​Was guckt ihr gerade?

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  • In den letzen paar Wochen habe ich sehr viel Star Trek: Voyager gesehen.

    Die dritte Staffel gefiel mir wieder deutlich besser als die zweite. Es gab zwar auch wieder ein paar schwache Folgen, dafür aber auch echte Highlights wie "Future's end", "Before and after" und natürlich "Scorpion". Jennifer Liens overacting in "Warlord" war auch sehr schön anzuschauen.^^

    Umso bedauerlicher, dass sie ab der vierten Staffel nicht mehr dabei ist.

    Von dieser habe ich bislang erst ein paar Folgen gesehen, die meisten davon gefielen mir aber ziemlich gut. Vorallem "Nemesis" war eine sehr ungewöhnliche Folge mit einem coolen Twist.

    Den neuen Charakter Seven of Nine mag ich soweit auch. Ich hab allerdings den Eindruck, dass die Writer zu diesem Zeitpunkt noch nicht so richtig wussten, was sie nun eigentlich mit ihr machen wollen.


    Ansonsten rewatche ich gerade Firefly und meine Güte... Die Serie ist ja sogar noch besser als ich es in Erinnerung hatte. Die Charaktere sind so unglaublich gut geschrieben, die Dialoge sind immer on point... Hach...

  • Audience May Cry

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    Fürs Protokoll: Die Mehrheit scheint sehr angetan zu sein von Castlevania und entsprechend der Idee, dass er sich an DMC vergreift.

    Wird also wohl eher auf Oinone may cry alone hinauslaufen, wie so oft.

    Berserk würde er auch gerne machen - auch da freuen sich viele. Und wollen Zelda von ihm und/oder Metroid. Ich versteh's nicht.

    Und so beginnen die Mühlen des Schicksals zu mahlen - für Menschen, Dämonen und die Männer, die beides sind.

  • Ich habe in der letzten Zeit die meisten der alten Zeichentrickfilme von Asterix & Obelix noch einmal angesehen. Im Kindesalter fand ich die Filme toll und habe sie alle mehrmals auf SuperRTL geschaut. Daher hat mich sehr interessiert, wie sie heute gealtert sind. Das Fazit dazu fällt relativ gemischt aus.


    Asterix der Gallier, der erste der Filme aus dem Jahre 1967, ist wirklich furchtbar. Ich kann mich nicht entscheiden, was mieser ist: Der Zeichenstil, die Animationen, die Geschichte oder der Synchronsprecher von Asterix. Letzeres zieht sich leider so ein bisschen durch alle Filme. Der zweite Film der Reihe, Asterix und Kleopatra (1968) ist zeichnerisch schon ein gutes Stück besser. Die Geschichte passt immer noch auf einen Bierdeckel, die Lieder lockern das ganze dafür auf (auch wenn einige davon sehr seltsam sind, etwa der singende Löwe). Die Synchronsprecher sind auch talentierter, insgesamt eine deutliche Steigerung.


    Der dritte Film, Asterix erobert Rom, ist acht Jahre später (1976) erschienen und stellt von der Zeichenqualität nochmal einen deutlichen Schritt nach vorne dar. Auch die Synchronsprecher sind ziemlich gut. Mir ist allerdings klar geworden, warum ich als Kind nach diesem Film häufig schlecht schlafen könnte: Er ist einfach unfassbar skurril und ein bisschen verstörend. Die zwölf göttlichen Prüfungen geben dem Film einen ganz außerirdischen Rahmen, die Insel der Sirenen oder das ehemalige Schlachtfeld mit den Geisterlegionen seien hier beispielhaft genannt. Dafür beeinhaltet der FIlm auch die absolut geniale Episode mit dem Passierschein A38 und die Szene mit Olympia, dem Waschmittel der Götter, die ich komplett vergessen hatte und wegen der ich nachts lauthals loslachen musste.


