• Wer würde von sich selbst behaupten, Dialekt zu sprechen? 41

    1. Ja, und zwar so stark, dass viele Probleme beim Verständnis des Dialektes haben (2) 5%
    2. Ja, ich spreche oft Dialekt, aber er ist eher mäßig ausgeprägt (6) 15%
    3. Ich spreche nur wenig Dialekt, aber genug, dass man meine Herkunftsregion klar erkennt (7) 17%
    4. Nein, eigentlich rede ich meistens eher eine Art schriftdeutsch mit kaum regionaler Färbung (18) 44%
    5. anderes (4) 10%
    6. Ich spreche deutlichen Dialekt, wenn ich "gleichsprechende" um mich herum habe (11) 27%

    Ich frage mich immer mal wieder, wie verbreitet das sprechen mit Dialekt bei Leuten in unserem Alter noch ist. Deshalb dachte ich mach ich mal kurz ne Umfrage hier zu dem Thema. Also:

  • Ich spreche meinen Dialekt (südmärkisch) nur dann, wenn ich in einer Gruppe bin, die es spricht - sozusagen unter meinesgleichen. Ansonsten nie, bzw. scheinbar ist es sonst eher schwer bis garnicht zu bestimmen woher ich eigentlich komme.
    Ehrlich gesagt bin ich aber auch ganz froh drum, meinen eigenen Dialekt mag ich nämlich garnicht so wirklich und ich hab auch immer das Gefühl in der Schweiz käme der etwas prollig daher (ist sehr nah dran an der Berliner Mundart).

  • Ich komme vom Niederrhein und lebe aktuell im Ruhrpott.


    Ich kann das "Krieewelsche Platt" (Krefelder Plattdeutsch) zum Teil verstehen. Bei meinen aus Krefeld stammenden Großeltern (die aber auch problemlos Hochdeutsch sprechen) verstehe ich eigentlich fast alles, bei den "Pappköpp", einem mit Puppen bzw. Marionetten vorgeführten Theaterstück, gesprochen auf tiefstem Krieewelsch, musste ich mich aber schon anstrengen, da habe ich lange nicht alles verstanden.


    Wenn ihr mal kurz ins Krieewelsche reinhören wollt, hier eine kleine Reportage über die Pappköpp:


    Ehrlich gesagt, verstehe ich das Plattdeutsch da fast besser, als das was die Lokaljournalistin da steif ins Mikro stammelt. :D


    Fließend sprechen kann ich Krieewelsch nicht. Allerdings gibt es bestimmte Worte bzw. Ausdrücke, die sich in meinen alltäglichen Wortschatz eingenistet haben. Anstatt "was" oder "das" sage ich zB auch "wat" oder "dat". Ich wechsel da beliebig hin und her, ohne das genau zu merken. Ich glaube, ich entscheide unterbewusst, welche Version besser in die Klangfarbe des Satzes passt. ^^ Manchmal wird aus "das" auch "dis" oder "dit". Ich glaube aber, das ist eher der Normalfall hier in NRW (oder vielleicht auch in ganz Deutschland, kann ich schlecht einschätzen) und einfach unsaubere Aussprache.


    Ansonsten gibt's eben so bestimmte Begriffe aus dem Platt, die man regelmäßig nutzt, aber weil die in meinem ganz normalen Wortschatz sind, kann ich schlecht sagen, was davon ungewöhnlich und kein Hochdeutsch ist. :D Letztens aufgefallen ist mir das aber bei dem Wort "Kappes", was meine Freunde, die zB aus Bremen kommen, nicht kannten. Lässt sich wohl am ehesten mit Quatsch oder Unsinn übersetzten. "Wat machst du denn für'n Kappes?" - "Ach, dat is doch Kappes".



    Spannendes Thema auf jeden Fall. Wusstet ihr, dass die Sprachgrenze im Plattdeutschen durch Krefeld verläuft? https://de.wikipedia.org/wiki/Krieewelsch

  • In der Regel spreche ich mehr oder weniger hochdeutsch. Allerdings gibt es auch bei mir bestimmte Worte die ich alltäglich benutze die eben nicht hochdeutsch sind. Da meine Freundin aus Weyhe (in der Nähe von Bremen) kommt ist mir das vor 8 Jahren als wir uns kennengelernt haben überhaupt erst so wirklich aufgefallen. Ebenso die Tatsache, dass ich mich mit dem ch sehr schwer tue und gerne mal "isch", "misch", etc. sage. Hier in Köln fällt das keinem auf, da dass doch sehr viele tun. Meiner Freundin und ihren Verwandten ist das aber sofort aufgefallen.


    Tatsächlich kann ich fließend Kölsch sprechen, tue das aber nur äußert selten. Meistens eigentlich nur zum Spaß, obwohl ich die Sprache wirklich sehr gern mag.

