hinsehen ist der auch schon ein alter Hut.


    Das Artdesign finde ich auch sehr gut, aber japanische Mystik, kommt glaube ich bei jedem gut an.


    Am Ende hatte ich Tränen in den Augen und einen furchtbar dicken Kloß im Hals. Und das passiert bei mir ganz ganz selten. Bei Videospielen noch nie, vielleicht bei Brothers: A Tale of Two Sons. Bei Filmen schafft es vielleicht König der Löwen oder Free Willy.


    Dazu muss man, wenn ich jetzt mal ganz stark bin und mal eben meinen Flash ablege sagen, dass es für ein Spiel, das 10 Jahre Entwicklungszeit hatte, so einige Dreistigkeiten gibt. Muss man einfach so sagen, so sympathisch der Entwickler auch ist:


    1. Die Kamera ist schlimmer als Hitler
    2. Die tollen Animationen haben bei dem Jungen leider ihren Preis, denn der steuert sich unfassbar schwammig. Und das Spiel besteht zu 75% aus Hüpferei.
    3. Wenn man seinen Spielern nicht so viel erklären will, muss man die Aufgaben ("Quests" gibt es ja nicht) besser designen. Ich mag es ja auch, wenn man nicht alles auf den Silbertablett serviert bekommt, aber manchmal weiß man einfach nicht, was man machen soll. Ich musste an drei Stellen in einen Walkthrough schauen. An anderen hing ich bis zu einer halben Stunde, nur um dann festzustellen, dass man eine Treppe übersehen hat, die kaum sichtbar ist.
    4. Mehr Abwechslung hätte auch nicht geschadet. Meistens legt man Schalter um.
    5. Die Texturen sind an vielen Stellen auf PS2-Niveau
    6. Framerate-Drops haben sich bei mir in Grenzen gehalten, kamen aber auch vor. Hat mich persönlich nicht so gestört.
    7. Ganz selten gab es mal kleinere Ton-Aussetzer.


    Wenn man jetzt bedenkt, wie unfassbar begeistert ich trotzdem bin, kann man nur erahnen, welches Meisterwerk da verspielt worden ist. Nach meiner Definition von Meisterwerk, handelt es sich übrigens trotz der Macken um eins. Es hat mir nämlich etwas geboten, was ich so vorher im Bereich von Kunst&Unterhaltung noch nie erlebt habe, nämlich eine fast greifbare Charakterbeziehung zu einem fiktiven Wesen.



    Also. Mag sein, dass man so eine Bewertung nicht im Flash sofort danach schreiben sollte und ich als Hundebesitzer etwas anfällig für so eine Geschichte bin, aber ich kann es nur weiterempfehlen. Taschentücher bereithalten.

  • Am Ende hatte ich Tränen in den Augen und einen furchtbar dicken Kloß im Hals.


    Wirklich? Ich war am Ende glücklich dass beide das Abenteuer überlebt haben. Beide konnten ihr leben weiter leben, besonders für Trico hat es mich gefreut da er nun frei ist und nicht mehr unter dem Einfluss von diesem Wächter steht. Vor allem ist er in der Sequenz nach den Credits nicht alleine... :D Ich denke besser hätte es nicht kommen können. :)

  • Ich habe The Last Guardian auch gerade durchgespielt und bin einfach begeistert.
    Ich verstehe, dass das Spiel - gerade aus heutiger Perspektive - die Spielerschaft ein wenig spalten wird, da vor allem die technische Seite durchaus ihre Macken hat. Framerate und Kamera sind tatsächlich nicht das gelbe vom Ei. Doch wie auch schon bei Shadow of the Colossus war ich aus rein inhaltlichen Gründen mehr als gewillt, diese Probleme in Kauf zu nehmen, da ich von Anfang an "erfühlt" habe, dass es sich bei The Last Guardian um ein ziemliches Ausnahmespiel handelt.


    Nach so langer Entwicklungszeit war ich anfangs natürlich etwas skeptisch und diese Skepsis wurde durch Final Fantasy XV noch einmal etwas bestärkt. Allerdings ist TLG tatsächlich, und das nach all den Jahren, seiner Vision und meinen Erwartungen gerecht geworden. Das habe ich absolut nicht erwartet, da SotC nun auch schon seine 11 Jahre auf dem Buckel hat und damals dadurch ausgelöste Hype um Team Ico schon lange wieder verflogen ist. Nach all dieser Zeit hat es das Spiel dennoch geschafft, mit gleicher emotionaler Stärke auf mich einzuwirken, wie es SotC damals geschafft hat.


    Ja, Trico zickt manchmal herum und tut nicht das, was ich von ihm will. Ja, es braucht manchmal ein wenig Geduld und man muss sich schon auf das Spiel einlassen können. Aber am Ende fühlte es sich einfach richtig an und belohnend. Es wirkt nach, und wenn ein Spiel das noch bei mir schafft, so nehme ich Ecken und Kanten nur zur gern in Kauf.