    Mit abermals neun Jahren Pause erschienen dann drei weitere Filme. Den ersten davon, Asterix - Sieg über Cäsar (1985) fand ich leider erneut ziemlich furchtbar, was vor allem an der vorkorksten Synchronarbeit liegt. Die Story ist auch misslungen, selbst für einen Kinder-Zeichentrickfilm. Ein Jahr später (1986) erschien dann Asterix bei den Briten, ein in jeglicher Hinsicht absolut großartiger Film. Hier passt einfach alles, von der britischen Teepause während der Schlacht gegen die Römer, über die geniale Synchronisation des Briten Teefax (Splendid! Wonderful!) und von Obelix (gesprochen hier von Wolfgang Hess), bis hin zum wirklich tollen Zeichnungen. Das ist mit großem Abstand der beste Film der Reihe. Den dritten Film aus den 80ern, Asterix - Operation Hinkelstein von 1989, habe ich (genauso wie den 2006er-Film Asterix und die Wikinger) nicht erneut gesehen. Ich erinnere mich aber, dass bei Operation Hinkelstein ziemlich viele verschiedene Comicbände verwurstet worden sind und der Film nicht so gut sein soll.


    1994 erschien dann Asterix in Amerika. Dieser Film leidet besonders unter der ziemlich miesen Obelix-Synchro von Ottfried Fischer. Auch die Geschichte hat hier für meinen Geschmack wieder deutlich zu viele undichte Stellen. Die übersexualisierte Darstellung der jungen Indianerin Ha'Tschi hat mir auch ein paar Kopfschmerzen bereitet, gerade bei dieserart Film. An einigen Stellen sind hier auch toll gezeichnete Szenen dabei; andere sind jedoch animiert, und der Stilbruch ist leider nicht zu übersehen. Schade.



    Insgesamt war ich etwas enttäuscht, vor allem von Sieg über Cäsar und Asterix in Amerika. Ich hatte nicht in Erinnerung, dass doch so viele mittelmäßige bis schlechte Filme dabei waren. Asterix bei den Briten widerum ist wirklich richtig gut.

    Zu den Realverfilmungen habe ich übrigens keinen wirklichen Bezug. Ich habe nur den ersten damals gesehen und fand ihn zu gruselig - zu viele Spinnen. :D

  • An dieser Stelle möchte ich eine vielleicht etwas ungewöhnliche Empfehlung aussprechen: Die fünfteilige Dokureihe "Russland von oben" von TerraX ist wirklich sehenswert.


    Sie hat mir aus drei Gründen gefallen:

    • Den fantastisch vielfältige Aufnahmen, vom verschneiten St. Petersburg bis zu riesigen Steppen und Vulkanlandschaften - Russland ist ein atemberaubend schönes Land.
    • Der für Dokumentationen eher ungewöhnlichen Inszenierung: Wunderbare Schnitte & Überblenden und nicht zuletzt die Musikauswahl sind dort zu nennen. Der Wechsel aus Detailaufnahmen in Zeitlupe und großen Totalen hat mir ebenfalls sehr gefallen.
    • Der geboten kritischen Herangehensweise, etwa die Thematisierung der Zerstörung des Lebensraums indigener Völker durch Gaspipelines, ohne dabei allerdings blinden Vorurteilen zu erliegen.


    Eine absolute Empfehlung also von mir für diese Doku. Alle Teile findet ihr in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/dokumentati…n-oben-teil-eins-100.html

  • Ich habe letztens endlich mal angefangen, Critical Role zu schauen. Und was soll ich sagen, es ist großartig. Eine super sympathische Runde mit super sympathischen Leuten, die ziemlich cooles D&D spielen. Und deren production value ist halt krass, was aber nur positiv zur Zuschauer-Erfahrung beiträgt. Und obwohl CR mittlerweile in riesiges Format mit mehreren Sub-Shows geworden ist und deren Kickstarter für eine animierte Serie derer ersten D&D Kampagne gerade über 11-fucking-Millionen-USD geraised hat, merkt man auch wie alle einfach super glücklich darüber sind, dass sie das machen dürfen was sie machen, dass das für sie immer noch ein Traum ist, und sie halt einfach auf dem Boden geblieben sind.


