Hooked'n'Politics

  • Weil 51% nicht über 49% entscheiden können und sollten, eben weil es eine "knappe" Mehrheit ist. 51% sind nun einmal nicht eindeutig und Entscheidungen sollten eindeutig sein und nicht knapp. Das sah man gut am Brexit, knapp über 50% wollten austreten und darunter leiden diejenigen, die bleiben wollten. Diese müssen zukünftig eingeschränkter leben, weil sie nicht mehr teil der EU sind, so wird das Auslandsstudium und die Einreise wieder aufwändiger. Das zeigte nun einmal, dass eine so knappe Mehrheit da nicht ausreicht, weil die Konsequenz zu groß ist.

    Also weil dir das Ergebnis einer Wahl nicht passt und es deiner Meinung nach zu knapp war,
    soll die Absolute Mehrheit erst ab 75% gelten? Nur weil das Wahlergebnis eine große Konsequenz in sich birgt, sehe ich keinen Grund das Prinzip der Absoluten Mehrheit anzufechten.

    (1.)Ich bin generell dagegen, dass das Volk über sowas wichtiges Entscheiden darf, denn die haben keine Ahnung.


    (2.)Politik ist ein sehr komplexes Thema und nicht jeder kann da mitreden, das bedeutet nicht die Leute seien dumm, nur können diese nicht im entferntesten die Konsequenzen begreifen.


    (3.)Klar will das Volk mehr Mitspracherecht, das soll es auch bekommen, aber nicht solche gravierenden. Es werden nicht umsonst Vertreter der einzelnen Interessengruppen gewählt. Das Volk soll Macht bekommen, das ist Demokratie, aber zu viel Macht kann sie ebenso schaden.

    1. Ich darf also theoretisch nicht darüber abstimmen, wie z.B. meine Auslandsreisen beeinflusst werden, weil ich deiner Meinung nach zu inkompetent bin, mir eine Meinung zu bilden. Ziemlich frech.


    2. Klar kann bei Politik jeder mitreden; warum nicht? Nur weil manche Themen komplex sind? Meiner Meinung nach impliziert das, was du sagst, schon, dass du die "Leute" für dumm hältst, weil du ihnen die Fähigkeit absprichst komplexe Inhalte zu abstrahieren. Sind manche Menschen etwa Politik-unbegabt, oder wie?


    3. Brauche ich wirklich Vertreter, um, wie jetzt in der Türkei, für Ja oder Nein zu stimmen? "Das Volk soll Macht bekommen, aber nicht zu viel", klingt für mich nicht nach Demokratie, sondern eher nach einer Ausrede, um jene zu beschneiden.

  • Also weil dir das Ergebnis einer Wahl nicht passt und es deiner Meinung nach zu knapp war,
    soll die Absolute Mehrheit erst ab 75% gelten? Nur weil das Wahlergebnis eine große Konsequenz in sich birgt, sehe ich keinen Grund das Prinzip der Absoluten Mehrheit anzufechten.

    Das deutsche Grundgesetz kann nur mit einer Zweidrittel Mehrheit beider Kammern (Bundestag und Bundesrat) geändert werden. Das halte ich auch für sinnvoll, ebenso wie die Frage, ob über derlei Änderungsanträge die gewählten Vertreter oder das Volk abstimmen soll.


    Das Volk ist (meiner Meinung nach) tendenziell eher von Schwankungen und Gefühlslagen betroffen als die gewählten Vertreter, die - in einer idealen repräsentativen Demokratie - den erforderlichen Abstand und die Objektivität haben, um im Sinne des Wohls der Bevölkerung zu regieren.


    Ja, ich bin auch ein Gegner von Referenden mit derartig schwerwiegenden Ausmaßen. Die Bevölkerung (und damit schließe ich mich ja mit ein) ist dafür mMn. zu impulsiv und vor allem manipulierbar. Auch weil in der Regel keine sachgerechte Diskussion geführt wird. Sie Ende meistens eher in einer Schlammschlacht aus Werbekampagnen und hohlen Worten.


