Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

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  • Hab mir jetzt auch endlich Wonder Woman angeschaut.



    Der Film ist unterhaltsames Hollywood-Kino, das nach Lehrbuch-Manier eine "Origin-Story" erzählt, die alle Eckpfeiler des dramaturgischen Aufbaus der 3-Akt-Struktur und eines "Fish-Out-of-Water-Characters" sklavisch abarbeitet und dadurch konventioneller kaum sein könnte.


    Vielleicht ist aber gerade das, was DC derzeit braucht; einen klassisch inszenierten Film ohne große Experimente, ohne "künstlerisch-visionäre" Ideen, die schnell zum Fehlgriff werden können. Wonder Woman ist visuell ansprechend inszeniert, die Geschichte weiß zu unterhalten und die Action macht Spaß. Wonder Woman ist ein guter und empfehlenswerter Superheldenfilm, der aber die Chance vertut zu einem hervorragenden Film zu werden. Die Nolan-Dark-Knight-Trilogie ist großartig, weil sie über ihrer Superheldeninszenierung hinaus gesellschaftliche, psychologische ethische/moralische Fragen und Dilemma behandelt, thematisiert und zur Diskussion stellt. Wonder Woman hätte mit seiner Verortung im 1. Weltkrieg das Potenzial gehabt die Grenzen zwischen gut und böse zu verwichen und die nationalistischen und gesellschaftlichen Ursachen dieses Krieges zu behandeln, gar zu verdeutlichen, dass es in diesem Krieg nur Böse gab und wie es zu dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts kommen konnte. Natürlich erwartet man von einem Superheldenfilm nicht, dass er eine getreue historische Adaption jener Zeit ist, aber wenn man den Schritt geht seinen Film in einem realen Krieg spielen zu lassen, muss man auch mehr mit diesem Krieg machen als ihn für das "Setting-Establishment" der Hauptfigur zu nutzen.


    Mit geschichtsklitternden Tendenzen wird hier ein stumpfes Gut/Böse-Schema aufgebaut, das in aller Inkonsequenz auch noch Kriegsgötter für das verfehlte Handeln von Menschen einführt, um dann einen konstruierten 1vs1 Endkampf zu haben (anstatt einer schön choreographieren Endsequenz alla: Wonder Woman kämpft gegen viele Gegner, vielleicht in der Luft auf einem Zeppelin, springt von Flugzeug zu Flugzeug; da hätte es wesentlich kreativere und bessere Möglichkeiten gegeben als die im Film) und damit letztendlich seinen simplen Tropen verfällt und damit die Chance vertut mehr als nur ein unterhaltsamer Film zu sein.

  • Ich hab zuletzt den Anime-Film A Silent Voice (Koe no Katachi) gesehen und bin relativ sprachlos. Mal abgesehen davon, dass mir das Ende nicht so gut gefiel, ist der Film absolut großartig! Toll animiert, gute Charaktere und eine sehr emotionale und einzigartige Geschichte. Der wohl beste Film, den ich in den letzten 3 Jahren gesehen hab.
    Kann ich ausnahmslos jedem empfehlen! :thumbup:

  • Mit geschichtsklitternden Tendenzen wird hier ein stumpfes Gut/Böse-Schema aufgebaut, das in aller Inkonsequenz auch noch Kriegsgötter für das verfehlte Handeln von Menschen einführt, um dann einen konstruierten 1vs1 Endkampf zu haben (anstatt einer schön choreographieren Endsequenz alla: Wonder Woman kämpft gegen viele Gegner, vielleicht in der Luft auf einem Zeppelin, springt von Flugzeug zu Flugzeug; da hätte es wesentlich kreativere und bessere Möglichkeiten gegeben als die im Film) und damit letztendlich seinen simplen Tropen verfällt und damit die Chance vertut mehr als nur ein unterhaltsamer Film zu sein.

    Stimme dir voll zu, gerade am Ende dachte ich mir "ist das noch Wonder Woman oder Supergirl v. Superman", gerade weil DC mal wieder diese komischen VFX verwendet bei die immer etwas komisch aussehen.

