Welchen Film habt ihr zuletzt gesehen?

  • I kill Giants

  • Drachenzähmen leicht gemacht 2


    Weil Drachen cool sind und ich Animationsfilme liebe, habe ich mir neulich erst den ersten Film gegeben und gestern dann den zweiten Teil. Er hat mir sehr gut gefallen. Vor allem sieht er sehr gut aus und ich liebe das Design der Drachen einfach. Die Story war unterhaltsam, wenn auch hier und da mit Schwächen. Vor allem musste ich auch ein bisschen an Monster Hunter denken, beim Schauen des Films xD

    Ich könnte mir zumindest sehr gut einen Animationsfilm im Monster Hunter Universum in der Art vorstellen. Zu dumm, dass die Verantwortlichen daraus einen Live-Action-Quatsch machen wollen xD


    Katakomben


    Ein Horrorfilm von 2014. Der Plot: Eine junge Wissenschaftlerin begibt sich auf die Suche nach dem Stein der Weisen und vermutet sein Aufenthaltsort tief in den Katakomben unter Paris, Zusammen mit zwei Freunden und ein paar "Führern" begibt sie sich also runter in die Katakomben, wo Horrorstuff passiert. Ein etwas anderer Setup für so einen Film xD

    Zumindest hat er mit gut gefallen. Der Anfang ist etwas langatmig, da erst mal jede Menge Indiana-Jones-Stuff passiert, wo Inschriften übersetzt und Rätsel gelöst werden, die dann zum vermeintlichen Aufenthaltsort des Steins der Weisen führt. Zumindest weiß der Film später Spannung aufzubauen. Grade zum Ende hin wird's schon ziemlich gruselig mit sparsamen Einsatz von Jumpscares.


    Insgesamt sehr interessant.

  • Vice

    Ich bin schon lange nicht mehr so gut gelaunt aus dem Kino gegangen. Und dabei fand ich den Film gar nicht mal so super. Aber dafür interessant.

    Vice hat einen genialen Hauptdarsteller, einen faszinierenden Schnitt und Aufbau, den man im Mainstream-Kino nicht so häufig findet. Ich finde den Film auf einer erfrischenden Art und Weise mutig und war von Anfang bis Ende unterhalten, aber...


    unfassbar plakativ. Der Film ballert den Zuschauer voll mit Bildern, Kommentaren und Meta-Ebenen, dass es selbst der Dümmste versteht. Der Erzähler berichtet im zynischen Unterton über das, was der Zuschauer ohnehin schon sieht, und nimmt ihn die unvoreingenommene Meinung quasi vorweg. Ich habe nichts gegen "links-versiffte" Filme, aber wenn ich das Gefühl habe, sie wollen mir ihre Meinung aufdrängen, bin ich genervt. Am schlimmsten ist dabei die post-Abspannszene, die ohne deren Inhalt zu verraten, einfach nur dumm und ein idiotischer Seitenhieb gegenüber Trumpwählern ist. Man wird kaum rechtskonservative Amerikaner zu einem lieberalerem Weltbild überzeugen, wenn man sie beleidigt.

    Hinzukommt das Fehlen der Systemkritik. Der Vorgängerfilm The big Short hat sehr gut die Perversion des kapitalistischen Systems deutlich gemacht, in dem wir leben. In Vice fehlt diese Ebene komplett. Man bekommt beim Zuschauen das Gefühl, dass Cheney, Bush, und Rumpsfeld die schlimmsten Menschen aller Zeiten sind und sogar schuld an Til Schweiger-Filmen haben. Auch wenn all diese Männer schlimme Taten vollbracht haben und dafür unter besseren Umständen sicherlich sofort ins Gefängnis gekommen wären, kann man, finde ich, nicht leugnen, dass es das System ist, welches solchen Menschen überhaupt erst diese Art der Politik ermöglicht.

  • In letzter Zeit schaue ich ziemlich viele Filme, daher hier mal ein kleiner Abriss.