    Nicht zuletzt verhindert ein Referendum mit Ja oder Nein die Möglichkeit eines Kompromisses. Siehe z.B. Brexit. Sicher wäre es da möglich gewesen mit der EU einen Kompromiss zu finden, hätte man die Debatte nicht emotional aufgeheizt in ein Referendum zum Stimmenfang übertragen. Und am Ende geht es genau darum in der Politik. Kompromisse zu finden für das bestmöglichste Ergebnis. Ja/Nein lässt keine Graustufen zu.


    Edit:


    Natürlich wäre eine Änderung des Grundgesetzes hinsichtlich der Änderungen, die Erdogan an seiner Verfassung nun durchführt ohnehin nicht möglich, da das grundsätzliche System der Gewaltenteilung nicht berührt werden darf, auch mit Zweidrittel Mehrheit.

  • Du verstehst offenbar nicht worauf ich hinaus will und reiße bitte nicht meine Worte aus dem Kontext und unterstelle mir Dinge, die ich nicht behauptet habe.


    Wenn jeder Politik verstehen könnte, dann würden Wahlen und Gesetze anders aussehen. Es kann eben nicht jeder Politik verstehen und das heißt nicht, dass die Leute dumm sind. Du kannst von einen Bäcker nicht erwarten, dass er jemandem am offenen Herzen operieren kann, auch wenn er sich noch sonst wie oft Emergency Room anschaut und Fachliteratur liest. Politik umfasst Jahrzehntes langes Wissen und kann nicht einfach so erklärt werden. Siehe Russland und die Krimm oder China und Tibet selbst die gebildetsten Politiker können nur schwer diese Themen angehen, weil sie wissen das jede Entscheidung gravierend ist. Das Volk kann eben nicht verstehen, was ein Austritt aus der Gemeinschaft mit sich bringt. Da gehört nicht nur ein kleines Grundwissen dazu und darum kann das Volk nicht so leichtfertig darüber Entscheidungen treffen. Manche Entscheidungen können nur kleine Gruppen mit Erfahrung treffen, dafür wählt man sie und dafür sind sie letztendlich auch da.


    Es ist naiv zu glauben, das Volk könne und sollte alles Abstimmen und entscheiden dürfen, das geht einfach nicht.


    Ich habe auch nicht behauptet, mir passe das Ergebnis nicht und man müsse es ändern, hört bitte mit diesen Quatsch auf!


    Es geht einfach darum, dass die Definition von Mehrheit nicht definiert ist und das ist das Problem. Die Mehrheit kann 1% über die Hälfte oder auch 30% sein. Wenn die Mehrheit entscheidet muss man es akzeptieren, jedoch nicht wenn die Mehrheit ein winzig kleiner Prozentsatz ist. Weil es eben keine Eindeutige Entscheidung ist, es ist weder Schuldig, noch Freispruch, es ist im zweifel für den Angeklagten und das reicht einfach nicht aus.


    Klar brauchst du Vertreter, dafür hast du Parteien und das Parlament, diese sind dafür da, damit die demokratische Ordnung aufrecht gehalten wird. Das Volk soll Macht bekommen und klar mehr Mitspracherecht bekommen, aber nicht in jeden Bereich und zu jeder Frage, weil das Volk mit einem uneingeschränkten Stimmrecht viel Schaden verursachen kann. Ebenso ist ein zu sehr eingeschränktes Stimmrecht schädlich für die Demokratie. Es ist genauso wie mit der Meinungsfreiheit, du darfst deine Meinung frei äußern, aber du darfst nicht hetzen oder andere beleidigen, du muss die Menschenwürde eines jeden Menschen achten. So ist es auch mit dem Stimmrecht, du darfst frei wählen, du kannst aber nicht alles direkt entscheiden, denn das können nur Leute, die Jahrzehnte lange Erfahrung haben.

  • Das deutsche Grundgesetz kann nur mit einer Zweidrittel Mehrheit beider Kammern (Bundestag und Bundesrat) geändert werden. Das halte ich auch für sinnvoll, ebenso wie die Frage, ob über derlei Änderungsanträge die gewählten Vertreter oder das Volk abstimmen soll.



