Digitales Lernen - Effektives oder ein überschätztes Bildungsmittel?

  • Da das Thema im Forum aufkam und ich seit fast 8 Jahre in der eLearning-Branche arbeite, sei es als Projektleiterin oder schlicht als Administratorin/Web-Entwicklerin, dachte ich mir, dass ich ein Thread dazu eröffne und meine Erfahrungen zu dem Thema mit euch teile. Sofern es euch natürlich interessiert :)


    Edit by Moderation: Dieser Thread wurde nachträglich mit den folgenden Beiträgen verschmolzen, Der erste Beitrag wurde anschließend vordatiert um den Thread strukturiert zu lassen.

  • Ich auch, aber ich war meistens trotzdem zu faul und habe dann doch den Bus genommen. Als Ausrede hat für mich dann immer die schwere Schultasche und der Hügel, den ich hätte hinauffahren sollen, gegolten. :)

    von den schweren Schultaschen bekommen die Kinder aber tatsächlich Rückenprobleme.

    Es wird eh Zeit, diese ganzen dämlichen Schulbücher mit gescheiten Tablets oder Notebooks zu ersetzen. In der modernen Arbeitswelt sind sie ohnehin zeitgemäßer, dazu leichter, nachhaltiger, einfacher zu korrigieren und interaktiver. Ich will gar nicht daran denken, wie oft ich mich mit 10kg an Schulmaterialien durch die halbe Stadt schleppen musste, ohne die Bücher an dem Tag auch nur geöffnet zu haben.

  • Es wird eh Zeit, diese ganzen dämlichen Schulbücher mit gescheiten Tablets oder Notebooks zu ersetzen.

    Ja...Vielleicht ab der 6ten oder so. Ich würde einem 2.-Klässler kein Tablet mit in die Schule geben. Viel zu zerbrechlich und wertvoll.

    Klar. In der Grundschule hat man ja aber auch kaum Bücher :) Außerdem gibt es doch auch günstige Geräte und ich meine sogar, dass ein Hersteller im Gespräch war, spezielle "Schulnotebooks" zu designen und zu vertreiben, die mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet sind...

  • Hab mal ein sehr interessantes Buch gelesen: "Digitale Demenz". Zur Digitalen Demenz selbst hat es nichts Wertvolles beigetragen. Wohl aber zu dieser Technologisierung des Unterrichts. Alles Bullshit. Und das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Textbücher und so weiteres durch Computer zu ersetzten ist sehr kontraproduktiv, nur schon weil da das haptische Erlebnis fehlt. Vor allem bei Kindern. Für das Gewichtsproblem gibt es andere Lösungen. Ich hatte z.B. stets die möglichkeit meine Sachen, die ich nicht brauchte, im Spind oder unter dem Pult zu lassen. Ein wenig Gewicht kann man ja den Kindern wohl noch zumuten.

  • Mal ganz blöd gefragt. Ist das eigentlich zu teuer für die Schule und ganz besonders für manche Familien ?

    6,7 Bücher und Hefte plus Schreibmaterial kosten auch nicht mehr als ein billiges Tablet.



    Textbücher und so weiteres durch Computer zu ersetzten ist sehr kontraproduktiv, nur schon weil da das haptische Erlebnis fehlt.

    Gibt es da noch eine weitere Begründung außer "das haptische fehlt"?
    Weil so ganz vorstellen kann ich mir nicht, warum das ab 7ter, 8ter Klasse noch eine große Rolle spielen sollte.

  • Es gibt genügend Studien (such ich auf Nachfrage gerne raus) die belegen, dass eine digitalisierung des Unterrichts, wozu eben auch ein Tablet als Arbeitsgerät gehört, deutlich förderlich sind für den Lerneffekt, da ist die haptik total egal. Diese Studien werden in Schulen bestätigt, welche ihren Unterricht Digitalisiert haben. Die meisten sehr guten Privatschulen, wo man sein Kind nicht für unter ein paar tausend Euro pro Monat unterbringen kann, haben sich auch schon komplett digitalisiert.
    Ergänzend dazu kommt, dass die Industrie 4.0 im Haus steht und man für diese, einfach eine grundsätzliche mediale Kompetenz und Erfahrung mit solchen Geräten braucht.

  • Gibt Leute (wie mich) die alles lieber digital haben und Leute (wie Matze) die das lieber haptisch haben. Gerade im Unterricht und in Vorlesungen sollte es nach Möglichkeit beides als Option geben.

    Das hat aber u.a. damit zu tun, dass Matze dann wohl von anfang an gewöhnt ist, ein Buch haptisch vor sich zu haben. Wenn diese Gewöhnungen von Anfang im Unterricht auf Digitale Geräte ausgerichtet wird, dann ist auch dies kein Problem mehr. Alternativ, kann man sich dann ja trotzdem noch ein Buch kaufen (die meiste Schulbücher gibt es ohne hin in einer reclam Ausgabe für 2€, was nun für niemanden ein Problem ist).

  • Kauzi es gibt genau so viele Gegenstudien. Leider habe ich das Buch nicht da, sonst hätte ich dir es gerne gezeigt.


    Aber einfaches Beispiel von mir selbst: Karteikarten.