  • tja.. nennt mich Hipster oder wie ihr wollt, aber mich hat das Spiel in keinster Weise emotional getoucht und nach dem Durchspielen war ich eher enttäuscht. Vielleicht war die Erwartung einfach zu hoch, aber letzten Endes wundere ich mich dann doch wie alle so etwas banales abfeiern.
    Nicht falsch verstehen, ich finde TLG wirklich nicht schlecht! Als Spiel an sich ist es sogar in meinen Augen gut. Doch es war nun mal die Narrative in welche ich meine Hoffnungen setzte und die mir letzten Endes auch überhaupt nichts gab. Ob man jetzt Haustierbesitzer sein soll oder nicht (wir hatten eine Katze bis ich auszog), aber eine allzu emotionale Bindung hatte ich an Trico dann doch nicht. Ich finde das Tier designtechnisch durchaus faszinierend und es sieht auch niedlich aus, aber letztlich war es für mich nicht viel mehr als ein KI-Partner. Ich spiele grad einmal wieder Last of Us und hab deutlich mehr Bindung zu Ellie.
    Ist auch lustig, dass immer wenn Tricos Bockigkeit abgefeiert wird immer Sachen gesagt werden wie "er wälzt sich lieber in Pfützen rum als auf mich zu hören", merkwürdig dann nur, dass wenn ich Videoabschnitte dazu sehe, es immer ein- und dieselbe Scheißpfütze ist.
    Die Welt selbst ist auch sehenswert gestaltet, weil es sowas auch kaum wo sonst gibt, aber das was da zu erzählen versucht wird war meinem Empfinden nach wie schon gesagt.. banal.


    Ich mochte hauptsächlich die Kletterpassagen und die "größeren Konfrontationen" (quasi das Action-Adventure an dem Spiel), die wirklich gut bis sehr gut gestaltet waren und wo nur die blöde Steuerung im Weg stand. Doch auch wenn ich diese Spielerfahrung mit einem gigantischen Gefährten unterwegs gewesen zu sein schätze, werde ich es sicher nicht so bald nochmal anrühren - wenn überhaupt.


    Wird eigentlich irgendwo im Spiel angerissen wozu dieser ganze Komplex dort existiert und für was er gut sein soll(te)?

  • Ich habe The Last Guardian gestern durchgespielt und bin restlos begeistert! Es ist Fumito Uedas rundestes Spiel und eine konsequente Fortsetzung der Ideen hinter ICO und Shadow of the Colossus. Tatsächlich hat sich The Last Guardian für mich rein von der Spielmechanik unglaublich logisch und nachvollziehbar angefühlt. Während man in ICO diese Beschützer-Komponente und in Shadow of the Colossus all die Giganten und den riesigen, leeren Raum hatte, vereint Uedas neuestes Spiel all das in einem wunderschönen Abenteuer. Nun hat man ein riesiges Wesen, auf dem man genau so klettern kann wie auf einem Koloss, aber auf das man auch gleichzeitig aufpassen muss. The Last Guardian zieht für mich also einen Bogen rund um die beiden Vorgänger und fusioniert die Spielmechaniken. Klasse!


    Bevor ich ein paar Worte über Trico / Toriko verliere, muss ich zuerst über die Spielwelt sprechen, denn diese ist für mich ein genau so wichtiger Bestandteil des Spiels wie der Riesenseeadler. Ich liebe den Kunststil und das Level-Design in The Last Guardian! Die Spielwelt ist absolut einzigartig und fühlt sich immerzu natürlich und echt an. Sie schafft es sogar bis zum Schluss, trotz einiger abstruser Momente, stets glaubhaft und greifbar zu bleiben. Auf eine sehr angenehme Weise ergibt das Level-Design stets einen Sinn und man fühlt sich nicht wie in einem Videospiel-Level, sondern wie in einer kleinen, für und in sich existierenden Welt mit einer anderen Schwerkraft. Ueda und sein Team schaffen es erneut, beim Spieler ein unvergleichliches Gefühl der Leere, der reinen Natur und der schieren Weite zu erzeugen. Dafür sorgt übrigens auch das Fehlen eines Interfaces.


    Trico bzw. Toriko hat mich schwer beeindruckt! Ab Minute eins war dieses Wesen für mich lebendig und das auf eine Weise, wie ich sie in einem Videospiel noch nie erlebt habe. Nicht nur sein Design ist großartig, auch die Bewegungen, die feinen Details und das launische Verhalten machen ihn echt. Trico ist ein Wesen, mit dem man am Anfang kooperiert, sich dann aber ziemlich schnell anfreundet. Man zieht Speere aus ihm, putzt sein Gefieder und gibt ihm was zu fressen. Und man freut sich, wenn er sich freut! Dieses Spiel hat Momente, die man nicht so schnell vergisst und meistens sind es nicht die Action-Kracher, sondern die leisen, unaufgeregten Sekunden. Ein Beispiel will ich hier erwähnen: wenn Trico das erste Mal zum schwimmen ins Becken springt und man in der selben Zeit ebenfalls eintaucht. Unfassbar schön!