    Das Volk ist (meiner Meinung nach) tendenziell eher von Schwankungen und Gefühlslagen betroffen als die gewählten Vertreter, die - in einer idealen repräsentativen Demokratie - den erforderlichen Abstand und die Objektivität haben, um im Sinne des Wohls der Bevölkerung zu regieren.

    Bei diesem Beispiel pflichte ich dir bei. Bei den Beispielen von Don Stylo - also Brexit und Türkei-Referendum - finde ich es hingegen durchaus berechtigt, das Volk abstimmen zu lassen.

  • Das deutsche Grundgesetz kann nur mit einer Zweidrittel Mehrheit beider Kammern (Bundestag und Bundesrat) geändert werden. Das halte ich auch für sinnvoll, ebenso wie die Frage, ob über derlei Änderungsanträge die gewählten Vertreter oder das Volk abstimmen soll.



    Das Volk ist (meiner Meinung nach) tendenziell eher von Schwankungen und Gefühlslagen betroffen als die gewählten Vertreter, die - in einer idealen repräsentativen Demokratie - den erforderlichen Abstand und die Objektivität haben, um im Sinne des Wohls der Bevölkerung zu regieren.

    Bei diesem Beispiel pflichte ich dir bei. Bei den Beispielen von Don Stylo - also Brexit und Türkei-Referendum - finde ich es hingegen durchaus berechtigt, das Volk abstimmen zu lassen.

    Die Auswirkung des Türkei Referendums ist gleichzusetzen mit einer umfangreichen Änderung unseres Grundgesetzes. Der Präsident benötigt nicht länger das Parlament um Gesetze zu verabschieden. Es kann zwar noch neue Gesetze erlassen, die die Dekrete des Präsidenten ersetzen, allerdings kann der Präsident das Parlament anschließend einfach auflösen. Ähnlich sieht das mit dem obersten Gericht der Türkei aus, der Präsident kann künftig einfach die Richter nach Belieben austauschen.


    Nein, ich finde nicht, dass das Volk so einfach mit 1% Differenz zwischen den Mehrheiten darüber entscheiden sollte, ob sie künftig in einer Autokratie leben wollen.

  • "No one pretends that democracy is perfect or all-wise. Indeed, it has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time." Winston Churchill


    Das fasst es meiner Meinung nach immer gut zusammen, wenn wieder das Thema aufkommt wie viel Macht das Volk in einer Demokratie haben sollte.


    Die Demokratie hat so verdammt viele Probleme, die leicht zu erkennen sind, aber es ist eben die beste Krücke die wir haben. Hier mal nur ein paar:

    • Ja Wähler informieren sich oft nicht komplett über die Themen, über die sie dann entscheiden, oder lassen sich von Populismus leiten. Aber selbst wenn sie wissen, was das Beste wäre für die Mehrheit wäre, entscheiden sie dann doch meist eher danach, was für sie das Beste ist.
    • Selbiges Gilt für Politiker. Wenige bis gar keine haben eine solche Charakterstärke eine Entscheidung durchzusetzen, die komplett gegen den Willen der Wähler geht, aber logisch gesehen die Bessere wäre und für das Volk vorteilhaft wäre. Denn man will ja wieder gewählt werden.
    • Die Politiker sind absolut ungeeignet und das ist systeminhärent, denn du brauchst komplett andere Talente um Politiker zu werden als du dann bräuchtest um ein guter Politiker zu sein und die haben eben keine Ahnung, was das Beste für das Land wäre, denn sonst wäre Lobbyismus nicht so effektiv.
    • Demokratie ist scheiße langsam! Alles dauert Ewigkeiten und ehe die Politik auf Notlagen reagieren kann sind sie meist von Anderen gelöst wurden.
    • Demokratien fehlt auch meiner Meinung nach die Weitsicht. Jede Regierung plant im Optimalfall ihre Regierungsperiode durch. Alles was wirklich langjährige Planung, im Rahmen von 10 Jahren zum Beispiel wäre, fällt unter dem Tisch oder wird nur sehr schleppend umgesetzt.