  • Habe erst gestern den Wonder Woman Film gesehen.
    Was soll ich sagen das nicht schon gesagt wurde? Das Internet ist voll von unterschiedlichen Meinungen. Von Unglaublichem, überschläglichen Lobpreis bis hin zu sehr schlechter Meinung. Auch hier im Forum habe ich ein paar Kritiken gelesen, denen ich teilweise zustimmen kann.
    Der Film ist ein Origin-Movie. Dabei ist er sehr klassisch. Kleine süße Diana noch bevor Sie (die unglaublich Attraktive) Gal Gadot und Wonder Woman wurde wächst als einziges Kind auf Themyscira auf. Dann wird die Mythologie der Welt vorgestellt und anschließend sehen wir wie Diana anfängt Kämpfen zu lernen und wie sehen wie sie erwachsen wird. Dann landet Steve Trevor und bringt Sie zum ersten Weltkrieg.
    Jeder der die Trailer gesehen hat kennt die Story.
    Die Story ist also sehr klassisch. Die Charaktere allerdings sind sehr cool und haben sich mir ins gedächtnis gebrannt. Steve Trevor an sich ist ein eher schlichter Good-Guy-scarred-from-War-and-lost-hope der Dianas Love-Interest ist und sie der World of Men vorstellt.
    Dann haben wir Sameer der als Con-Man die Gruppe begleitet. Er dient als Comedic-Relief und wurde durch den bestehenden Rassismus zu einem Lügner um sich über Wasser zu halten.
    Dann haben wir Charlie der ursprünglich als Sniper mitgehen sollte und als feiger Mörder dargestellt wird. Allerdings sehen wir im verlaufe des Films das Charlie wahrscheinlich die größten Narben vom Krieg trägt da er ab und zu unter PTSD attacken leidet und seinen Kummer in Alkohol ertränkt.
    Dann haben wir noch "Chief" (Der sich auch als Nappi vorgestellt hat, weshalb ich dachte er wäre eine Art Indianischer Waldgeist aber ich lag anscheinend falsch.) Er ist ein Schmuggler der von sich selbst sagt das er Profit aus dem Krieg zieht da Europäer den Tod seines Volkes zu verantworten haben (Kolonisierung und so)
    Allerdings sehen wir das er eine sehr großzügige Seele ist der Geldgeschenke ablehnt.
    Das ist nur eine kurze Zusammenfassung der Charaktere.


    Man merkt wahrscheinlich das ich den Film sehr cool fande.
    Er macht sehr viel Richtig und ist besser als ein großteil aller Origin Filme bis dato
    Die Begleiter von Wonder Woman sind interessanter als das Howling Command von Captain America, die Diebe von Antman und die Zauberer von Dr. Strange.
    Die Effekte sind außerordentlich cool und hauen mich jedesmal weg und der Humor ist nicht so übertrieben und vorhersehbar wie bei Marvel(alles meine persönliche(und wahrscheinlich falsche) Meinung).
    Die Bösewichte sind cool. Nichts außergewöhnliches aber besser als fast alles von Marvel (immer noch meine subjektive Meinung)


    Schaut ihn euch auf jedenfall an kann ich nur sehr empfehlen. Aber im Endeffekt wie Objektiv kann meine Meinung zu einem DC Film als riesen DC Fan?

  • 5 Zimmer, Küche, Sarg bzw. What we do in the Shadows habe ich mir angesehen und bin begeistert. Wie einzigartig und witzig. Die ganze Idee ist schon gut und dann noch so gut umgesetzt. So schön trashig, aber nie zu doof albern. Absolut sehenswert wenn man den richtigen Humor mitbringt.



    Dusky Paradise
    Ein recht kurzer Film in dem eigentlich so gut wie nix passiert aber dennoch holt er einen so emotional gut ab.Es wird garnicht viel geredet, oft nur schöne aufnahmen mit stimmig hinterlegter Musik und so einer Einsamkeit und Melancholie. Am besten auch nicht die Beschreibung zum Film durchlesen, weil zumindest ein kleiner Aufhänger der Story vielleicht doch nen netten impact hat wenn man es nicht weiß.
    Ist sicherlich kein Meisterwerk, aber mir hat er irgendwie sehr gefallen auf seine ganz eigene Art und Weise. Er geht auch keine 80 Minuten glaub ich, also muss man sich nicht allzuviel Zeit nehmen.