    Ein super interessanter Aspekt ist übrigens auch, sich später einmal anzugucken, was die Leute in ihrem eigentlichen Beruf, nämlich Voice Actor, sonst so gemacht haben. Hatte da einige "holy shit"-Momente, als ich erkannt habe, dass ich da unter anderem gerade Grimoire Weiss (Liam O'Brien) und Kaine (Laura Bailey) aus Nier, Ellie aus The Last of Us (Ashley Johnson) und Sigma aus Zero Time Dilemma (Matt Mercer) beim D&D spielen zugucke. :D


    Ich habe noch eine Menge Stunden aufzuholen, aber Critical Role hat mich wirklich total in seinen Bann gezogen.

  • Hm naja, wie viele guck ich GoT. Ich könnte wütender über das gesamte miese Geschreibsel sein wenn ich mich nicht schon länger mit der senkenden Erzählqualität abgefunden hätte.


    Man merkte eigentlich schon von der zweiten Hälfte der fünften Staffel, dass GoT das Opfer von seiner vorangegangenen Qualität ist. Bis Staffel 4 haben Figuren Dinge gemacht, weil es logisch war sie zu machen. Die damaligen Drehbücher verstanden es viele Details einzubauen, weshalb Taten wesentlich nachvollziehbarer waren. Heute agieren die Figuren so wie es das Drehbuch vorgibt, nur um an einen bestimmten Punkt zu gelangen. Klar, Figuren handeln immer nach dem Drehbuch, aber es ist ein Unterschied ob im Drehbuch eine gewisse Natürlichkeit für die Figuren vorhanden ist oder ob Figuren und Situationen sklavisch geschrieben werden nur um quasi das nächste Setting oder den nächsten Twist voranzubringen.


    Der Bruch von GoT begann mMn als die Serie die Bücher überholte. Ab diesem Zeitpunkt bekamen die Autoren von R. R. Martin ja keine ausgearbeitete Vorlage mehr, sondern provisorische Manuskripte des nächsten Buches. Hinzukam der immense Zeitdruck auf die Macher. Viele Darsteller von GoT waren und sind ja völlig ausgelaugt gewesen und hatten schon gar keinen Bock mehr zu drehen. Je mehr die Autoren da noch etwas ausgearbeitet hätten, desto mehr hätte wohl noch gedreht werden müssen. Es waren wohl viele Umstände die dazu geführt haben warum GoT in seiner Grundqualität so abgebaut hat.

  • Habe jetzt ungefähr die Hälfte der zweiten Staffel Star Trek: Discovery gesehen. Anson Mount als Pike gefällt mir super. Das ist aber auch die einzige deutliche Verbesserung gegenüber der ersten Staffel. Es gibt so eine Sache, die mich bei Storys egal in welchem Medium immer sehr nervt und bei Discovery passiert das mittlerweile leider sehr oft.

    Insgesamt ist das alles immer noch ganz nett, aber mehr auch nicht.

  • Ich fand die zweite Staffel Discovery super. Mount's Captain Pike hat das ganze noch einmal auf ein ganz neues Niveau (ich hoffe so, dass wir ne Spin-Off Serie mit ihm und der Enterprise bekommen!) gehoben, aber auch den Rest der Staffel fand ich toll. Sie haben den Charakteren neben Burnham dieses mal mehr Zeit gegeben, die Story hinter Saru zum Beispiel fand ich super. Ich kann auch das aus deinem Spoiler nicht wirklich nachvollziehen, denn ja, sie haben Culber zurückgebracht, aber die Folge, in der Airiam gestorben ist, war super fühlte sich definitiv endgültig an. Sie haben es geschafft in einer einzigen Episode ihre Backstory so aufzubauen, dass ich, als die Credits am Ende mit dem Meeresrauschen im Hintergrund liefen, wirklich schlucken musste..