    Das Schreiben von Karteikarten und anschliessende Lernen hat bei mir immer mehr gebracht als das Schreiben per Tastatur auf Quizlet oder so.


    Ich sehe schon wie elektronisch hilfreich sein kann, aber ich finde es schlimm es den Kindern zuzumuten, auf einen Bildschirm starren zu müssen und wenn, dann muss die Schrifterkennung bei Programmen, wie sie in den Schulen angewendet werden, verbessert werden.


    Und zu Matze: Ebooks stören mich hingegen nicht. Irgendwie gilt das nicht. War lange auch Verfechter des normalen Buchs, aber heute ist mir egal, ob ich es digital oder analog habe.

  • Aber einfaches Beispiel von mir selbst: Karteikarten.



    Das Schreiben von Karteikarten und anschliessende Lernen hat bei mir immer mehr gebracht als das Schreiben per Tastatur auf Quizlet oder so.

    Das hat aber weniger mit Haptik zu tun, als mit komplexeren mechanischen Bewegungen der Hand. Du prägst dir buchstäblich - höhö - ein, wie du die Wörter schreibst. Lesen funktioniert da dann doch etwas anders.
    Ich hab zum Beispiel für mein Matheabi mit meinem Tablet gelernt. Stylus raus und alles handschriftlich aufgefasst. Endlich mal in Farbe, ohne Papierverbrauch alles an einem Ort mit effektiver Radiermöglichkeit. Hatte schon was ;)

  • von den schweren Schultaschen bekommen die Kinder aber tatsächlich Rückenprobleme.

    Es wird eh Zeit, diese ganzen dämlichen Schulbücher mit gescheiten Tablets oder Notebooks zu ersetzen. In der modernen Arbeitswelt sind sie ohnehin zeitgemäßer, dazu leichter, nachhaltiger, einfacher zu korrigieren und interaktiver. Ich will gar nicht daran denken, wie oft ich mich mit 10kg an Schulmaterialien durch die halbe Stadt schleppen musste, ohne die Bücher an dem Tag auch nur geöffnet zu haben.

    Wieso sind Schulbücher dämlich? Und was ist an einem Tablet nachhaltiger? Wenn man ein Problem mit dem Gewicht der Bücher hat, so bieten die allermeisten Schulen heutzutage Lösungen in Form von Spinden oder Ablagebänken im Klassenzimmer. Weiterhin ist meine Erfahrung, dass meist die Schultasche selbst das größte Gewicht ausmacht, weil viele Schulranzen unnötig klotzig und schwer sind.

    Es gibt genügend Studien (such ich auf Nachfrage gerne raus) die belegen, dass eine digitalisierung des Unterrichts, wozu eben auch ein Tablet als Arbeitsgerät gehört, deutlich förderlich sind für den Lerneffekt, da ist die haptik total egal. Diese Studien werden in Schulen bestätigt, welche ihren Unterricht Digitalisiert haben. Die meisten sehr guten Privatschulen, wo man sein Kind nicht für unter ein paar tausend Euro pro Monat unterbringen kann, haben sich auch schon komplett digitalisiert.
    Ergänzend dazu kommt, dass die Industrie 4.0 im Haus steht und man für diese, einfach eine grundsätzliche mediale Kompetenz und Erfahrung mit solchen Geräten braucht.

    Das Argument mit den "genügend Studien" zieht aber nicht so. Gibt bestimmt auch Dutzende Gegenbelege. Und als total egal würde ich die Haptik nie bezeichnen, weil der Mensch nun mal von Natur aus Haptik unterbewusst als etwas sehr Wichtiges erachtet - schließlich ist gerade bei Neugeborenen die Haptik ein essentielles Lernmittel.


    Kinder müssen definitiv lernen, wie man mit Medien richtig umgeht. In Schulen muss über Risiken und Chancen beim Umgang mit Technik und Medien gesprochen werden - absolut! Dennoch würde ich auf keinen Fall so weit gehen und sagen, dass man den kompletten Unterricht digitalisieren sollte. "Tablets statt Bücher" ist meiner Meinung nach sehr voreilig und eventuell kontraproduktiv.


    Für die moderne Industrie ist es natürlich wichtig zu wissen, wie man mit Technik richtig umgeht. Meine Erfahrungen zeigen aber auch, dass viele Arbeitgeber großen Wert auf Kompetenz beim Umgang mit diversen Medien legen. Bücher und Nachschlagwerke gehören da genau so dazu. Und du wirst überrascht sein, aber heutzutage können immer weniger ausgebildete Studenten mit Primär- und Sekundärquellen bei Büchern umgehen. Das fängt schon bei den simpelsten Dingen an: wie zitiere ich wissenschaftlich korrekt aus einem Buch? Wenn man alles nur noch auf Tablets umwälzt, sehe ich da nicht gerade Besserung in Aussicht.


    Zumal Tablets viele Menschen (nicht mal unbedingt Kinder) immer noch stark ablenken können. Selbst wenn nur eine einzige Software drauf läuft, kann das Gerät durch verschiedene Faktoren mehr ablenken als ein Buch. Auch hier wieder ein persönliches Beispiel: in meinem Studium habe ich festgestellt, dass meist jene, die bei der Vorlesung ein Tablet vor sich hatten, weniger aufgepasst haben und hinterher mehr nachfragen mussten als jene, die mit Block und Stift dasaßen.