    Begonnen hat diese Phase mit dem Ziel, alle mir noch fehlenden Tarantino-Filme nachzuholen. Obwohl ich großer Fan bin, sind mir da bislang noch so einige Schwergewichte entgangen. Inglorious Basterds hatte ich bis dahin beispielsweise tatsächlich noch nicht gesehen. Auch dieser Streifen hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Dialoge allein sind schon so unglaublich intensiv, dass die heftigen und blutigen Gewaltexplosionen trotz (oder gerade wegen) ihrer Kürze dann umso wirkungsvoller sind. Die Figur des Hans Landa ist natürlich großartig charakterisiert und gespielt. Auch die Darstellung der in ihrer Lächerlichkeit irgendwo auch bedrohlichen Nazi-Anführer ist mir positiv aufgefallen. Wie der Film mit dem Spannungsverhältnis zwischen historischer Authentizität und Alternate History umgeht, empfand ich als ebenso überraschend wie faszinierend.

    From Dusk Till Dawn habe ich ebenfalls gesehen, allerdings eher einen gemischten Eindruck gehabt. Hier war Tarantino Schauspieler und Autor, aber nicht Regisseur. Die Gangsterstory in der ersten Hälfte hat mich nicht wirklich mitgenommen, der Sprung zum trashigen Splattermovie kam dann allerdings ebenfalls sehr überraschend und ab dort war der Film auch besser - teilweise sogar absurd witzig, auch weil die Spezialeffekte so schlecht gealtert sind. Harvey Keitels Charakter hat mir ansonsten noch sehr gut gefallen, insgesamt aber wie gesagt ein eher durchschnittliches Fazit.


    The Revenant hat mich dann weg von Tarantino hin zu DiCaprio geführt. Dieser Film gefiel mir umso besser, je länger ich darüber nachgedacht habe. Mein allererster Eindruck war zwar durchaus positiv, aber auch eher gemischt. Ich war relativ überrascht, weil ich mir den Film anders vorgestellt hatte - der Fokus lag dann doch mehr auf anderen Charakteren als ich dachte. Auch über die zeitliche Einordnung war ich vorher im Unklaren. Aber unter anderem die Realisierung, dass all diese atemberaubenden Perspektive in der realen Natur gedreht wurden und nichts davon im Studio vorm Greenscreen zurechtgebastelt wurde, hat meinen Respekt vor diesem monumentalen Film immer weiter ansteigen lassen. Da sind einige wirklich fantastische Kameraeinstellungen dabei. Die sind in Verbindung mit der tollen Musik sehr wirksam (ist es eigentlich immer das gleiche Stück gewesen? Auf jeden Fall sehr einprägsam). Auch die Kampfszenen sind unglaublich intensiv. Fast zu intensiv waren mir die Szenen, in denen Hugh Glass gelitten hat, zum Beispiel als ihm der Bär Fleischstücke herausreißt. Das hat mich wirklich mitgenommen. Die historischen Hintergründe haben mich dann so sehr interessiert, dass ich einen ganzen Sonntag damit verbracht habe, mich über die Geschichte der USA im 19. Jhd. zu belesen - rund um die Erkundung des Kontinents, Firmen wie die Hudson Bay Company und die im Film relevante Rocky Mountains Fur Company sowie den amerikanischen Bürgerkrieg. Obwohl ich mich als halbwegs geschichtsinteressiert bezeichnen würde, war mir vieles davon bis dato gänzlich unbekannt.