  • Warm Bodie´s: Stand schon lange auf meiner Liste der Geheimtipps, die ich mal gucken wollte. Also Extrapunkte gibt es von mir allein schon wegen der Prämisse: Ein Zombie kann denken und fühlen und verliebt sich in ein Mädchen und gelangt damit zurück zu seiner Menschlichkeit. Das Ganze klappt den ganzen Film über ohne Kitsch. Dem Zombie-Genre heute noch eine neue Facette zu geben ist allein schon ein Punkt, der den Film sehenswert macht.


    Dramaturgisch finde ich den Film gewöhnungsbedürftig. Das Pacing stimmt irgendwie nicht und die Charaktere gewinnen kaum an Tiefe. Es fehlte den Machern offensichtlich an Zeit und Geld, was man auch an den dürftigen CGI-Effekten erkennt.


    Der Film verlässt sich zu wenig auf das, was er kann: Dialoge, das Hinterfragen des Genres, philosophische Ansätze. Stattdessen versucht er mit einem Mini-Budget Action zu inszenieren.


    Der Film ist gut, aber wenn man das getan hätte, was man kann, hätte es ein kleines Meisterwerk werden können.

  • Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales (dt.: Salazars Rache)


    Die Namensgebung dieser Filmreihe ist wirklich befremdlich und so weiß man gar nicht mehr, welches Kürzel bei Diskussionen verwendet werden sollte. Fluch der Karibik 5, Salazars Rache, Pirates of the Caribbean, Dead Men Tell No Tales? Na ja, gehupft wie gesprungen. Fakt ist, dass es sich hier um das fünfte Piraten-Abenteuer mit Johnny Depp handelt und das sechs Jahre nach dem eher mittelprächtigen Vorgänger, der zu seiner Zeit die Gemüter spaltete.
    Für das neue Abenteuer hat man sich ein recht frisches Regie-Duo - Joachim Rønning und Espen Sandberg - aus Norwegen geschnappt, das die Black Pearl wieder in Richtung Erfolg schaukeln soll. Mal sehen, ob es ihnen gelungen ist.


    Captain Jack Sparrow pfeift auf die Black Pearl! Was soll er auch mit dem Schiff anfangen, wenn er sich auch ohne betrinken, herumhuren und Tresoren plündern kann? Wäre da nur nicht sein ewiges Pech, das ihn am Ende des Tages ohne eine einzige Silbermünze in der Tasche dastehen lassen würde. Die Crew will schließlich für all den Unfug bezahlt werden und so ... tja ... kommt das noch größere Übel um die Ecke: der untote Piratenjäger Salazar will Jack an den Kragen. Nur ein magisches Artefakt kann den charmanten Tunichtgut noch retten. Und dann ist da auch noch ein gewisser Henry Turner, der Sohn von Will Turner!


    Ach, machen wir uns nicht vor: die Geschichte ist schnell zusammengeschusterte Kost, die ihren Platz stets hinter Charakteren, Kulisse, Präsentation, Humor und Musik einnimmt. Schauen wir uns also die anderen Faktoren an, die so ein Pirates of the Caribbean-Film ausmachen.


    Beim Schauspiel gibt es Stärken und Schwächen. Zu den Höhepunkten zählt Javier Bardem als Captain Armando Salazar, der vor allem zu Beginn des Films mit einer sehr düsteren Präsenz punkten kann. Geoffrey Rush als Captain Hector Barbossa ist ebenfalls mit von der Partie und ist der selbe egoistische, narzisstische und gerissene Pirat, den wir kennen und lieben gelernt haben. Aber auch die alte Crew mit Mr. Gibbs an ihrer Spitze zaubert einem sofort ein Lächeln auf's Gesicht. Die Neuzugänge - Henry Turner und Carina Smyth - haben mich weniger überzeugt, da sie die meiste Zeit über Abziehbildchen typischer, gutherziger Helden sind. Keine Kante, keine Narbe, nichts Markantes. Bleibt also noch Johnny Depp übrig, bei dem ich hin und hergerissen bin. Auf der einen Seite ist er sofort wieder ist seiner alten Jack Sparrow-Rolle und brilliert dabei in etlichen Details. Auf der anderen Seite tendiert sein Verhalten in diesem Film für meinen Geschmack ein wenig zu sehr in Richtung Elefant im Porzellanladen. Hatte er früher noch das eine, oder andere gerissene Lächeln auf den Lippen und vollführte listige Aktionen, fallen ihm die Dinge dieses Mal allesamt in den Schoß und der einstmals elegante Pirat wirkt völlig vertrottelt.