  • Ich habe vor einiger Zeit Gravity Falls gesehen. Die Serie vermischt dabei Elemente aus Mystery und Comedy und hat mir insgesamt ziemlich gut gefallen, vor allem die zweite Staffel. Die Serie ist, erkennbar am Alter der Protagonisten (Dipper und Mable sind zwölfjährige Zwillinge), eine Jugendserie, in einigen Momenten dafür allerdings ziemlich ernst.


    Dipper und Mable verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Großonkel (Grunkle Stan) in einem verschlafenen Nest mitten im Nirgendwo: In Gravity Falls. Was zunächst langweilig klingt, wird jedoch sehr bald sehr aufregend, denn in Gravity Falls passieren allerlei anormale Dinge. Es gibt Gnome, Zombies, Portale in andere Dimensionen und verrückte Erfindungen. Die beiden finden ein "Journal", ein Tagebuch eines unbekannten Autors, der darin all diese Anomalien festgehalten hat.


    In diesem Örtchen erleben die Zwillinge allerlei abgedrehte Abenteuer. Vor allem wird Dipper davon angetrieben, die Identität des Autors zu erfahren. Diese Geschichte (sowie die eines mysteriösen zweidimensionalen Wesens) rahmt die Handlung der Serie und wird vor allem in der zweiten Staffel zu einem übergreifenden Plot aufgebaut, in den ich ziemlich investiert war. Während die erste Staffel noch von abgedrehter, aber doch leichtherziger Comedy vor dem Hintergrund der mysteriösen Ereignisse dominiert wird (im Stile von Rick and Morty, nur nicht ganz so verstörend - eben für Jugendliche), nimmt die Suche nach dem Autor in Staffel zwei so richtig Fahrt auf. Hier wird es an einigen Stellen wie erwähnt ziemlich dark. Das hat mir sehr gut gefallen. Hätte ich diese Serie als abenteuerlustiger Jugendlicher gesehen, wäre es wohl eine meiner Lieblingsserien geworden. Der kreative Kopf hinter Gravity Falls, Alex Hirsch, wollte damit auch tatsächlich seine Begeisterung über die Abenteuerurlaube seiner Kindheit und Jugend vermitteln.


    Abseits vom spannenden Mysteryplot war ich dagegen nicht von allen der meist in sich abgeschlossenen Folgen der ersten Staffel begeistert. Diese sind doch relativ erkennbar auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet und daher zu häufig zu vorhersehbar. Die humoristisch überzeichneten Haupt- und vor allem Nebencharaktere haben mich aber in ihrer Schrulligkeit stets unterhalten.


    Und: Die Serie hat einfach den allerbesten Themesong, der mir auch heute noch nicht aus dem Kopf gehen will:

  • Hab die letzten Tage Disenchantment durchgekellert.

    Nach dem Absturz von Futurama und den Simpsons habe ich mich da lange nicht rangetraut, aber ich muss sagen, ich wurde wirklich positiv überrascht.


    Nicht jeder Gag zündet, der ein oder andere ist auch sehr vorhersehbar, genau wie mancher Storytwist, ich fühlte mich aber dennoch die ganze Zeit super unterhalten und habe immer wieder schmunzeln müssen.

    Dabei hat sich sehr schnell Dämon Luci als mein Liebling herausgestellt, dessen destruktiver Humor genau mein Ding ist. Und ich liebe die Katzenvergleiche. ^ ^

    Ich mag auch sehr, wie er sich optisch etwas abhebt. Was eine perfekte Überleitung ist.


    Die Optik der Figuren ist im altbekannte Stil der vorherigen Serien. Die Hintergründe sind aber deutlich detailreicher und oftmals sehr hübsch anzusehen. Ab und an fällt vor allem bei ausgefallenen Kamerafahrten die Nutzung von CGI störend auf, das ist aber selten und gut zu verschmerzen.