    Einen weiteren Film mit DiCaprio, Shutter Island, habe ich erst gestern Abend gesehen und bin mir noch ein bisschen unsicher ob meines Fazits. Einerseits adressiert der Film faszinierende Themen und hat für mich fast wie ein Horrorfilm funktioniert - solche Dinge finde ich wirklich gruselig, Splatter und Gore meistens entweder witzig oder einfach nur eklig, selten etwas dazwischen (es sei denn, Tarantino inszeniert solche Szenen - aber die sind dann ja meist auch gewollt übertrieben und funktionieren für mich dann ebenfalls auf einer humoristischen Ebene). Diesbezüglich hat mich Shutter Island ein bisschen an The Evil Within erinnert - vor allem die Szenen mit dem Grammophon, das klassische Musikstück könnte sogar 1:1 auch in TEW vorkommen, wenn ich mich nicht täusche. Und TEW hat mir auch genau wegen diesen Themen so gut gefallen. Mein größter Kritikpunkt (neben relativ viel Telling und wenig Showing in der Exposition) sind aber die massenhaften Continuity-Fehler. Grundsätzlich kann ich darüber meist hinwegsehen, wenn mich der Film im Gesamtpaket mitnimmt. Bei der Art von Film, die Shutter Island sein möchte, sind diese Fehler für mich jedoch eine große Sünde, weil es mir jetzt im Nachhinein sehr schwer fällt zu unterscheiden: zwischen Ungereimtheiten, die rein aus Nachlässigkeit im Film vorhanden sind, oder aber kleinen Hinweisen, die mir der Regisseur zur Interpretation des Films an die Hand geben möchte. Deswegen bin ich mir auch noch nicht sicher, ob ich den Film wirklich umfassend verstanden habe - ich habe meine eigenen Schlüsse gezogen, kann mir aber nicht vollends im klaren darüber sein, ob diese nicht eventuell auf Missinterpretationen von Filmfehlern aufbauen. Obwohl mir das, was der Film sein will, hervorragend gefällt, finde ich diese über das intendierte Maß hinausgehende unnötige Ungewissheit etwas frustrierend.


    Vor einiger Zeit habe ich darüber hinaus auch noch Bohemian Rhapsody gesehen. Da ist das Fazit aber relativ einfach: Jeder, der irgendetwas mit der Musik von Queen anfangen kann, muss diesen Film unbedingt gucken. Alle anderen würden zwar einen ziemlich gut geschriebenes persönliches Drama verpassen, aber die Musik nimmt definitiv eine große Rolle ein - wer Queen also gar nicht mag, wird auch an dem Film eher begrenzte Freude haben. Als Fan von Queen fand ihn persönlich wirklich fantastisch.

  • Ich habe gestern Abend Interstellar gesehen, und bin immer noch baff von diesem faszinierenden und erdrückenden Film. Ich bin begeisterter Astronomie-Laie und dahingehend drückt er wirklich alle meine Trigger. Manche Aspekte in dem Film sind natürlich totale Science Fiction, andere wiederum sind zumindest grundsätzlich realistische Überlegungen, die man bereits heute tätigt. Ich weiß noch nicht so ganz, wie ich das Ende finde (alles verstanden habe ich noch nicht), aber das ist für mich eigentlich auch unerheblich, weil der Film bis dahin schon begeistert hat.


    - Die Inszenierung, vor allem in Verbindung mit der dramatischen Musik in bestimmten Momenten, hat mich in einigen Szenen fingernägelkauend aufrecht vorm Fernseher sitzen lassen. Das war super intensiv. Allgemein finde ich den Film einfach total gut gedreht (die Schwerelosigkeit sei als Beispiel genannt).

    - Durch die Darstellung der Fremdartigkeit des fernen Universums wurde schön verdeutlicht, wie klein und unbedeutend wir Menschen nunmal sind - trotz all des Fortschritts, den wir gemacht haben (und im Film ist die Menschheit technologisch ja sogar schon deutlich weiter als wir es heute sind).

    - Weiterhin finde ich, dass der Film die menschlichen Aspekte und Konflikte sehr schön in den Mittelpunkt stellt - gerade für mich, der sich gerne mit all den abgefahrenen Theorien beschäftigt, die es heute bereits gibt (Stichworte Generationenraumschiff, Dyson Sphäre usw). Dabei verliert man gerne mal aus den Augen, in welchen unvorstellbaren Maßstäben diese Theorien existieren, und vergisst die einzelnen, persönlichen Schicksale, die dort zwar keine Rolle spielen, aber natürlich trotzdem geschehen.