    Auf der Haben-Seite von Dead Men Tell No Tales steht definitiv die visuelle Präsentation. Das fünfte Piraten-Abenteuer ist bildgewaltig, vergreift sich möglicherweise ein wenig zu sehr im CGI, bietet aber unter'm Strich eine sehr beeindruckende Kulisse. Des Weiteren zeigt sich diese Filmreihe endlich wieder von ihrer lockeren, leichtfüßigen Seite und verzichtet weitgehend auf lange, träge und schwere Momente. Dies tut dem Film auch wirklich gut, denn im Grunde will diese Reihe unterhaltsame Popcorn-Action mit überzeichneten Piraten bieten und nicht zähes Drama. Die Atmosphäre in Dead Men Tell No Tales ist also gelungen und der Spaßfaktor ist sehr hoch.


    Die Kritik an diesem Streifen beginnt beim sehr sprunghaften / hektischen Schnitt. War der Cutter beim Schneiden des Films unter Strom und hatte dreizehn Kaffees intus, oder soll das so eine Art von YouTube inspiriertes Stilmittel sein? Gepaart mit 3D wirkten auf mich v.a. die Action-Passagen unübersichtlich und zusammenhanglos. Hinzu kommt das durchlöcherte Drehbuch, das weder vorne, noch hinten einen Halt findet und einem auf diese Weise Szenen präsentiert, die hinterher ein großes Fragezeichen über dem Kopf hinterlassen. Warum werden hier die Briten als Widersacher eingeführt, wenn die Geschichte sie kein Bisschen berücksichtigt? Was soll die Hexe, die zwei Mal im Film auftaucht und die Protagonisten in keinster Weise tangiert? Arr! Weiß der Geier!


    Alles in allem hat mir Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales aber gefallen. Ja, die Kritik ist unübersehbar, aber irgendwie ist es auch schön, sich für zwei Stunden in so ein sonniges, unterhaltsames Karibik-Abenteuer hineinzuversetzen. Da ist Jack, Mr. Gibbs, die Black Pearl und ein unheimlicher Bösewicht - perfekt, um mal kurz abzutauchen! Dieser Film wirkt auf eine merkwürdige Art und Weise beinahe oldschoolig und das mag ich ganz gern, auch wenn das Drehbuch und der Schnitt über die Planke gehören. Die Stärken und Qualitäten der ersten beiden Filme sucht man hier zwar vergeblich, aber Dead Men Tell No Tales tut auch keinem richtig weh.


    Ein paar Schnelle haue ich noch raus:


    Children of Men


    Packender und erschreckender Film über eine dystopische Zukunftsvorstellung. Die Menschen können keine Kinder mehr zur Welt bringen und so versinkt alles in Krieg, Ausgrenzung, Diskriminierung und Terror. Regisseur Alfonso Cuarón inszeniert hier ein nüchternes und starkes Drama, das in seinen Thematiken sogar aktueller denn je ist.


    Die wahren Memoiren eines internationalen Killers


    Kevin James, seichte Komödie. Für den faulen Sonntag-Nachmittag.

  • Baby Driver


    Ich war in der Sneak Preview und habe mich vorher überhaupt nicht über den Film informiert. Daher war ich sehr sehr positiv überrascht als ich einen spannenden Action Film mit einem guten Soundtrack präsentiert bekommen habe.
    Des weiteren haben mir die Charaktere auch sehr gut gefallen, obwohl sie natürlich nicht allzu tiefgründig sein können, da es immer noch ein Action Streifen ist.
    Schön fand ich, dass der Reverend von Unbreakable Kimmy Schmidt mitgespielt hat (für mich ist er jetzt auf immer der Reverend) :D Echt ein ziemlich talentierter Schauspieler.


    Ich kann den Film nur empfehlen, wenn man Action, Musik und skurrile Charaktere mag ^^

  • Baby Driver


    Ich war in der Sneak Preview und habe mich vorher überhaupt nicht über den Film informiert. Daher war ich sehr sehr positiv überrascht als ich einen spannenden Action Film mit einem guten Soundtrack präsentiert bekommen habe.
    Des weiteren haben mir die Charaktere auch sehr gut gefallen, obwohl sie natürlich nicht allzu tiefgründig sein können, da es immer noch ein Action Streifen ist.
    Schön fand ich, dass der Reverend von Unbreakable Kimmy Schmidt mitgespielt hat (für mich ist er jetzt auf immer der Reverend) :D Echt ein ziemlich talentierter Schauspieler.