    Die Demokratie hat eben diese Fehler und damit muss man leben, da die meisten "Verbesserungen" eher alles nur noch schlimmer machen. Somit hat die Türkei auf eine der demokratischsten Weisen sich entschieden, dass das mit Demokratie eben doch nicht so toll ist. ^^

  • Die Telekom unternimmt einen neuen Versuch um die Netzneutralität zu untergraben - und viele große Unternehmen machen mit:


    http://www.tagesschau.de/multi…netzneutralitaet-101.html


    <X
    So ganz prinzipiell müsste man eigentlich jedes dieser Unternehmen boykottieren, das versucht sich mit solchen unmoralischen Mitteln einen Marktvorteil zu schaffen. Ganz besonders ekelhaft finde ich es, dass das ZDF als öffentlich-rechtliche Anstalt bei sowas mit drinsteckt. Grade die sollten das am wenigstens nötig haben. :thumbdown:

  • Das deutsche Grundgesetz kann nur mit einer Zweidrittel Mehrheit beider Kammern (Bundestag und Bundesrat) geändert werden. Das halte ich auch für sinnvoll, ebenso wie die Frage, ob über derlei Änderungsanträge die gewählten Vertreter oder das Volk abstimmen soll.



    Das Volk ist (meiner Meinung nach) tendenziell eher von Schwankungen und Gefühlslagen betroffen als die gewählten Vertreter, die - in einer idealen repräsentativen Demokratie - den erforderlichen Abstand und die Objektivität haben, um im Sinne des Wohls der Bevölkerung zu regieren.

    Bei diesem Beispiel pflichte ich dir bei. Bei den Beispielen von Don Stylo - also Brexit und Türkei-Referendum - finde ich es hingegen durchaus berechtigt, das Volk abstimmen zu lassen.

    Grade unsere deutsche Vergangenheit hat gezeigt, dass 'das Volk' das mit der Schwarmintelligenz keineswegs so gut drauf hat und eigentlich ziemlich dumm ist (oder dumm sein will, 'wir wussten ja von nichts'). Daher gibt es in Deutschland ja fast keine direkte Demokratie mehr. Die Briten haben bei ihrem Referendum ja auch bewiesen, dass das nicht nur ein deutschen Phänomen ist, die sind genauso blöd ('What is Brexit' und co. Google-Suche Nr.1 am Tag NACH der Abstimmung).
    Selbst wenn man keine solche Vergangenheit hat und direkte Volksabstimmungen da eher das Mittel zu Wahl sein sollten, was ja legitim ist, ist es trotzdem vollkommen hirnrissig sowas mit einer einfachen Mehrheit entscheiden zu lassen. Bei solchen tiefgreifenden Änderungen sollte es immer mindestens eine Zweidrittelmehrheit geben müssen.


    Aber wer nicht hören will, muss fühlen. 51,4% der Türken haben in Geschichte nicht richtig aufgepasst und brauchen jetzt nochmal Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Wenn die Türkei dann in 20 Jahren in Schutt und Asche liegt, braucht aber keiner ankommen und zu sagen 'Wir konnten das ja nicht ahnen'.


    Das tragische an solchen Situationen ist halt, dass über 30 Millionen Briten und fast 40 Millionen Türken jetzt in Zukunft die Scheiße auslöffeln müssen, die ihnen die andere Hälfte ihrer Mitbürger eingebrockt hat. In Großbritannien ist das ja noch ungerechter, weil die jungen Briten, die mehrheitlich deutlich gegen den Brexit gestimmt haben, am längsten darunter leiden. Die alten Säcke, die das zu verantworten haben, bekommen die schlimmsten Folgen 'bestenfalls' gar nicht mehr mit. hkdGitgud

  • Aber wer nicht hören will, muss fühlen. 51,4% der Türken haben in Geschichte nicht richtig aufgepasst und brauchen jetzt nochmal Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Wenn die Türkei dann in 20 Jahren in Schutt und Asche liegt, braucht aber keiner ankommen und zu sagen 'Wir konnten das ja nicht ahnen'.