  • Ich spreche eine Mischung aus Wiener und Steirischem Dialekt (durch meine Eltern), sodass mich manchmal niemand hier in Niederösterreich versteht. Dann versuche ich so gut wie möglich österreichisches Hochdeutsch zu sprechen, was gar nicht so einfach ist.

    Eine Mischung aus Wienerisch und Steirisch stell ich mir extrem furchtbar vor! Bellst du und streust ur und oida in jeden deiner Sätze ein? :D?(

  • Ich spreche eine Mischung aus Wiener und Steirischem Dialekt (durch meine Eltern), sodass mich manchmal niemand hier in Niederösterreich versteht. Dann versuche ich so gut wie möglich österreichisches Hochdeutsch zu sprechen, was gar nicht so einfach ist.

    Eine Mischung aus Wienerisch und Steirisch stell ich mir extrem furchtbar vor! Bellst du und streust ur und oida in jeden deiner Sätze ein? :D?(

    Also ich mag beide Dialekte echt gern, aber eine Mischung daraus kann ich mir auch kaum vorstellen :D

  • Eine Mischung aus Wienerisch und Steirisch stell ich mir extrem furchtbar vor! Bellst du und streust ur und oida in jeden deiner Sätze ein? :D?(

    Also ich mag beide Dialekte echt gern, aber eine Mischung daraus kann ich mir auch kaum vorstellen :D

    Ich weiß nicht, ich kann mit Steirisch irgendwie nicht viel anfangen. Das klingt für mich immer so ein bissl nach FPÖ-Wähler vom Land. ?( Könnte aber auch daran liegen, dass die meisten Steirer, die ich kenn, ziemliche Proleten sind :D


    Am schönsten sind mmn Kärntnerisch und Salzburgerisch!

  • Interessante Umfrage.
    Ich komme aus Hamburg und spreche nur einen sehr leichten Akzent, mit etwas breiter, nuscheliger Aussprache und eine paar mehr eingeschobenen 'ch's.
    Wirklich bewusst wurde mir das erst als ich längere Zeit in Baden-Württemberg unterwegs war und mehrmals auf meinen Dialekt angesprochen wurde.
    In Hamburg bin ich übrigens nicht der einzige dem es so geht. Die wenigsten sprechen hier mit starkem Dialekt und auf die jüngeren Generationen trifft das ganz besonders zu...


    Hat der ein Pflanzerl bestellt? ^^

  • Ich spreche auch recht akzentfreies Hochdeutsch, aber ich kann auch Plattdeutsch fast ausnahmslos verstehen. In meinem Sprachgebrauch haben sich aber wohl auch ein paar norddeutsche Floskeln und Aussprachen eingemischt, die ich aber selbst nicht bemerke.


    Ein Kommilitone, der aus dem Weserbergland kommt, hat sich beispielsweise mal darüber gewundert, wie ich "Oldenburg" ausspreche, da er das so spricht wie es geschrieben wird. Ich hab da erst gemerkt, dass ich das Wort ja eher wie "Ollnburch" spreche, was den plattdeutschen Einfluss dann doch offensichtlich macht :D

  • Ich komme aus nem bayrischen Kaff, bin also mit dem Dialekt aufgewachsen. Vor 3 Jahren hab ich noch ziemlich stark bayrischen Dialekt gesprochen, auch als ich nach NRW gezogen bin. ^^"


    A little story:
    Ich musste mir den doch sehr starken Dialekt abgewöhnen, da mich meine Lehrer manchmal kaum verstanden haben. Relativ bald hat mein Deutschlehrer auch solche Sachen wie "Grias Di" und "Pfierti" an die Tafel geschrieben und alle haben mich komisch angesehen, weil der Lehrer mich verschwörerisch angegrinst hat, als die Schüler dachten es wären lateinische Wörter. D': Auch mein SoWi-Lehrer ist darauf herumgeritten, da er am Ende des Schuljahres immer Youtubevideos mit uns geschaut hat... Und dann bayrische Volksmusik in seiner Playlist war. ;__;
    Ich fands allerdings ziemlich awesome. :D War halt was Besonderes für sie und tat mir sehr gut, in Gespräche mit anderen Menschen zu kommen, vor Allem, da ich sonst ziemlich zurückgezogen war, aufgrund sehr negativer Erfahrungen aus bayrischen Schulen, in denen man regelrecht fertig gemacht wurde, wenn man anders war... (Aber das ist ein anderes Thema.)