    Technik wie Tablets oder VR-Geräte können im Unterricht durchaus sinnvoll eingesetzt werden, aber ich finde, dass die Dosis das Gift ausmacht. Kinder sollten gerade heutzutage mit vielen verschiedenen Medien aufwachsen, damit sie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Möglichkeiten kennen. Und damit sie verschiedene Medien korrekt nutzen können. Halte daher so Aussagen wie "Bücher sind die Pest - her mit den Tablets!" für äußerst fragwürdig, da zu eingleisig.


    Von all den sonstigen Umständen, die Hunderte von Tablets an Schulen mit sich bringen würden, ganz zu schweigen.

  • Es wird eh Zeit, diese ganzen dämlichen Schulbücher mit gescheiten Tablets oder Notebooks zu ersetzen. In der modernen Arbeitswelt sind sie ohnehin zeitgemäßer, dazu leichter, nachhaltiger, einfacher zu korrigieren und interaktiver. Ich will gar nicht daran denken, wie oft ich mich mit 10kg an Schulmaterialien durch die halbe Stadt schleppen musste, ohne die Bücher an dem Tag auch nur geöffnet zu haben.

    Wieso sind Schulbücher dämlich? Und was ist an einem Tablet nachhaltiger? Wenn man ein Problem mit dem Gewicht der Bücher hat, so bieten die allermeisten Schulen heutzutage Lösungen in Form von Spinden oder Ablagebänken im Klassenzimmer. Weiterhin ist meine Erfahrung, dass meist die Schultasche selbst das größte Gewicht ausmacht, weil viele Schulranzen unnötig klotzig und schwer sind.

    Und was ist, wenn du das Buch mit nachhause nehmen musst, weil du Hausaufgaben hast? Ich hatte nie die Gelegenheit, Bücher in der Schule zu lassen, weil immer was zu tun war. Gleichzeitig habe ich sie aber viel zu oft in die Schule gebracht, ohne, dass der Lehrer sie nutzen wollen würde. In Schulbüchern sind massig Fehler. Fehldruck? Neuauflage. Abertausende Bücher mit hunderten von Seiten. Fehldruck im digitalen Schulbuch, das sich dazu noch bestens anmalen lässt und beliebig viele effektive Lesezeichen verträgt? Macht nichts, einfach die Seite editieren und per Update raushauen.
    Während der Oberstufe sollte ich auch noch alle Materialien der letzten drei Semester für jedes Fach dabeihaben. Das waren mal eben ein paar Kilo. Schreib ich digital, wächst das Gewicht nicht mit der Menge.
    Wenn mir im Unterricht langweilig war, hab ich eben in meinem Block gezeichnet, oder im Buch vorgelesen, einfach nur, um dem Lehrer nicht weiter zuhören zu müssen.
    Hausaufgaben, die digital verteilt werden, bieten weniger Fläche für Ausreden seitens der Schüler, da sie alle Zettel über kurz oder lang bekommen. Verpasste Stunden lassen sich auch einfacher nachholen.
    Wenn man die Software gut anpasst, bieten die Tablets fast nur Mehrwerte. Es ist eine große Umstellung, aber früher dachte auch niemand, Autos mögen schneller als 20km/h fahren, weil doch alle in Unfällen sterben würden. Wir stehen einfach an einem Wendepunkt und müssen uns trauen, alles auf den Kopf zu stellen. Finde ich.

  • Und was ist, wenn du das Buch mit nachhause nehmen musst, weil du Hausaufgaben hast? Ich hatte nie die Gelegenheit, Bücher in der Schule zu lassen, weil immer was zu tun war. Gleichzeitig habe ich sie aber viel zu oft in die Schule gebracht, ohne, dass der Lehrer sie nutzen wollen würde. In Schulbüchern sind massig Fehler. Fehldruck? Neuauflage. Abertausende Bücher mit hunderten von Seiten. Fehldruck im digitalen Schulbuch, das sich dazu noch bestens anmalen lässt und beliebig viele effektive Lesezeichen verträgt? Macht nichts, einfach die Seite editieren und per Update raushauen.Während der Oberstufe sollte ich auch noch alle Materialien der letzten drei Semester für jedes Fach dabeihaben. Das waren mal eben ein paar Kilo. Schreib ich digital, wächst das Gewicht nicht mit der Menge.
    Wenn mir im Unterricht langweilig war, hab ich eben in meinem Block gezeichnet, oder im Buch vorgelesen, einfach nur, um dem Lehrer nicht weiter zuhören zu müssen.
    Hausaufgaben, die digital verteilt werden, bieten weniger Fläche für Ausreden seitens der Schüler, da sie alle Zettel über kurz oder lang bekommen. Verpasste Stunden lassen sich auch einfacher nachholen.
    Wenn man die Software gut anpasst, bieten die Tablets fast nur Mehrwerte. Es ist eine große Umstellung, aber früher dachte auch niemand, Autos mögen schneller als 20km/h fahren, weil doch alle in Unfällen sterben würden. Wir stehen einfach an einem Wendepunkt und müssen uns trauen, alles auf den Kopf zu stellen. Finde ich.