    Ich kann den Film nur empfehlen, wenn man Action, Musik und skurrile Charaktere mag ^^

    Hab ihn auch in der Sneak gesehen und war auch sehr positiv überrascht. Die Action und die überspitzten Charaktere haben mir echt spaß gemacht. Wie auch mit Musik gespielt wird ist einfach toll.
    Ich war durchweg sehr gut unterhalten und möchte ihn auch weiterempfehlen.


    (Ach das war der Reverend aus Kimmy Schmidt! Wusste doch der kam mir bekannt vor! Hatte mich bein schauen nur über die kleine Rolle vom Punisher der Netflix Serie gefreut :D)

  • Wie könnt ihr denn alle bei einem Film von Edgar Wright überrascht sein :D ich persönlich wäre eher überrascht wenn einer seiner Filme mal nicht absolut hervorragend ist

    Scott Pilgrimm fanden ja viele eher nicht so dolle. Worlds End hab ich nicht gesehen. Und sonst mag ich halt noch Shaun und Hot Fuzz von ihm. Also ist jetzt nicht so, dass Wright jemand auf meienr Liste ist wo ich sofort weiß "Oh das wird hammer!" Vorallem weil bei Baby Driver, wo ich vorher doch eher skeptisch war, was das werden soll. Ein kleiner Justin Bieber verschnitt macht Autostunts und bleibt dabei immer ganz cool? ... klingt jetzt eher nach dem Konzept einer Nickelodeon U-16 Serie. Der Film war aufjedenfall eine Überraschung wie gut er doch Unterhalten konnte.

  • Spider-Man: Homecoming


    Die letzten zwei "The Amazing Spider-Man"-Filme habe ich als charakterlos und höchst enttäuschend in Erinnerung. Andrew Garfield war für mich kein überzeugender Peter Parker, Sony wollte von dem Konzept erneut zu viel und allgemein wurden diese Filme von zahlreichen Schwächen geplagt. Auf ein Reboot der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft mit den Marvel Studios als Produzenten habe ich mich also richtig gefreut. Kann nun also der neue Spider-Man-Film zusammen mit Darsteller Tom Holland dem Spinnen-Superhelden neuen Glanz verleihen?


    Einen ersten Blick auf den neuen Spider-Man gab es bereits im letztjährigen "Captain America: Civil War". Dort kämpfte er an der Seite von Iron Man und präsentierte uns einige seiner Fähigkeiten und - natürlich - den neuen Spider-Man-Anzug. Dies wird auch direkt in "Homecoming" aufgegriffen, fasst Spider-Man aka. Peter Parker doch gleich zu Beginn die jüngsten Ereignisse in einem kurzen und humorvollen Video-Tagebuch zusammen. Ein paar ereignisarme Monate später soll es aber nicht mehr um die Avengers gehen, sondern um Peters Highschool-Alltag und so wirklich zufrieden ist Peter mit seiner Situation nicht. Er will weiterhin die großen Superhelden wie Captain America oder Hulk im Kampf unterstützen, versauert aber im Chemieunterricht und kann nach der Schule eher schlecht als recht Kleinkriminelle dingfest machen. Iron Man will von ihm auch nichts mehr wissen und so beschließt Peter, die großen Schurken auf eigene Faust zu jagen und zu bekämpfen.


    Gleich vorweg: "Spider-Man: Homecoming" ist anders als Sam Raimis Spider-Man-Filme mit Tobey Maguire oder die "The Amazing Spider-Man"-Filme mit Andrew Garfield. "Homecoming" präsentiert dem Zuschauer einen sehr jungen Spider-Man, der noch zur Highschool geht und über seinem Mittagessen verträumt Mädchen anschmachtet. Außerdem setzt "Homecoming" seinen Schwerpunkt auf eine sehr humorvolle Darstellung des Superhelden und flechtet ihn von Minute eins in das Marvel Cinematic Universe ein. Vergleiche mit den früheren Filmen sind daher schwer zu tätigen und beruhen weitgehend auf persönlichem Geschmack.