    Vor Allem, nachdem ich in der Hooked-Community war und damit regelmäßig im TS, hab ichs geschafft mir eine gute hochdeutsche Aussprache anzuschaffen. :3
    Aber wenn i mog ko i des immerno so labern wi i des grad schroib. °-°

  • Ich kann leute mit starken Dialekt nicht ernst nehmen, besonders wenn es ein ländlicher Dialekt ist. Am unsympathischsten sind aber eindeutig Sächsisch, Bayerisch und Österreicherisch.
    Besonders schlimm sind Menschen, die auch noch stolz auf ihre Sprachverunstaltung sind.
    Die Ausnahme bilden hier das lustig- sympathische Schwiezadütsch, Hamburgerisch im gezielten Einsatz und Berlinerisch welches sowohl Ehrlich als auch bei Mädels unglaublich charmant rüberkommt. (Wobei auch die Ausnahmen natürlich nur in Maßen okay sind)


    Nun zu mir:
    Ich selber Berliner ab und an, zum Beispiel wenn ich mich aufrege. Generell versuche ich möglichst hochdeutsch zusprechen, da Dialekte Kommunikationsblockaden sein können.

  • @Aaron Birk ich werde später vllt. noch genauer darauf eingehen, aber als unsympathische Dame (die ich anscheined bin), wüsste ich nicht einmal, ob du das "hören" möchtest. Sprachwissenschaftlich gesehen, ist dein Geschriebenes aber gelinde gesagt bullshit - sorry für den Ausdruck. Mein ehemaliger Germanistik-Prof hätte dich für diese Aussage wahrscheinlich aus dem Saal geworfen. Generell würde ich aber empfehlen, dem "Dialekt-Image-Bild", was durch RTL2 & Co. entstanden ist, weniger zu folgen. Auch lesen bildet zum Thema, hab ich zumindest gehört, aber was weiß ich schon. Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass ich mich auf dem Schlips getreten gefühlt habe, täuscht dich dein Gefühl nicht. Man muss bestimmte Dialekte ja nicht schön finden, aber man sollte sich in so einem Forum schon ein wenig weitsichtiger äußern ;)

  • Vorweg: Ich hab von Dialekten auf der theoretischen Ebene leider absolut null Ahnung.

    Am unsympathischsten sind aber eindeutig Sächsisch, Bayerisch und Österreicherisch.

    Woher kommt diese Vorverurteilung? Warum sprichst du Leuten nur aufgrund ihres Dialektes direkt eine Unsymphatie zu? Oder warum verurteilst du manche Dialekte nur danach, womit du dich wohlfühlst?
    Ich finde deine Wortwahl übrigens auch deshalb ungeschickt, weil sie so etwas finales, allgemeingültiges verstehen lässt. Sinnvoller wäre vielleicht ein "ich finde" gewesen.

    Besonders schlimm sind Menschen, die auch noch stolz auf ihre Sprachverunstaltung sind.

    Der Dialekt gehört zu einem Menschen wie sein Aussehen oder seine Gefühle. Außerdem ist der Dialekt ein wichtiger Teil der heimischen Kultur und wenn man Dialekt spricht lebt man eben einen Teil der Heimat. Deine Kritik ist also ein wenig als würdest du Heimatverbundenheit und Aussehen einer Person gleichzeitig kritisieren.

    Schwiezadütsch

    Das ist glaub ich das erste Mal, dass jemand das so versucht zu schreiben. Entweder du schreibst es hochdeutsch ("schweizerdeutsch") oder "schwiizerdütsch"/"schwyzerdütsch". Alle anderen Schreibweisen sind mindestens ungewöhnlich ;)

  • Ich kann leute mit starken Dialekt nicht ernst nehmen, besonders wenn es ein ländlicher Dialekt ist. Am unsympathischsten sind aber eindeutig Sächsisch, Bayerisch und Österreicherisch.
    Besonders schlimm sind Menschen, die auch noch stolz auf ihre Sprachverunstaltung sind.

    Sorry, aber das ist ja mal der größte Schwachsinn den ich je gelesen habe. Erstens würd ich mal gern wissen, was "österreicherisch" sein soll (dieses Wort ist hier die wirkliche Sprachverunstaltung!), zweitens warum jemand auf Basis seiner als Kind erlernten Sprache unsympathisch sein soll (unsympathisch sind höchstens Leute, die solche Kategorisierungen treffen) und drittens wie du darauf kommst, dass ausgerechnet Berlinerisch ("zufällig" dein Heimatdialekt) besonders sympathisch und ehrlich wirken soll.


    Ich hab ja auch keine Ahnung, wie das Dialekt-Image in Deutschland ist, aber hier redet ja quasi jeder (mit Ausnahme von einem Teil der Wiener und Niederösterreicher) generell im Dialekt, komplett egal, ob er jetzt Uniprofessor, Bundeskanzler oder Bauarbeiter ist, wodurch Dialekt auch keine wirkliche Abbildung von irgendeinem Sozialstatus ist und auch nie so wahrgenommen wird!


    Achja, und warum ein Dialekt eine Kommunikationsblockade sein soll, musst du mir auch noch mal erklären. Ist doch viel häufiger so, dass man durch einen Dialekt über die Herkunft zum Reden kommt, grade wenn man unterwegs ist!


    Edit: Sorry für meine forsche Ausdrucksweise, aber bei solchen Aussagen kenn ich keinen Spaß!