    Interstellar fängt (zumindest zum Teil) so wunderbar den Konflikt ein, den ich auch selbst in mir trage: Einerseits ist es absolut faszinierend, Gedankenexperimente anzustellen über die Besiedelung des Sonnensystems (oder auch 'nur' des Mondes). Andererseits sind das - im wahrsten Sinne des Wortes - auch irgendwo Luftschlösser. Man darf trotz allem nicht die Realität aus den Augen verlieren. Wir haben, zumindest noch, nur diesen einen Planeten. Bis wir soweit sind, dass wir andere Planeten (abseits von Forschungsmissionen) auch wirklich besiedeln können, vergehen vermutlich noch Jahrhunderte. Umso wichtiger ist es, dass wir auf diese kleine blaue Kugel aufpassen.


    Ich muss mir den Film definitiv noch ein zweites mal anschauen, um mir ein endgültiges Urteil fällen zu können, aber Interstellar hat auf jeden Fall das Potential, einer meiner Lieblingsfilme zu werden!

  • Kinoupdate!



    Once Upon A Time … In Hollywood


    Letzte Woche habe ich es endlich (und gerade noch rechtzeitig!) geschafft, mir den neuen Streifen von Tarantino im Kino anzusehen. Ich bin ein riesiger Fan von ihm, es gibt kaum Filme die mitreißender sind als seine. Ich liebe seine Stilmittel, die Western-Inszenierung, die vor Spannung fast platzenden Momente der Dialoge und der Stille, gleich gefolgt von der Explosion an lächerlich übertriebenen Gewaltdarstellungen.


    Ob mir Once Upon A Time … In Hollywood gefällt, wusste ich direkt nach dem Kinobesuch allerdings noch nicht. Denn obwohl der Film in jeder anderen Hinsicht ein sehr klassischer Tarantino ist, war ich mir zunächst unsicher, ob er dieses Mal nicht den Schritt Schritt zu weit gegangen ist. Denn mitgerissen hat mich der Film nicht. Dabei hatte er all die Elemente, die mir auch sonst so gut gefallen. Die großartigen Kameraeinstellungen. Die Charaktermomente. Die Meta-Ebene, dass es ein Kinofilm über Schauspieler und das Drehen von Filmen ist und der daraus entspringende Humor (insgeheim glaube ich, dass Tarantino hier einfach einen Film explizit FÜR alle aus Hollywood gemacht hat, den er uns anderen quasi als normalen Streifen untergejubelt hat. Als Schauspieler muss es so cool sein, diesen Film zu schauen). DiCaprio. Den Western-Style. Die eigentlich total ungewöhnlichen oder zumindest seltsam eingesetzten Elemente (wie z.B. der Erzähler), die aber trotzdem alle passend ineinandergreifen. Den Soundtrack. Dass es Tarantino erneut gelingt, den Geist einer Epoche (oder zumindest des popkulturellen Bildes davon) so perfekt überzeichnet einzufangen, dass man sich nur noch in diese Zeit zurückwünscht.

    Das alles hat der Film auf die Spitze getrieben – zu Kosten der Handlung. Der Film hat mich sehr gut unterhalten, aber mitgerissen hat er mich nicht. Ich habe mich also gefragt, ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, an dem es zu viel von all dem war. Zu viele Anspielungen auf all seine geliebten Spaghetti-Western. Zu viele Metaebenen. Zu viel Fußfetischismus, zu viele Zitate, zu viel von all dem.

    Aber dann kam das Finale und holy shit, das war das gleichzeitig absurdeste und großartigste was ich seit langem gesehen habe. Es hat mich fast zerrissen im Kinosessel. Und als dann der Höhepunkt des Höhepunkts mit Rick Dalton kam, war es komplett um mich geschehen. Das ist sofort zu einem meiner Lieblingsfilmmomente geworden.