    Dann nimmst du die Bücher eben mit nach Hause. In meiner Schulzeit ist es nie vorgekommen, dass ich an jedem Schultag in allen Unterrichtsstunden etwas aufbekommen habe. Das Religionsbuch, Musikbuch, Sozialkundebuch, etc. konnte ich meistens problemlos in der Schule lassen. Oder ich habe getauscht: Mathe-Hausaufgaben gemacht, am nächsten Tag in der Schule gelassen und dafür Geschichte zum Lesen nach Hause mitgenommen.
    Und den Rest nimmt man halt mit. Noch ist keiner an ein paar Schulbüchern auf dem Rücken gestorben.


    Du willst mir nicht allen Ernstes weismachen, dass Tablets umweltfreundlicher sind als Bücher? Sorry, aber informiere dich mal, was es heißt, etliche Schulen mit Tausenden von Tablets zu versorgen. Google mal nach menschenunwürdigen Arbeitsprozessen bei der Herstellung, Kriegen wegen seltenen Technik-Komponenten, Ausbeutung von verschiedensten Zwischenhändlern und immensem Materialaufwand. Von all den Millionen an Ladevorgängen und dem damit einhergehenden Stromverbrauch ganz zu schweigen. Oder von Recyclingmöglichkeiten im Vergleich zu Büchern.


    Und zum Thema "Hausaufgaben digital verteilen".: Ich saß schon mal in Didaktik-Seminaren, die sich genau damit befasst haben und eine allzu positive Resonanz hatte der Vorschlag nicht. Damit würdest du nämlich Kinder zwingen, ein digitales Konto einzurichten und von einem Gerät abhängig zu sein, was nicht jedem zumutbar ist. Viele Kinder und Eltern möchten z.B. ganz einfach kein Email-Konto haben. Will man die dann zwingen? Vor allem könnte man hier das Gegenargument bringen: was, wenn das Tablet einen Software-Fehler hat? Software-Probleme treten mindestens genau so häufig auf wie Fehldrucke, will ich mal behaupten.


    Schließlich finde ich deinen Vergleich mit den Autos etwas albern. Man kann nicht jede moderne Erfindung sofort tolerieren und gänzlich implementieren, nur weil die Menschen sich damals bei den 20 km/h-Autos geirrt haben. (wobei es immer noch genug Autounfälle gibt) Hinterfragen gehört dazu und meiner Meinung nach sollte alles in einem gesunden Maße kennengelernt und benutzt werden. Eine 180°-Wende hat bisher gesellschaftlich in den seltensten Fällen einen rein positiven Effekt gehabt.

  • Das Argument mit den "genügend Studien" zieht aber nicht so. Gibt bestimmt auch Dutzende Gegenbelege.

    Mir ist zumindest keine aktuelle Studie bekannt, die dagegen spricht.

    Und als total egal würde ich die Haptik nie bezeichnen, weil der Mensch nun mal von Natur aus Haptik unterbewusst als etwas sehr Wichtiges erachtet - schließlich ist gerade bei Neugeborenen die Haptik ein essentielles Lernmittel.

    Wenn du schon auf dieser Basis wissenschaftlich argumentierst, dann darfst du nicht die Gewöhnung vergessen. Dann innerhalb des ersten Jahrzehnts ist der Mensch ziemlich gut in der Lage, sich an Umstände zu gewöhnen. In erster Linie erachtet das Gehirn die Haptik als etwas gewohntest, anstelle von was natürlichen. Eine frühe Konfrontation mit digitalen Lehrmitteln in einem venrünftigen maße würde diese Punkt vollkommen nichtig machen.

    Dennoch würde ich auf keinen Fall so weit gehen und sagen, dass man den kompletten Unterricht digitalisieren sollte. "Tablets statt Bücher" ist
    meiner Meinung nach sehr voreilig und eventuell kontraproduktiv.

    Inwiefern ist es voreilig und inwiefern könnte es kontraproduktiv sein? Betrachten wir die Entwicklung in den wohlhabenden Ländern, so ist es erstmal ein unabstreitbarer Fakt, dass alles digitaler wird. Alles wird vernetzter, alles wird technisiert. Knapp 500.000 Menschen auf der Welt (diese Zahl ist nur beispielhaft und sollte man nicht im Verhältnis zur gesamten Weltbevölkerung setzen sondern zu denen, die in einem modernen, wohlhabenden Staat leben wenn überhaupt)
    benutzen schon Schlösser die man mit Chips unter der Haut öffnen kann, ob man das nun gut oder schlecht findet ist noch mal was komplett anderes ist aber nur eines von vielen Beispielen wie die Welt digitaler wird. Ich könnte jetzt noch ausholen und erklären inwiefern die digitalisierung in Architektur und Stadtplanung wie auch in Naturwissenschaftlichen Bereichen eine Rolle spielt, dennoch ist es so, dass die Welt digitaler wird. Und darin sehe ich auch den Sinn in einer digitalisierung des Schulunterrichts, künftige Generationen müssen und sollten an den Bedingungen der modernen Gesellschaft und vor allem Wirtschaft angepasst sein, damit man nicht irgendwo hängen bleibt. Dazu lässt sich, basierend auf vielen Studien bei denen mir wie gesagt keine Gegenbeispiele bekannt ist, der Lerneffekt durch ein effektives und vernünftiges Einsetzen von digitalen Medien maximieren. Wer ein Tablet anstelle von vielen Büchern hat, der hat seine Informationen kompakter, alles was er braucht bei sich und kann damit auch viel schneller arbeiten. Und ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Es spart einiges an Gewicht, ich hab dadurch, dass ich als Kind einiges an Büchern mitschleppen musste und mein Schulranzen echt schwer war heute mit 19 Jahren leichte Rückenprobleme.