    Wie würde denn deiner Ansicht nach die Türkei in 20 Jahren untergehen? Eigentlich ein sehr interessantes Gedankenexperiment.


    Das tragische an solchen Situationen ist halt, dass über 30 Millionen Briten und fast 40 Millionen Türken jetzt in Zukunft die Scheiße auslöffeln müssen, die ihnen die andere Hälfte ihrer Mitbürger eingebrockt hat. In Großbritannien ist das ja noch ungerechter, weil die jungen Briten, die mehrheitlich deutlich gegen den Brexit gestimmt haben, am längsten darunter leiden. Die alten Säcke, die das zu verantworten haben, bekommen die schlimmsten Folgen 'bestenfalls' gar nicht mehr mit. hkdGitgud

    Die jungen Briten haben das Ergebnis des Brexits auch zu verantworten, schließlich sind nur 36% der 18-24 Jährigen Wählen gegangen. Quelle: https://www.welt.de/politik/au…ligung-junger-Briten.html



  • In Großbritannien ist das ja noch ungerechter, weil die jungen Briten, die mehrheitlich deutlich gegen den Brexit gestimmt haben, am längsten darunter leiden. Die alten Säcke, die das zu verantworten haben, bekommen die schlimmsten Folgen 'bestenfalls' gar nicht mehr mit.

    Diese Narrative finde ich immer deplatziert, da es nun wie ich finde keinen Unterschied macht, wie lange du noch mit einer Entscheidung leben musst, um im Interesse von dir selbst oder anderen zu stimmen. Gerade im, nennen wir es mal fortgeschrittenen Erwachsenenalter (30-40), denke ich, dass du die Fähigkeiten, welche deine Wahl oder Entscheidungsfindung auf politischer Ebene beeinflussen, entwickelt haben solltest oder es wahrscheinlich auch bis ans Ende deines Lebens nicht mehr tust.


    Entweder hast du gelernt kritisch zu denken und dich mit Inhalten auseinander zu setzen, um so nicht auf Populismus reinzufallen, oder du hast es eben nicht und lässt dich bis zum Ende deines Lebens von Sprüchen und ähnlichen vereinnahmen. Entweder hast du Empathie und Abstraktion gelernt, was dazu führt, dass du Entscheidungen treffen kannst, die vielleicht auch negativ für dich sind , aber im großen Ganzen richtig für die Gesellschaft sind, oder du hast es nicht, und bleibst in deinem Denken relativ egoistisch.


    Die alten Säcke entwickeln ja jetzt nicht plötzlich mit den Alter ein neues politisches Bewusstsein und wollen plötzlich so stimmen, dass es den meisten jungen Leuten schadet, sondern sie stimmen sehr wahrscheinlich genauso ab wie sie es all die Jahre vorher auch taten. Auch sie stimmen so ab, wie sie denken, dass das Beste dabei herrauskommt (was natürlich je nach dem oben angesprochenen Fähigkeiten gefärbt ist). Es den Alten also in die Schuhe zu schieben und zu sagen, dass sie über solche Dinge nicht mehr abstimmen sollten, weil sie ja die Konsequenzen des ganzen wahrscheinlich nicht mehr erleben, ist ganz schön respektlos.

  • @Phazonis: Naja ich meine, wir lassen die Kinder und Jugendlichen ja auch nicht wählen. Erst ab 18, maximal noch 16 Jahren nach seiner Geburt darf man zur Wahl schreiten. Vielleicht sollte man auch ne Regelung einführen, dass man ab 18 Jahre vor seinem Tod ebenfalls nicht mehr wählen darf, wäre doch nur gerecht.


    //
    Du musst mich auch ganz zitieren und nicht einfach den hkdGitgud weglassen. :P Ich dachte eigentlich, dass dies und die gewählte Ausdrucksweise die übertriebene Polemik speziell im letzten Absatz klar genug als solche kennzeichnen würde.