    In Sachen Schauspiel kann "Homecoming" größtenteils überzeugen. Tom Holland ist eine gelungene Besetzung für den jungen Spidey, da er ihm eine gewisse Leichtigkeit und Greifbarkeit verleiht. Körperlich ist Holland super in Form und die ironischen und zynischen Sprüche verschießt sein Mundwerk schneller als seine Hand die Spinnennetze. Auch Michael Keaton als der Widersacher mit dem bedrohlichen Namen "The Vulture" hat mir außerordentlich gut gefallen. Mit wenigen Mitteln erzeugt er eine unheimliche Präsenz und ist dabei weitaus mehr als der typische, oberflächliche Marvel-Bösewicht. Der restliche Cast geht in Ordnung, kann dabei aber nicht sonderlich überraschen.


    Enorm dankbar bin ich dafür, dass "Homecoming" uns nicht die zehntausendste klassische Origin-Story à la "Doctor Strange" oder "Ant-Man" präsentiert. Wir sehen zum Glück nicht, wie Peter Parker von der Spinne gebissen und fortschreitend zum Spider-Man mutiert. Nein, hier ist er bereits von Anfang an die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, die sich in einer Welt wiederfindet, in der die Avengers Macht und Präsenz haben. Dies gibt der Handlung deutlich mehr Freiheiten und kreative Spielereien, weshalb "Homecoming" sich für eine gewitzte Highschool- und zum Teil auch Coming of Age-Geschichte entscheidet. Das ist endlich mal etwas anderes und fühlt sich daher besonders frisch an!


    Der Humor dieses Films kann ebenfalls als Stärke bezeichnet werden. Es zünden zwar nicht alle Gags, aber im Großen und Ganzen habe ich mich sehr unterhalten gefühlt, da der Film sich oftmals nicht allzu ernst nimmt und neben zahlreichen kleinen Witzen auch nette Meta-Jokes abfeuert. Doch auch die Action-Choreografie ist mir positiv in Erinnerung geblieben, da wir hier Spider-Man sich so austoben sehen wie nie zuvor. Tom Hollands Spider-Man hockt zwar nicht so imposant auf dem Empire State Building wie die alten Spider-Man-Umsetzungen, aber dafür macht er etliche kleine Tricks, tischt zahlreiche Gadgets auf und präsentiert uns den Spider-Man-Anzug technologisierter und kreativer denn je. Kreativ ist auch das richtige Stichwort für die Bildsprache des Films. Ja, "Homecoming" ist zwar sehr bunt und bei weitem nicht alle CGI-Effekte sehen sauber und echt aus, aber ich rechne all die kleinen visuellen Spielereien diesem Film hoch an. Die Soundkulisse hat mir im Übrigen rundum gefallen.


    Was sind also die Schwächen von "Homecoming"? Gibt es überhaupt welche? - Oh ja, die gibt es. Problem Nummer 1 ist für mich die erste Dreiviertelstunde des Films, in der Marvel überaus selbstreferenziell zur Sache geht. Meine Güte, wie oft am Anfang der Begriff "Avengers" fällt! Avengers hier, Avengers da. Überall ist die Rede von Iron Man, Captain America ist ebenfalls in lustigen Coaching-Videos zu sehen und die Highschool-Teenager tuscheln darüber, wie heiß Black Widow doch ist. Wenn die Kleinkriminellen dann auch noch anfangen, sich Avengers-Masken über die Köpfe zu ziehen und Peters Kumpel ständig über die Avengers schwärmt, wird es mir zu viel des Guten. Jene, die mit dem Marvel Cinematic Universe weniger vertraut sind, können sich hier leicht vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber auch für mich, der mit der Materie vertraut ist, war es etwas zu viel "Worldbuilding". Zum Glück fängt sich der Film in der zweiten Hälfte und fokussiert sich auf die eigentliche Figur - Spider-Man.


    Problem Nummer 2 ist die in meinen Augen etwas zu konstruierte Highschool-Geschichte. "Homecoming" serviert dem Zuschauer den Archetyp einer US-Highschool mit all den gewohnten Klischees und Abläufen. Kurzzeitig herausgerissen aus dem Geschehen hat mich zudem der Moment, in dem Peter Parker sein Alter offenbart. Entschuldigung, Marvel, aber das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern einfach Quatsch.


    Abgesehen davon hatte "Homecoming" nur noch vereinzelt Unsauberkeiten und kleinere Macken. Wir sind hier meilenweit über der Qualität eines "The Amazing Spider-Man"-Films. Das Drehbuch funktioniert wesentlich besser und der Humor-Einschlag sorgt für ein angenehmes Pacing. Lediglich die ersten beiden Tobey Maguire-Filme sind mir noch etwas lieber, was aber am persönlichen Geschmack liegt.