    Für die moderne Industrie ist es natürlich wichtig zu wissen, wie man mit Technik richtig umgeht. Meine Erfahrungen zeigen aber auch, dass viele Arbeitgeber großen Wert auf Kompetenz beim Umgang mit diversen Medien legen. Bücher und Nachschlagwerke gehören da genau so dazu. Und du wirst überrascht sein, aber heutzutage können immer weniger ausgebildete Stunden mit Primär- und Sekundärquellen bei Büchern umgehen. Das fängt schon bei den simpelsten Dingen an: wie zitiere ich wissenschaftlich korrekt aus einem Buch? Wenn man alles nur noch auf Tablets umwälzt, sehe ich da nicht gerade Besserung in Aussicht.

    So hast du meinen Gedanken zur Digitalisierung interpretiert, der stimmt aber nicht.
    Ja, ich bin dafür, dass Bücher komplett durch ein passendes, optimiertes Arbeitsgerät wie eben ein Tablet beispielsweise ersetzt werden.
    Ich bin aber auch dafür, dass in Schulen neben einer vernünftigen Medienkompetenz, welche dann aufjedenfall mit der Benutzung von Tablets gebraucht wird, auch ein stärker Fokus auf Quellenkritik gelegt wird. Das Internet ist nicht der Buchladen von nebenan, in welchem es ein paar Zeitungen, die BILD, wissenschaftliche Fachmagazine und ein paar Bücher gibt, sondern im Internet gibt es alles. Da ist es unglaublich wichtig zu wissen, was Quellen sind, wie man Quellen bewertet und dann auch schlussendlich wie man mit den Quellen arbeitet. Ob ich dann aus dem Internet zitiere oder aus dem Buch, läuft schlussendlich erstmal auf das selbe hinaus: Ich brauch einen Textauschnitt und sämtliche Informationen zu eben diesen (wie Autor, Titel (Buch/Zeitung/Online Medium), etc.), da sehe ich wenn dann kein Problem in der Digitalisierung, sondern im Lehrplan und der Umsetzung des Lehrplans. Schlussendlich soll auch der Umgang mit Büchern nicht ganz verschwinden, gerade in Quellenlastigen Fächern wie Geschichte ist es durchaus noch ganz sinnvoll, eine Art "Buchkompetenz" zu vermitteln, welche aber definitiv im Schatten des digitalisierten Unterrichts steht und nur die Grundlagen vermittelt.

    Zumal Tablets viele Menschen (nicht mal unbedingt Kinder) immer noch stark ablenken können. Selbst wenn nur eine einzige Software drauf läuft, kann das Gerät durch verschiedene Faktoren mehr ablenken als ein Buch. Auch hier wieder ein persönliches Beispiel: in meinem Studium habe ich festgestellt, dass meist jene, die bei der Vorlesung ein Tablet vor sich hatten, weniger aufgepasst haben und hinterher mehr nachfragen mussten als jene, die mit Block und Stift dasaßen.

    Auch hier zu gibt es Studien. Das hängt in erster Linie vom Menschen ab und der Frage wie leicht sich ein Mensch ablenken lässt. So spielt es meist für den Menschen keine Rolle, ob dieser nun ein Tablet vor sich hat oder ein Fenster neben sich, es spielt neben den Menschen viel mehr die Situation eine Rolle. Schafft es ein Lehrer bspw. ein gutes Unterrichtsklima aufzubauen, welchen man gespant folgen möchte, so folgt man diesem auch. Ist der Lehrer eher monton und erzählt über total langweilige Themen, so schaut man aus dem Fenster oder auf sein Tablet. Dann hängt es natürlich vom Menschen selber ab: Ein "normaler" Mensch kann sich natürlich besser konzentrieren als jemand, der ADHS hat, ein Mensch, welcher das Thema interessant findet folgt eher, als jemand, der es uninteressant findet, ein Mensch, der unbedingt eine Note braucht um dich zu kommen macht eher mit als jemand, der schon ziemlich gut durch ist. Schlussendlich bewertet der Mensch die Einflüsse und beschäftigt sich dann mit dem Einfluss, welches im Prinzip die höchste Wertung hat. Ein Tablet, welches überwiegend Lernsoftware hat, ist in eben dieser Wertung nicht viel höher als ein Fenster. Wenn draußen sogar was passiert, dann ist das Fenster wahrscheinlich sogar weitaus höher.