    Die Statistik mit der Wahlbeteiligung kannte ich gar nicht, sehr interessant. Liegt das an der allgemeinen Politikverdrossenheit der jungen Briten? Daran, dass die Wahl keiner ernst genommen hat? Oder daran, dass Farage und die anderen Spezis, die nachdem sie das Land ins offene Messer geschickt haben ganz unauffällig alle nen Abgang gemacht haben, mit ihren Lügengeschichten besser ihre Wähler mobilisieren konnten? Keine Ahnung. Ganz unabhängig von den tragischen Einzelschicksalen, die sich aus so einer Veränderung ergeben, habe ich beim Brexit-Votum insgesamt eher weniger Mitleid mit 'den Briten'. Die sind echt irgendwie selbst schuld, allen voran Cameron, der die ganze Geschichte erst ins Rollen gebracht hat. Denn letztlich waren die Wahlen dort frei.



    Aber in der Türkei sieht das ganz anders aus. Dort herrschen aktuell Zustände, die einer Demokratie nur noch ganz entfernt ähneln. Da werden massenhaft Leute aufgrund ihrer Gesinnung oder ethnischen Herkunft unterdrückt. Kritische Zeitungen werden geschlossen wenn sie Glück haben und wenn sie Pech haben, sitzen ihre Journalisten im Gefängnis. Tausende Wissenschaftler, Lehrer und Richter werden aufgrund ihrer politischen Einstellungen aus ihren Ämtern enthoben. Gleichzeitig werden Ausreisesperren verhängt und Wissenschaftler im Land festgehalten, weil die klügsten Köpfe im Land die Zeichen der Zeit erkannt haben und dem Wahnsinn entfliehen wollen. Meinungsfreiheit herrscht schon lange nicht mehr, die wird zur Not auch mit Wasserwerfern und hunderten Festnahmen unterdrückt. WhatsApp, Twitter und YouTube sind in der Türkei zeitweise oder ganz blockiert.


    Die Wahlen am Wochenende waren NICHT frei. Das können sie in einer solchen gesellschaftlichen Lage unter keinen Umständen gewesen sein.


    Und daher:


    Aber wer nicht hören will, muss fühlen. 51,4% der Türken haben in Geschichte nicht richtig aufgepasst und brauchen jetzt nochmal Anschauungsunterricht am lebenden Objekt. Wenn die Türkei dann in 20 Jahren in Schutt und Asche liegt, braucht aber keiner ankommen und zu sagen 'Wir konnten das ja nicht ahnen'.

    Wie würde denn deiner Ansicht nach die Türkei in 20 Jahren untergehen? Eigentlich ein sehr interessantes Gedankenexperiment.


    Ich weiß es nicht, ich kann nur mutmaßen. Aber: alles kann passieren. Das ist das Problem. Mit dieser Verfassungsänderung und der eventuell bevorstehenden Einführung der Todesstrafe sind zumindest bald alle Zutaten für eine Katastrophe vorhanden. Und alleine das ist schon ein Skandal, vollkommen unabhängig davon, wer an der Macht ist. Vielleicht tritt der worst case mit Erdogan gar nicht ein. Aber was ist mit dem Präsidenten nach ihm? Und dem nach ihm? Und dem danach?


    Es darf einfach niemals dazu kommen, dass eine einzelne Person so große Macht haben kann. Das hat die Geschichte in hundert-, ach was tausendfacher Ausführung gelehrt. Das geht nie gut aus. Die Gewaltenteilung ist die wichtigste Errungenschaft unserer modernen Demokratie. Macht ist gefährlich, das wissen nicht nur die Jedi.

  • Die Gewaltenteilung ist die wichtigste Errungenschaft unserer modernen Demokratie.

    Jein, in der römischen Republik gab es ja zum Beispiel auch schon eine Art der Gewaltenteilung. Sehr anders, aber trotzdem aufgeteilte Staatsgewalt. Und auch die konstitutionelle Monarchie Frankreichs hatte schon Gewaltenteilung.
    Aber ja, in der Reinform, an die wir uns gewöhnt haben, gibt es sie erst seit den modernen Demokratien.


    Es darf einfach niemals dazu kommen, dass eine einzelne Person so große Macht haben kann. Das hat die Geschichte in hundert-, ach was tausendfacher Ausführung gelehrt. Das geht nie gut aus.