    Der gesamte Film bis zu diesem Zeitpunkt war schlicht und ergreifend ein einziger, großer, sehr unterhaltsamer Moment der Stille, der dieses Finale furioso (und der Begriff wurde für diesen Film erfunden!) am Ende erst ermöglicht hat. Letztendlich ist es insofern eben nicht ein Schritt zu viel, sondern die Perfektion von Tarantinos Stil. Das ultimative Proof of Concept quasi. Es wird zwar wohl nicht der Tarantino, der mir von allen am besten gefällt, aber nach einiger Zeit der Verarbeitung bin ich inzwischen also eher geneigt, mich der Fraktion „Meisterwerk“ anzuschließen. Tarantinos „normale“ Filme sind schon sehr anders, aber Once Upon a Time ist noch mal ein Stückchen weiter weg von den Konventionen und funktioniert trotzdem immer noch so gut. Das ist wirklich beeindruckend.




    Kill Bill


    In einem glücklichen Zufall konnte ich wenige Tage vor meinem Kinobesuch endlich die Blu-Rays von Kill Bill im meinem Saturn auftreiben und habe mir die Volumes an den beiden Abenden zuvor noch einmal zu Gemüte geführt. Zwei weitere grandiose Tarantinos. Der zweite gefällt mir etwas besser als der erste, was vor allem an Bill liegt. Einer der besten Antagonisten aller Zeiten (tut mir leid, ich kann bei QT nur mit Superlativen um mich schmeißen). Hier bevorzuge ich übrigens sogar mal die deutsche Vertonung, da ich Bills Synchronsprecher fantastisch finde.



    Jackie Brown


    Einen Film von Tarantino, den ich bis dato noch nicht kannte, ist übrigens Jackie Brown, den ich vor einigen Wochen zum ersten Mal gesehen habe. Auch dieser hat mir gut gefallen, ist aus meiner Sicht allerdings „nur“ ein guter Film. Er ähnelt Pulp Fiction IMO etwas zu sehr, und letzterer hat die Latte einfach zu hoch gelegt – diese Genialität erreicht Jackie Brown nie.



    Ad Astra


    Vor ein paar Wochen hatte ich noch einen weiteren Film im Kino gesehen, dabei handelt es sich um Ad Astra mit Brad Pitt. Als begeisterter Raumfahrtlaie hat er mir leider gar nicht gut gefallen. Vielleicht bin ich da mit einer anderen Erwartungshaltung rangegangen, als z.B. David und Robin es taten, denen der Film nach ihren Aussagen im Podcast ja zugesagt hatte.

    Ich habe viele verschiedene Probleme mit Ad Astra:

    -         Der Film ignoriert durchgängig allgemein bekannte Regeln der Physik (Bewegungsenergie scheint z.B. schlicht nicht zu existieren, Dinge kreisen nicht um Planeten, sondern schweben auf der Stelle);

    -         Auch die philosophischen Fragen der Raumfahrt werden kaum angemessen thematisiert und bleibt immer oberflächlich, trivial und eine Motivationskrücke (etwa die Suche nach außerirdischem Leben);

    -         Die persönliche Reise des Hauptcharakters ist an einigen Stellen schön inszeniert (der Tauchgang durch die schwarze Leere), funktionierte für mich aber insgesamt nur begrenzt, denn ich konnte seine Motivation nicht immer ganz nachvollziehen (und abgesehen davon ist das Ende dieser Reise furchtbar unpassend zu dem, was vorher geschehen ist);

    -         Einige Charaktere laufen ins Leere (die Chefin der Marsbasis, der Freund vom Vater), zu viele Szenen entziehen sich dem roten Faden und tragen absolut nichts zur Handlung oder zur Charakterentwicklung bei (die Piraten, das havarierte Forschungsschiff), wirken also überflüssig;

    -         Dem Film wurde eine unpassende Religiösität übergestülpt.