    Technik wie Tablets oder VR-Geräte können im Unterricht durchaus sinnvoll eingesetzt werden, aber ich finde, dass die Dosis das Gift ausmacht. Kinder sollten gerade heutzutage mit vielen verschiedenen Medien aufwachsen, damit sie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Möglichkeiten kennen. Und damit sie verschiedene Medien korrekt nutzen können. Halte daher so Aussagen wie "Bücher sind die Pest - her mit den Tablets!" für äußerst fragwürdig, da zu eingleisig.

    Das sehe ich anders. In erster Linie ist ein zeitgemäßer Unterricht wichtig, damit man schlussendlich aus dem Potenzial welcher in den Schülern steckt am Ende in der Gesellschaft den höchstmöglichen Nutzen erziehlen kann. Mir bringt es nichts, wenn ich jedes Jahr ~400.000 Schüler Abitur machen die im bestne Fall nur mit Industrie gerechten Medien umgehen können, wenn sie es sich selbst beigerbacht haben, aber blind 50 Bücher in 100 Sprachen rückwärts lesen und es schaffen eine Interpretation rückwärts auf den Kopf zu schreiben. Das braucht kein Mensch, ist aber immer noch gängige Praxis.
    In erster Linie muss sich die Schule zwei Entwicklungen anpassen: Gesellschaftliche Entwicklungen im geistigen und moralischen Sinne und industrielle Entwicklungen im wirtschaftlichen Sinne.
    Um diesen Entwciklungen einen fachgemäßen Raum zu geben, ist aus meiner Sicht eine digitalisierung umungänglich außer wir preferieren es in Deutschland mit anderen Wirtschaftsmächten nicht mehr konkurrieren zu können und noch weiter (als wir ohne hin schon durch die fehlende Digitalisierung sind) abgehängt zu werden, was dann auch eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellt.

    Von all den sonstigen Umständen, die Hunderte von Tablets an Schulen mit sich bringen würden, ganz zu schweigen.

    Diese Umstände würden mich interessieren.

  • Mir ist zumindest keine aktuelle Studie bekannt, die dagegen spricht.

    Mir ist auch keine Studie bekannt, die aussagt, dass eine komplette Digitalisierung des Unterrichts gänzlich positiv ist. Langzeitstudien gibt es zum Thema Einsatz von Tablets im Unterricht übrigens eh noch nicht.


    Wenn du schon auf dieser Basis wissenschaftlich argumentierst, dann darfst du nicht die Gewöhnung vergessen. Dann innerhalb des ersten Jahrzehnts ist der Mensch ziemlich gut in der Lage, sich an Umstände zu gewöhnen. In erster Linie erachtet das Gehirn die Haptik als etwas gewohntest, anstelle von was natürlichen. Eine frühe Konfrontation mit digitalen Lehrmitteln in einem venrünftigen maße würde diese Punkt vollkommen nichtig machen.

    Bei der Gewöhnung hast du selbstverständlich Recht. Trotzdem verstehe ich nicht, warum Haptik ein negativer Faktor sein sollte. Gewohnheit hat schließlich auch Vorteile.
    Deine zweite Aussage ist dabei viel interessanter. Was ist eine frühe Konfrontation? Kinder, die das Tablet mit in die Wiege gelegt bekommen? Was ist ein vernünftiges Maß? Du redest von einer kompletten Digitalisierung des Unterrichts, weshalb ich davon ausgehe, dass du 100%-igen Einsatz an Schulen für ein vernünftiges Maß hälst. Dies finde ich wiederum sehr bedenklich. Nicht umsonst streiten sich Psychologen und Experten bei dem Thema Kinder und Einsatz von Medien.


    Inwiefern ist es voreilig und inwiefern könnte es kontraproduktiv sein? Betrachten wir die Entwicklung in den wohlhabenden Ländern, so ist es erstmal ein unabstreitbarer Fakt, dass alles digitaler wird. Alles wird vernetzter, alles wird technisiert. Knapp 500.000 Menschen auf der Welt (diese Zahl ist nur beispielhaft und sollte man nicht im Verhältnis zur gesamten Weltbevölkerung setzen sondern zu denen, die in einem modernen, wohlhabenden Staat leben wenn überhaupt)benutzen schon Schlösser die man mit Chips unter der Haut öffnen kann, ob man das nun gut oder schlecht findet ist noch mal was komplett anderes ist aber nur eines von vielen Beispielen wie die Welt digitaler wird. Ich könnte jetzt noch ausholen und erklären inwiefern die digitalisierung in Architektur und Stadtplanung wie auch in Naturwissenschaftlichen Bereichen eine Rolle spielt, dennoch ist es so, dass die Welt digitaler wird. Und darin sehe ich auch den Sinn in einer digitalisierung des Schulunterrichts, künftige Generationen müssen und sollten an den Bedingungen der modernen Gesellschaft und vor allem Wirtschaft angepasst sein, damit man nicht irgendwo hängen bleibt. Dazu lässt sich, basierend auf vielen Studien bei denen mir wie gesagt keine Gegenbeispiele bekannt ist, der Lerneffekt durch ein effektives und vernünftiges Einsetzen von digitalen Medien maximieren. Wer ein Tablet anstelle von vielen Büchern hat, der hat seine Informationen kompakter, alles was er braucht bei sich und kann damit auch viel schneller arbeiten. Und ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Es spart einiges an Gewicht, ich hab dadurch, dass ich als Kind einiges an Büchern mitschleppen musste und mein Schulranzen echt schwer war heute mit 19 Jahren leichte Rückenprobleme.