    Die Serie ist in 2 Teile a 10 Folgen aufgeteilt.

    Während sich im Hintergrund dezent ein roter Faden entlangzieht, sind die meisten Folgen in sich abgeschlossene Geschichten. Erst gegen Ende von Teil 1 entspinnt sich ein fortlaufender Plot, der sich bis in Teil 2 erstreckt. Dann geht es wieder in abgeschlossene Episoden über, um dann mit einem Cliffhanger zu Enden.

    Teil 3 und 4 sind schon angekündigt.


    9/10 do it, Do it, DO IT!

    Und so beginnen die Mühlen des Schicksals zu mahlen - für Menschen, Dämonen und die Männer, die beides sind.

  • In den letzten Wochen habe ich Stranger Things geschaut und gestern die dritte Staffel beendet. Es ist seltsam, obwohl meine imaginäre Liste an Kritikpunkten ziemlich lang ist, war ich trotzdem voll dabei und mag die Serie echt gerne. Ich glaube, das liegt zu etwa 5 Prozent an der Ästhetik der Show und zu 95 Prozent an Eleven.


    Die Anlage dieses Charakters ist prinzipiell schon sehr vielversprechend. Der Kontrast aus der Verletzlichkeit dieses jungen Mädchens mit der aus ihren besonderen Fähigkeiten erwachsenden Macht sorgt für ein ständiges Spannungsverhältnis. Ihre Naivität und totale Weltfremdheit und daraus erwachsende Neugier haben Eleven für mich so ursympathisch gemacht, dafür habe ich gar keine Worte. Aus ihren offensichtlichen Problemen, sich sprachlich auszudrücken und mitzuteilen, entwachsen einige der am besten geschriebenen Szenen. Sowohl im dramatischer Hinsicht als auch im Zwischenmenschlichen. Die Szene in Folge 2 von Stranger Things 3, in welcher Max und El auf Shoppingtour gehen, ist soo herzallerliebst. Auch wenn ihre besonderen Eigenschaften mitunter vielleicht ein Stück weit überstrapaziert werden, kann ich mich an wenige Charaktere erinnern, mit denen ich so intensiv mitgefiebert habe wie mit ihr. Und denen ich so sehr von Herzen wünsche, dass alles gut für sie ausgeht.

    Wirklich herausragend ist Eleven für mich dann durch Millie Bobby Browns Darstellung geworden. Es ist faszinierend, wieviel Emotionen eine Zwölfjährige in ein einziges "No!" - oder auch nur einen Blick - legen kann. Und in Stranger Things 2 und 3 wird sie nur noch besser.


    Stranger Things zeigt wieder einmal, dass die Charaktere meiner Meinung nach das wichtigste Puzzleteil im Gelingen einer Dramaserie sind. Kann man sich mit den Figuren so sehr identifizieren wie ich mit El, sieht man bereitwillig hinweg über haarsträubende Plotholes, absurd unrealistische Zufälle und Antagonisten, die die längste Zeit wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzen. Oder darüber, dass sich die Serie zum Teil damit verhebt, in ihrem Verlauf immer größere Konflikte und Dramen aufmachen zu müssen. Stranger Things hat selbst einige Charaktere, die mir nicht so sehr zusagen - und macht in 3 Dinge mit Hopper, die ich nicht so ganz verzeihen kann. Aber Eleven könnte die Serie für mich eigentlich komplett alleine tragen.