    Ich würde eher sagen "wenn es schief geht kann es richtig schiefgehen und man ist machtlos dagegen". Bei Erdogan würde es sicher schiefgehen. Weil sonst müsste man "es geht gut aus" genauer definieren oder "es geht selten gut aus" sagen.

  • Naja ich meine, wir lassen die Kinder und Jugendlichen ja auch nicht wählen. Erst ab 18, maximal noch 16 Jahren nach seiner Geburt darf man zur Wahl schreiten. Vielleicht sollte man auch ne Regelung einführen, dass man ab 18 Jahre vor seinem Tod ebenfalls nicht mehr wählen darf, wäre doch nur gerecht.

    Wo ist das denn bitte gerecht? Mal ganz abgesehen davon, dass 18 Jahre vor dem Tod ein sehr unpräziser Zeitraum ist, sollte jeder Rentner, der geistig dazu in der Lage ist auch wählen gehen dürfen. Wir lassen Kinder ja nicht wählen weil sie eben noch nicht geistig in der Lage dazu sind sich eine eigene Meinung zu bilden ( Die Frage wann sie dazu in der Lage sind ist auch debattierbar).


    Für den Fall das wieder kommt: "aber manche Erwachsene sind dazu auch nicht in der Lage". Es gibt einen Unterschied zwischen nicht in der Lage dazu sein eine eigene Meinung zu haben (weil man noch nicht die Fähigkeiten hat) und sich dazu entscheiden keine eigene Meinung zu haben, obwohl man dazu in der Lage wäre.


    Leute die dies nicht mehr können,0 sollten natürlich nicht mehr wählen gehen dürfen (dürfen sie in Deutschland auch nicht, ihre Stimme wird verwaltet, was ich zwar auch problemtisch finde aber egal).

    Irgendwie traurig, dass einer von Österreichs größten Mitte-Parteien auf Populismus zurückgreift.


    Irgendwie aber auch lustig, wie das noch hinten losgegangen ist

    Ist meist sehr witzig, wenn die mittleren Parteien immer mit den Ketten rasseln, wenn ein Linksbündnis zustande kommt. Als hier in Thüringen bei der letzten Wahl dann eine Rot-Rot-Grüne Koalition die Regierung stellte ( mit den Linken als stärkste Kraft) kamen auch allerlei Hiobsbotschaften. Letzten Endes traf nichts davon ein, also keine Panik.

  • Naja ich meine, wir lassen die Kinder und Jugendlichen ja auch nicht wählen. Erst ab 18, maximal noch 16 Jahren nach seiner Geburt darf man zur Wahl schreiten. Vielleicht sollte man auch ne Regelung einführen, dass man ab 18 Jahre vor seinem Tod ebenfalls nicht mehr wählen darf, wäre doch nur gerecht.

    Wo ist das denn bitte gerecht?

    Natürlich ist das überhaupt nicht gerecht. Ich weiß echt nicht, wie ich die Ironie und Polemik hinter diesen ganzen Punkt, den du damals zitiert hattest noch deutlicher machen soll, als hkdGitgud . Vielleicht alle drei? hkdGitgud hkdLol hkdFacepalm

  • Natürlich ist das überhaupt nicht gerecht. Ich weiß echt nicht, wie ich die Ironie und Polemik hinter diesen ganzen Punkt, den du damals zitiert hattest noch deutlicher machen soll, als . Vielleicht alle drei?

    Ok, aber bei deiner Antwort hat aber der Smiley gefehlt und das mit der Polemik musst du mir dann anscheinend doch noch mal erklären. ;)

  • Ja mal wieder ein gutes Video von Rayk, aber das Thema Gewalt gegen Andersdenkende haben wir ja schon elend lang besprochen, (Ratsherren #30) also leite ich mal dahin um und wenn da noch irgendwer was Neues beizutragen hat dann gerne da weiter machen.


    Ansonsten bleibt mir wohl nur noch: " AFD-Stadtrat Eberhardt Brett wurde mit einer Holzlatte geschlagen."
    Sorry, auch wenn ich gegen Gewalt bin, ist das ein bisschen lustig.