    Voreilig ist es, weil es dazu noch keine Langzeitstudien gibt und weil du hier nur Vorteile beleuchtest. Mögliche Nachteile scheinen dir gar nicht bewusst, was in meinen Augen doch sehr eingleisig ist. Kontraproduktiv könnte es daher sein, weil man damit einen großen Aufwand verbunden hätte. Etliche Tablets anschaffen, eine bestimmte Software dafür entwickeln, eine Lösung für mögliche Software-Probleme schaffen, eine Instanz einrichten, die sich mit Defekten beschäftigt, etc. Was macht ein Schüler, wenn der Akku im Unterricht leer geht? Was macht er, wenn er zu Hause die Hausaufgaben machen will und das Tablet abstürzt oder irgendwelche Probleme macht? Oder wenn er es versehentlich fallen lässt und der Bildschirm zersplittert? Alles Probleme, die die Produktivität einschränken könnten und die bei Büchern entfallen.
    Ich sehe das ähnlich wie du - Digitalisierung ist unumgänglich und dennoch sollten wir das Maß kontrollieren und nicht umgekehrt. Digitalisierung heißt zudem nicht gänzliche Verdrängung anderer Medien. Für mich geht es viel mehr um Implementierung in andere Medien. Schließlich sprichst du selbst vom "effektiven und vernünftigen Einsetzen von digitalen Medien".


    Übrigens würde ich nicht so weit gehen, zu behaupten, dass man ansonsten "hängen bleiben" könnte, was die Wirtschaft angeht. Deutsche Gymnasien sind im internationalen Vergleich nach wie vor sehr gut ausgestattet und genießen einen guten Ruf. Ich persönlich halte es zudem für vernünftig, die Schulen selbst räumlich und funktionell zu erweitern. Größere Klassenzimmer, mehr Chemie-Räume mit besserer Ausstattung, bessere PC-Räume, etc.


    Natürlich stimmt es aber, dass Tablets leichter sind. Deine leichten Rückenprobleme sind natürlich nicht gut, aber ich denke nicht, dass heutzutage die Mehrheit der Schüler nach dem Abschluss Rückenprobleme vorweisen kann. Es gibt durchaus gute Lösungen für zu schwere Schulranzen - man muss sie nur nutzen. Letztlich kann man die Lehrer bzw. die Schulleitung selbst auf das Problem ansprechen und einen Kompromiss finden.


    So hast du meinen Gedanken zur Digitalisierung interpretiert, der stimmt aber nicht.
    Ja, ich bin dafür, dass Bücher komplett durch ein passendes, optimiertes Arbeitsgerät wie eben ein Tablet beispielsweise ersetzt werden.
    Ich bin aber auch dafür, dass in Schulen neben einer vernünftigen Medienkompetenz, welche dann aufjedenfall mit der Benutzung von Tablets gebraucht wird, auch ein stärker Fokus auf Quellenkritik gelegt wird. Das Internet ist nicht der Buchladen von nebenan, in welchem es ein paar Zeitungen, die BILD, wissenschaftliche Fachmagazine und ein paar Bücher gibt, sondern im Internet gibt es alles. Da ist es unglaublich wichtig zu wissen, was Quellen sind, wie man Quellen bewertet und dann auch schlussendlich wie man mit den Quellen arbeitet. Ob ich dann aus dem Internet zitiere oder aus dem Buch, läuft schlussendlich erstmal auf das selbe hinaus: Ich brauch einen Textauschnitt und sämtliche Informationen zu eben diesen (wie Autor, Titel (Buch/Zeitung/Online Medium), etc.), da sehe ich wenn dann kein Problem in der Digitalisierung, sondern im Lehrplan und der Umsetzung des Lehrplans. Schlussendlich soll auch der Umgang mit Büchern nicht ganz verschwinden, gerade in Quellenlastigen Fächern wie Geschichte ist es durchaus noch ganz sinnvoll, eine Art "Buchkompetenz" zu vermitteln, welche aber definitiv im Schatten des digitalisierten Unterrichts steht und nur die Grundlagen vermittelt.

    Du sprichst viele wichtige Dinge an, bei denen ich dir zustimme. Nichtsdestotrotz sehe ich nicht ein, warum ein 100%-iger Ersatz sinnvoll wäre. Wir wollen auch nicht vergessen, dass viele Leute eine komplette Digitalisierung einfach nicht möchten. E-Books verkaufen sich z.B. relativ gut - trotzdem gibt es noch etliche Buchhandlungen und Leute, die auf Bücher schwören. Ist ein Zusammenleben beider Formen nicht auch im Unterricht denkbar?