    Und obwohl ich Stranger Things trotz meiner Kritik sehr gerne mag, bin ich gleichzeitig auch ein bisschen enttäuscht. Die ersten Folgen der allerersten Staffel fand ich nämlich nicht nur gut, sondern fantastisch. Aber leider steht das dort sehr präsente "Mystery"-Thema mit psychologischem Horror später längst nicht mehr so sehr im Fokus - spätestens 3 stellt den Körperhorror dann wirklich allumfassend in den Mittelpunkt, aber eigentlich geschieht das schon im Verlauf von 1. Das ist schade, denn während mich die mäßig gruseligen CGI-Darstellungen nie wirklich vom Hocker reißen konnten (Fleisch-Flayer, gähn), hatten die angesprochenen ersten Folgen einige spitzenmäßige Gänsehaut-Momente (Stichwort: R.U.N.).
    Diesbezüglich war ich ebenfalls etwas enttäuscht, dass einige der Fragen, die diesen Mystery-Horror für mich ausgemacht haben (z.B. die Rolle von Elektrizität oder warum der Demogorgon die Wände so seltsam zum Schmelzen bringt), nie so richtig thematisiert werden, weil der Fokus auf etwas anderem liegt. Zu Beginn hatte die Serie für mich also wirklich das Potential zu "großartig", das Versprechen konnte sie aber leider nicht halten. Diesen Eindruck hatte ich aber wie erwähnt schon im Verlauf der ersten Staffel, für mich war kein schleichender Qualitätsverlust erkennbar; auch in Staffel 1 gibt es schon ein paar loose ends und schlecht geschriebene Szenen. Alle drei Staffeln, Stranger Things 2 als relativ treue Fortsetzung und 3 mit der zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen, aber am Ende doch passenden Atmosphäre, haben jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen.


    Ich bin jedenfalls super gespannt darauf, wie die Reise der Charaktere weitergehen mag. Und bei Stranger Things 4 werde ich dann ausnahmsweise nicht mehr drei Schritte hinter dem Trend herhinken, das wird klasse. :D

  • Ich finde, umso länger Stranger Things läuft, umso mehr merkt man, dass die Serie völlig von ihren Charakteren abhängt und der schwache Plot bzw. die jeweiligen Storylines drumherum zunehmend auseinanderfallen. Die Charaktere mag ich immer mehr und die Geschichte immer weniger. Ich habe irgendwie Angst, dass ersteres irgendwann nicht mehr ausreichen wird, um mich genug zu unterhalten/die Serie für mich sehenswert zu machen, deshalb hoffe ich wirklich, dass die vierte Staffel die letzte sein wird, es sei denn sie feuern ein großartiges Plotfeuerwerk ab, wovon ich nicht ausgehe. ^^

  • Das sehe ich genauso, die Serie ist um die Charaktere gebaut und der Plot erfüllt einzig die Funktion, den Protagonisten aufregende Herausforderungen zu bieten, an denen die jeweiligen Eigenschaften der Figuren am besten zur Geltung kommen können. Daher ist die Handlung an vielen Stellen nicht sonderlich kohärent, sondern springt meist nur von Charaktermoment zu Charaktermoment. Den Plot in den Hintergrund zu rücken, ist meiner Einschätzung nach eine bewusste künstlerische Entscheidung. Und die ist zwar sehr betrüblich, denn wenn Stranger Things diese Charaktere auch noch mit einer guten Handlung unter einen Hut bringen würde - und das Potential hat das Setting -, wäre das ein absoluter Traum. Aber sobald ich mir dessen bewusst geworden bin, konnte ich mich auch sehr gut auf den gewählten Ansatz einlassen.


    Da diese Erkentnis bei mir schon im Verlauf von Staffel 1 einsetzte, ist es bei mir auch nicht so gewesen, dass die Serie im Verlauf immer weniger für mich funktioniert hätte. Der "Grad der Abnutzung" ist für mich sehr minimal. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die durch die Struktur der verschiedenen Staffeln mögliche Charakterentwicklung, die zumindest für mich bislang immer genug frischen Wind in die Beziehungen bringen konnte. Einige Charaktere treten zwar manchmal mehr, manchmal weniger auf der Stelle, aber mit Eleven passiert eine ganze Menge spannender Kram - und das ist für mich wie erwähnt das entscheidende Kriterium. Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich a) die Folge 7 von Stranger Things 2 gar nicht so negativ wahrgenommen habe und b) auch am zugegebenermaßen ziemlich actionarmen und zunächst reichlich seltsam erscheinenden Beginn von Staffel 3 trotzdem viel Freude hatte. Der Coming of Age-Story in Stranger Things kann ich sehr viel abgewinnen, weil sie durch Elevens Außerirdischkeit so charmant umgesetzt ist ("I dump your ass").