    Und dann gibt es da einen fragilen Augenblick, bei dem Ueada und sein Team mich kalt erwischt haben:


    Das Gameplay hat mir ebenfalls sehr gefallen. Es ist eine großartige Idee, dass man immer erst für sich ein Schlupfloch suchen und dann Trico den Weg freimachen muss. Dann setzt man sich auf den Rücken des Tieres, hält sich fest und sieht zu, wie es einen über den nächsten Abgrund trägt. Auch die Kletterpassagen und die Interaktionen mit der Umgebung fand ich schön. Lediglich die Kämpfe gegen die Rüstungen waren bisschen schwierig, denn wenn sie einen gekriegt haben, musste man hundert Knöpfe drücken, um sich zu befreien. Ansonsten kann ich am Gameplay nicht viel kritisieren, weil das Spiel einen beinahe hypnotisiert und man die wenigen Mittel, die man zur Verfügung hat, schnell zu akzeptieren lernt.


    Die Spiellänge ist ebenfalls ein dickes Plus! Nicht zu kurz, nicht zu lang. Keine langweiligen Collectibles oder Dinge, die die Spielzeit unnötig strecken. The Last Guardian fokussiert sich auf seine Geschichte und gibt das Ziel von Anfang an klar vor. Apropos Geschichte. Ich bin immer wieder erstaunt, wie Ueda es schafft, eine kleine Geschichte so imposant und so emotional zu inszenieren. Das Ende war eine Achterbahn der Gefühle und ich habe den Controller bis zum Abspann fest umklammert gehalten.


    Natürlich kann man an The Last Guardian kritisieren, dass die technische Umsetzung zu wünschen übrig lässt, dass die Kamera manchmal spinnt oder dass die Steuerung des Jungen nicht ganz problemlos ist. Aber das sind nur Peanuts im Vergleich zu der einzigartigen Erfahrung, die dieses Spiel einem bietet und manche davon lassen sich per Patch sicherlich ein wenig nachjustieren. An der Stelle sei erwähnt: seit dem letzten Patch ist die Framerate auf der normalen PS4 bisschen besser geworden. Zwar bricht die Framerate hier und da immer noch ein und bewegt sich um die 20-25 Bilder pro Sekunde, aber in meinem Abenteuer war das eher die Ausnahme als die Regel. Meistens hatte ich dann doch 25-30 FPS mit der Tendenz zu 30 FPS. Wartet mal noch ein-zwei Patches ab, wobei ich denke, dass man The Last Guardian auch jetzt schon wunderbar genießen kann. (vor allem auf der PS4 Pro)


    Übrigens: die Kamera und die Steuerung haben mich so gut wie nie gestört, aber das liegt wohl daran, dass ich Uedas letzte Spiele noch sehr gut im Kopf habe und mich gleich darauf einlassen konnte. Was die Grafik angeht, kann ich The Last Guardian eigentlich nur loben. Gerade in Kombination mit dem zauberhaften Design steht es anderen PS4-Spielen in nichts nach.


    Nach all den Jahren der Entwicklungszeit bin ich unendlich froh, dass The Last Guardian seine ursprüngliche Vision beibehalten und sie in einem wunderschönen, zauberhaften und einzigartigen Spiel umsetzen konnte. Nicht jedem wird das Gameplay gefallen und sicherlich wird nicht jeder für das Konzept empfänglich sein (hallo, du da über mir ^^) , aber wer sich darauf einlässt, Geduld mit sich bringt und eine emotionale Bindung zu diesem Riesenseeadler zulässt, erlebt ein wirklich besonderes Abenteuer. Für mich das Spiel des Jahres 2016.

  • Ich kann @Rekhyt nur zustimmen. The Last Guardian ist ein Spiel was mich unglaublich gepackt hat. Es wird ja häufiger kritisiert, dass Toriko nicht das macht, was man ihm sagt. Ich finde aber gerade die diese schwierige Interaktion macht das Spiel zu was Besonderem.


    Aber selbst auf meiner PS4 Pro läuft das Spiel nicht ohne Frameeinbrüche. Habe gerade den Patch 1.03 ausprobiert aber besonders dort wo es Vegetation gibt habe ich das Gefühl, dass deutlich unter 30 fps dargestellt werden. Vielleicht liegt es ja auch am HDR. Ich dachte nur, das HDR würde nicht wirklich Leistung brauchen.