    Unter'm Strich hatte ich nach den Credits Lust auf mehr, was natürlich ein gutes Zeichen ist. "Spider-Man: Homecoming" ist verspielt, kreativ, witzig und bietet endlich mal einen Antagonisten, der nicht zum Vergessen ist. Dieser Film macht viel richtig und vor allem viel Spaß, leidet in der ersten Hälfte aber unter der schweren Last des Marvel Cinematic Universe und greift auf eine sehr gewollte und wenig inspirierte Highschool-Geschichte zurück. Alles in allem gibt es von mir also eine Empfehlung, auch wenn man hier mit Lobeshymnen und Vorschusslorbeeren sehr vorsichtig umgehen sollte, denn dafür gibt es noch eine ordentliche Portion Luft nach oben.

  • Wie könnt ihr denn alle bei einem Film von Edgar Wright überrascht sein :D ich persönlich wäre eher überrascht wenn einer seiner Filme mal nicht absolut hervorragend ist

    Scott Pilgrimm fanden ja viele eher nicht so dolle. Worlds End hab ich nicht gesehen. Und sonst mag ich halt noch Shaun und Hot Fuzz von ihm. Also ist jetzt nicht so, dass Wright jemand auf meienr Liste ist wo ich sofort weiß "Oh das wird hammer!" Vorallem weil bei Baby Driver, wo ich vorher doch eher skeptisch war, was das werden soll. Ein kleiner Justin Bieber verschnitt macht Autostunts und bleibt dabei immer ganz cool? ... klingt jetzt eher nach dem Konzept einer Nickelodeon U-16 Serie. Der Film war aufjedenfall eine Überraschung wie gut er doch Unterhalten konnte.

    Moment, Moment, Moment - es gibt Leute, die Scott Pilgrim "nicht so dolle" fanden?! Oo

  • Scott Pilgrimm fanden ja viele eher nicht so dolle. Worlds End hab ich nicht gesehen. Und sonst mag ich halt noch Shaun und Hot Fuzz von ihm. Also ist jetzt nicht so, dass Wright jemand auf meienr Liste ist wo ich sofort weiß "Oh das wird hammer!" Vorallem weil bei Baby Driver, wo ich vorher doch eher skeptisch war, was das werden soll. Ein kleiner Justin Bieber verschnitt macht Autostunts und bleibt dabei immer ganz cool? ... klingt jetzt eher nach dem Konzept einer Nickelodeon U-16 Serie. Der Film war aufjedenfall eine Überraschung wie gut er doch Unterhalten konnte.

    Moment, Moment, Moment - es gibt Leute, die Scott Pilgrim "nicht so dolle" fanden?! Oo

    Natürlich größtenteils die, die die Comics gelesen haben.

  • "Ghost in the Shell" (Den aktuellen Kino-Film).


    Joa, ist ein spaßiger und kurzweiliger Film, der aber inhaltlich zur Anime-Vorlage stark abbaut. Der philosophische Aspekt wird gerade mal angerissen und Motoko wird von Scarlett Johansson zwar gut verkörpert,die nachdenkliche Attitüde aus dem Anime kommt aber leider überhaupt nicht gut rüber. Auch das Ende macht zu viel Kompromisse.


    Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen die Optik und Inszenierung. Es ist wirklich faszinierend zu sehen wie gut und authentisch der Look des Animes eingefangen wurde. Viele Szenen wurden sogar direkt nachgestellt und das auch richtig gut. Zwar haben die ikonischen Szenen jeweils einen anderen Kontext, weil halt die Storyline im Film schon ziemlich anders ist, sie kommen aber trotzdem mit einem anderen Ausgang bzw. mit anderen Voraussetzungen.



    Tatsächlich kann man den Film sowohl Fans als auch Nichtkennern trotz seiner Schwächen empfehlen. Fans bekommen immerhin eine authentische gut umgesetzte Hollywood-Version des Anime-Klassikers und Nichtkenner bekommen zudem einen stylischen Action-Film mit philosophischen Ansätzen. Man muss sich aber bewusst werden, dass der Streifen viele Kompromisse eingeht.


    Wertung: 7/10