    Auch hier zu gibt es Studien. Das hängt in erster Linie vom Menschen ab und der Frage wie leicht sich ein Mensch ablenken lässt. So spielt es meist für den Menschen keine Rolle, ob dieser nun ein Tablet vor sich hat oder ein Fenster neben sich, es spielt neben den Menschen viel mehr die Situation eine Rolle. Schafft es ein Lehrer bspw. ein gutes Unterrichtsklima aufzubauen, welchen man gespant folgen möchte, so folgt man diesem auch. Ist der Lehrer eher monton und erzählt über total langweilige Themen, so schaut man aus dem Fenster oder auf sein Tablet. Dann hängt es natürlich vom Menschen selber ab: Ein "normaler" Mensch kann sich natürlich besser konzentrieren als jemand, der ADHS hat, ein Mensch, welcher das Thema interessant findet folgt eher, als jemand, der es uninteressant findet, ein Mensch, der unbedingt eine Note braucht um dich zu kommen macht eher mit als jemand, der schon ziemlich gut durch ist. Schlussendlich bewertet der Mensch die Einflüsse und beschäftigt sich dann mit dem Einfluss, welches im Prinzip die höchste Wertung hat. Ein Tablet, welches überwiegend Lernsoftware hat, ist in eben dieser Wertung nicht viel höher als ein Fenster. Wenn draußen sogar was passiert, dann ist das Fenster wahrscheinlich sogar weitaus höher.

    Auch hier wieder: richtig - die Lernatmosphäre und die Vermittlung des Stoffs ist entscheidend. Tablets mit vollem Funktionsumfang sind trotzdem nachmal was anderes als ein Fenster. Wenn also eine Implementierung von Teblets als Lehrbuch-Ersatz, dann nur mit einer stark modifizierten Software, die sich auf einige wenige Funktionen beschränkt. Davon gehst du ja auch erstmal aus. Problematisch ist dabei nur, dass wir noch nicht wissen, was ein Mensch unterbewusst mit einem Tablet assoziiert und demnach wissen wir auch nicht, wie stark er sich davon ablenken lässt. Im Vergleich zu Büchern sind Tablets nach wie vor ein absolut neuartiges Phänomen, das bei vielen Menschen für eine gewisse Neugierde und damit Ablenkung sorgen kann.

    Das sehe ich anders. In erster Linie ist ein zeitgemäßer Unterricht wichtig, damit man schlussendlich aus dem Potenzial welcher in den Schülern steckt am Ende in der Gesellschaft den höchstmöglichen Nutzen erziehlen kann. Mir bringt es nichts, wenn ich jedes Jahr ~400.000 Schüler Abitur machen die im bestne Fall nur mit Industrie gerechten Medien umgehen können, wenn sie es sich selbst beigerbacht haben, aber blind 50 Bücher in 100 Sprachen rückwärts lesen und es schaffen eine Interpretation rückwärts auf den Kopf zu schreiben. Das braucht kein Mensch, ist aber immer noch gängige Praxis.
    In erster Linie muss sich die Schule zwei Entwicklungen anpassen: Gesellschaftliche Entwicklungen im geistigen und moralischen Sinne und industrielle Entwicklungen im wirtschaftlichen Sinne.
    Um diesen Entwciklungen einen fachgemäßen Raum zu geben, ist aus meiner Sicht eine digitalisierung umungänglich außer wir preferieren es in Deutschland mit anderen Wirtschaftsmächten nicht mehr konkurrieren zu können und noch weiter (als wir ohne hin schon durch die fehlende Digitalisierung sind) abgehängt zu werden, was dann auch eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellt.

    Deinen ersten Absatz verstehe ich nicht ganz. Was genau braucht kein Mensch? Kompetenz beim Umgang mit Büchern? Sprachkenntnisse? Interpretationsvermögen?
    Des Weiteren finde ich, dass du etwas zu krass ausholst. Du vergisst wohl, dass wir in Deutschland sind und nicht in Afrika. Wirtschaftlich geht es uns aktuell einigermaßen gut und ich sehe kaum Länder, von denen wir digital abhängig sind. Meistens ist es eher ein Zusammenspiel als eine reine Abhängigkeit. Zumal die Länder, die ihre Gesellschaft auf reine wirtschaftliche Funktionalität und Wachstum ausrichten, meist mit anderen großen Problemen zu kämpfen haben. Aber das driftet an dieser Stelle zu sehr in Richtung Wirtschaft ab.



    Diese Umstände würden mich interessieren.

    Siehe meine Posts weiter oben. Umweltbelastung, Umstellungskosten und -schwierigkeiten, Defekte, Kontrolle, fehlende Langzeiterfahrungen, etc.


    Ich bin in keinster Weise jemand, der über die böse neue Technik schimpft - im Gegenteil! Nur denke ich, dass man über alles auch einen distanzierten Eindruck wahren sollte. Vor- und Nachteile betrachten. Ich finde ich zudem sehr wichtig, dass Kinder verstärkt den richtigen Umgang mit Medien lernen. Tablets können im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden. Interaktive Whiteboards ebenso. Auch VR-Geräte! Aber ich finde es recht fragwürdig herzugehen und sämtliche Bücher aus dem Unterricht zu verbannen.