    Und obschon mir Staffel 1 insgesamt wohl am besten gefallen hat, schwang hier noch ein wenig die Enttäuschung über das nicht genutzte Potential mit. Dadurch fällt ein bei manchen Charakterbeziehungen durchaus auftretender Gewöhnungseffekt (z.B. zwischen Joyce und Hopper) für mich im Vergleich nicht so ins Gewicht.


    Ich kann aber total nachvollziehen, woher dieser Eindruck im Staffelverlauf kommt, mein persönliches Erlebnis mit Stranger Things war nur im Detail unterschiedlich. Vier Jahre nach dem Hype ist der Blickwinkel einfach ein anderer. :D Ich erkenne mich z.B. in vielen Eindrücken hier im Thread wieder, die ich inzwischen nachgelesen habe - hätte ich die Staffeln jeweils aktuell gesehen, wäre mein Empfinden wohl genauso gewesen.



    Nebenbei bemerkt, finde ich es super spannend, wie gut die ästhetische Nostalgie auch für "unsere" Generation funktioniert, obwohl wir von den 80ern wohl ziemlich wenig am eigenen Leib mitbekommen haben. Wie ich das wohl wahrnehmen würde, wenn ich zu diesem Zeitpunkt im Alter von Dustin, Eleven und co. gewesen wäre? Ob mich die Nostalgie komplett überwältigen würde, oder ob mein Empfinden im Gegenteil dadurch getrübt wäre, dass mir bewusster wäre, wie verklärt die Darstellung dieser Epoche in Wirklichkeit ist?



    PS: Ich habe mir auch Robins Eindrücke aus dem Podcast angehört, und er spricht bei Staffel 1 davon, dass für ihn die schauspielerische Leistung eines der Kinder ggü. den anderen sehr abfällt. Er erwähnt aber nicht, welchen Darsteller er damit meint. Da möchte ich mein persönliches Empfinden mal mit euch abgleichen: Für mich ist das eindeutig Mike. Wie war da eure Wahrnehmung?

  • Ich habe mir auch Robins Eindrücke aus dem Podcast angehört, und er spricht bei Staffel 1 davon, dass für ihn die schauspielerische Leistung eines der Kinder ggü. den anderen sehr abfällt. Er erwähnt aber nicht, welchen Darsteller er damit meint. Da möchte ich mein persönliches Empfinden mal mit euch abgleichen: Für mich ist das eindeutig Mike. Wie war da eure Wahrnehmung?

    Hm, ehrlich gesagt habe ich die einzelnen schauspielerischen Leistungen nicht mehr vollständig im Kopf, dafür ist es schon zu lange her, dass ich Stranger Things gesehen habe. Habe aber nicht Erinnerung, dass eine*r von ihnen besonders negativ rausstach für mich.

  • Fair enough - das ist dann das Problem, wenn man vier Jahre später in Detaildiskussionen einsteigen möchte. :D

    Wie gesagt, bei Finn Wolfhard (er ist der Darsteller von Mike) ist mir das so aufgefallen, allerdings in Staffel 1 noch nicht unbedingt negativ. Da hat man allen vier Jungs noch das Alter angemerkt, und irgendwie war das dann im Gesamtkontext sogar eher charmant. Aber mit fortschreitendem Alter und Fähigkeiten ist der Unterschied geblieben bzw. größer und daher für mich etwas störend geworden.