    Interstellar z.B. hat mir da in allen Belangen um mehrere Kategorien besser gefallen. Der einzige Lichtblick ist eigentlich die Leistung von Brad Pitt, denn die ist wirklich gut. Ich habe den Kinobesuch trotzdem nicht bereut. Einerseits weil ein paar wirklich tolle Panoramen dabei waren, andererseits weil mich der Film in seiner Absurdität dann doch irgendwie unterhalten hat. Bei der Szene mit dem Schild musste ich beinahe laut loslachen. Gelangweilt habe ich mich also nicht, enttäuscht hat er mich trotzdem.



    Soweit meine letzten Erfahrungen. Jetzt habe ich passend zur Jahreszeit erstmal wieder Lust auf ein paar schöne Horrorfilme! :evil:

  • Peppermint - Angel of Vengeance

    Endlich mal eine weibliche Version von John Wick, die wirklich funktioniert, ganz im Gegensatz zu der sexistischen Kackscheiße, die Atomic Blond stellenweise ist.

    Nachdem Jennifer Garners kleine Tochter und ihr Ehemann von einem Drogenkartell über den Haufen geschossen wurden, und die korrupte Justiz sich fröhlich die Eier krault, geht die Witwe auf Rachefeldzug.

    Der Film ist so herrlich schwarz-weiß gezeichnet, dass man ihn sich angucken kann, ohne auch nur ein einziges Mal moralische Bedenken zu bekommen. Man ist zu jeder Zeit voll auf Garners Seite. Die Action an sich mag nicht so stylisch wie bei Wick daher kommen, trotzdem gibt es immer wieder wuchtig aufs Maul, und der Film hat insgesamt ein angenehmes Pacing.

    Der Showdown am Ende hatte mir einen Ticken zu viele übliche Klischees und Gutmensch-Zuckerguss, aber das mindert den vorherigen Spaß nicht.

    Aber das beste: Nie sieht man sie nackt, nie bekommt sie einen Love interest im Verlauf, nie muss sie von einem Mann gerettet werden, nie trägt sie hochhackige Schuhe sondern immer angemessene Kleidung. Kurz gesagt: Nie ist sie am Ende doch nur eine Frau.

    Und ich mag, dass sie immer mal wieder ihre tote Tochter sieht. Dieser Kniff verfolgt mich seit Braveheart im positivem Sinne.


    8/10 breathtaking

    Und so beginnen die Mühlen des Schicksals zu mahlen - für Menschen, Dämonen und die Männer, die beides sind.

  • Ich bin gestern ganz unbedarft über Verblendung gestolpert (Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo) und konnte danach erstmal nicht einschlafen. :D

    Eigentlich wollte ich den Fernseher ausschalten, bin aber aber beim Herumzappen hängen geblieben, da ich mich für Schweden interessiere. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete; entsprechend geschockt war ich, als er sich erst allmählich und dann ganz plötzlich zu einem so expliziten Thriller entwickelte. Vor allem der Schnitt und die Art, wie sich der Film inszeniert, haben mir gut gefallen. Die sexuelle Gewalt und die damit verbundene Gesellschaftskritik hat mich verstört und nachdenklich gemacht.


    Vor einigen Wochen sah ich überdies Parasite im Kino und kann mich den allgemeinen Lobeshymnen nur anschließen; ich fand den Film in jeder Hinsicht fantastisch. Gleichzeitig lustig, ernst, leichtherzig, tiefsinnig und brutal (v.a. auch in der Darstellung sozialer Ungerechtigkeit und Spannungen). Ich habe selten einen so vielschichtigen Film gesehen, der sich aus verschiedenen Perspektiven endlos interpretieren lässt. Vor allem in dem Aspekt, wie geschickt Parasite beinahe unterträgliche Spannung aufbauen, zerstören, auflösen und eskalieren lassen kann, hat er mich an Tarantinos beste Werke erinnert. Damit verwebt er eine ganz grundlegende, versteckte und gleichzeitig offensichtliche Gesellschaftskritik. Man könnte sogar sagen, dass diese im Herzen des Films liegen. Ich muss unbedingt mehr Filme von Bong Joon-hoo sehen!